Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
19 Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber namens Lazarus lag mit Geschwüren bedeckt vor seiner Tür. 21 Gern hätte er den Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Indes kamen die Hunde und leckten seine Geschwüre.
(Hom. de Div.) Er lag aus diesem Grund an seiner Tür, damit der Reiche nicht sagen konnte: Ich habe ihn nie gesehen, niemand hat es mir gesagt; denn er sah ihn sowohl beim Hinausgehen als auch beim Zurückkehren. Der Arme ist voller Geschwüre, damit er so in seinem eigenen Körper die Grausamkeit des Reichen darlege. Du siehst den Tod deines Körpers vor der Tür liegen, und du hast kein Mitleid. Wenn du die Gebote Gottes nicht beachtest, so habe wenigstens Mitleid mit deinem eigenen Zustand und fürchte, dass auch du wie er werdest. Aber Krankheit hat einen gewissen Trost, wenn sie Hilfe erhält. Wie groß war dann die Strafe in jenem Körper, in dem er bei solchen Wunden nicht den Schmerz seiner Geschwüre, sondern nur seinen Hunger bedachte; denn es folgt: begehrte, sich mit den Brosamen zu sättigen usw. Als ob er sagte: Was du von deinem Tisch wegwirfst, gib als Almosen, mache deine Verluste zum Gewinn.