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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Catena Aurea · Evangelium secundum Marcum
78 Kommentare der Kirchenväter · 5 Versabschnitte
Markusevangelium 4 in der Bibel lesen1 Wiederum begann er, am See zu lehren, und sehr viel Volk sammelte sich um ihn, sodass er in ein Boot auf dem See stieg und sich niederließ, während das ganze Volk am Seeufer stand. 2 Er lehrte sie viel in Gleichnissen. Bei seiner Belehrung sagte er zu ihnen: 3 Hört! Ein Sämann ging aus, um zu säen. 4 Da gab es sich, dass beim Säen einiges auf den Weg fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. 5 Anderes fiel auf steinigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte. Es schoss rasch auf, weil es kein tiefes Erdreich hatte. 6 Als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Wieder anderes fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten es und es brachte keine Frucht. 8 Anderes schließlich fiel auf gutes Erdreich. Es ging auf und wuchs und brachte Frucht; es trug dreißigfach und sechzigfach und hundertfach. 9 Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre. 10 Als er allein war, fragten ihn die, die mit den Zwölf um ihn waren, nach dem Sinn der Gleichnisse. 11 Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben. Jenen draußen aber wird alles in Gleichnissen zuteil, 12 auf dass sie sehend sehen / und doch nicht erkennen,und hörend hören / und doch nicht verstehen,damit sie nicht umkehren / und ihnen nicht vergeben wird. 13 Und er sagte zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht? Wie wollt ihr da alle anderen Gleichnisse verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Die auf dem Weg aber, das sind die, bei denen das Wort zwar gesät wird, aber sobald sie es gehört haben, kommt gleich der Satan und nimmt das Wort, das in sie gesät war, weg. 16 Entsprechend ebenso sind die, bei denen auf steinigem Grund gesät ist, jene, die das Wort, sobald sie es hören, mit Freuden aufnehmen; 17 aber sie haben keine Wurzel, sondern sind Augenblicksmenschen. Sobald nachher Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen entsteht, kommen sie zu Fall. 18 Bei anderen fällt das Wort in die Dornen; das sind jene, die das Wort gehört haben, 19 aber die weltlichen Sorgen, der Trug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. 20 Auf gutes Erdreich gesät ist bei jenen, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.
33 KommentareCatena Aurea · Mk 4
Obwohl der Herr in den oben erwähnten Begebenheiten Seine Mutter zu vernachlässigen scheint, ehrt Er sie dennoch; denn ihretwegen geht Er an die Ufer des Meeres. Deshalb heißt es: Und Jesus begann wieder am Meer zu lehren, usw.
Catena Aurea · Mk 4
(in Marc. i. 18) Denn wenn wir das Evangelium nach Matthäus betrachten, zeigt sich, dass dieselbe Lehre des Herrn am Meer am selben Tag wie die frühere gehalten wurde. Denn nach dem Ende der ersten Predigt fügt Matthäus sogleich hinzu: An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus und setzte sich ans Meer.
Catena Aurea · Mk 4
Aber Er begann am Meer zu lehren, damit der Ort Seiner Lehre die bitteren Gefühle und die Unbeständigkeit Seiner Hörer aufzeige.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Nachdem Er auch das Haus verlassen hatte, begann Er am Meer zu lehren, weil Er, die Synagoge verlassend, kam, um die Menge des heidnischen Volkes durch die Apostel zu sammeln. Daher fährt es fort: Und es versammelte sich bei ihm eine große Menge, so dass er in ein Schiff stieg und auf dem Meer saß.

Catena Aurea · Mk 4
(Hom. in Matt. 44) Was wir nicht ohne Absicht geschehen verstehen dürfen, sondern damit Er niemanden hinter sich zurücklasse, sondern alle seine Hörer vor seinem Angesicht habe.
Catena Aurea · Mk 4
Nun zeigte dieses Schiff figürlich die Kirche an, die inmitten der Völker erbaut werden sollte, in der der Herr sich selbst eine geliebte Wohnstätte weiht. Es fährt fort: Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen.
Catena Aurea · Mk 4
Ein Gleichnis ist ein Vergleich zwischen Dingen, die von Natur aus unähnlich sind, unter einer gewissen Ähnlichkeit. Denn Gleichnis ist das griechische Wort für Ähnlichkeit, wenn wir durch irgendwelche Vergleiche aufzeigen, was wir verstanden haben wollen. So sagen wir etwa einen eisernen Mann, wenn wir wollen, dass er als hart und stark verstanden werde; wenn als schnell, vergleichen wir ihn mit Winden und Vögeln. Er aber spricht zur Menge in Gleichnissen, mit seiner gewohnten Vorsehung, damit die, welche himmlische Dinge nicht fassen konnten, durch eine irdische Ähnlichkeit begreifen, was sie hörten.

Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Denn Er weckt die Geister seiner Hörer durch ein Gleichnis, indem Er Gegenstände vor Augen führt, um seine Rede offenkundiger zu machen.
Catena Aurea · Mk 4
Und um die Aufmerksamkeit derer zu wecken, die hörten, ist das erste Gleichnis, das Er vorlegt, das vom Samen, welcher das Wort Gottes ist. Daher fährt es fort: Und er sagte zu ihnen in seiner Lehre. Nicht in der des Mose, noch der Propheten, weil Er sein eigenes Evangelium predigt. Höret: Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen. Nun ist der Sämann Christus.

Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Nicht dass Er räumlich ausging, der Er doch an jedem Ort gegenwärtig ist und alles erfüllt, sondern in der Gestalt und Heilsordnung, durch die Er uns durch die Bekleidung mit dem Fleisch näher gebracht wird. Denn da wir nicht zu Ihm gehen konnten, weil Sünden unseren Weg versperrten, ging Er zu uns hinaus. Er aber ging hinaus, predigend, um das Wort der Frömmigkeit zu säen, das Er reichlich sprach. Nun wiederholt Er nicht unnötig dasselbe Wort, wenn Er sagt: Ein Sämann ging aus zu säen; denn manchmal geht ein Sämann aus, um das Land für den Ackerbau aufzubrechen oder Unkraut auszureißen oder für ein anderes Werk. Dieser aber ging aus zu säen.
Catena Aurea · Mk 4
(in Marc. i. 19) Oder aber: Er ging aus zu säen, als Er nach Berufung des auserwählten Teils der Synagoge zum Glauben an Ihn auch die Heiden durch die Ausgießung der Gaben seiner Gnade berief.

Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Ferner, wie ein Sämann keinen Unterschied im Boden unter ihm macht, sondern einfach und ohne Unterschied den Samen hineinlegt, so wendet Er sich selbst an alle. Und um dies zu bezeichnen, sagt Er: Und indem er säte, fiel einiges an den Weg.
Catena Aurea · Mk 4
Beachte, dass Er nicht sagt, dass Er es auf den Weg warf, sondern dass es fiel; denn ein Sämann wirft, soweit es an ihm liegt, in guten Boden, wenn aber der Boden schlecht ist, verdirbt er den Samen. Nun ist der Weg Christus; die Ungläubigen aber sind am Weg, das heißt außerhalb Christi.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Oder aber: Der Weg ist ein Geist, der ein Pfad für böse Gedanken ist, wodurch verhindert wird, dass der Same des Wortes in ihm wächst. Und deshalb geht jeder gute Same, der mit einem solchen Weg in Berührung kommt, zugrunde und wird von Dämonen weggerafft. Daher folgt: Und die Vögel des Himmels kamen und fraßen ihn auf. Und mit Recht werden die Dämonen Vögel des Himmels genannt, sei es weil sie himmlischen und geistigen Ursprungs sind, sei es weil sie in der Luft wohnen. Oder aber: Die am Weg sind, sind nachlässige und träge Menschen. Es fährt fort: Und einiges fiel auf felsigen Boden. Stein nennt Er die Härte eines zügellosen Geistes; Boden nennt Er die Unbeständigkeit einer Seele in ihrem Gehorsam; und Sonne die Hitze einer wütenden Verfolgung. Daher ist die Tiefe der Erde, die den Samen Gottes hätte aufnehmen sollen, die Rechtschaffenheit eines in himmlischer Zucht erzogenen und regelmäßig zum Gehorsam gegen die göttlichen Worte angeleiteten Geistes. Die felsigen Stellen aber, die keine Kraft haben, die Wurzel fest zu verankern, sind jene Herzen, die sich nur an der Süße des Wortes erfreuen, das sie hören, und eine Zeit lang an den himmlischen Verheißungen, in der Stunde der Versuchung aber abfallen; denn es ist zu wenig heilsames Verlangen in ihnen, um den Samen des Lebens zu empfangen.
Catena Aurea · Mk 4
Oder: Die felsigen Personen sind jene, die ein wenig am Felsen, das heißt an Christus, haften, bis zu kurzer Zeit das Wort aufnehmen und es danach, zurückfallend, verwerfen. Es fährt fort: Und einiges fiel unter die Dornen; wodurch Seelen bezeichnet werden, die sich um vieles sorgen. Denn Dornen sind Sorgen.

Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Weiter erwähnt Er den guten Boden und sagt: Und anderes fiel auf guten Boden. Denn der Unterschied der Früchte folgt der Beschaffenheit des Bodens. Groß aber ist die Liebe des Sämanns zu den Menschen, denn den ersten lobt Er, den zweiten verwirft Er nicht, und dem dritten gibt Er einen Platz.
Catena Aurea · Mk 4
Siehe auch, wie die Bösen die größte Zahl sind und die wenigen die sind, die gerettet werden, denn der vierte Teil des Bodens erweist sich als gerettet.

Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Dies jedoch: Der größere Teil des Samens geht nicht durch die Schuld des Besitzers verloren, sondern der Erde, die ihn aufnahm, das heißt der Seele, die hört. Und in der Tat, der wirkliche Landmann würde, wenn er so säte, mit Recht getadelt; denn er weiß wohl, dass Fels, Weg oder dorniger Boden nicht fruchtbar werden kann. In geistlichen Dingen aber ist es nicht so; denn dort ist es möglich, dass felsiger Boden fruchtbar wird, und dass der Weg nicht zertreten wird und die Dornen zerstört werden; denn wenn dies nicht geschehen könnte, hätte er nicht dort gesät. Dadurch also gibt Er uns Hoffnung auf Buße. Es fährt fort: Und er sagte zu ihnen: Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Sooft dies im Evangelium oder in der Offenbarung des Johannes eingefügt wird, ist das Gesagte mystisch und wird als heilsam zu hören und zu lernen hingewiesen. Denn die Ohren, mit denen sie gehört werden, gehören zum Herzen, und die Ohren, mit denen die Menschen gehorchen und tun, was geboten ist, sind die eines inneren Sinnes. Es folgt: Und als er allein war, fragten ihn die Zwölf, die bei ihm waren, nach dem Gleichnis; und er sagte zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen, denen aber, die draußen sind, geschieht alles in Gleichnissen.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. c Cat. in Marc.) Als sagte Er zu ihnen: Ihr, die ihr würdig seid, alles zu lernen, was zur Lehre geeignet ist, sollt die Offenbarung der Gleichnisse erfahren; ich aber gebrauche Gleichnisse bei denen, die wegen ihrer Bosheit unwürdig sind zu lernen. Denn es war recht, dass die, welche den Gehorsam gegen das Gesetz, das sie empfangen hatten, nicht festhielten, keinen Anteil an einer neuen Lehre haben sollten, sondern von beiden entfremdet würden; denn Er zeigte durch den Gehorsam seiner Jünger, dass die anderen hingegen der mystischen Lehre unwürdig geworden waren. Danach aber, indem Er eine Stimme aus der Prophezeiung anführt, verwirrt Er ihre Bosheit, da sie schon längst getadelt worden war; daher fährt es fort, dass sie sehend sehen und nicht wahrnehmen usw. (Jes. 6,9), als sagte Er, dass die Prophezeiung erfüllt werde, die dies vorhersagt.
Catena Aurea · Mk 4
Denn Gott war es, der sie sehen machte, das heißt verstehen, was gut ist. Sie selbst aber sehen nicht, indem sie aus eigenem Willen sich selbst nicht sehen lassen, damit sie sich nicht bekehren und sich bessern, als ob ihnen ihr eigenes Heil missfiele. Es fährt fort: Damit sie sich nicht etwa bekehren und ihre Sünden ihnen vergeben werden.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) So also sehen sie und sehen nicht, hören und verstehen nicht; denn ihr Sehen und Hören kommt ihnen aus Gottes Gnade, ihr Sehen aber und Nichtverstehen kommt ihnen aus ihrer Unwilligkeit, die Gnade anzunehmen, und indem sie ihre Augen schließen und vorgeben, nicht sehen zu können; sie stimmen auch dem Gesagten nicht zu und werden so nicht hinsichtlich ihrer Sünden durch Hören und Sehen verändert, sondern vielmehr schlimmer.
Catena Aurea · Mk 4
Oder wir können auf andere Weise verstehen, dass Er zu den übrigen in Gleichnissen spricht, damit sie sehend nicht wahrnehmen und hörend nicht verstehen. Denn Gott gibt Sehen und Verstehen den Menschen, die danach suchen; die übrigen aber verblendet Er, damit es nicht zu einer größeren Anklage gegen sie werde, dass sie, obwohl sie verstanden, nicht tun wollten, was sie sollten. Daher fährt es fort: Damit sie sich nicht etwa bekehren usw.

Catena Aurea · Mk 4
(Quæst. 14, in Matt.) Oder sie verdienten dies, ihr Nichtverstehen, und dennoch geschah dies an sich aus Barmherzigkeit gegen sie, damit sie ihre Sünden erkennen und, bekehrt, Verzeihung verdienen.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Denen also, die draußen sind, geschieht alles in Gleichnissen, das heißt sowohl die Taten als auch die Worte des Erlösers, weil sie weder in jenen Wundern, die er wirkte, noch in jenen Geheimnissen, die er predigte, ihn als Gott anerkennen konnten. Daher können sie nicht zur Vergebung ihrer Sünden gelangen.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Dass er aber zu ihnen nur in Gleichnissen sprach und dennoch nicht ganz aufhörte, zu ihnen zu sprechen, zeigt, dass denen, die dem Guten nahe stehen, obwohl sie vielleicht kein Gutes in sich haben, dennoch das Gute verhüllt gezeigt wird. Wenn aber ein Mensch sich ihm mit Ehrfurcht und rechtem Herzen nähert, gewinnt er für sich eine reiche Offenbarung der Geheimnisse; wenn dagegen seine Gedanken nicht gesund sind, wird er weder jener Dinge gewürdigt, die vielen Menschen leicht sind, noch sie zu hören. Es folgt: Und er sprach zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie werdet ihr dann alle Gleichnisse verstehen?
Catena Aurea · Mk 4
Denn es war notwendig, dass die, zu denen er in Gleichnissen sprach, nach dem fragten, was sie nicht verstanden, und durch den Apostel, den sie verachteten, das Geheimnis des Reiches lernten, das sie selbst nicht hatten.
Catena Aurea · Mk 4
(non occ.) Und aus diesem Grund zeigt der Herr, indem er diese Dinge sagt, dass sie sowohl dieses erste als auch alle folgenden Wunder verstehen sollen. Daher erklärt er es und fährt fort: Der Sämann sät das Wort.

Catena Aurea · Mk 4
(in Matt. Hom. 44.) Und tatsächlich hat der Prophet die Lehre des Volkes mit dem Pflanzen eines Weinstocks verglichen; (Jes. 5) an dieser Stelle jedoch wird sie mit dem Säen verglichen, um zu zeigen, dass der Gehorsam jetzt kürzer und leichter ist und schneller Frucht bringen wird.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi Sup.) In dieser Auslegung des Herrn ist jedoch die ganze Bandbreite derer eingeschlossen, die die Worte der Wahrheit hören könnten, aber nicht zur Seligkeit gelangen können. Denn es gibt einige, denen weder Glaube noch Verstand noch auch die Gelegenheit, ihren Nutzen zu erproben, eine Wahrnehmung des Wortes, das sie hören, geben kann; von ihnen sagt er: Und diese sind am Weg. Denn unreine Geister nehmen sogleich das Wort weg, das ihren Herzen anvertraut wurde, wie Vögel den Samen des zertretenen Weges wegtragen. Es gibt einige, die sowohl ihren Nutzen erfahren als auch ein Verlangen danach verspüren, aber einige von ihnen schrecken die Widrigkeiten dieser Welt, und andere lockt ihr Wohlstand, so dass sie nicht das erreichen, was sie billigen. Von den Ersten sagt er: Und diese sind es, die auf felsigen Boden fielen; von den Letzteren: Und diese sind es, die unter Dornen gesät wurden. Aber Reichtümer werden Dornen genannt, weil sie die Seele durch das Eindringen ihrer eigenen Gedanken zerreißen und sie, nachdem sie sie zur Sünde gebracht haben, sozusagen durch Zufügung einer Wunde bluten lassen. Wiederum sagt er: Und die Mühsal dieser Welt und der Betrug des Reichtums; denn der Mensch, der durch ein leeres Verlangen nach Reichtum getäuscht wird, muss bald durch die Mühen fortwährender Sorgen bedrängt werden. Er fügt hinzu: Und die Begierden nach anderen Dingen; denn wer die Gebote Gottes verachtet und lüstern umherirrt, andere Dinge suchend, kann nicht zur Freude der Seligkeit gelangen. Und Begierden dieser Art ersticken das Wort, weil sie kein gutes Verlangen ins Herz eindringen lassen und gleichsam den Eingang des lebensspendenden Atems ersticken. Von diesen verschiedenen Klassen von Menschen sind jedoch die Heiden ausgenommen, die nicht einmal die Gnade haben, die Worte des Lebens zu hören.
Catena Aurea · Mk 4
Ferner gibt es bei denen, die den Samen gebührend aufnehmen, drei Grade. Daher heißt es weiter: Und diese sind es, die auf guten Boden gesät wurden. Diejenigen, die hundertfältig Frucht bringen, sind die, die ein vollkommenes und gehorsames Leben führen, wie Jungfrauen und Einsiedler. Diejenigen, die sechzigfältig Frucht bringen, sind die, die im Mittleren stehen, wie Enthaltsame und die in Klöstern Lebenden. Diejenigen, die dreißigfältig Frucht bringen, sind die, die, obwohl schwach, dennoch gemäß ihrer eigenen Tugend Frucht bringen, wie Laien und Verheiratete.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Oder er bringt dreißigfältig Frucht, der den Geist der Auserwählten den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit einflößt; sechzigfältig, der die Vollkommenheit der guten Werke lehrt; hundertfältig, der die Belohnungen des Himmelreiches zeigt. Denn beim Zählen von hundert gehen wir zur rechten Hand über; daher ist diese Zahl passend, um die ewige Glückseligkeit zu bezeichnen. Aber der gute Boden ist das Gewissen der Auserwählten, das das Gegenteil all der drei Vorherigen tut, das sowohl den Samen des Wortes, der ihm anvertraut wird, bereitwillig aufnimmt als auch ihn, einmal aufgenommen, bis zur Zeit der Frucht bewahrt.
Catena Aurea · Mk 4
Oder die Früchte der Erde sind enthalten in dreißig, sechzig und hundertfältig, das heißt im Gesetz, den Propheten und dem Evangelium.
21 Er sagte zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? Stellt man es nicht auf den Leuchter? 22 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts ist geheim, was nicht an den Tag kommt. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24 Er sagte zu ihnen: Beachtet genau, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden; ja, man wird euch noch dazugeben. 25 Denn wer hat, dem wird gegeben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
13 Kommentare
Catena Aurea · Mk 4
(non occ.) Nach der Frage der Jünger bezüglich des Gleichnisses und seiner Erklärung fügt er passend hinzu: Und er sprach zu ihnen: Wird etwa ein Licht gebracht, usw. Als ob er sagte: Ein Gleichnis wird gegeben, nicht damit es dunkel bleibt und verborgen wie unter einem Bett oder einem Scheffel, sondern damit es denen offenbart wird, die würdig sind. Das Licht in uns ist das unserer verstandesmäßigen Natur, und es leuchtet entweder klar oder dunkel entsprechend dem Maß unserer Erleuchtung. Denn wenn die Betrachtungen, die das Licht nähren, und die Sammlung, mit der ein solches Licht entzündet wird, vernachlässigt werden, erlischt es sogleich.
Catena Aurea · Mk 4
Oder das Licht ist die Rede über die drei Arten von Samen. Der Scheffel oder das Bett ist das Hören der Ungehorsamen. Die Apostel sind der Leuchter, den das Wort des Herrn erleuchtet hat; daher heißt es weiter: Denn es gibt nichts Verborgenes, usw. Das Verborgene und Geheime ist das Gleichnis vom Samen, das ans Licht kommt, wenn der Herr davon spricht.
Catena Aurea · Mk 4
Oder der Herr ermahnt seine Jünger, in ihrem Leben und Wandel wie Licht zu sein; als ob er sagte: Wie ein Licht aufgestellt wird, um zu leuchten, so werden alle auf euer Leben schauen. Seid daher eifrig, ein gutes Leben zu führen; sitzt nicht in Winkeln, sondern seid ein Licht. Denn ein Licht leuchtet, nicht wenn es unter ein Bett gestellt wird, sondern auf einen Leuchter; dieses Licht muss nämlich auf einen Leuchter gestellt werden, das heißt auf die Höhe eines gottesfürchtigen Lebens, damit es andere erleuchten kann. Nicht unter einen Scheffel, das heißt in Dinge, die den Gaumen betreffen, noch unter ein Bett, das heißt in Trägheit. Denn niemand, der nach den Genüssen seines Gaumens strebt und die Ruhe liebt, kann ein Licht sein, das über alle leuchtet.
Catena Aurea · Mk 4
(in Marc. i. 20) Oder weil die Zeit unseres Lebens unter einem bestimmten Maß der göttlichen Vorsehung enthalten ist, wird sie zu Recht mit einem Scheffel verglichen. Aber das Bett der Seele ist der Körper, in dem sie wohnt und eine Zeit lang ruht. Wer also das Wort Gottes unter der Liebe zu diesem vergänglichen Leben und zu fleischlichen Lockungen verbirgt, bedeckt sein Licht mit einem Scheffel oder einem Bett. Aber wer sein Licht auf einen Leuchter stellt, der setzt seinen Körper in den Dienst des Wortes Gottes; daher lehrt er sie unter diesen Worten typischerweise ein Bild der Predigt. Daher heißt es weiter: Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbart wird, und nichts Geheimes, das nicht ans Licht kommt. Als ob er sagte: Schämt euch nicht des Evangeliums, sondern erhebt inmitten der Dunkelheit der Verfolgung das Licht des Wortes Gottes auf den Leuchter eures Körpers und haltet jenen Tag fest im Sinn, an dem der Herr die verborgenen Orte der Finsternis erleuchten wird; denn dann erwartet euch ewiges Lob und euren Widersachern ewige Strafe.

Catena Aurea · Mk 4
(in Matt. Hom. 15) Oder: Es gibt nichts Verborgenes; als ob er sagte: Wenn ihr euer Leben mit Sorgfalt führt, wird die Anklage euer Licht nicht verdunkeln können.
Catena Aurea · Mk 4
Denn jeder von uns, ob er Gutes oder Böses getan hat, wird in diesem Leben ans Licht gebracht, viel mehr in dem, das kommen wird. Denn was kann verborgener sein als Gott, dennoch wird er selbst im Fleisch offenbart. Es fährt fort: Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Das heißt, wenn jemand einen Sinn hat, das Wort Gottes zu verstehen, soll er sich nicht zurückziehen, soll er sein Ohr nicht Fabeln zuwenden, sondern sein Ohr leihen, um jene Dinge zu erforschen, die die Wahrheit gesprochen hat, seine Hände, um sie zu erfüllen, seine Zunge, um sie zu predigen. Es folgt: Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört.
Catena Aurea · Mk 4
Das heißt, dass nichts von dem, was euch von mir gesagt wird, euch entgeht. Mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden, das heißt, welchen Grad an Aufmerksamkeit ihr aufbringt, in diesem Grad werdet ihr Nutzen empfangen.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Oder: Wenn ihr euch eifrig bemüht, all das Gute zu tun, das ihr könnt, und es euren Nächsten zu lehren, wird die Barmherzigkeit Gottes hinzukommen, um euch sowohl im gegenwärtigen Leben einen Sinn zu geben, Höheres aufzunehmen, als auch einen Willen, Besseres zu tun, und wird für die Zukunft einen ewigen Lohn hinzufügen. Und daher wird hinzugefügt: Und euch wird mehr gegeben werden.
Catena Aurea · Mk 4
Nach dem Maß seines Glaubens wird jedem Menschen das Verständnis der Geheimnisse zugeteilt, und die Tugenden der Erkenntnis werden ihnen ebenfalls hinzugefügt. Es fährt fort: Denn wer hat, dem wird gegeben; das heißt, wer Glauben hat, wird Tugend haben, und wer Gehorsam gegenüber dem Wort hat, wird auch das Verständnis des Geheimnisses haben. Wiederum: wer andererseits keinen Glauben hat, dem fehlt die Tugend; und wer keinen Gehorsam gegenüber dem Wort hat, wird es nicht verstehen; und wenn er nicht versteht, wäre es ebenso gut, er hätte nicht gehört.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Oder: Wer den Wunsch und Willen hat zu hören und zu suchen, dem wird gegeben werden. Wer aber nicht den Wunsch hat, göttliche Dinge zu hören, dem wird sogar das genommen, was er zufällig vom geschriebenen Gesetz hat.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Denn manchmal beraubt sich ein kluger Leser durch Vernachlässigung seines Geistes der Weisheit, deren Süße er kostet, während ein im Verstand Langsamer mit größerem Fleiß arbeitet.

Catena Aurea · Mk 4
(non occ.) Wiederum kann gesagt werden, dass derjenige nicht hat, der nicht die Wahrheit hat. Aber unser Herr sagt, dass er hat, weil er eine Lüge hat; denn jeder, dessen Verstand eine Lüge glaubt, meint, er habe etwas.
26 Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf den Acker sät 27 und dann schlafen geht und wieder aufsteht, Nacht und Tag, und der Samen geht auf und wächst empor und er weiß nicht wie. 28 Von selbst bringt die Erde Frucht, erst den Halm, dann die Ähre, und endlich das volle Korn in der Ähre. 29 Sobald aber die Frucht es zulässt, legt er die Sichel an; denn die Ernte ist da.
13 KommentareCatena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Ein Gleichnis kam kurz zuvor vor, über die drei Samen, die auf verschiedene Weise zugrunde gingen, und den einen, der gerettet wurde; bei diesem letzteren zeigt Er auch drei Unterschiede, entsprechend dem Maß des Glaubens und der Übung. Hier jedoch bringt Er ein Gleichnis vor, das nur die betrifft, die gerettet werden. Daher heißt es: Und er sprach: So ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch Samen auf die Erde wirft, usw.
Catena Aurea · Mk 4
Das Reich Gottes ist die Kirche, die von Gott regiert wird und selbst über die Menschen herrscht und die ihr entgegengesetzten Mächte und alle Bosheit niedertritt.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Oder Er nennt mit dem Namen Reich Gottes den Glauben an Ihn und an die Ökonomie Seiner Menschwerdung; dieses Reich ist wahrlich wie wenn ein Mensch Samen auswirft. Denn Er selbst, Gott und der Sohn Gottes, ohne Veränderung Mensch geworden, hat Samen auf die Erde geworfen, das heißt, Er hat die ganze Welt durch das Wort der göttlichen Erkenntnis erleuchtet.
Catena Aurea · Mk 4
Denn der Samen ist das Wort des Lebens, der Acker ist das menschliche Herz, und der Schlaf des Menschen bedeutet den Tod des Erlösers. Der Samen sprießt bei Nacht und bei Tag, weil nach dem Schlaf Christi die Zahl der Christen durch Widrigkeit und Wohlstand immer mehr im Glauben gedieh und in Werken wuchs.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Oder Christus selbst ist der Mensch, der aufsteht, denn Er saß wartend mit Geduld, damit die, welche den Samen empfingen, Frucht brächten. Er steht auf, das heißt, durch das Wort Seiner Liebe lässt Er uns wachsen zum Hervorbringen von Frucht, durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten, womit der Tag gemeint ist, und zur Linken, womit die Nacht der Verfolgung gemeint ist; denn durch diese sprießt der Samen und verdorrt nicht. (2 Kor 6,7)
Catena Aurea · Mk 4
Oder Christus schläft, das heißt, Er fährt in den Himmel auf, wo Er, obwohl Er zu schlafen scheint, doch bei Nacht aufsteht, wenn Er uns durch Versuchungen zur Erkenntnis Seiner selbst erweckt; und bei Tag, wenn Er um unserer Gebete willen unser Heil ordnet.
Catena Aurea · Mk 4
Wenn Er aber sagt: Er weiß nicht wie, spricht Er in einem Bild; das heißt, Er macht uns nicht bekannt, wer unter uns bis zum Ende Frucht bringen wird.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Oder Er sagt: Er weiß nicht, um den freien Willen derer zu zeigen, die das Wort aufnehmen, denn Er übergibt ein Werk unserem Willen und wirkt nicht das Ganze allein selbst, damit das Gute nicht als unfreiwillig erscheine. Denn die Erde bringt die Früchte von selbst hervor, das heißt, sie wird dazu gebracht, Frucht zu tragen, ohne durch eine ihrem Willen entgegengesetzte Notwendigkeit gezwungen zu werden. Zuerst den Halm.
Catena Aurea · Mk 4
Das heißt die Furcht. Denn die Furcht Gottes ist der Anfang der Weisheit. Dann die volle Ähre im Halm; (Ps 111,10; Röm 13,8) das heißt die Liebe, denn die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.
Catena Aurea · Mk 4
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Oder zuerst bringt sie den Halm hervor, im Gesetz der Natur, allmählich zum Fortschritt heranwachsend; danach bringt sie die Ähren hervor, die in ein Bündel gesammelt und auf einem Altar dem Herrn dargebracht werden sollen, das heißt im Gesetz des Mose; danach die volle Frucht im Evangelium. Oder weil wir nicht nur durch Gehorsam Blätter hervorbringen dürfen, sondern auch Klugheit lernen müssen und wie der Halm des Getreides aufrecht bleiben, ohne auf die Winde zu achten, die uns umhertreiben. Wir müssen auch durch ein sorgfältiges Innewerden auf unsere Seele achten, damit wir wie die Ähren Frucht tragen, das heißt die vollkommene Wirkung der Tugend zeigen.
Catena Aurea · Mk 4
Denn wir bringen den Halm hervor, wenn wir einen Anfang des Guten zeigen; dann die Ähre, wenn wir den Versuchungen widerstehen können; dann kommt die Frucht, wenn ein Mensch etwas Vollkommenes wirkt. Es folgt: Und wenn sie die Frucht hervorgebracht hat, sendet er sogleich die Sichel, weil die Ernte gekommen ist.
Catena Aurea · Mk 4
Die Sichel ist der Tod oder das Gericht, das alles abschneidet; die Ernte ist das Ende der Welt.

Catena Aurea · Mk 4
(in Ezech. 2. Hom. 3) Oder: Der Mensch wirft Samen auf die Erde, wenn er eine gute Absicht in sein Herz legt; und er schläft, wenn er bereits in der Hoffnung ruht, die ein gutes Werk begleitet. Er steht aber bei Nacht und Tag auf, weil er inmitten von Wohlstand und Widrigkeit voranschreitet, obwohl er es nicht weiß, denn er ist noch nicht fähig, sein Wachstum zu messen, und doch wächst die einmal empfangene Tugend weiter. Wenn wir also gute Wünsche empfangen, legen wir Samen in die Erde; wenn wir beginnen, recht zu wirken, sind wir der Halm. Wenn wir zur Vollkommenheit guter Werke heranwachsen, gelangen wir zur Ähre; wenn wir in der Vollkommenheit desselben Wirkens fest gegründet sind, bringen wir bereits die volle Frucht im Halm hervor.
30 Er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen oder in welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31 Wie mit einem Senfkorn ist es, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste von allen Samenkörnern auf der Erde ist. 32 Wenn es aber gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. 33 In vielen solchen Gleichnissen verkündete er ihnen das Wort, wie sie es verstehen konnten. 34 Ohne Gleichnis dagegen redete er nicht zu ihnen. Aber wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.
9 KommentareCatena Aurea · Mk 4
(non occ.) Nachdem er das Gleichnis über das Hervorgehen der Frucht aus dem Samen des Evangeliums erzählt hat, fügt er hier ein weiteres Gleichnis hinzu, um die Vortrefflichkeit der Lehre des Evangeliums vor allen anderen Lehren zu zeigen. Daher heißt es: Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen?
Catena Aurea · Mk 4
Sehr kurz ist zwar das Wort des Glaubens: Glaube an Gott, und du wirst gerettet werden. Aber seine Verkündigung hat sich weit und breit über die Erde ausgebreitet und so zugenommen, dass die Vögel des Himmels, das heißt die kontemplativen Menschen, erhaben in Verstand und Erkenntnis, unter ihm wohnen. Denn wie viele Weise unter den Heiden haben ihre Weisheit verlassen und Ruhe in der Verkündigung des Evangeliums gefunden! Seine Verkündigung ist also größer als alles.

Catena Aurea · Mk 4
(non occ. leg. ap. Possin. Cyril.) Und auch weil die unter den Vollkommenen gesprochene Weisheit sich weiter ausdehnt als alle anderen Aussprüche, das, was den Menschen in kurzen Reden gesagt wurde, denn es gibt nichts Größeres als diese Wahrheit.
Catena Aurea · Mk 4
Wiederum trieb sie große Zweige, denn die Apostel wurden wie die Zweige eines Baumes aufgeteilt, einige nach Rom, einige nach Indien, einige in andere Teile der Welt.
Catena Aurea · Mk 4
Oder aber: jener Same ist klein in der Furcht, aber groß, wenn er zur Liebe herangewachsen ist, die größer ist als alle Kräuter; denn Gott ist die Liebe (1 Joh 4,16), während alles Fleisch wie Gras ist (Jes 40,6). Die Zweige aber, die er hervorbringt, sind die der Barmherzigkeit und des Mitleids, da unter seinem Schatten die Armen Christi, die mit den lebendigen Wesen des Himmels gemeint sind, mit Freude wohnen.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Wiederum wird der Mensch, der sät, von vielen für den Erlöser selbst gehalten, von anderen für den Menschen, der in sein eigenes Herz sät.

Catena Aurea · Mk 4
(non occ. sed v. Cat. in Marc.) Dann fügt Markus, der die Kürze liebt, nach diesem, um die Art der Gleichnisse zu zeigen, hinzu: Und mit vielen solchen Gleichnissen sprach er das Wort zu ihnen, wie sie es hören konnten.
Catena Aurea · Mk 4
Denn da die Menge ungelehrt war, unterrichtet er sie anhand von Speisen und vertrauten Namen, und deshalb fügt er hinzu: Aber ohne Gleichnis sprach er nicht zu ihnen, das heißt, damit sie veranlasst würden, sich zu nähern und ihn zu fragen. Es folgt: Und wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus, das heißt alles, worüber sie unwissend waren und ihn fragten, nicht einfach alles, ob dunkel oder nicht.
Catena Aurea · Mk 4
Denn sie waren würdig, die Geheimnisse gesondert zu hören, im verborgensten Heiligtum der Weisheit, denn sie waren Männer, die, von den Scharen böser Gedanken entfernt, in der Einsamkeit der Tugend verblieben; und die Weisheit wird in einer Zeit der Ruhe empfangen.
35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer hinüberfahren. 36 Sie entließen das Volk und nahmen ihn, wie er war, im Boot mit. Auch andere Boote begleiteten ihn. 37 Da erhob sich ein gewaltiger Sturm und die Wogen schlugen ins Boot, sodass das Boot sich schon füllte. 38 Er aber schlief im Heck des Bootes auf dem Kissen. Da weckten sie ihn und sagten zu ihm: Meister, liegt dir nichts daran, dass wir zugrunde gehen? 39 Da stand er auf, schalt den Wind und sagte zur See: Schweig, sei still! Da legte sich der Wind und es trat große Stille ein. 40 Er sagte zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? 41 Da gerieten sie in große Furcht und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass selbst der Wind und der See ihm gehorchen?
10 KommentareCatena Aurea · Mk 4
Nach seiner Lehre kommen sie von jenem Ort zum Meer und werden von den Wellen umhergeworfen. Daher heißt es: Und am selben Tag, als es Abend geworden war, usw.
Catena Aurea · Mk 4
Denn der Herr soll drei Zufluchtsorte gehabt haben, nämlich das Schiff, den Berg und die Wüste. Sooft er von der Menge bedrängt wurde, pflegte er zu einem von diesen zu fliehen. Als daher der Herr viele Scharen um sich sah, wollte er als Mensch ihre Zudringlichkeit vermeiden und befahl seinen Jüngern, ans andere Ufer zu fahren. Es folgt: Und nachdem er die Menge entlassen hatte, nahmen sie ihn, usw.

Catena Aurea · Mk 4
(Hom. in Matt. 28) Der Herr nahm zwar die Jünger mit, damit sie Zeugen des kommenden Wunders wären, aber er nahm sie allein mit, damit keine anderen sähen, dass sie so kleingläubig waren. Damit aber gezeigt werde, dass andere getrennt hinüberfuhren, heißt es: Und es waren auch andere Schiffe bei ihm. Damit die Jünger wiederum nicht stolz darauf würden, allein mitgenommen zu sein, lässt er sie in Gefahr geraten; und außerdem, damit sie lernten, Versuchungen mannhaft zu ertragen. Daher heißt es weiter: Und es erhob sich ein großer Sturmwind; und damit er ihnen ein größeres Gefühl für das Wunder einprägte, das geschehen sollte, gab er ihnen Zeit zur Furcht, indem er schlief. Daher folgt: Und er war selbst im hinteren Teil des Schiffes, usw. Denn wenn er wach gewesen wäre, hätten sie entweder keine Furcht gehabt noch ihn gebeten, sie zu retten, als der Sturm aufkam, oder sie hätten nicht geglaubt, dass er solches tun könne.
Catena Aurea · Mk 4
Daher ließ er zu, dass sie in die Furcht vor Gefahr gerieten, damit sie seine Macht an sich selbst erführen, die sie an anderen Nutzen bringen sahen. Er aber schlief auf dem Kissen des Schiffes, das heißt auf einem hölzernen.

Catena Aurea · Mk 4
(Hom. in Matt. 28) Er zeigt seine Demut und lehrt uns so viele Lektionen der Weisheit. Aber noch erkannten die Jünger, die bei ihm blieben, seine Herrlichkeit nicht; sie meinten zwar, dass er, wenn er aufstünde, den Winden befehlen könne, aber keineswegs, dass er es ruhend oder schlafend tun könne. Und daher folgt: Und sie weckten ihn und sagten zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Catena Aurea · Mk 4
Er aber stand auf und wies zuerst den Wind zurecht, der den Sturm des Meeres erregte und die Wellen anschwellen ließ, und dies wird in dem ausgedrückt, was folgt: Und er stand auf und wies den Wind zurecht; dann befiehlt er dem Meer; daher heißt es weiter: Und er sagte zum Meer: Schweig, sei still.
Catena Aurea · Mk 4
(non occ.) Denn aus der Aufgewühltheit des Meeres entsteht ein gewisser Laut, der seine Stimme zu sein scheint, die Gefahr droht, und daher befiehlt er mit einer Art Metapher passend die Ruhe durch ein Wort, das Schweigen bedeutet; so wie er beim Zurückhalten der Winde, die das Meer mit ihrer Gewalt beunruhigen, einen Tadel verwendet. Denn Menschen, die an der Macht sind, pflegen diejenigen zu zügeln, die den Frieden der Menschheit grob stören, indem sie ihnen drohen, sie zu bestrafen; dadurch wird uns also zu verstehen gegeben, dass, wie ein König gewalttätige Menschen durch Drohungen zurückhalten und durch seine Edikte das Murren seines Volkes besänftigen kann, so Christus, der König aller Geschöpfe, durch seine Drohungen die Gewalt der Winde zurückhielt und das Meer zum Schweigen zwang. Und sogleich folgte die Wirkung, denn es fährt fort: Und der Wind legte sich, den er bedroht hatte, und es entstand eine große Stille, das heißt im Meer, dem er Schweigen geboten hatte.
Catena Aurea · Mk 4
Er tadelte seine Jünger, weil sie keinen Glauben hatten; denn es folgt: Und er sagte zu ihnen: Warum seid ihr so furchtsam? Wie kommt es, dass ihr keinen Glauben habt? Denn wenn sie Glauben gehabt hätten, hätten sie geglaubt, dass er sie sogar schlafend sicher bewahren könne. Es folgt: Und sie fürchteten sich sehr und sagten zueinander, usw. Denn sie waren im Zweifel über ihn, denn da er das Meer stillte, nicht mit einer Rute wie Mose, noch mit Gebeten wie Elisa am Jordan, noch mit der Bundeslade wie Josua, der Sohn Nuns, deshalb hielten sie ihn für wahrhaft Gott, aber da er schlief, hielten sie ihn für einen Menschen.
Catena Aurea · Mk 4
Mystisch jedoch ist der hintere Teil des Schiffes der Anfang der Kirche, in dem der Herr nur dem Leibe nach schläft, denn der, der Israel behütet, schläft niemals; denn das Schiff hält mit seinen Häuten toter Tiere die Lebenden zusammen und hält die Wellen ab und wird durch Holz zusammengebunden, das heißt durch das Kreuz und den Tod des Herrn wird die Kirche gerettet. Das Kissen ist der Leib des Herrn, auf den seine Gottheit, die wie sein Haupt ist, herabgekommen ist. Der Wind aber und das Meer sind Dämonen und Verfolger, zu denen er Frieden sagt, wenn er die Edikte gottloser Könige zurückhält, wie er will. Die große Stille ist der Friede der Kirche nach der Bedrängnis oder ein kontemplatives Leben nach einem tätigen Leben.
Catena Aurea · Mk 4
(ubi sup.) Oder aber das Schiff, in das er einstieg, wird als der Baum seines Leidens verstanden, durch den die Gläubigen zur Sicherheit des sicheren Ufers gelangen. Die anderen Schiffe, die beim Herrn gewesen sein sollen, bezeichnen diejenigen, die mit Glauben an das Kreuz Christi erfüllt sind und nicht vom Wirbelwind der Trübsal umhergeworfen werden; oder die nach den Stürmen der Versuchung die Heiterkeit des Friedens genießen. Und während seine Jünger segeln, schläft Christus, weil die Zeit des Leidens unseres Herrn über seine Gläubigen kam, als sie über die Ruhe seines zukünftigen Reiches nachdachten. Daher wird berichtet, dass es spät geschah, damit nicht nur der Schlaf unseres Herrn, sondern auch die Stunde des scheidenden Lichts den Untergang der wahren Sonne bezeichne. Als er wiederum das Kreuz bestieg, von dem das Heck des Schiffes ein Sinnbild war, erhoben sich seine lästernden Verfolger wie die Wellen gegen ihn, angetrieben von den Stürmen der Dämonen, durch die jedoch seine eigene Geduld nicht gestört wird, sondern seine törichten Jünger mit Staunen geschlagen werden. Die Jünger wecken den Herrn, weil sie mit eifrigsten Wünschen die Auferstehung dessen suchten, den sie hatten sterben sehen. Er stand auf und bedrohte den Wind, weil er, nachdem er in seiner Auferstehung triumphiert hatte, den Stolz des Teufels niederwarf. Er befahl dem Meer, still zu sein, das heißt, indem er auferstand, warf er die Wut der Juden nieder. Die Jünger werden getadelt, weil er sie nach seiner Auferstehung wegen ihres Unglaubens tadelte. Und auch wir, wenn wir mit dem Zeichen des Kreuzes des Herrn gezeichnet beschließen, die Welt zu verlassen, besteigen mit Christus das Schiff; wir versuchen, das Meer zu überqueren; aber er geht schlafen, während wir im Tosen der Wasser segeln, wenn inmitten der Anstrengungen unserer Tugenden oder inmitten der Angriffe böser Geister, gottloser Menschen oder unserer eigenen Gedanken die Flamme unserer Liebe erkaltet. Bei derartigen Stürmen lasst uns eifrig danach streben, ihn zu wecken; er wird bald den Sturm zurückhalten, Frieden auf uns herabgießen und uns den Hafen des Heils geben.