„(ut sup.) Inzwischen wird er ergriffen und aus seiner Verwaltung hinausgeworfen; denn es folgt: Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung, denn du kannst nicht länger Verwalter sein. Tag für Tag ruft uns unser Herr durch die Ereignisse, die geschehen, dasselbe zu, indem er uns einen Menschen zeigt, der am Mittag in Gesundheit frohlockt, vor dem Abend kalt und leblos; einen anderen, der mitten in einer Mahlzeit verschiedet. Und auf verschiedene Weise scheiden wir aus unserer Verwaltung; aber der treue Verwalter, der Zuversicht über seine Verwaltung hat, wünscht mit Paulus, abzuscheiden und bei Christus zu sein. (Phil. 1:23.) Derjenige aber, dessen Wünsche auf Erden sind, ist betrübt über sein Abscheiden. Daher wird von diesem Verwalter hinzugefügt: Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Schwäche im Handeln ist der Fehler eines trägen Lebens. Denn niemand würde zurückschrecken, der gewohnt war, sich der Arbeit zu widmen. Wenn wir aber das Gleichnis allegorisch auffassen, so gibt es nach unserem Abscheiden von hier keine Zeit mehr zum Arbeiten; das gegenwärtige Leben enthält die Ausübung dessen, was geboten ist, das zukünftige den Trost. Wenn du hier nichts getan hast, so sorgst du vergeblich für die Zukunft, noch wirst du durch Betteln etwas gewinnen. Die törichten Jungfrauen sind ein Beispiel dafür, die töricht die klugen baten, aber leer zurückkehrten. (Mt 25:8.) Denn jeder legt sein tägliches Leben wie sein inneres Gewand an; es ist ihm nicht möglich, es abzulegen oder mit einem anderen zu tauschen. Der böse Verwalter aber ersann geschickt den Erlass der Schulden, um sich selbst einen Ausweg aus seinem Unglück bei seinen Mitknechten zu verschaffen; denn es folgt: Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich aus der Verwaltung entfernt werde, in ihre Häuser aufnehmen. Denn sooft ein Mensch, der sein Ende nahen sieht, durch eine gute Tat die Last seiner Sünden erleichtert (sei es, dass er einem Schuldner seine Schulden erlässt oder den Armen reichlich gibt), indem er das austeilt, was seines Herrn ist, gewinnt er sich viele Freunde, die ihm vor dem Richter ein wahres Zeugnis geben, nicht durch Worte, sondern durch den Erweis guter Werke, ja darüber hinaus ihm durch ihr Zeugnis einen Ort des Trostes bereiten. Nichts aber ist unser eigen, alles steht in der Macht Gottes. Daher folgt: So rief er jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zum ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn? Und er sagte: Hundert Fass Öl.