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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Catena Aurea · Evangelium secundum Lucam
122 Kommentare der Kirchenväter · 6 Versabschnitte
Lukasevangelium 16 in der Bibel lesen1 Er aber sagte zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm beschuldigt, dass er seinen Besitz verschleudere. 2 Da ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht länger Verwalter sein. 3 Da sagte sich der Verwalter: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. 4 Doch ich weiß, was ich tue, damit sie mich, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin, in ihre Häuser aufnehmen. 5 Und er ließ jeden Schuldner seines Herrn einzeln zu sich rufen und fragte den Ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn? 6 Er antwortete: Hundert Bat Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreib schnell fünfzig. 7 Dann sagte er zu einem anderen: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Kor Weizen. Er sagte zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.
8 KommentareCatena Aurea · Lk 16
Nachdem er in drei Gleichnissen die getadelt hat, die murrten, weil er Bußfertige aufnahm, fügt unser Erlöser kurz darauf ein viertes und fünftes über Almosen und Sparsamkeit hinzu, weil es auch die passendste Ordnung in der Predigt ist, dass das Almosengeben nach der Buße hinzugefügt wird. Daher folgt: Und er sagte zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann.
Catena Aurea · Lk 16
(Hom. de Divite.) Es gibt eine gewisse irrige Meinung, die der Menschheit innewohnt und das Böse vermehrt und das Gute vermindert. Es ist das Gefühl, dass wir alle guten Dinge, die wir im Laufe unseres Lebens besitzen, als Herren über sie besitzen, und dementsprechend ergreifen wir sie als unser besonderes Eigentum. Aber es ist ganz das Gegenteil. Denn wir sind in diesem Leben nicht als Herren in unserem eigenen Haus eingesetzt, sondern als Gäste und Fremde, geführt wohin wir nicht wollen, und zu einer Zeit, an die wir nicht denken. Wer jetzt reich ist, wird plötzlich ein Bettler. Wer du also auch bist, erkenne dich als Verwalter der Dinge anderer und dass die dir gewährten Vorrechte für einen kurzen und vergänglichen Gebrauch sind. Wirf also aus deiner Seele den Stolz der Macht und ziehe die Demut und Bescheidenheit eines Verwalters an.
Catena Aurea · Lk 16
(ex Hieron.) Der Verwalter ist der Leiter des Landguts, daher hat er seinen Namen vom Landgut. Der Hausverwalter oder Leiter des Haushalts (villicus œconomus) ist jedoch der Aufseher über Geld wie auch über Früchte und über alles, was sein Herr besitzt.

Catena Aurea · Lk 16
Daraus lernen wir also, dass wir nicht selbst die Herren sind, sondern vielmehr die Verwalter fremden Eigentums.
Catena Aurea · Lk 16
Weiter, dass wir, wenn wir die Verwaltung unseres Reichtums nicht nach dem Wohlgefallen unseres Herrn ausüben, sondern unser anvertrautes Gut zu unseren eigenen Vergnügungen missbrauchen, schuldhafte Verwalter sind. Daher folgt: Und er wurde bei ihm angeklagt.
Catena Aurea · Lk 16
(ut sup.) Inzwischen wird er ergriffen und aus seiner Verwaltung hinausgeworfen; denn es folgt: Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung, denn du kannst nicht länger Verwalter sein. Tag für Tag ruft uns unser Herr durch die Ereignisse, die geschehen, dasselbe zu, indem er uns einen Menschen zeigt, der am Mittag in Gesundheit frohlockt, vor dem Abend kalt und leblos; einen anderen, der mitten in einer Mahlzeit verschiedet. Und auf verschiedene Weise scheiden wir aus unserer Verwaltung; aber der treue Verwalter, der Zuversicht über seine Verwaltung hat, wünscht mit Paulus, abzuscheiden und bei Christus zu sein. (Phil. 1:23.) Derjenige aber, dessen Wünsche auf Erden sind, ist betrübt über sein Abscheiden. Daher wird von diesem Verwalter hinzugefügt: Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Schwäche im Handeln ist der Fehler eines trägen Lebens. Denn niemand würde zurückschrecken, der gewohnt war, sich der Arbeit zu widmen. Wenn wir aber das Gleichnis allegorisch auffassen, so gibt es nach unserem Abscheiden von hier keine Zeit mehr zum Arbeiten; das gegenwärtige Leben enthält die Ausübung dessen, was geboten ist, das zukünftige den Trost. Wenn du hier nichts getan hast, so sorgst du vergeblich für die Zukunft, noch wirst du durch Betteln etwas gewinnen. Die törichten Jungfrauen sind ein Beispiel dafür, die töricht die klugen baten, aber leer zurückkehrten. (Mt 25:8.) Denn jeder legt sein tägliches Leben wie sein inneres Gewand an; es ist ihm nicht möglich, es abzulegen oder mit einem anderen zu tauschen. Der böse Verwalter aber ersann geschickt den Erlass der Schulden, um sich selbst einen Ausweg aus seinem Unglück bei seinen Mitknechten zu verschaffen; denn es folgt: Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich aus der Verwaltung entfernt werde, in ihre Häuser aufnehmen. Denn sooft ein Mensch, der sein Ende nahen sieht, durch eine gute Tat die Last seiner Sünden erleichtert (sei es, dass er einem Schuldner seine Schulden erlässt oder den Armen reichlich gibt), indem er das austeilt, was seines Herrn ist, gewinnt er sich viele Freunde, die ihm vor dem Richter ein wahres Zeugnis geben, nicht durch Worte, sondern durch den Erweis guter Werke, ja darüber hinaus ihm durch ihr Zeugnis einen Ort des Trostes bereiten. Nichts aber ist unser eigen, alles steht in der Macht Gottes. Daher folgt: So rief er jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zum ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn? Und er sagte: Hundert Fass Öl.
Catena Aurea · Lk 16
Ein cadus ist im Griechischen ein Gefäß, das drei Urnen enthält. Es folgt: Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreibe fünfzig, indem er ihm die Hälfte erließ. Es folgt: Dann sprach er zu einem anderen: Und wie viel schuldest du? Und er sagte: Hundert Maß Weizen. Ein corus besteht aus dreißig Scheffeln. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreibe achtzig, indem er ihm ein Fünftel erließ. Es kann dann einfach so verstanden werden: Wer immer die Not eines Armen lindert, sei es durch Lieferung der Hälfte oder eines Fünftels, wird mit dem Lohn seiner Barmherzigkeit gesegnet werden.

Catena Aurea · Lk 16
(de Qu. Ev. l. ii. qu. 34.) Oder weil er von den hundert Maß Öl fünfzig durch die Schuldner abschreiben ließ und von den hundert Maß Weizen achtzig, so ist die Bedeutung dessen diese, dass jene Dinge, die jeder Jude den Priestern und Leviten leistet, in der Kirche Christi reichlicher sein sollen, so dass, während jene den Zehnten geben, Christen die Hälfte geben sollen, wie Zachäus von seinen Gütern gab, (Lk 19:8.) oder wenigstens durch Geben von zwei Zehnteln, das heißt einem Fünftel, die Zahlungen der Juden übertreffen.
8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind ihresgleichen gegenüber klüger als die Söhne des Lichtes. 9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit man euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnimmt. 10 Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu wart, wer wird euch dann das euere geben? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
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Catena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Der Verwalter, den sein Herr aus seiner Verwaltung hinauswarf, wird dennoch gelobt, weil er für die Zukunft vorsorgte. Wie es folgt: Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; wir dürfen jedoch nicht das Ganze zur Nachahmung übernehmen. Denn wir sollten niemals betrügerisch gegen unseren Herrn handeln, damit wir aus dem Betrug selbst Almosen geben.
Catena Aurea · Lk 16
(in Prov. 1:1.) Weil aber die Heiden sagen, dass Weisheit eine Tugend sei, und sie definieren als die Erfahrung dessen, was gut, böse und gleichgültig ist, oder als die Kenntnis dessen, was zu tun und was nicht zu tun ist, müssen wir erwägen, ob dieses Wort viele Dinge oder eines bezeichnet. Denn es heißt, dass Gott durch Weisheit die Himmel bereitet hat. (Prov. 3:19.) Nun ist es klar, dass Weisheit gut ist, weil der Herr durch Weisheit die Himmel bereitet hat. Es heißt auch in Genesis, nach der LXX, dass die Schlange das weiseste Tier war, worin Er die Weisheit nicht als Tugend, sondern als bösartige List darstellt. Und in diesem Sinne lobte der Herr den Verwalter, dass er klug gehandelt hatte, das heißt listig und böse. Und vielleicht wurde das Wort „lobte“ nicht im Sinne wirklichen Lobes gesprochen, sondern in einem geringeren Sinne; wie wenn wir sagen, dass ein Mensch in leichten und gleichgültigen Dingen gelobt wird, und in gewissem Maße Bewunderung für Schlagfertigkeit und Scharfsinn besteht, wodurch die Kraft des Geistes herausgefordert wird.

Catena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Andererseits wird dieses Gleichnis gesprochen, damit wir verstehen, dass, wenn der Verwalter, der betrügerisch handelte, von seinem Herrn gelobt werden konnte, wie viel mehr die Gott gefallen, die ihre Werke nach seinem Gebot tun.
Catena Aurea · Lk 16
Die Kinder dieser Welt werden auch nicht weiser, sondern klüger genannt als die Kinder des Lichts, und dies nicht absolut und einfach, sondern in ihrer Generation. Denn es folgt: Denn die Kinder dieser Welt sind in ihrer Generation klüger als die Kinder des Lichts, usw.
Catena Aurea · Lk 16
Die Kinder des Lichts und die Kinder dieser Welt werden in derselben Weise erwähnt wie die Kinder des Reiches und die Kinder der Hölle. Denn welche Werke ein Mensch auch tut, er wird auch deren Sohn genannt.
Catena Aurea · Lk 16
Mit den Kindern dieser Welt meint Er also jene, die auf die guten Dinge achten, die auf Erden sind; mit den Kindern des Lichts jene, die, die göttliche Liebe betrachtend, sich mit geistlichen Schätzen beschäftigen. Es findet sich jedoch in der Verwaltung menschlicher Angelegenheiten, dass wir unsere eigenen Dinge klug ordnen und uns eifrig an die Arbeit machen, damit wir, wenn wir scheiden, eine Zuflucht für unser Leben haben; wenn wir aber die Dinge Gottes lenken sollten, treffen wir keine Vorsorge für das, was unser Los danach sein wird.

Catena Aurea · Lk 16
(18. Mor. cap. 18.) Damit sie also nach dem Tod etwas in ihrer eigenen Hand finden, sollen die Menschen vor dem Tod ihren Reichtum in die Hände der Armen legen. Daher folgt: Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, usw.

Catena Aurea · Lk 16
(Serm. 113.) Was die Hebräer Mammon nennen, ist im Lateinischen „Reichtum“. Als ob Er sagte: „Macht euch Freunde mit dem Reichtum der Ungerechtigkeit.“ Nun missverstehen einige dies, greifen nach dem Eigentum anderer und geben so den Armen etwas und meinen, sie täten, was geboten ist. Diese Auslegung muss korrigiert werden zu: Gebt Almosen von euren gerechten Arbeiten. (Prov. 3:9. LXX.) Denn ihr werdet Christus, euren Richter, nicht bestechen. Wenn du vom Raub eines Armen etwas dem Richter gäbest, damit er für dich entscheide, und jener Richter sollte für dich entscheiden, so ist die Kraft der Gerechtigkeit so, dass du mit dir selbst unzufrieden wärst. Macht euch also nicht einen solchen Gott. Gott ist die Quelle der Gerechtigkeit; gebt also nicht Almosen aus Zins und Wucher. Ich spreche zu den Gläubigen, denen wir den Leib Christi austeilen. Wenn ihr aber solches Geld habt, so habt ihr es vom Bösen. Seid nicht länger Täter des Bösen. Zachäus sagte: Die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen. (Lk 19:8.) Seht, wie er läuft, der läuft, um sich Freunde mit dem ungerechten Mammon zu machen; und um nicht von irgendeiner Seite schuldig zu sein, sagt er: Wenn ich jemandem etwas genommen habe, gebe ich es vierfach zurück. Nach einer anderen Auslegung sind der ungerechte Mammon alle Reichtümer der Welt, woher sie auch kommen. Denn wenn du die wahren Reichtümer suchst, gibt es einige, in denen Hiob, als er nackt war, überfloss, als sein Herz voll auf Gott gerichtet war. Die anderen werden Reichtümer aus Ungerechtigkeit genannt; weil sie nicht wahre Reichtümer sind, denn sie sind voller Armut und stets Zufällen ausgesetzt. Denn wenn sie wahre Reichtümer wären, würden sie dir Sicherheit geben.

Catena Aurea · Lk 16
(de Quæst. Ev. l. ii. q. 34.) Oder die Reichtümer der Ungerechtigkeit werden so genannt, weil sie nur für die Ungerechten Reichtümer sind und für solche, die in ihren Hoffnungen und der Fülle ihres Glücks ruhen. Wenn aber die Gerechten diese Dinge besitzen, haben sie zwar so viel Geld, aber keine Reichtümer sind ihnen eigen außer himmlische und geistliche.

Catena Aurea · Lk 16
Oder er sprach vom ungerechten Mammon, weil durch die verschiedenen Lockungen des Reichtums die Habsucht unsere Herzen verdirbt, so dass wir bereit sind, dem Reichtum zu gehorchen.

Catena Aurea · Lk 16
(Hom. de Avar.) Oder wenn du ein Erbe angetreten hast, empfängst du, was durch Ungerechtigkeit angehäuft wurde; denn in einer Reihe von Vorfahren muss sich notwendig einer finden, der das Eigentum anderer ungerecht an sich gerissen hat. Aber angenommen, dein Vater hat sich nicht der Erpressung schuldig gemacht, woher hast du dann dein Geld? Wenn du antwortest: „Von mir selbst“, so kennst du Gott nicht, da du die Erkenntnis deines Schöpfers nicht hast; wenn aber: „Von Gott“, so sage mir den Grund, aus dem du es empfangen hast. Ist nicht die Erde und ihre Fülle des Herrn? (Ps. 24:1.) Wenn also alles, was unser ist, unserem gemeinsamen Herrn gehört, so wird es auch unserem Mitknecht gehören.
Catena Aurea · Lk 16
Jene Dinge werden also Reichtümer der Ungerechtigkeit genannt, die der Herr für die Bedürfnisse unserer Brüder und Mitknechte gegeben hat, wir aber für uns selbst verbrauchen. Es ziemte sich also für uns von Anfang an, alles den Armen zu geben; weil wir aber Verwalter der Ungerechtigkeit geworden sind, indem wir böswillig zurückhalten, was zur Unterstützung anderer bestimmt war, dürfen wir gewiss nicht in dieser Grausamkeit verharren, sondern müssen den Armen austeilen, damit wir von ihnen in ewige Wohnungen aufgenommen werden. Denn es folgt: Damit sie euch, wenn ihr versagt, in die ewigen Wohnungen aufnehmen.

Catena Aurea · Lk 16
(21. Mor. cap. 14.) Wenn wir aber durch ihre Freundschaft ewige Wohnungen erlangen, so sollten wir bedenken, dass wir, wenn wir geben, eher den Patronen Geschenke darbringen, als den Bedürftigen Wohltaten erweisen.

Catena Aurea · Lk 16
(Serm. 113.) Denn wer sind jene, die ewige Wohnungen haben werden, wenn nicht die Heiligen Gottes? Und wer sind jene, die von ihnen in ewige Wohnungen aufgenommen werden, wenn nicht die, die ihrer Not dienen und, was immer sie brauchen, gerne bereitstellen? Es sind jene Kleinen Christi, die alles, was ihnen gehörte, verlassen und ihm nachgefolgt sind; und was sie hatten, den Armen gegeben haben, damit sie Gott ohne irdische Fesseln dienen und, ihre Schultern von den Lasten der Welt befreiend, sie wie mit Flügeln emporheben.

Catena Aurea · Lk 16
(de Quæst. Ev. l. ii. q. 34.) Wir dürfen also jene, von denen wir wünschen, in die ewigen Wohnungen aufgenommen zu werden, nicht so verstehen, als wären sie gleichsam Schuldner Gottes; denn an dieser Stelle sind die Gerechten und Heiligen gemeint, die jene eingehen lassen, die von ihrem eigenen irdischen Gut der Not der Heiligen gedient haben.

Catena Aurea · Lk 16
Oder aber: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit wir durch das Geben an die Armen die Gunst der Engel und aller Heiligen erlangen.

Catena Aurea · Lk 16
Beachte auch, dass Er nicht sagte: „dass sie euch in ihre eigenen Wohnungen aufnehmen.“ Denn nicht sie nehmen euch auf. Deshalb fügte Er, als Er sagte: Macht euch Freunde, hinzu: mit dem ungerechten Mammon, um zu zeigen, dass ihre Freundschaft uns nicht allein schützen wird, wenn nicht gute Werke uns begleiten, wenn wir nicht alle ungerecht angehäuften Reichtümer gerecht wegwerfen. Die kunstreichste aller Künste ist also die des Almosengebens. Denn sie baut uns nicht Häuser aus Lehm, sondern legt ein ewiges Leben auf Vorrat an. Nun bedarf man in jeder der Künste der Unterstützung durch eine andere; wenn wir aber Barmherzigkeit erweisen sollen, bedürfen wir nichts anderes als allein des Willens.

Catena Aurea · Lk 16
So lehrte Christus also jene, die im Reichtum überfließen, die Freundschaft der Armen eifrig zu lieben und Schätze im Himmel zu haben. Aber Er kannte die Trägheit des menschlichen Geistes, wie jene, die dem Reichtum nachjagen, den Bedürftigen kein Werk der Barmherzigkeit erweisen. Dass solchen Menschen kein Nutzen aus geistlichen Gaben erwächst, zeigt Er durch offensichtliche Beispiele und fügt hinzu: Wer im Geringsten treu ist, ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch im Großen ungerecht. Nun öffnet unser Herr uns das Auge des Herzens und erklärt, was Er gesagt hatte, indem Er hinzufügt: Wenn ihr also im ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? Das Geringste ist also der Mammon der Ungerechtigkeit, das heißt die irdischen Reichtümer, die denen, die himmlisch gesinnt sind, als nichts erscheinen. Ich denke also, dass ein Mensch im Kleinen treu ist, wenn er denen Hilfe zuteilwerden lässt, die von Kummer gebeugt sind. Wenn wir also im Kleinen untreu gewesen sind, wie sollen wir von daher das wahre Gut erlangen, das heißt die fruchtbare Gabe der göttlichen Gnade, die der menschlichen Seele das Bild Gottes einprägt? Dass aber die Worte unseres Herrn auf diese Bedeutung zielen, ist aus dem Folgenden klar; denn Er sagt: Und wenn ihr im Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben?

Catena Aurea · Lk 16
Reichtümer sind uns fremd, weil sie etwas über die Natur Hinausgehendes sind, sie sind uns nicht angeboren, und sie vergehen nicht mit uns. Christus aber ist unser, weil Er das Leben des Menschen ist. Zuletzt: Er kam zu den Seinen.
Catena Aurea · Lk 16
Bisher hat Er uns also gelehrt, wie treu wir unseren Reichtum verwalten sollen. Weil aber die Verwaltung unseres Reichtums nach Gottes Willen nicht anders erreicht wird als durch die Gleichgültigkeit eines vom Reichtum unberührten Geistes, fügt Er hinzu: Niemand kann zwei Herren dienen.

Catena Aurea · Lk 16
Nicht weil der Herr zwei wäre, sondern einer. Denn obwohl es solche gibt, die dem Mammon dienen, kennt dieser doch keine Rechte der Herrschaft; sondern hat selbst sich ein Joch der Knechtschaft auferlegt. Es gibt einen Herrn, weil es einen Gott gibt. Daher ist es offenkundig, dass die Macht des Vaters und des Sohnes eine ist; und Er gibt einen Grund an, indem Er so spricht: Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben; oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten.

Catena Aurea · Lk 16
(de Qu. Ev. lib. ii. q. 36.) Aber diese Dinge wurden nicht beiläufig oder aufs Geratewohl gesagt. Denn niemand antwortet, wenn er gefragt wird, ob er den Teufel liebe, dass er ihn liebe, sondern vielmehr, dass er ihn hasse; alle aber bekennen im Allgemeinen, dass sie Gott lieben. Daher wird er entweder den einen hassen (das heißt den Teufel) und den anderen lieben (das heißt Gott); oder er wird dem einen anhängen (das heißt dem Teufel, wenn er gleichsam zeitlichen Bedürfnissen nachjagt) und den anderen verachten (das heißt Gott), wie wenn Menschen häufig Seine Drohungen um ihrer Begierden willen vernachlässigen, die sich wegen Seiner Güte schmeicheln, sie würden straflos bleiben.

Catena Aurea · Lk 16
Aber der Schluss der ganzen Rede ist das, was folgt: Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen. Lasst uns also all unsere Hingabe auf den einen übertragen und den Reichtum aufgeben.
Catena Aurea · Lk 16
(ex Hier.) Mögen also die Habgierigen dies hören, dass wir nicht zugleich Christus und dem Reichtum dienen können; und doch sagte Er nicht: „Wer Reichtum hat“, sondern: wer dem Reichtum dient; denn wer der Diener des Reichtums ist, bewacht ihn wie ein Diener; wer aber das Joch der Knechtschaft abgeschüttelt hat, verwaltet ihn wie ein Herr; wer aber dem Mammon dient, dient wahrlich dem, der über jene irdischen Dinge als Lohn seiner Ungerechtigkeit gesetzt ist und der Fürst dieser Welt genannt wird. (Johannes 12:31, 2 Korinther 4:4.)
14 Die geldgierigen Pharisäer hörten das alles und verhöhnten ihn. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr seid es, die sich vor den Menschen als gerecht hinstellen, Gott aber kennt euere Herzen; denn was als hoch gilt bei den Menschen, ist ein Gräuel vor Gott. 16 Das Gesetz und die Propheten galten bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündet und jeder drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Leichter ist es, dass Himmel und Erde vergehen, als dass vom Gesetz auch nur ein einziges Häkchen wegfällt. 18 Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
14 KommentareCatena Aurea · Lk 16
Christus hatte den Pharisäern gesagt, sie sollten sich nicht ihrer eigenen Gerechtigkeit rühmen, sondern bußfertige Sünder aufnehmen und ihre Sünden durch Almosen sühnen. Sie aber verspotteten den Prediger der Barmherzigkeit, der Demut und der Genügsamkeit; wie es heißt: Und die Pharisäer, die habgierig waren, hörten dies alles und verspotteten ihn: sei es aus zwei Gründen, entweder weil Er etwas gebot, was nicht hinreichend nützlich war, oder weil Er ihre früheren überflüssigen Handlungen tadelte.
Catena Aurea · Lk 16
Aber der Herr, der in ihnen eine verborgene Bosheit entdeckt, beweist, dass sie Gerechtigkeit nur vortäuschen. Daher wird hinzugefügt: Und er sagte zu ihnen: Ihr seid es, die sich vor den Menschen rechtfertigen.
Catena Aurea · Lk 16
Sie rechtfertigen sich vor den Menschen, die Sünder als in einem schwachen und hoffnungslosen Zustand verachten, sich aber einbilden, vollkommen zu sein und der Arznei des Almosengebens nicht zu bedürfen; wie gerecht aber die Tiefe des tödlichen Hochmuts zu verdammen ist, sieht der, der die verborgenen Orte der Finsternis erleuchten wird. Daher folgt: Aber Gott kennt eure Herzen.
Catena Aurea · Lk 16
Und deshalb seid ihr ihm ein Gräuel wegen eurer Anmaßung und eurer Liebe zum Streben nach dem Lob der Menschen; wie Er hinzufügt: Denn was bei den Menschen hoch geschätzt wird, ist ein Gräuel vor Gott.
Catena Aurea · Lk 16
Nun verspotteten die Pharisäer unseren Erlöser, als Er gegen die Habgier disputierte, als lehre Er Dinge, die dem Gesetz und den Propheten widersprechen, in denen viele sehr reiche Männer Gott gefallen haben sollen; aber auch Mose selbst verhieß, dass das Volk, das er führte, wenn es dem Gesetz folge, an allen irdischen Gütern Überfluss haben werde. (Deut. 28:11.) Diesen antwortet der Herr, indem Er zeigt, dass zwischen dem Gesetz und dem Evangelium, sowohl in diesen Verheißungen als auch in den Geboten, nicht der geringste Unterschied besteht. Daher fügt Er hinzu: Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes.

Catena Aurea · Lk 16
Nicht dass das Gesetz aufgehört hätte, sondern dass die Verkündigung des Evangeliums begann; denn das Geringere scheint vollendet zu sein, wenn ein Besseres folgt.

Catena Aurea · Lk 16
(Hom. 37. in Matt. Pseudo-Chrys. Hom. 19. op. imp.) Hiermit bereitet Er sie darauf vor, bereitwillig an Ihn zu glauben, denn wenn bis zur Zeit des Johannes alles vollendet war, bin Ich es, der gekommen ist. Denn die Propheten hätten nicht aufgehört, wenn Ich nicht gekommen wäre; du aber wirst sagen: „Wie“ waren die Propheten bis zu Johannes, da es doch im Neuen Bund viele mehr Propheten gegeben hat als im Alten Testament. Er aber sprach von jenen Propheten, die das Kommen Christi vorherverkündet haben.
Catena Aurea · Lk 16
Nun kannten die alten Propheten die Verkündigung des Himmelreichs, aber keiner von ihnen hatte sie dem jüdischen Volk ausdrücklich angekündigt, weil die Juden mit kindlichem Verstand der Verkündigung dessen, was unendlich ist, nicht gewachsen waren. Johannes aber predigte zuerst offen, dass das Himmelreich nahe sei, sowie auch die Vergebung der Sünden durch das Bad der Wiedergeburt. Daher folgt: Seit jener Zeit wird das Himmelreich gepredigt, und jeder drängt sich hinein.

Catena Aurea · Lk 16
Denn das Gesetz lehrte vieles gemäß der Natur, da es unseren natürlichen Begierden nachsichtiger war, um uns zum Streben nach Gerechtigkeit zu rufen. Christus durchbricht die Natur, indem Er sogar unsere natürlichen Freuden abschneidet. Aber deshalb halten wir die Natur nieder, damit sie uns nicht zu irdischen Dingen hinabzieht, sondern uns zu himmlischen erhebt.
Catena Aurea · Lk 16
Ein großer Kampf widerfährt den Menschen bei ihrem Aufstieg zum Himmel. Denn dass Menschen, bekleidet mit sterblichem Fleisch, die Lust und jede unerlaubte Begierde bezwingen können und das Leben der Engel nachahmen wollen, muss mit Gewalt errungen werden. Wer aber, wenn er jene betrachtet, die im Dienst Gottes eifrig arbeiten und ihr Fleisch beinahe töten, wird nicht in Wahrheit bekennen, dass sie dem Himmelreich Gewalt antun.

Catena Aurea · Lk 16
(de Quæst. Ev. l. ii. q. 87.) Sie tun auch dem Himmelreich Gewalt an, indem sie nicht nur alle zeitlichen Dinge verachten, sondern auch die Zungen derer, die ihr Tun begehren. Dies fügte der Evangelist hinzu, als er sagte, dass Jesus verspottet wurde, als er davon sprach, irdische Reichtümer zu verachten.
Catena Aurea · Lk 16
Damit sie aber nicht annähmen, dass er mit seinen Worten, das Gesetz und die Propheten bis auf Johannes, die Aufhebung des Gesetzes oder der Propheten predige, beugt er einer solchen Vorstellung vor und fügt hinzu: Und es ist leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen des Gesetzes falle. Denn es steht geschrieben: Die Gestalt dieser Welt vergeht. (1 Kor 7,31.) Vom Gesetz aber ist nicht einmal der äußerste Punkt eines Buchstabens, das heißt nicht einmal das Geringste ohne geistliche Sakramente. Und doch waren das Gesetz und die Propheten bis auf Johannes, weil das immer als zukünftig geweissagt werden konnte, was durch die Predigt des Johannes offenbar gekommen war. Was er aber im Voraus über die immerwährende Unverletzlichkeit des Gesetzes sagte, bestätigt er durch ein daraus genommenes Zeugnis um des Beispiels willen, indem er spricht: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und wer die entlassene Frau heiratet, begeht Ehebruch; damit sie aus diesem einen Fall lernten, dass er nicht gekommen sei, die Gebote des Gesetzes aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Catena Aurea · Lk 16
Denn dass das Gesetz zu den Unvollkommenen unvollkommen sprach, ist klar aus dem, was er zu den harten Herzen der Juden sagt: „Wenn ein Mann seine Frau hasst, soll er sie entlassen“ (Dtn 24,1.), weil sie, da sie Mörder waren und sich am Blut freuten, nicht einmal mit denen Mitleid hatten, die ihnen verbunden waren, so dass sie ihre Söhne und Töchter für Dämonen töteten. Jetzt aber ist eine vollkommenere Lehre nötig. Deshalb sage ich: Wenn ein Mann seine Frau entlässt, ohne dass ein Grund der Unzucht vorliegt, begeht er Ehebruch, und wer eine andere heiratet, begeht Ehebruch.

Catena Aurea · Lk 16
Doch müssen wir, denke ich, zuerst über das Ehegesetz sprechen, damit wir danach das Verbot der Scheidung erörtern. Manche meinen, jede Ehe sei von Gott eingesetzt, weil geschrieben steht: Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen. (Mt 19,6.) Wie sagt dann der Apostel: Wenn der Ungläubige sich trennt, soll er sich trennen? (Mk 10,9; 1 Kor 7,15.) Damit zeigt er, dass nicht die Ehe aller von Gott ist. Denn auch nicht durch Gottes Zustimmung werden Christen mit Heiden verbunden. Entlasse also nicht deine Frau, damit du nicht leugnest, dass Gott der Urheber deiner Verbindung ist. Denn wenn andere es ertragen, um wie viel mehr musst du das Verhalten deiner Frau ertragen und korrigieren. Und wenn sie schwanger mit Kindern fortgeschickt wird, ist es eine harte Sache, die Mutter auszuschließen und das Pfand zu behalten; so dass zur Schande der Eltern auch der Verlust der kindlichen Zuneigung hinzukommt. Noch härter, wenn du wegen der Mutter auch die Kinder vertreibst. Würdest du es ertragen, dass deine Kinder zu Lebzeiten unter einem Stiefvater stehen oder, während die Mutter lebt, unter einer Stiefmutter? Wie gefährlich ist es, das zarte Alter einer jungen Frau dem Irrtum auszusetzen. Wie böse ist es, im Alter die zu verlassen, deren Blüte des Wachstums du zerstört hast. Angenommen, sie heiratet nicht, nachdem sie geschieden wurde, auch das sollte dir missfallen, der du, obwohl sie eine Ehebrecherin ist, die Treue hältst. Angenommen, sie heiratet, ihre Not ist dein Verbrechen, und was du für eine Ehe hältst, ist Ehebruch.
19 Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber namens Lazarus lag mit Geschwüren bedeckt vor seiner Tür. 21 Gern hätte er den Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Indes kamen die Hunde und leckten seine Geschwüre.
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Unser Herr hatte kurz zuvor geraten, sich Freunde mit dem ungerechten Mammon zu machen, worüber die Pharisäer spotteten. Als Nächstes bestätigt er durch Beispiele, was er ihnen vorgelegt hatte, indem er sagt: Es war ein gewisser reicher Mann usw.

Catena Aurea · Lk 16
Es war, nicht es ist, weil er wie ein flüchtiger Schatten vergangen war.

Catena Aurea · Lk 16
Aber nicht jede Armut ist heilig, oder jeder Reichtum verbrecherisch, sondern wie Luxus den Reichtum entehrt, so empfiehlt Heiligkeit die Armut.
Catena Aurea · Lk 16
(bysso.) Purpur, die Farbe des königlichen Gewandes, wird aus Meermuscheln gewonnen, die mit einem Messer abgeschabt werden. Byssus ist eine Art weißes und sehr feines Leinen.

Catena Aurea · Lk 16
(Hom. 40. in Ev.) Wenn nun das Tragen feiner und kostbarer Gewänder kein Fehler wäre, hätte das Wort Gottes dies nie so sorgfältig ausgedrückt. Denn niemand sucht kostbare Kleider außer aus Ruhmsucht, um ehrenvoller zu erscheinen als andere; denn niemand wünscht, mit solchen bekleidet zu sein, wo er von anderen nicht gesehen werden kann.

Catena Aurea · Lk 16
(ut sup.) Asche, Staub und Erde bedeckte er mit Purpur und Seide; oder Asche, Staub und Erde trugen auf sich Purpur und Seide. Wie seine Kleider, so war auch seine Speise. Daher soll auch bei uns, wie unsere Speise ist, so unsere Kleidung sein. Daraus folgt: Und er lebte jeden Tag prächtig und üppig.

Catena Aurea · Lk 16
(Hom. 40. in Ev.) Und hier müssen wir uns genau beobachten, da Gastmähler kaum ohne Tadel gefeiert werden können, denn fast immer begleitet Luxus das Festmahl; und wenn der Körper in der Lust der Erquickung versunken ist, entspannt sich das Herz zu leeren Freuden.

Catena Aurea · Lk 16
Dies scheint eher eine Erzählung als ein Gleichnis zu sein, da auch der Name genannt wird.

Catena Aurea · Lk 16
(ut sup.) Ein Gleichnis aber ist das, worin ein Beispiel gegeben wird, während die Namen weggelassen werden. Lazarus wird gedeutet als „einer, dem geholfen wurde“. Denn er war arm, und der Herr half ihm.

Catena Aurea · Lk 16
Oder anders; Diese Rede über den reichen Mann und Lazarus wurde nach Art eines Vergleichs in einem Gleichnis geschrieben, um zu erklären, dass die, die an irdischen Reichtümern Überfluss haben, wenn sie nicht die Nöte der Armen lindern, eine schwere Verurteilung treffen wird. Die Überlieferung der Juden aber berichtet, dass damals in Jerusalem ein gewisser Lazarus lebte, der von äußerster Armut und Krankheit geplagt war, den unser Herr, indem er sich an ihn erinnerte, in das Beispiel einführt, um seinen Worten größeren Nachdruck zu verleihen.

Catena Aurea · Lk 16
(Moral. 1. c. 8.) Wir müssen auch beachten, dass bei den Heiden die Namen der Armen eher bekannt sind als die der Reichen. Nun nennt unser Herr den Namen des Armen, aber nicht den Namen des Reichen, weil Gott die Demütigen kennt und anerkennt, aber nicht die Stolzen. Damit aber der Arme mehr anerkannt werde, verzehrten ihn Armut und Krankheit zugleich; wie folgt: der lag an seiner Tür voller Geschwüre.
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(Hom. de Div.) Er lag aus diesem Grund an seiner Tür, damit der Reiche nicht sagen konnte: Ich habe ihn nie gesehen, niemand hat es mir gesagt; denn er sah ihn sowohl beim Hinausgehen als auch beim Zurückkehren. Der Arme ist voller Geschwüre, damit er so in seinem eigenen Körper die Grausamkeit des Reichen darlege. Du siehst den Tod deines Körpers vor der Tür liegen, und du hast kein Mitleid. Wenn du die Gebote Gottes nicht beachtest, so habe wenigstens Mitleid mit deinem eigenen Zustand und fürchte, dass auch du wie er werdest. Aber Krankheit hat einen gewissen Trost, wenn sie Hilfe erhält. Wie groß war dann die Strafe in jenem Körper, in dem er bei solchen Wunden nicht den Schmerz seiner Geschwüre, sondern nur seinen Hunger bedachte; denn es folgt: begehrte, sich mit den Brosamen zu sättigen usw. Als ob er sagte: Was du von deinem Tisch wegwirfst, gib als Almosen, mache deine Verluste zum Gewinn.

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Aber die Unverschämtheit und der Stolz der Reichen wird später durch die klarsten Zeichen offenbart, denn es folgt: und niemand gab ihm. Denn so sehr sind sie der menschlichen Condition eingedenk, dass sie, als ob sie über die Natur gestellt wären, aus dem Elend der Armen einen Anreiz zu ihrem eigenen Vergnügen ziehen, sie lachen über die Mittellosen, sie verspotten die Bedürftigen und berauben die, die sie bemitleiden sollten.

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(Serm. 367.) Denn die Habgier der Reichen ist unersättlich, sie fürchtet weder Gott noch achtet sie den Menschen, schont nicht einen Vater, hält nicht die Treue zu einem Freund, unterdrückt die Witwe, greift das Eigentum eines Mündels an.

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(in Ev. Hom. 40.) Überdies sah der Arme den Reichen, wie er hinausging, umgeben von Schmeichlern, während er selbst in Krankheit und Not lag, von niemandem besucht. Denn dass niemand kam, ihn zu besuchen, bezeugen die Hunde, die furchtlos seine Geschwüre leckten, denn es folgt: aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.
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(ut sup.) Jene Geschwüre, die kein Mensch zu waschen und zu verbinden würdigte, lecken die Tiere zärtlich.

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(ubi sup.) Durch eine Sache zeigte der allmächtige Gott zwei Gerichte. Er ließ Lazarus vor dem Tor des Reichen liegen, damit sowohl der gottlose Reiche die Rache seiner Verdammnis vergrößere, als auch der Arme durch seine Prüfungen seinen Lohn steigere; der eine sah täglich den, an dem er Barmherzigkeit erweisen sollte, der andere das, wodurch er gebilligt werden könnte.
22 Da starb der Arme und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Der Reiche aber starb ebenfalls und wurde begraben. 23 Als er im Totenreich, mitten in seinen Qualen, seine Augen erhob, sah er von weitem Abraham und Lazarus in seinem Schoß. 24 Da rief er: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und meine Zunge kühlen; denn ich leide große Pein in diesem Feuer. 25 Abraham aber sagte: Kind, denk daran, dass du dein Gutes schon in deinem Leben empfangen hast, Lazarus aber nur das Schlechte. Jetzt wird er hier dafür getröstet, du aber wirst gepeinigt. 26 Und außerdem besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, damit die, die von hier zu euch hinüber wollen, es nicht können, und ebenso wenig können die von drüben zu uns herüberkommen.
37 KommentareCatena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Wir haben gehört, wie es beiden auf Erden erging; laßt uns sehen, wie ihr Zustand unter den Toten ist. Das Zeitliche ist vergangen; das, was folgt, ist ewig. Beide starben; den einen empfangen die Engel, den anderen die Qualen; denn es heißt: Es begab sich aber, daß der Bettler starb und von den Engeln getragen wurde usw. Jene großen Leiden werden plötzlich in Seligkeit verwandelt. Er wird nach all seinen Mühen getragen, weil er ermattet war, oder wenigstens, damit er nicht durch das Gehen ermüde; und er wurde von Engeln getragen. Ein Engel war nicht ausreichend, den Armen zu tragen, sondern viele kommen, damit sie eine freudige Schar bilden, wobei jeder Engel sich freut, eine so große Last zu berühren. Gerne belasten sie sich so, damit sie Menschen in das Himmelreich bringen. Er wurde aber in Abrahams Schoß getragen, damit er von ihm umarmt und gehegt werde; Abrahams Schoß ist das Paradies. Und die dienenden Engel trugen den Armen und legten ihn in Abrahams Schoß, weil er, obwohl er verachtet dalag, dennoch nicht verzweifelte noch lästerte und sagte: Dieser Reiche, der in Gottlosigkeit lebt, ist glücklich und erleidet keine Trübsal, ich aber kann nicht einmal Nahrung bekommen, um meine Not zu stillen.

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(de Orig. Anim. 4. 16) Was nun deine Meinung betrifft, Abrahams Schoß sei etwas Körperliches, so fürchte ich, daß du eine so gewichtige Sache eher leichtfertig als ernsthaft behandelst. Denn du könntest niemals einer solchen Torheit schuldig sein, anzunehmen, der körperliche Schoß eines einzigen Menschen könne so viele Seelen fassen, ja, um deine eigenen Worte zu gebrauchen, so viele Leiber, wie die Engel dorthin tragen, wie sie es mit Lazarus taten. Aber vielleicht stellst du dir vor, daß eine einzige Seele allein es verdient habe, zu jenem Schoß zu gelangen. Wenn du nicht in einen kindischen Irrtum verfallen willst, mußt du unter Abrahams Schoß einen abgeschiedenen und verborgenen Ruheort verstehen, wo Abraham ist; und er wird deshalb Abrahams genannt, nicht weil er ihm allein gehört, sondern weil er der Vater vieler Völker ist und an erster Stelle steht, damit andere seinem Vorrang im Glauben nacheifern.

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(in Hom. 40.) Als die beiden Menschen unten auf Erden waren, das heißt der Arme und der Reiche, war einer oben, der in ihre Herzen sah und durch Prüfungen den Armen zur Herrlichkeit übte, durch Erdulden den Reichen zur Strafe erwartete. Daher folgt: Auch der Reiche starb.

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(Hom. 6. in 2 ad Cor.) Er starb also zwar dem Leibe nach, aber seine Seele war schon vorher tot. Denn er tat keines der Werke der Seele. All jene Wärme, die aus der Liebe zum Nächsten hervorgeht, war entflohen, und er war toter als sein Leib. (Conc. 2. de Lazaro.) Aber es wird von niemandem gesagt, daß er dem Reichen beim Begräbnis gedient habe wie bei dem des Lazarus. Denn als er auf der breiten Straße angenehm lebte, hatte er viele geschäftige Schmeichler; als er an sein Ende kam, verließen ihn alle. Denn es folgt einfach: und wurde in der Hölle begraben. Aber auch seine Seele war, solange sie lebte, begraben, in ihrem Leib wie in einem Grab eingeschlossen.

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Das Begräbnis in der Hölle ist die tiefste Tiefe der Qual, die nach diesem Leben die Stolzen und Unbarmherzigen verschlingt.
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(Chrys. Op. imp, Hom. 53. Matt. 8:22, 25.) Oder wie die Gefängnisse der Könige entfernt draußen liegen, so ist auch die Hölle irgendwo weit draußen außerhalb der Welt, und daher wird sie die äußere Finsternis genannt.
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Aber einige sagen, die Hölle sei der Übergang vom Sichtbaren zum Unsichtbaren und die Entstellung der Seele. Denn solange die Seele des Sünders im Leib ist, ist sie durch ihre eigenen Werke sichtbar. Wenn sie aber aus dem Leib herausfliegt, wird sie gestaltlos.

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(Conc. 2. de Lazaro.) Wie es die Bedrängnis des Armen schwerer machte, solange er lebte, vor dem Tor des Reichen zu liegen und den Wohlstand anderer zu sehen, so fügte es, als der Reiche tot war, seiner Trostlosigkeit hinzu, daß er in der Hölle lag und das Glück des Lazarus sah, wobei er nicht nur durch die Natur seiner eigenen Qualen, sondern auch durch den Vergleich mit der Ehre des Lazarus seine Strafe als unerträglicher empfand. Daher folgt: Aber er hob seine Augen auf. Er hob seine Augen auf, damit er auf ihn blicke, nicht ihn verachte; denn Lazarus war oben, er unten. Viele Engel trugen Lazarus; er wurde von endlosen Qualen ergriffen. Daher heißt es nicht: da er in Qual war, sondern: in Qualen. Denn er war ganz in Qualen, allein seine Augen waren frei, damit er die Freude eines anderen sehen könne. Seine Augen dürfen frei sein, damit er umso mehr gequält werde, da er nicht hat, was ein anderer hat. Der Reichtum anderer ist die Qual derer, die in Armut sind.

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(lib. 4. Mor. c. 29.) Wenn nun Abraham unten säße, würde der in Qualen versetzte Reiche ihn nicht sehen. Denn diejenigen, die den Weg zum himmlischen Vaterland gegangen sind, werden, wenn sie das Fleisch verlassen, durch die Pforten der Hölle zurückgehalten; nicht daß die Strafe sie als Sünder trifft, sondern daß sie an entlegeneren Orten ruhen (denn die Fürsprache des Mittlers war noch nicht gekommen), und die Schuld ihres ersten Fehlers sie daran hindert, in das Reich einzutreten.

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(ad Hom. 2. in ep. Phil. Chrys. Conc. de Laz.) Es gab viele arme Gerechte, aber der, der an seiner Tür lag, kam ihm in den Blick, um sein Weh zu vergrößern. Denn es folgt: Und Lazarus in seinem Schoß. Hier kann man bemerken, daß alle, die durch uns Anstoß nehmen, unseren Blicken ausgesetzt sind. Aber der Reiche sieht Lazarus nicht mit irgendeinem anderen Gerechten, sondern in Abrahams Schoß. Denn Abraham war voller Liebe, der Mann aber wird der Grausamkeit überführt. Abraham, der vor seiner Tür saß, folgte denen nach, die vorübergingen, und brachte sie in sein Haus; der andere wies sogar die zurück, die innerhalb seines Tores wohnten.

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(Hom. 40. in Ev.) Und dieser Reiche, jetzt in seinem Verhängnis festgesetzt, sucht als seinen Fürsprecher den, dem er in diesem Leben keine Barmherzigkeit erweisen wollte.
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Er richtet jedoch seine Worte nicht an Lazarus, sondern an Abraham, weil er sich vielleicht schämte und dachte, Lazarus würde sich seiner Verletzungen erinnern; aber er beurteilte ihn nach sich selbst. Daher folgt: Und er rief und sprach.
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(Hom. de Div.) Große Strafen stoßen einen großen Schrei aus. Vater Abraham. Als ob er sagte: Ich nenne dich Vater von Natur aus, wie der Sohn, der sein Vermögen verschwendete, obwohl ich durch meine eigene Schuld dich als Vater verloren habe. Erbarme dich meiner. Vergeblich übst du Reue, wenn kein Raum für Reue ist; deine Qualen treiben dich, den Bußfertigen zu spielen, nicht die Wünsche deiner Seele. Der, welcher im Himmelreich ist, ich weiß nicht, ob er Mitleid mit dem haben kann, der in der Hölle ist. Der Schöpfer erbarmt sich seines Geschöpfes. Es kam ein Arzt, der alle heilen sollte; andere konnten nicht heilen. Sende Lazarus. Du irrst, elender Mensch. Abraham kann nicht senden, aber er kann empfangen. Daß er die Spitze seines Fingers in Wasser tauche. Du wolltest nicht geruhen, Lazarus anzusehen, und jetzt begehrst du seinen Finger. Was du jetzt suchst, hättest du ihm tun sollen, als er lebte. Du bist in Not um Wasser, der du zuvor köstliche Speisen verachtetest. Beachte das Gewissen des Sünders; er wagte nicht, um den ganzen Finger zu bitten. Wir werden auch belehrt, wie gut es ist, nicht auf Reichtümer zu vertrauen. (Chrys. Conc. 2. de Laz). Siehe den Reichen, der den Armen braucht, der zuvor hungerte. Die Dinge haben sich geändert, und es ist jetzt allen kundgetan, wer reich und wer arm war. Denn wie im Theater, wenn es gegen Abend geht und die Zuschauer fortgehen, dann beim Hinausgehen und Ablegen ihrer Gewänder die, welche Könige und Feldherren zu sein schienen, so gesehen werden, wie sie wirklich sind, die Söhne von Gärtnern und Feigenverkäufern. So auch, wenn der Tod gekommen ist und das Schauspiel vorüber ist und alle Masken der Armut und des Reichtums abgelegt sind, werden die Menschen allein nach ihren Werken gerichtet, welche wahrhaft reich, welche arm, welche der Ehre würdig, welche der Unehre.

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(ut sup.) Denn jener Reiche, der dem Armen nicht einmal die Brosamen seines Tisches geben wollte, kam in der Hölle dazu, um auch nur das Geringste zu betteln. Denn er suchte einen Tropfen Wasser, der einen Bissen Brot zu geben sich weigerte.

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Aber er empfängt einen angemessenen Lohn, Feuer und die Qualen der Hölle; für die ausgedörrte Zunge; für die wohlklingende Leier, Wehklagen; für den Trank, das heftige Verlangen nach einem Tropfen; für neugierige oder wollüstige Schauspiele, tiefe Finsternis; für geschäftige Schmeichelei, der unsterbliche Wurm. Daher folgt: Daß er meine Zunge kühle, denn ich werde in der Flamme gequält.

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(ubi sup.) Aber nicht weil er reich war, wurde er gequält, sondern weil er nicht barmherzig war.

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Daraus können wir entnehmen, mit welchen Qualen der bestraft werden wird, der einen anderen beraubt, wenn der mit der Verdammnis zur Hölle geschlagen wird, der nicht austeilt, was sein eigen ist.

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Er wird auch deshalb gequält, weil es für den Üppigen eine Strafe ist, ohne seine Vergnügungen zu sein; Wasser ist auch eine Erquickung für die Seele, die in Trauer festgehalten wird.

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Was aber bedeutet es, daß er, als er in Qualen war, wünschte, seine Zunge möge gekühlt werden, außer daß seine Zunge, da er bei seinen Gastmählern durch Reden gesündigt hatte, nun durch die Gerechtigkeit der Vergeltung in heftiger Flamme war; denn Geschwätzigkeit ist gewöhnlich beim Bankett verbreitet.

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Auch seine Zunge hatte viel Stolzes geredet. Wo die Sünde ist, da ist die Strafe; und weil die Zunge viel beleidigte, wird sie umso mehr gequält.

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Oder: Dass er wünscht, seine Zunge zu kühlen, während er ganz in der Flamme brannte, bedeutet das, was geschrieben steht: Tod und Leben sind in der Hand der Zunge (Spr 18,21), und mit dem Mund bekennt man zum Heil (Röm 10,10); was er aus Stolz nicht tat, aber die Spitze des Fingers bedeutet das geringste Werk, in dem der Mensch vom Heiligen Geist unterstützt wird.

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(de Orig. Anim. 4. 16.) Du sagst, dass hier die Glieder der Seele beschrieben werden, und mit dem Auge willst du das ganze Haupt verstanden wissen, weil gesagt wurde, er habe seine Augen erhoben; mit der Zunge die Kinnbacken; mit dem Finger die Hand. Aber was ist der Grund, dass diese Namen von Gliedern, wenn von Gott gesprochen, deiner Meinung nach keinen Leib implizieren, wenn aber von der Seele, doch? Es ist, dass sie, wenn vom Geschöpf gesprochen, wörtlich zu nehmen sind, wenn aber vom Schöpfer, metaphorisch und figürlich. Willst du uns dann leibliche Flügel geben, da doch nicht der Schöpfer, sondern der Mensch, das heißt das Geschöpf, sagt: Wenn ich nicht die Flügel nehme am Morgen? (Ps 139,9.) Außerdem, wenn der Reiche eine leibliche Zunge hatte, weil er sagte: um meine Zunge zu kühlen, dann hat auch in uns, die wir im Fleisch leben, die Zunge selbst leibliche Hände, denn es steht geschrieben: Tod und Leben sind in der Hand der Zunge. (Spr 18,21.)
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(Orat. 5. de Beat.) Wie der vortrefflichste Spiegel ein Bild des Angesichts wiedergibt, gerade so wie das Angesicht selbst, das ihm gegenübersteht, ein freudiges Bild des Freudigen, ein trauriges des Traurigen; so ist auch das gerechte Gericht Gottes unseren Dispositionen angepasst. Deshalb wird der Reiche, weil er den Armen nicht bemitleidete, der an seiner Tür lag, als er selbst Barmherzigkeit brauchte, nicht erhört, denn es folgt: Und Abraham sprach zu ihm: Sohn, usw.

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(Conc. 2, 3. de Lazaro.) Siehe die Güte des Patriarchen; er nennt ihn Sohn (was seine Zärtlichkeit ausdrücken mag), doch gewährt er keine Hilfe dem, der sich selbst der Heilung beraubt hatte. Daher sagt er: Gedenke, das heißt, bedenke die Vergangenheit, vergiss nicht, dass du dich an deinen Reichtümern erfreutest, und du empfingst Gutes in deinem Leben, das heißt solches, das du für gut hieltest. Du konntest nicht sowohl auf Erden triumphieren als auch hier triumphieren. Reichtümer können nicht sowohl auf Erden als auch unten wahr sein. Es folgt: Und Lazarus ebenso Übles; nicht dass Lazarus es für übel hielt, sondern er sprach dies nach der Meinung des Reichen, der Armut, Hunger und schwere Krankheit für Übel hielt. Wenn die Last der Krankheit uns bedrängt, lasst uns an Lazarus denken und Übles in diesem Leben freudig annehmen.

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(Quæst. Ev. Lib. ii. qu. 38.) All dies wird ihm also gesagt, weil er das Glück der Welt wählte und kein anderes Leben liebte als das, dessen er sich stolz rühmte; aber er sagt, Lazarus habe Übles empfangen, weil er wusste, dass die Vergänglichkeit dieses Lebens, seine Mühen, Sorgen und Krankheiten die Strafe der Sünde sind, denn wir alle sterben in Adam, der durch Übertretung dem Tod verfallen ist.

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(Conc. 3. de Lazaro.) Er sagt: Du empfingst Gutes in deinem Leben (als ob es dein Lohn wäre); als ob er sagte: Wenn du irgendein Gutes getan hast, wofür ein Lohn fällig sein könnte, hast du alles in jener Welt empfangen, in Luxus lebend, überreich an Reichtümern, die Freude erfolgreicher Unternehmungen genießend; er aber, wenn er irgendein Übel beging, hat alles empfangen, geplagt von Armut, Hunger und tiefstem Elend. Und jeder von euch kam nackt hierher; Lazarus zwar von Sünde, weshalb er seinen Trost empfängt; du von Gerechtigkeit, weshalb du deine trostlose Strafe erduldest; und daher folgt: Nun aber ist er getröstet, du aber wirst gequält.

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(in Hom. 40.) Was auch immer ihr Gutes in dieser Welt habt, wenn ihr euch erinnert, etwas Gutes getan zu haben, seid sehr besorgt darüber, dass der euch gewährte Wohlstand nicht euer Lohn für dasselbe Gute sei. Und wenn ihr arme Menschen etwas Tadelnswertes tun seht, fürchtet euch nicht, da vielleicht diejenigen, die die Reste der geringsten Ungerechtigkeit beflecken, das Feuer der Rechtschaffenheit reinigt.

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(Conc. 3. de Lazaro.) Aber du wirst sagen: Gibt es keinen, der sowohl hier als auch dort Vergebung genießt? Das ist in der Tat eine schwere Sache und gehört zu den unmöglichen. Denn wenn nicht Armut drückt, treibt Ehrgeiz an; wenn nicht Krankheit reizt, entflammt Zorn; wenn nicht Versuchungen anfallen, überwältigen oft verdorbene Gedanken. Es ist keine geringe Mühe, den Zorn zu zügeln, unrechtmäßige Begierden zu hemmen, die Anschwellungen der Ruhmsucht zu unterwerfen, Stolz oder Hochmut zu dämpfen, ein strenges Leben zu führen. Wer diese Dinge nicht tut, kann nicht gerettet werden.

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(ubi sup.) Es kann auch geantwortet werden, dass böse Menschen in diesem Leben Gutes empfangen, weil sie ihre ganze Freude in vergängliches Glück setzen, die Gerechten aber mögen hier zwar Gutes haben, empfangen es jedoch nicht als Lohn, weil sie, während sie Besseres suchen, das heißt Ewiges, in ihrem Urteil alles gegenwärtige Gute keineswegs für gut halten.

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(in Conc. de Laz.) Aber nach der Barmherzigkeit Gottes müssen wir in unseren eigenen Bemühungen nach Hoffnung auf Heil suchen, nicht im Aufzählen von Vätern, Verwandten oder Freunden. Denn Bruder erlöst nicht Bruder; und daher wird hinzugefügt: Und überdies ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt.
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Die große Kluft bezeichnet die Entfernung der Gerechten von den Sündern. Denn wie ihre Neigungen verschieden waren, so sind auch ihre Aufenthaltsorte nicht geringfügig verschieden.

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Die Kluft wird als befestigt bezeichnet, weil sie nicht gelockert, bewegt oder erschüttert werden kann.

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Zwischen dem Reichen und dem Armen besteht also eine große Kluft, weil nach dem Tod die Vergeltungen nicht geändert werden können. Daher folgt: So dass die, die von hier zu euch hinübergehen wollen, nicht können, noch von dort zu uns herüberkommen.

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Als ob er sagt: Wir können sehen, wir können nicht hinübergehen; und wir sehen, was wir entronnen sind, ihr, was ihr verloren habt; unsere Freuden steigern eure Qualen, eure Qualen unsere Freuden.

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(ubi sup.) Denn wie die Gottlosen wünschen, zu den Auserwählten hinüberzugehen, das heißt, von den Schmerzen ihrer Leiden wegzukommen, so würden die Gerechten zu den Bedrängten und Gequälten im Geist durch Mitleid hinübergehen und wünschen, sie zu befreien. Aber die Seelen der Gerechten, obwohl sie in der Güte ihrer Natur Mitleid empfinden, werden, nachdem sie mit der Gerechtigkeit ihres Urhebers vereint sind, durch so große Rechtschaffenheit gezwungen, nicht mit Mitleid gegenüber den Verworfenen bewegt zu werden. Daher gehen die Ungerechten nicht zum Los der Seligen hinüber, weil sie in ewiger Verdammnis gebunden sind, noch können die Gerechten zu den Verworfenen hinübergehen, weil sie, nun durch die Gerechtigkeit des Gerichts aufgerichtet, in keiner Weise aus irgendeinem Mitleid mit ihnen Mitleid haben.
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Hieraus kannst du ein Argument gegen die Anhänger des Origenes ableiten, die sagen, dass, da den Strafen ein Ende gesetzt werden müsse, es eine Zeit geben werde, in der die Sünder zu den Gerechten und zu Gott versammelt werden.

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(Qu. Ev. lib. ii. qu. 88.) Denn durch die Unveränderlichkeit des göttlichen Urteils wird gezeigt, dass den Menschen von den Gerechten keine Hilfe der Barmherzigkeit gewährt werden kann, selbst wenn sie sie geben wollten; wodurch er uns daran erinnert, dass die Menschen in diesem Leben denen helfen sollten, denen sie können, da sie danach, selbst wenn sie gut aufgenommen würden, denen, die sie lieben, nicht helfen könnten. Denn was geschrieben wurde, dass sie euch in ewige Wohnungen aufnehmen, wurde nicht von den Stolzen und Unbarmherzigen gesagt, sondern von denen, die sich durch ihre Werke der Barmherzigkeit Freunde gemacht haben, die die Gerechten aufnehmen, nicht als ob sie ihnen durch eigene Kraft nützten, sondern durch göttliche Zulassung.
27 Da sagte er: Dann bitte ich dich, Vater, ihn in das Haus meines Vaters zu schicken 28 -- ich habe nämlich fünf Brüder --, um sie zu warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er entgegnete: Nein, Vater Abraham! Erst wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Doch Abraham sagte zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.
22 Kommentare
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(Hom. 40. in Ev.) Als der Reiche in Flammen fand, dass ihm alle Hoffnung genommen war, wendet sich sein Sinn jenen Verwandten zu, die er zurückgelassen hatte, wie gesagt wird: Da sprach er: Ich bitte dich daher, Vater Abraham, sende ihn in das Haus meines Vaters.

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(ubi sup.) Er bittet, dass Lazarus gesandt werde, weil er sich unwürdig fühlte, Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Und da er nicht einmal erlangt hatte, für eine kleine Weile gekühlt zu werden, erwartet er viel weniger, vom Höllenfeuer befreit zu werden zur Verkündigung der Wahrheit.

Catena Aurea · Lk 16
Nun beachte seine Verworfenheit; nicht einmal inmitten seiner Qualen hält er sich an die Wahrheit. Wenn Abraham dein Vater ist, wie sagst du dann: Sende ihn zum Haus deines Vaters? Aber du hast deinen Vater nicht vergessen, denn er ist dein Verderben gewesen.

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(ut sup.) Die Herzen der Gottlosen werden manchmal durch ihre eigene Strafe zur Ausübung der Nächstenliebe gelehrt, aber vergeblich; so dass sie zwar eine besondere Liebe zu den Ihren haben, die, während sie an ihren Sünden hingen, sich selbst nicht liebten. Daher folgt: Denn ich habe fünf Brüder, damit er ihnen bezeuge, dass sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.

Catena Aurea · Lk 16
Aber es ist zu spät für den Reichen, Herr zu werden, wenn er keine Zeit mehr zum Lernen oder Lehren hat.

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(ut sup.) Und hier müssen wir bemerken, welche furchtbaren Leiden dem Reichen in den Flammen aufgehäuft werden. Denn zusätzlich zu seiner Strafe bleiben ihm Wissen und Erinnerung erhalten. Er kannte Lazarus, den er verachtete, er erinnerte sich an seine Brüder, die er zurückließ. Denn damit die Sünder in der Strafe noch mehr gestraft werden, sehen sie sowohl die Herrlichkeit derer, die sie verachtet hatten, als auch werden sie durch die Strafe derer gequält, die sie unnütz geliebt haben. Aber als der Reiche darum bittet, Lazarus zu ihnen zu senden, antwortet Abraham sogleich wie folgt: Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, die sollen sie hören.

Catena Aurea · Lk 16
(Conc. 4. de Lazaro.) Als ob er sagte: Deine Brüder liegen nicht so sehr dir am Herzen wie Gott, der sie erschaffen und ihnen Lehrer bestellt hat, um sie zu ermahnen und anzutreiben. Aber mit Mose und den Propheten meint er hier die mosaischen und prophetischen Schriften.

Catena Aurea · Lk 16
An dieser Stelle erklärt unser Herr ganz klar, dass das Alte Testament die Grundlage des Glaubens ist, wodurch er die Treulosigkeit der Juden vereitelt und die Ungerechtigkeit der Häretiker ausschließt.

Catena Aurea · Lk 16
(in Hom. 40.) Aber der, welcher die Worte Gottes verachtet hatte, nahm an, dass seine Anhänger sie nicht hören könnten. Daher wird hinzugefügt: Und er sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, würden sie Buße tun. Denn als er die Schriften hörte, verachtete er sie und hielt sie für Fabeln, und daher urteilte er nach dem, was er selbst empfand, ebenso über seine Brüder.
Catena Aurea · Lk 16
(lib. de Anima.) Aber wir werden auch noch etwas anderes gelehrt, dass nämlich die Seele des Lazarus weder um gegenwärtige Dinge besorgt ist noch auf etwas zurückblickt, was sie zurückgelassen hat, sondern der Reiche (gleichsam vom Vogelleim gefangen) auch nach dem Tod durch sein fleischliches Leben niedergehalten wird. Denn ein Mensch, der in seinem Herzen ganz fleischlich geworden ist, ist nicht einmal nach dem Ablegen seines Leibes außerhalb der Reichweite seiner Leidenschaften.

Catena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Aber bald wird dem Reichen mit den Worten der Wahrheit geantwortet; denn es folgt: Und er sprach zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, werden sie auch nicht glauben, wenn einer von den Toten aufersteht. Denn die, welche die Worte des Gesetzes verachten, werden die Gebote ihres Erlösers, der von den Toten auferstanden ist, als umso schwieriger zu erfüllen finden, je erhabener sie sind.

Catena Aurea · Lk 16
(ut sup.) Dass es aber wahr ist, dass der, welcher die Schriften nicht hört, keine Beachtung den Toten schenkt, die wieder auferstehen, haben die Juden bezeugt, die zwar einmal Lazarus töten wollten, ein andermal aber Hand an die Apostel legten, obwohl einige zur Stunde des Kreuzes von den Toten auferstanden waren. Beachte auch dies, dass jeder tote Mensch ein Diener ist, aber was auch immer die Schriften sagen, der Herr sagt es. Daher mag es sein, dass Tote wieder auferstehen und ein Engel vom Himmel herabsteigt, die Schriften sind glaubwürdiger als alles. Denn der Herr der Engel, der Herr sowohl der Lebenden als auch der Toten, ist ihr Urheber. Wenn aber Gott wüsste, dass die Auferstehung der Toten den Lebenden nützt, hätte er sie nicht unterlassen, da er doch alles zu unserem Vorteil anordnet. Wenn ferner die Toten oft wieder auferstehen würden, würde auch dies mit der Zeit missachtet werden. Und der Teufel würde auch leicht verkehrte Lehren einschleusen, indem er auch durch seine eigenen Werkzeuge eine Auferstehung ersinnt, nicht indem er wirklich die Verstorbenen auferweckt, sondern indem er durch bestimmte Täuschungen den Blick der Zuschauer täuscht oder indem er bewirkt, das heißt, einige dazu bringt, den Tod vorzutäuschen.

Catena Aurea · Lk 16
(de cura pro Mortuis habenda.) Aber jemand könnte sagen: Wenn die Toten keine Sorge für die Lebenden haben, wie bat dann der Reiche Abraham, dass er Lazarus zu seinen fünf Brüdern senden solle? Aber weil er dies sagte, wusste der Reiche deshalb, was seine Brüder taten oder in welchem Zustand sie sich damals befanden? Seine Sorge um die Lebenden war so beschaffen, dass er dennoch völlig unwissend sein konnte, was sie taten, so wie wir uns um die Toten sorgen, obwohl wir nichts von dem wissen, was sie tun. Aber wiederum erhebt sich die Frage: Woher wusste Abraham, dass Mose und die Propheten hier in ihren Büchern sind? Woher hatte er auch gewusst, dass der Reiche in Luxus gelebt hatte, Lazarus aber in Bedrängnis? Gewiss nicht, als diese Dinge zu ihren Lebzeiten geschahen, sondern bei ihrem Tod konnte er es durch die Erzählung des Lazarus erfahren, damit nicht falsch sei, was der Prophet sagt: Abraham hörte uns nicht. (Jes. 63,10.) Die Toten könnten auch etwas von den Engeln hören, die stets gegenwärtig sind bei den Dingen, die hier geschehen. Sie könnten auch einige Dinge wissen, die sie wissen mussten, nicht nur vergangene, sondern auch zukünftige, durch die Offenbarung der Kirche Gottes.

Catena Aurea · Lk 16
(Quæst. Ev. ii. qu. 38.) Aber diese Dinge können so allegorisch verstanden werden, dass wir unter dem Reichen die stolzen Juden verstehen, die die Gerechtigkeit Gottes nicht kannten und danach trachteten, ihre eigene aufzurichten. Der Purpur und das feine Leinen sind die Größe des Königreichs. Und das Reich Gottes (sagt er) wird von euch genommen werden. (Röm. 10,3.) Das üppige Gastmahl ist die Prahlerei mit dem Gesetz, dessen sie sich rühmten, indem sie es eher missbrauchten, um ihren Stolz zu schüren, als es als notwendiges Mittel zum Heil zu gebrauchen. Der Bettler aber, mit Namen Lazarus, was „unterstützt“ bedeutet, bezeichnet die Not; wie zum Beispiel ein Heide oder Zöllner, der umso mehr Erleichterung erfährt, als er weniger auf den Überfluss seiner Mittel vertraut.

Catena Aurea · Lk 16
(in Hom. 40. in Ev.) Lazarus also, voller Geschwüre, stellt figürlich das heidnische Volk dar, das, als es sich Gott zuwandte, sich nicht schämte, seine Sünden zu bekennen. Ihre Wunde war auf der Haut. Denn was ist das Bekenntnis der Sünden anderes als ein gewisses Aufbrechen von Wunden? Aber Lazarus, voller Wunden, begehrte, von den Brosamen gespeist zu werden, die vom Tisch des Reichen fielen, und niemand gab ihm; weil jenes stolze Volk es verschmähte, irgendeinen Heiden zur Kenntnis des Gesetzes zuzulassen, und Worte flossen zu ihm aus der Erkenntnis herab, wie die Brosamen vom Tisch fielen.

Catena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Aber die Hunde, welche die Geschwüre des Armen leckten, sind jene höchst gottlosen Menschen, die die Sünde liebten, die mit großer Zunge nicht aufhören, die bösen Werke zu preisen, die ein anderer verabscheut, in sich seufzend und bekennend.

Catena Aurea · Lk 16
Manchmal werden auch im heiligen Wort unter Hunden Prediger verstanden; nach jenem Wort: Damit die Zunge deiner Hunde rot werde vom Blut deiner Feinde; (Ps. 68,23. Vulg.) denn die Zunge der Hunde heilt die Wunde, während sie sie leckt; denn heilige Lehrer, wenn sie uns im Bekenntnis der Sünde unterweisen, berühren gleichsam mit der Zunge die Wunde der Seele. Der Reiche wurde in der Hölle begraben, aber Lazarus wurde von Engeln in Abrahams Schoß getragen, das heißt in jene verborgene Ruhe, von der die Wahrheit sagt: Viele werden kommen vom Osten und vom Westen und werden mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische liegen, aber die Kinder des Reiches werden in die äußere Finsternis geworfen werden. Aber von ferne erhob der Reiche seine Augen, um Lazarus zu erblicken, weil die Ungläubigen, während sie das Urteil ihrer Verdammnis erleiden, in der Tiefe liegend, ihre Augen auf gewisse Gläubige richten, die vor dem Tag des letzten Gerichts in Ruhe über ihnen verweilen, deren Seligkeit sie später keineswegs betrachten werden. Aber was sie erblicken, ist von ferne, denn dorthin können sie durch ihre Verdienste nicht gelangen. Er wird aber beschrieben, dass er hauptsächlich in seiner Zunge brennt, weil das ungläubige Volk das Wort des Gesetzes im Munde hielt, das es in seinen Taten zu halten verachtete. In dem Teil also wird ein Mensch am meisten brennen, in dem er am meisten zeigt, dass er wusste, was er zu tun sich weigerte. Nun nennt Abraham ihn seinen Sohn, den er zugleich nicht von den Qualen befreit; weil die Väter dieses ungläubigen Volkes, die beobachten, dass viele von ihrem Glauben abgewichen sind, nicht von irgendeinem Mitleid bewegt werden, sie von den Qualen zu erretten, die sie dennoch als Söhne anerkennen.

Catena Aurea · Lk 16
(Quæst. Ev. lib. ii. qu. 39.) Mit den fünf Brüdern, die er im Haus seines Vaters hat, meint er die Juden, die fünf genannt wurden, weil sie unter dem Gesetz gebunden waren, das von Mose gegeben wurde, der fünf Bücher schrieb.

Catena Aurea · Lk 16
Oder er hatte fünf Brüder, das heißt die fünf Sinne, denen er zuvor diente, und daher konnte er Lazarus nicht lieben, weil seine Brüder die Armut nicht liebten. Diese Brüder haben dich in diese Qualen geschickt, sie können nicht gerettet werden, es sei denn, sie sterben; sonst muss es notwendig sein, dass die Brüder bei ihrem Bruder wohnen. Aber warum bittest du, dass ich Lazarus senden soll? Sie haben Mose und die Propheten. Mose war der arme Lazarus, der die Armut Christi für größeren Reichtum hielt als die Schätze des Pharao. (Hebr. 11,26.) Jeremia, in die Zisterne geworfen, wurde mit dem Brot der Bedrängnis gespeist; und alle Propheten lehren jene Brüder. (Jer. 38,9.) Aber jene Brüder können nicht gerettet werden, es sei denn, einer steht von den Toten auf. Denn jene Brüder haben mich vor der Auferstehung Christi in den Tod gebracht; Er ist tot, aber jene Brüder sind auferstanden. Denn mein Auge sieht Christus, mein Ohr hört Ihn, meine Hände betasten Ihn. Aus dem Gesagten bestimmen wir den passenden Ort für Marcion und Manichäus, die das Alte Testament zerstören. Siehe, was Abraham sagt: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören. Als ob er sagte: Du tust gut daran, auf Ihn zu hoffen, der auferstehen soll; aber in ihnen spricht Christus. Wenn du sie hören willst, wirst du auch Ihn hören.

Catena Aurea · Lk 16
(in Hom. 40.) Aber das jüdische Volk, weil es verschmähte, die Worte des Mose geistig zu verstehen, kam nicht zu Dem, von dem Mose gesprochen hatte.

Catena Aurea · Lk 16
Oder aber Lazarus ist arm in dieser Welt, aber reich bei Gott; denn nicht alle Armut ist heilig, noch ist aller Reichtum niedrig, sondern wie Luxus den Reichtum entehrt, so empfiehlt Heiligkeit die Armut. Oder gibt es irgendeinen apostolischen Mann, arm an Worten, aber reich im Glauben, der den wahren Glauben bewahrt und nicht den Anhang von Worten benötigt? Einem solchen vergleiche ich den, der, oft von den Juden geschlagen, die Wunden seines Leibes gleichsam von bestimmten Hunden lecken ließ. Gesegnete Hunde, denen der Tropfen von solchen Wunden so zufällt, dass er das Herz und den Mund derer füllt, deren Aufgabe es ist, das Haus zu bewachen, die Herde zu behüten, den Wolf fernzuhalten! Und weil das Wort Brot ist, ist unser Glaube vom Wort; die Brosamen sind gleichsam bestimmte Lehren des Glaubens, das heißt die Geheimnisse der Schriften. Aber die Arianer, die das Bündnis mit königlicher Macht suchen, um die Wahrheit der Kirche anzugreifen, scheinen sie dir nicht in Purpur und feinem Leinen zu sein? Und diese, wenn sie das Nachgemachte statt der Wahrheit verteidigen, strotzen vor fließenden Reden. Der reiche Häretiker hat viele Evangelien verfasst, und der arme Glaube hat dieses eine Evangelium bewahrt, das er empfangen hatte. Die reiche Philosophie hat sich viele Götter gemacht, die arme Kirche kennt nur einen. Scheinen dir nicht jene Reichtümer arm zu sein und jene Armut reich?

Catena Aurea · Lk 16
(ubi sup.) Auch jene Geschichte kann so verstanden werden, dass wir unter Lazarus unseren Herrn verstehen; er lag am Tor des Reichen, weil er sich in der Niedrigkeit seiner Menschwerdung zu den stolzen Ohren der Juden herabließ; er begehrte, von den Brosamen gespeist zu werden, die vom Tisch des Reichen fielen, das heißt, er suchte von ihnen auch nur die geringsten Werke der Gerechtigkeit, die sie aus Stolz nicht für ihren eigenen Tisch (das heißt ihre eigene Macht) gebrauchen wollten, welche Werke, obwohl sehr gering und ohne die Disziplin der Beharrlichkeit in einem guten Leben, sie wenigstens manchmal zufällig tun konnten, wie Brosamen häufig vom Tisch fallen. Die Wunden sind die Leiden unseres Herrn, die Hunde, die sie leckten, sind die Heiden, die die Juden unrein nannten, und dennoch lecken sie mit dem süßesten Wohlgeruch der Hingabe die Leiden unseres Herrn in den Sakramenten seines Leibes und Blutes in der ganzen Welt. Abrahams Schoß wird als der verborgene Ort des Vaters verstanden, wohin unser Herr nach seiner Passion, als er wieder auferstand, aufgenommen wurde, wohin er, wie mir scheint, von den Engeln getragen wurde, weil jene Aufnahme, durch die Christus zum geheimen Ort des Vaters gelangte, die Engel den Jüngern verkündeten. Der Rest kann gemäß der früheren Erklärung verstanden werden, weil jenes gut als der geheime Ort des Vaters verstanden wird, wo sogar vor der Auferstehung die Seelen der Gerechten mit Gott leben.