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Catena Aurea · Evangelium secundum Matthaeum
156 Kommentare der Kirchenväter · 5 Versabschnitte
Matthäusevangelium 22 in der Bibel lesen1 Wiederum nahm Jesus das Wort und sprach in Gleichnissen zu ihnen: 2 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Er sandte seine Knechte aus, die Eingeladenen zur Hochzeit zu rufen. Aber sie wollten nicht kommen. 4 Da sandte er nochmals andere Knechte aus mit dem Auftrag: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet und alles ist fertig. Kommt zur Hochzeit! 5 Sie jedoch achteten nicht darauf und gingen ihrer Wege, der eine auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 6 Die Übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie. 7 Da wurde der König zornig, sandte sein Heer aus und ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt verbrennen. 8 Dann sagte er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren unwürdig. 9 Geht daher an die Straßenkreuzungen und ruft zur Hochzeit, wen immer ihr findet. 10 Da gingen die Knechte auf die Straßen hinaus und brachten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. 11 Als der König hineinging, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. 12 Da sagte er zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne ein Hochzeitsgewand? Der aber verstummte. 13 Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die Finsternis. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 14 Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.
67 Kommentare
Catena Aurea · Mt 22
(Hom. lxix.) Nachdem Er gesagt hatte: Und es wird einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt, fährt Er nun fort zu zeigen, welches Volk das ist.
Catena Aurea · Mt 22
(interlin.) Antwortete, das heißt, begegnete ihren bösen Gedanken, Ihn zu töten.

Catena Aurea · Mt 22
(de Cons. Ev. ii. 71.) Dieses Gleichnis wird nur von Matthäus erzählt. Lukas bringt ein ähnliches, aber es ist nicht dasselbe, wie die Reihenfolge zeigt.

Catena Aurea · Mt 22
(Hom. in Ev. xxxviii. 2.) Hier bezeichnet das Hochzeitsmahl die gegenwärtige Kirche; dort das Abendmahl das letzte und ewige Fest. Denn in dieses treten einige ein, die zugrunde gehen werden; in jenes wird, wer einmal eingetreten ist, niemals hinausgeworfen werden. Wenn aber jemand behaupten sollte, dass dies dieselben Lehren sind, können wir vielleicht erklären, dass jener Teil über den Gast, der ohne Hochzeitsgewand hereingekommen war, den Lukas nicht erwähnt hat, von Matthäus erzählt wurde. Dass der eine es Abendmahl, der andere Gastmahl nennt, macht keinen Unterschied; denn bei den Alten war das Gastmahl zur neunten Stunde und wurde daher oft Abendmahl genannt.
Catena Aurea · Mt 22
Das Himmelreich ist in Bezug auf den, der dort herrscht, wie ein König; in Bezug auf den, der das Reich teilt, wie ein Sohn eines Königs; in Bezug auf die Dinge, die im Reich sind, wie Diener und Gäste, und unter ihnen die Heere des Königs. Es wird angegeben: Ein Mensch, der ein König ist, damit das Gesprochene wie von einem Menschen zu Menschen geschieht und ein Mensch die Menschen regeln kann, die sich nicht von Gott regeln lassen wollen. Aber das Himmelreich wird dann aufhören, wie ein Mensch zu sein, wenn Eifer und Streit und alle anderen Leidenschaften und Sünden aufgehört haben, wir aufhören werden, nach Menschen zu wandeln, und Ihn sehen werden, wie Er ist. Denn jetzt sehen wir Ihn nicht, wie Er ist, sondern wie Er für uns in unserer Heilsordnung geworden ist.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Ein Hochzeitsmahl für Gott den Sohn, als Er Ihn im Schoße der Jungfrau mit der menschlichen Natur verband. Doch sei es ferne von uns zu schließen, dass, weil die Ehe zwischen zwei getrennten Personen stattfindet, deshalb die Person unseres Erlösers aus zwei getrennten Personen zusammengesetzt sei. Wir sagen zwar, dass Er aus zwei Naturen und in zwei Naturen existiert, aber wir halten es für unzulässig zu glauben, dass Er aus zwei Personen zusammengesetzt sei. Es ist daher sicherer zu sagen, dass das Hochzeitsmahl vom König Vater für den König Sohn bereitet wurde, als Er die heilige Kirche im Geheimnis Seiner Menschwerdung mit Sich verband. Der Schoß der jungfräulichen Mutter war das Brautgemach dieses Bräutigams.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Wenn die Auferstehung der Heiligen sein wird, dann wird das Leben, welches Christus ist, den Menschen wiederbeleben und seine Sterblichkeit in seiner eigenen Unsterblichkeit verschlingen. Denn jetzt empfangen wir den Heiligen Geist als Unterpfand der künftigen Vereinigung, dann aber werden wir Christus selbst vollkommener in uns haben.
Catena Aurea · Mt 22
Oder verstehe unter der Ehe des Bräutigams mit der Braut, das heißt Christi mit der Seele, die Annahme des Wortes, deren Frucht gute Werke sind.

Catena Aurea · Mt 22
Mit Recht hat der Vater diese Hochzeit bereits bereitet, weil diese ewige Vereinigung und Vermählung des neuen Leibes in Christus schon vollkommen ist.
Catena Aurea · Mt 22
Als die Knechte gesandt wurden, sie zu rufen, mussten sie zuvor eingeladen worden sein. Die Menschen wurden seit der Zeit Abrahams eingeladen, dem die Menschwerdung Christi verheißen wurde.

Catena Aurea · Mt 22
Er sandte seinen Knecht, zweifellos Mose, durch den Er das Gesetz gab, zu denen, die eingeladen worden waren. Wenn du aber Knechte liest, wie die meisten Handschriften haben, muss es auf die Propheten bezogen werden, durch die sie eingeladen wurden, aber es versäumten zu kommen. Unter den Knechten, die zum zweiten Mal gesandt wurden, können wir besser die Propheten als die Apostel verstehen; das heißt, wenn an erster Stelle Knecht gelesen wird; wenn aber ‚Knechte‘, dann sind unter den zweiten Knechten die Apostel zu verstehen;
Catena Aurea · Mt 22
die Er sandte, als Er zu ihnen sprach: Geht nicht auf den Weg der Heiden, sondern geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. (Mat. 10:5.)
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Die Knechte, die zuerst gesandt wurden, um die zur Hochzeit Geladenen zu rufen, sind als die Propheten zu verstehen, die das Volk durch ihre Prophezeiung zum Fest der Wiederherstellung der Kirche in Christus bekehrten. Diejenigen, die auf die erste Botschaft nicht kommen wollten, sind die, die sich weigerten, die Worte der Propheten zu hören. Die anderen, die zum zweiten Mal gesandt wurden, waren eine andere Versammlung von Propheten.

Catena Aurea · Mt 22
Oder: Die Knechte, die zuerst gesandt wurden, um die Geladenen zu rufen, sind die Apostel; diejenigen, die zuvor geladen waren und nun eingeladen werden zu kommen, sind das Volk Israel, das zuvor durch das Gesetz zu den Herrlichkeiten der Ewigkeit geladen worden war. Den Aposteln oblag es daher, die zu erinnern, die die Propheten eingeladen hatten. Die mit der zweiten Weisung Gesandten sind die apostolischen Männer, ihre Nachfolger.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Aber weil diese, die zuerst eingeladen waren, nicht zum Festmahl kommen wollten, sagt die zweite Aufforderung: Siehe, ich habe mein Mahl bereitet.

Catena Aurea · Mt 22
Das Mahl, das bereitet ist, die Ochsen und die gemästeten Tiere, die geschlachtet sind, ist entweder eine Beschreibung königlicher Pracht in Form einer Metapher, damit durch Fleischliches Geistiges verstanden werde; oder die Größe der Lehren und die vielfältige Unterweisung Gottes in Seinem Gesetz kann darunter verstanden werden.
Catena Aurea · Mt 22
Als daher der Herr den Aposteln gebot: Geht und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen, war es dieselbe Botschaft wie die hier gegebene: Ich habe mein Mahl bereitet; d. h. Ich habe den Tisch der Schrift aus dem Gesetz und den Propheten aufgetragen.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Mit den Ochsen sind die Väter des Alten Testaments bezeichnet; die durch die Duldung des Gesetzes ihre Feinde mit dem Horn leiblicher Stärke durchbohrten. Mit den gemästeten Tieren sind gemästete Tiere gemeint, denn von ‚alere‘ kommt ‚altilia‘, gleichsam ‚alitilia‘ oder ‚alita‘. Mit den gemästeten Tieren sind die Väter des Neuen Testaments gemeint; die, während sie die süße Gnade innerer Mast empfangen, durch die Schwinge der Betrachtung von irdischen Begierden zu den himmlischen Dingen erhoben werden. Er sagt daher: Meine Ochsen und meine gemästeten Tiere sind geschlachtet; soviel wie: Schaut auf die Tode der Väter, die vor euch waren, und wünscht eine Besserung eures Lebens.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Er sagt Ochsen und gemästete Tiere, nicht als ob die Ochsen nicht gemästet wären, sondern weil nicht alle Ochsen fett waren. Daher bezeichnen die gemästeten Tiere die Propheten, die mit dem Heiligen Geist erfüllt waren; die Ochsen diejenigen, die sowohl Priester als auch Propheten waren, wie Jeremia und Ezechiel; denn wie die Ochsen die Anführer der Herde sind, so sind auch die Priester die Anführer des Volkes.

Catena Aurea · Mt 22
Oder anders: Die Ochsen sind das glorreiche Heer der Märtyrer, die wie auserlesene Opfertiere für das Bekenntnis Gottes dargebracht wurden; die gemästeten Tiere sind geistliche Menschen, wie Vögel, die für den Flug mit himmlischer Nahrung gefüttert werden, damit sie andere mit der Fülle der Nahrung erfüllen, die sie gegessen haben.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Es ist zu beachten, dass bei der ersten Einladung nichts von den Ochsen oder gemästeten Tieren gesagt wurde, aber bei der zweiten wird verkündet, dass sie bereits geschlachtet sind, weil der allmächtige Gott, wenn wir Seine Worte nicht hören wollen, Beispiele gibt, damit das, was wir für unmöglich halten, für uns leicht zu überwinden wird, wenn wir hören, dass andere vor uns hindurchgegangen sind.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Das Mahl, das bereitet ist, ist der Ausspruch Gottes; und so sind die mächtigeren der Aussprüche Gottes die Ochsen; die süßen und angenehmen sind die gemästeten Tiere. Denn wenn jemand schwache Worte vorbringt, ohne Kraft und ohne starke Kraft der Vernunft, das sind die mageren Dinge; die gemästeten Tiere sind, wenn zur Begründung jedes Satzes viele Beispiele vorgebracht werden, gestützt auf vernünftige Beweise. Zum Beispiel, wenn jemand über die Keuschheit spricht, könnte sie wohl durch die Turteltaube dargestellt werden; aber sollte er dieselbe heilige Rede voll vernünftiger Beweise aus der Schrift vorbringen, so dass er den Geist seines Hörers erfreut und stärkt, dann bringt er die gemästete Taube.
Catena Aurea · Mt 22
Dass Er sagt: Und alles ist nun bereit, bedeutet, dass alles, was zum Heil erforderlich ist, bereits in den Schriften erfüllt ist; dort können die Unwissenden Belehrung finden; die Eigensinnigen können von Schrecken lesen; wer in Schwierigkeiten ist, kann dort Verheißungen finden, die ihn zur Tätigkeit anregen.
Catena Aurea · Mt 22
(interlin.) Oder: Alles ist nun bereit, d. h. der Eingang in das Reich, der bisher verschlossen war, ist nun bereit durch den Glauben an Meine Menschwerdung.
Catena Aurea · Mt 22
(non occ. sed vid. Gloss. ord.) Oder Er sagt: Alles ist nun bereit, was zum Geheimnis des Leidens des Herrn und unserer Erlösung gehört. Er sagt: Kommt zur Hochzeit, nicht mit euren Füßen, sondern mit Glauben und gutem Wandel. Aber sie machten sich darüber lustig; warum sie das taten, zeigt Er, wenn Er hinzufügt: Und sie gingen ihres Weges, einer auf seinen Acker, ein anderer auf seine Handelsgeschäfte.

Catena Aurea · Mt 22
Diese Beschäftigungen scheinen völlig vernünftig zu sein; aber wir lernen daraus, dass wir, wie notwendig auch immer die Dinge sein mögen, die unsere Zeit in Anspruch nehmen, geistliche Dinge allem anderen vorziehen sollten. Doch mir scheint, dass sie diese Verpflichtungen nur als Deckmantel für ihre Missachtung der Einladung vorschützten.

Catena Aurea · Mt 22
Denn die Menschen sind vom weltlichen Ehrgeiz wie von einem Landgut in Anspruch genommen; und viele sind aus Habgier in den Handel verstrickt.
Catena Aurea · Mt 22
Oder anders; wenn wir mit der Arbeit unserer Hände beschäftigt sind, zum Beispiel unseren Acker oder unseren Weinberg bestellen oder irgendein Holz- oder Eisenwerk verrichten, scheinen wir mit unserem Landgut beschäftigt zu sein; jede andere Art des Gelderwerbs ohne Handarbeit wird hier Handel genannt. O höchst elende Welt! und elend seid ihr, die ihr ihr folgt! Die Bestrebungen dieser Welt haben die Menschen stets vom Leben ausgeschlossen.

Catena Aurea · Mt 22
Wer also auf irdische Geschäfte bedacht ist oder den Tätigkeiten dieser Welt ergeben ist und vorgibt, über das Geheimnis des Leidens des Herrn nachzusinnen und demgemäß zu leben, der ist es, der sich weigert, zum Hochzeitsmahl des Königs zu kommen, unter dem Vorwand, auf sein Landgut oder zu seinem Handel zu gehen. Ja oft, was schlimmer ist, werden einige, die berufen sind, nicht nur zu Verächtern der Gnade, sondern zu Verfolgern. Und die Übrigen ergriffen seine Knechte, misshandelten sie und töteten sie.
Catena Aurea · Mt 22
Oder mit dem Geschäft eines Landguts bezeichnet Er die jüdische Menge, die durch die Freuden dieser Welt von Christus getrennt wurde; mit der Ausrede des Handels die Priester und anderen Diener des Tempels, die, durch Gewinnsucht zum Dienst am Gesetz und am Tempel gekommen, durch Habsucht vom Glauben ausgeschlossen wurden. Von diesen sagte Er nicht: ‚Sie waren voll Neid‘, sondern: Sie machten sich nichts daraus. Denn die, die aus Hass und Groll Christus kreuzigten, sind die, die voll Neid waren; die aber, die in Geschäfte verstrickt nicht an Ihn glaubten, werden nicht als voll Neid bezeichnet, sondern als solche, die sich nichts daraus machten. Der Herr schweigt über seinen eigenen Tod, weil Er in dem vorhergehenden Gleichnis davon gesprochen hatte, aber Er zeigt den Tod seiner Jünger an, die die Juden nach seiner Himmelfahrt töteten, indem sie Stephanus steinigten und Jakobus, den Sohn des Alphäus, hinrichteten, weswegen Jerusalem von den Römern zerstört wurde. Und es ist zu beachten, dass Zorn Gott bildlich und nicht eigentlich zugeschrieben wird; Er wird dann zornig genannt, wenn Er straft.

Catena Aurea · Mt 22
Als Er Werke der Barmherzigkeit tat und zu seinem Hochzeitsmahl einlud, wurde Er ein Mensch genannt; (homini regi) jetzt aber, da Er zur Vergeltung kommt, wird der Mensch weggelassen, und Er wird nur ein König genannt.
Catena Aurea · Mt 22
Die da sündigen gegen den Gott des Gesetzes und der Propheten und der ganzen Schöpfung, sollen erklären, ob der, der hier Mensch genannt wird und zornig genannt wird, tatsächlich der Vater selbst ist. Wenn sie das zugeben, werden sie gezwungen sein einzuräumen, dass vieles von Ihm gesagt wird, was auf die leidensfähige Natur des Menschen zutrifft; nicht weil Er Leidenschaften hat, sondern weil Er uns nach Art der leidensfähigen menschlichen Natur dargestellt wird. So verstehen wir den Zorn Gottes, die Reue und die anderen Dinge ähnlicher Art bei den Propheten.

Catena Aurea · Mt 22
Unter seinen Heeren verstehen wir die Römer unter Vespasian und Titus, die, nachdem sie die Einwohner Judäas niedergemetzelt hatten, die treulose Stadt in Asche legten.
Catena Aurea · Mt 22
Das römische Heer wird Gottes Heer genannt; denn Die Erde ist des Herrn und ihre Fülle; (Ps. 24:1.) und die Römer wären nicht nach Jerusalem gekommen, wenn der Herr sie nicht dorthin aufgestachelt hätte.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Oder: Die Heere unseres Königs sind die Legionen seiner Engel. Er soll also seine Heere gesandt und jene Mörder vernichtet haben, weil alles Gericht an den Menschen durch die Engel vollzogen wird. Er vernichtet jene Mörder, wenn Er die Verfolger ausrottet; und verbrennt ihre Stadt, weil nicht nur ihre Seelen, sondern auch der Leib aus Fleisch, den sie bewohnt hatten, im ewigen Feuer der Hölle gequält wird.
Catena Aurea · Mt 22
Oder die Stadt jener Bösen ist in jeder Lehre die Versammlung derer, die in der Weisheit der Herrscher dieser Welt zusammenkommen; die der König in Brand setzt und zerstört, da sie aus bösen Gebäuden besteht.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Wenn Er aber sieht, dass seine Einladung verachtet wird, will Er das Hochzeitsmahl seines Sohnes nicht leer lassen; das Wort Gottes wird finden, wo es sich aufhalten kann.
Catena Aurea · Mt 22
Er sagt zu seinen Knechten, das heißt zu den Aposteln; oder zu den Engeln, die über die Berufung der Heiden gesetzt waren: Das Hochzeitsmahl ist bereit.
Catena Aurea · Mt 22
Das heißt, das ganze Sakrament der menschlichen Heilsordnung ist vollendet und abgeschlossen. Die aber, die geladen waren, (Rom. 10:3.) das heißt die Juden, waren nicht würdig, weil sie, unwissend über die Gerechtigkeit Gottes und bemüht, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen haben. Nachdem also das jüdische Volk verworfen war, wurde das heidnische Volk zum Hochzeitsmahl aufgenommen; daher folgt: Geht hinaus auf die Kreuzungen der Straßen, und so viele ihr findet, ladet zur Hochzeit.

Catena Aurea · Mt 22
Denn das heidnische Volk war nicht auf den Straßen, sondern auf den Kreuzungen der Straßen.
Catena Aurea · Mt 22
Dies sind die Irrtümer der Heiden.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Die Straßen sind alle Berufsstände dieser Welt, wie Philosophie, Soldatentum und dergleichen. Und deshalb sagt Er: Geht hinaus auf die Kreuzungen der Straßen, damit sie Menschen jeden Standes zum Glauben rufen. Wie ferner die Keuschheit der Weg ist, der zu Gott führt, so ist die Unzucht der Weg, der zum Teufel führt; und so ist es bei den anderen Tugenden und Lastern. So befiehlt Er ihnen, Menschen jeden Berufs oder Standes zum Glauben einzuladen.

Catena Aurea · Mt 22
Unter der Straße ist auch die Zeit dieser Welt zu verstehen, und sie werden deshalb geheißen, zu den Kreuzungen der Straßen zu gehen, weil die Vergangenheit allen vergeben wird.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Oder anders; in der Heiligen Schrift wird Weg für Handlungen genommen; so dass wir unter den Kreuzungen der Wege das Versagen im Handeln verstehen, denn diejenigen kommen gewöhnlich bereitwillig zu Gott, die wenig Erfolg in weltlichen Handlungen hatten.
Catena Aurea · Mt 22
Oder anders; ich vermute, dass diese erste Einladung zur Hochzeit eine Einladung einiger der edleren Geister war. Denn Gott wollte, dass vor allen die zum Fest der göttlichen Worte kommen, die von bereitwilligerem Verstand sind, sie zu verstehen; und da die, die so sind, zögern, zu dieser Art von Einladung zu kommen, werden andere Knechte gesandt, um sie zum Kommen zu bewegen und zu versprechen, dass sie das Mahl bereitet finden werden. Denn wie in den leiblichen Dingen eine die Braut ist, andere die Einladenden zum Fest, und die Geladenen wieder andere sind; so kennt Gott die verschiedenen Ränge der Seelen und ihre Kräfte und die Gründe, warum diese in den Stand der Braut aufgenommen werden, andere in den Rang der Knechte, die rufen, und andere unter die Zahl derer, die als Gäste geladen sind. Die aber, die so besonders eingeladen worden waren, verachteten die ersten Einladenden als arm an Verstand und gingen ihres Weges, ihren eigenen Neigungen folgend, da sie an ihnen mehr Gefallen fanden als an dem, was der König durch seine Knechte versprach. Doch sind diese noch verzeihlicher als die, die die zu ihnen gesandten Knechte misshandeln und töten; das heißt die, die mit Waffen streitsüchtiger Worte die gesandten Knechte kühn angreifen, die unfähig sind, ihre spitzfindigen Schwierigkeiten zu lösen, und die von ihnen misshandelt oder getötet werden. Die Knechte, die hinausgehen, sind entweder die Apostel Christi, die von Judäa und Jerusalem ausgehen, oder die heiligen Engel aus den inneren Welten, und sie gehen zu den verschiedenen Wegen verschiedener Sitten und sammeln zusammen, wen auch immer sie finden, ohne sich darum zu kümmern, ob sie vor ihrer Berufung gut oder böse waren. Unter den Guten hier können wir einfach die Demütigeren und Aufrechteren derer verstehen, die zur Anbetung Gottes kommen, denen zustimmt, was der Apostel sagt: Wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur aus tun, was das Gesetz enthält, sind sie sich selbst ein Gesetz. (Rom. 2:14.)

Catena Aurea · Mt 22
Denn unter den Heiden selbst gibt es einen unendlichen Unterschied; die einen sind mehr zum Laster geneigt, die anderen mit unverderbteren und tugendhafteren Sitten ausgestattet.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Oder: Er meint, dass in dieser gegenwärtigen Kirche nichts Schlechtes ohne Gutes sein kann, noch Gutes ohne Schlechtes. Der ist nicht gut, der sich weigert, die Schlechten zu ertragen.
Catena Aurea · Mt 22
Das Hochzeitsmahl Christi und der Kirche wird gefüllt, wenn die, welche von den Aposteln gefunden wurden, nachdem sie Gott wiedergegeben sind, sich zum Mahl niederlassen. Da es sich aber geziemte, dass sowohl Böse als auch Gute gerufen werden, nicht damit die Bösen böse bleiben, sondern damit sie die für die Hochzeit unpassenden Gewänder ablegen und die Hochzeitsgewänder anziehen, nämlich das Erbarmen und die Güte, deshalb geht der König hinaus, um zu sehen, wie sie sich niedergelassen haben, bevor das Mahl vor ihnen aufgetragen wird, damit die festgehalten werden, die das Hochzeitsgewand tragen, an dem er Wohlgefallen hat, und damit er die Gegenteiligen verurteile.
Catena Aurea · Mt 22
Der König kam herein, um die Gäste zu sehen; nicht als ob es einen Ort gäbe, wo er nicht ist; sondern wo er richten will, dort wird er gegenwärtig genannt; wo er nicht will, dort scheint er abwesend zu sein. Der Tag seines Kommens, um zu schauen, ist der Tag des Gerichts, an dem er die Christen besuchen wird, die am Tisch der Schriften sitzen.
Catena Aurea · Mt 22
Als er aber hereinkam, fand er dort einen, der sein altes Verhalten nicht abgelegt hatte; er sah dort einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand trug. Er spricht von einem einzigen, weil alle, die nach dem Glauben weiterhin jener Bosheit dienen, die sie vor dem Glauben hatten, nur von einer Art sind.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Was sollen wir unter dem Hochzeitsgewand verstehen, wenn nicht die Liebe? Denn diese trug der Herr, als er kam, um die Kirche mit sich zu vermählen. Derjenige geht also zum Hochzeitsmahl hinein, aber ohne das Hochzeitsgewand, der den Glauben an die Kirche hat, aber nicht die Liebe.

Catena Aurea · Mt 22
(cont. Faust. xxii. 19.) Oder: Er geht ohne Gewand zum Mahl, der das Seine sucht und nicht die Ehre des Bräutigams.

Catena Aurea · Mt 22
Oder: Das Hochzeitsgewand ist die Gnade des Heiligen Geistes und die Reinheit jener himmlischen Gesinnung, die, angenommen beim Bekenntnis einer guten Untersuchung, für die Gemeinschaft des Himmelreiches rein und unbefleckt bewahrt werden soll.

Catena Aurea · Mt 22
Oder: Das Hochzeitsgewand sind die Gebote des Herrn und die Werke, die unter dem Gesetz und dem Evangelium getan werden und die Bekleidung des neuen Menschen bilden. Wer immer im christlichen Leib am Tag des Gerichts gefunden wird, diese nicht zu haben, wird sogleich verurteilt. Er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, ohne ein Hochzeitsgewand zu haben? Er nennt ihn Freund, weil er als Freund durch den Glauben zur Hochzeit eingeladen war; aber er klagt ihn des Mangels an Anstand an, weil er durch sein schmutziges Gewand die Eleganz des Hochzeitsmahls verunreinigt.
Catena Aurea · Mt 22
Und da der, welcher in Sünde ist und den Herrn Jesus Christus nicht angezogen hat, keine Entschuldigung hat, folgt: Aber er verstummte.

Catena Aurea · Mt 22
Denn an jenem Tag wird kein Raum für prahlerisches Benehmen sein, noch Macht der Verleugnung, wenn alle Engel und die Welt selbst gegen den Sünder Zeugnis ablegen.
Catena Aurea · Mt 22
Wer so das Hochzeitsmahl beleidigt hat, wird nicht nur von dort hinausgeworfen, sondern außerdem von den Dienern des Königs, die über seine Gefängnisse gesetzt sind, gefesselt von jener Kraft zu gehen, die er nicht nutzte, um zu irgendeinem Guten zu gehen, und jener Kraft, seine Hand auszustrecken, mit der er kein Werk für irgendein Gutes erfüllt hatte; und er wird an einen Ort verurteilt, von dem alles Licht verbannt ist, der äußere Finsternis genannt wird.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Die Hände und Füße werden dann durch ein strenges Urteil gebunden, die sich zuvor weigerten, durch Lebensbesserung von bösen Taten gebunden zu werden. Oder die Strafe bindet die, welche die Sünde zuvor von guten Werken gebunden hatte.

Catena Aurea · Mt 22
(de Trin. xi. 6.) Die Bande böser und verdorbener Begierden sind die Ketten, die den binden, der verdient, in die äußere Finsternis geworfen zu werden.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Durch innere Finsternis drücken wir Blindheit des Herzens aus; äußere Finsternis bezeichnet die ewige Nacht der Verdammnis.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: Es weist auf den Unterschied der den Sündern auferlegten Strafe hin. Die äußere Finsternis ist die tiefste, die innere Finsternis die geringere, gleichsam die Randbezirke des Ortes.

Catena Aurea · Mt 22
Durch eine vom Körper entlehnte Metapher wird mit: dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, die Größe der Qualen gezeigt. Das Binden der Hände und Füße sowie das Weinen der Augen und das Zähneknirschen versteht als Beweis für die Wahrheit der Auferstehung des Leibes.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Dort werden jene Zähne knirschen, die sich hier an Völlerei erfreuten; dort werden jene Augen weinen, die hier in unerlaubter Begierde umherschweiften; jedes Glied wird dort seine eigene Strafe haben, das hier Sklave seines eigenen Lasters war.

Catena Aurea · Mt 22
Und weil bei der Hochzeit und dem Mahl das Wichtigste das Ende und nicht der Anfang ist, fügt er hinzu: Denn viele sind gerufen, aber wenige auserwählt.

Catena Aurea · Mt 22
Denn alle ohne Ausnahme einzuladen ist eine Freundlichkeit allgemeinen Wohlwollens; aber aus den Eingeladenen oder Gerufenen wird die Auswahl nach Verdienst durch Unterscheidung sein.

Catena Aurea · Mt 22
(ubi sup.) Denn manche beginnen nie einen guten Weg, und manche verharren nie in dem guten Weg, den sie begonnen haben. Die Sorge eines jeden um sich selbst sei im Verhältnis zu seiner Unkenntnis dessen, was noch kommen wird.
Catena Aurea · Mt 22
Oder anders; Wann immer Gott seine Kirche prüfen will, tritt Er in sie ein, um die Gäste zu sehen; und wenn Er einen findet, der das Hochzeitsgewand nicht trägt, fragt Er ihn: Wie bist du denn ein Christ geworden, wenn du diese Werke vernachlässigst? Einen solchen übergibt Christus seinen Dienern, das heißt den verführerischen Führern, die seine Hände binden, das heißt seine Werke, und seine Füße, das heißt die Regungen seines Geistes, und werfen ihn in die Finsternis, das heißt in die Irrtümer der Heiden oder der Juden oder in die Häresie. Die nähere Finsternis ist die der Heiden, denn sie haben die Wahrheit nie gehört, die sie verachten; die äußere Finsternis ist die der Juden, die gehört haben, aber nicht glauben; die äußerste ist die der Häretiker, die gehört und gelernt haben.
15 Darauf gingen die Pharisäer hin und beratschlagten, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten. 16 Sie schickten ihre Schüler mit den Anhängern des Herodes zu ihm. Sie sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes wahrheitsgemäß lehrst und nach niemandem fragst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. 17 Sage uns nun: Was meinst du, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht? 18 Jesus aber kannte ihre Bosheit und sagte: Was stellt ihr mir eine Falle, ihr Heuchler? 19 Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. 20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist dies? 21 Sie antworteten: Des Kaisers. Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 22 Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen weg.
19 KommentareCatena Aurea · Mt 22
Wie wenn einer einen Strom fließenden Wassers aufstauen will, sobald ein Auslass verschlossen ist, bahnt er sich einen anderen Kanal; so sucht die Bosheit der Juden, auf der einen Seite vereitelt, sich einen anderen Weg. Da gingen die Pharisäer; gingen zu den Herodianern. Wie der Plan war, so waren die Planer; Sie senden zu Ihm ihre Jünger mit den Herodianern.
Catena Aurea · Mt 22
(ord.) Die, da sie Ihm unbekannt waren, eher geeignet waren, Ihn zu umgarnen, und so könnten sie Ihn durch sie ergreifen, was sie aus Furcht vor dem Volk nicht selbst zu tun wagten.

Catena Aurea · Mt 22
Kürzlich unter Kaiser Augustus war Judäa, das den Römern unterworfen war, tributpflichtig gemacht worden, als die Volkszählung der ganzen Welt stattfand; und es gab eine große Spaltung unter dem Volk, einige sagten, dass Tribut an die Römer gezahlt werden müsse als Gegenleistung für die Sicherheit und Ruhe, die ihre Waffen für alle aufrechterhielten. Die Pharisäer hingegen, selbstzufrieden in ihrer eigenen Gerechtigkeit, behaupteten, dass das Volk Gottes, das den Zehnten zahlte und die Erstlingsfrüchte gab und all die anderen Dinge tat, die im Gesetz geschrieben stehen, nicht menschlichen Gesetzen unterworfen sein dürfe. Aber Augustus hatte den Juden als König Herodes gegeben, den Sohn des Antipater, einen Fremden und Proselyten; er sollte den Tribut einziehen, doch der römischen Herrschaft unterworfen sein. Die Pharisäer senden daher ihre Jünger mit den Herodianern, das heißt mit den Soldaten des Herodes, oder denen, die die Pharisäer spöttisch Herodianer nannten, weil sie den Römern Tribut zahlten und nicht der Verehrung Gottes ergeben waren.

Catena Aurea · Mt 22
(Hom. lxx.) Sie senden ihre Jünger und die Soldaten des Herodes zusammen, damit, welche Meinung Er auch äußern würde, sie getadelt werden könnte. Doch hätten sie es lieber gesehen, wenn Er etwas gegen die Herodianer gesagt hätte; denn da sie selbst aus Furcht vor dem Volk nicht Hand an Ihn legen wollten, suchten sie Ihn durch seine Verpflichtung zur Tributzahlung in Gefahr zu bringen.
Catena Aurea · Mt 22
Dies ist die gewöhnlichste Handlung der Heuchler, die zu loben, die sie verderben wollen. So brechen diese in Lobpreisungen über Ihn aus und sagen: Meister, wir wissen, dass Du wahrhaftig bist. Sie nennen Ihn Meister, damit Er, durch diesen Schein von Ehre und Achtung getäuscht, in Einfalt ihnen sein ganzes Herz öffne, als suchten sie Ihn als Jünger zu gewinnen.
Catena Aurea · Mt 22
(non occ.) Es gibt drei Weisen, in denen es möglich ist, dass einer die Wahrheit nicht lehrt. Erstens auf Seiten des Lehrers, der entweder die Wahrheit nicht kennt oder nicht liebt; dagegen sagen sie: Wir wissen, dass Du wahrhaftig bist. Zweitens auf Seiten Gottes: es gibt einige, die, alle Furcht vor Ihm beiseitesetzend, die Wahrheit, die sie über Ihn kennen, nicht aufrichtig verkünden; um dies auszuschließen, sagen sie: Und lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. Drittens auf Seiten des Nächsten, wenn jemand aus Furcht oder Zuneigung die Wahrheit zurückhält; um dies auszuschließen, sagen sie: Und kümmerst dich um niemand, denn Du siehst nicht auf die Person des Menschen.

Catena Aurea · Mt 22
Dies war eine versteckte Anspielung auf Herodes und Cäsar.

Catena Aurea · Mt 22
Diese glatte und trügerische Frage war eine Art Herausforderung an den Antwortenden, Gott mehr zu fürchten als den Cäsar, und sogleich sagen sie: Sage uns daher, was denkst Du? Ist es erlaubt, dem Cäsar Tribut zu zahlen oder nicht? Sollte Er sagen, der Tribut dürfe nicht gezahlt werden, würden die Herodianer Ihn sofort als eine dem Kaiser feindlich gesinnte Person anklagen.

Catena Aurea · Mt 22
Sie wussten, dass gewisse Leute zuvor eben dafür den Tod erlitten hatten, als Aufrührer gegen die Römer, daher suchten sie durch solche Rede Ihn in denselben Verdacht zu bringen.
Catena Aurea · Mt 22
Er gibt eine Antwort, die nicht dem glatten Ton ihrer Anrede entspricht, sondern hart, passend zu ihren grausamen Gedanken; denn Gott antwortet den Herzen der Menschen, nicht ihren Worten.

Catena Aurea · Mt 22
Dies ist die erste Vortrefflichkeit des Antwortenden, dass Er die Gedanken seiner Prüfer erkennt und sie nicht Jünger, sondern Versucher nennt. Ein Heuchler ist, wer eines ist und sich als ein anderes ausgibt.
Catena Aurea · Mt 22
Er nennt sie daher Heuchler, damit sie, da sie Ihn als Kenner der Menschenherzen sehen, nicht kühn genug seien, ihren Plan durchzuführen. Beachte, wie die Pharisäer schön redeten, um Ihn zu vernichten, aber Jesus sie beschämte, um sie zu retten; denn Gottes Zorn ist für den Menschen nützlicher als die Gunst des Menschen.

Catena Aurea · Mt 22
Die Weisheit handelt immer weise, und so werden die Versucher am besten aus ihren eigenen Worten widerlegt; daher folgt: Zeigt mir die Tributmünze; und sie brachten Ihm einen Denar. Dies war eine Münze, die zehn Sesterzen gleichgesetzt wurde und das Bild des Cäsar trug. Diejenigen, die meinen, der Heiland frage, weil Er unwissend sei, sollen aus der vorliegenden Stelle lernen, dass es nicht so ist, denn jedenfalls muss Jesus gewusst haben, wessen Bild auf der Münze war. Sie sagen zu Ihm: Des Cäsar; nicht des Augustus, sondern des Tiberius, unter dem auch der Herr litt. Alle römischen Kaiser wurden Cäsar genannt, nach Caius Cäsar, der zuerst die höchste Macht ergriff. Gebt daher dem Cäsar, was des Cäsar ist; d. h. die Münze, den Tribut oder das Geld.

Catena Aurea · Mt 22
Denn wenn nichts, was des Cäsar ist, bei uns bleibt, werden wir nicht durch die Bedingung gebunden sein, ihm das Seine zu geben; aber wenn wir uns auf das Seine stützen, wenn wir die rechtmäßige Schutzmacht seiner Gewalt in Anspruch nehmen, können wir es nicht als Unrecht beklagen, wenn von uns verlangt wird, dem Cäsar zu geben, was des Cäsar ist.

Catena Aurea · Mt 22
Wenn du aber dieses Gebot hörst, dem Cäsar zu geben, was des Cäsar ist, so wisse, dass nur solche Dinge gemeint sind, die in nichts der Religion entgegenstehen; wenn es solche gibt, sind sie nicht mehr des Cäsar, sondern des Teufels Tribut. Und damit sie nicht sagen könnten, Er mache sie den Menschen untertan, fügt Er hinzu: Und Gott, was Gottes ist.

Catena Aurea · Mt 22
Das heißt: Zehnten, Erstlingsfrüchte, Opfergaben und Opfertiere; wie der Herr selbst dem Cäsar Tribut zahlte, sowohl für sich als auch für Petrus; und auch Gott gab, was Gottes ist, indem Er den Willen seines Vaters tat.

Catena Aurea · Mt 22
Es ziemt sich auch für uns, Gott zu geben, was sein ist, nämlich Leib, Seele und Willen. Denn die Münze des Cäsar ist im Gold, in dem sein Bild eingeprägt war, das heißt die Münze Gottes, auf die das göttliche Bild geprägt ist; gib daher dein Geld dem Cäsar, aber bewahre ein Gewissen ohne Anstoß für Gott.
Catena Aurea · Mt 22
Von dieser Stelle lernen wir durch das Beispiel des Heilands, uns nicht von den Dingen verlocken zu lassen, die viele Stimmen für sich haben und daher berühmt erscheinen, sondern uns eher denen zuzuneigen, die nach einer gewissen Methode der Vernunft gesprochen werden. Wir können diese Stelle aber auch moralisch verstehen, dass wir dem Leib einiges als Tribut an den Cäsar geben sollen, das heißt das Notwendige. Und solche Dinge, die der Natur unserer Seele entsprechen, das heißt solche, die zur Tugend führen, sollen wir Gott darbringen. Diejenigen also, die ohne jede Mäßigung das Gesetz Gottes einschärfen und uns befehlen, uns nicht um die Dinge zu kümmern, die der Leib benötigt, sind die Pharisäer, die verboten, dem Cäsar Tribut zu zahlen, die die Ehe verboten und geboten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat. (1 Tim. 4:3.) Diejenigen hingegen, die dem Leib zu viel Nachsicht gewähren, sind die Herodianer. Aber unser Heiland wollte weder, dass die Tugend durch unmäßige Hingabe an das Fleisch geschwächt werde, noch dass unsere fleischliche Natur durch unsere unablässigen Bemühungen um die Tugend unterdrückt werde. Oder der Fürst dieser Welt, das heißt der Teufel, wird Cäsar genannt; und wir können Gott nicht geben, was Gottes ist, wenn wir nicht zuerst diesem Fürsten alles gegeben haben, was sein ist, das heißt alle Bosheit abgelegt haben. Dies aber lasst uns von dieser Stelle lernen, dass wir denen, die uns versuchen, weder völlig schweigen noch offen antworten sollen, sondern mit Vorsicht, um jede Gelegenheit denen abzuschneiden, die Gelegenheit bei uns suchen, und untadelig die Dinge lehren, die die retten können, die gerettet werden wollen.

Catena Aurea · Mt 22
Diejenigen, die hätten glauben sollen, staunten nur über seine große Weisheit, dass ihre List kein Mittel gefunden hatte, ihn zu fangen; daher folgt: Als sie diese Worte gehört hatten, verwunderten sie sich, verließen ihn und gingen ihres Weges, wobei sie ihren Unglauben und ihr Staunen zugleich mit sich trugen.
23 An jenem Tag kamen zu ihm Sadduzäer, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn: 24 Meister, Mose hat gesagt: Wenn jemand ohne Kinder stirbt, dann soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. 25 Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb und da er keine Kinder hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. 26 Ebenso der zweite und der dritte bis zum siebten. 27 Zuletzt aber von allen starb die Frau. 28 Welchem von den sieben wird sie nun bei der Auferstehung als Frau angehören? Alle haben sie ja gehabt. 29 Jesus antwortete: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften kennt noch die Macht Gottes. 30 Denn bei der Auferstehung heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie die Engel im Himmel. 31 Was aber die Auferstehung der Toten angeht: Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist: 32 Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. 33 Als die Volksscharen dies hörten, waren sie außer sich über seine Lehre.
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Catena Aurea · Mt 22
Nachdem die Jünger der Pharisäer mit den Herodianern so widerlegt worden waren, traten als Nächste die Sadduzäer auf, obwohl die Niederlage derer vor ihnen sie hätte zurückhalten müssen. Aber Anmaßung ist schamlos, hartnäckig und bereit, Unmögliches zu versuchen. Daher drückt der Evangelist, verwundert über ihre Torheit, dies aus mit den Worten: Am selben Tag kamen zu ihm die Sadduzäer.
Catena Aurea · Mt 22
Sobald die Pharisäer fort waren, kamen die Sadduzäer; vielleicht mit derselben Absicht, denn unter ihnen herrschte ein Streit darüber, wer der Erste sein sollte, ihn zu ergreifen. Oder wenn sie ihn durch Argumente nicht überwinden könnten, so könnten sie doch wenigstens durch Beharrlichkeit seinen Verstand erschöpfen.

Catena Aurea · Mt 22
Es gab zwei Sekten unter den Juden, die Pharisäer und die Sadduzäer; die Pharisäer gaben vor, die Gerechtigkeit der Traditionen und Observanzen zu besitzen, weshalb sie vom Volk ‚Abgesonderte‘ genannt wurden. Die Sadduzäer (das Wort wird als ‚gerecht‘ ausgelegt) gaben sich ebenfalls für etwas aus, was sie nicht waren; und während die Ersteren an die Auferstehung von Leib und Seele glaubten und sowohl Engel als auch Geist bekannten, leugneten diese alles gemäß der Apostelgeschichte, wie es auch hier heißt: die sagen, dass es keine Auferstehung gibt. (Apg 23,8.)
Catena Aurea · Mt 22
Sie leugneten nicht nur die Auferstehung des Leibes, sondern nahmen auch die Unsterblichkeit der Seele weg.
Catena Aurea · Mt 22
Denn als der Teufel sich außerstande sah, die Religion Gottes völlig zu vernichten, führte er die Sekte der Sadduzäer ein, die die Auferstehung der Toten leugnete und so jeden Vorsatz eines gerechten Lebens niederriss; denn wer würde den täglichen Kampf gegen sich selbst ertragen, wenn er nicht auf die Hoffnung der Auferstehung blickte?

Catena Aurea · Mt 22
(Mor. xiv. 55.) Aber es gibt solche, die, wenn sie beobachten, dass der Geist vom Körper gelöst wird, dass das Fleisch der Verwesung anheimfällt, dass die Verwesung zu Staub wird und dass der Staub wieder in die Elemente aufgelöst wird, so dass er für menschliche Augen unsichtbar ist, an der Möglichkeit einer Auferstehung verzweifeln, und während sie auf die trockenen Gebeine schauen, bezweifeln, dass sie mit Fleisch bekleidet und erneut zum Leben erweckt werden können.

Catena Aurea · Mt 22
(Enchir. 88.) Aber jene irdische Materie, aus der das Fleisch der Menschen gemacht ist, vergeht nicht vor Gott; sondern in welchen Staub oder welche Asche auch immer sie aufgelöst, in welche Gase oder Dämpfe auch immer sie zerstreut, in welche anderen Körper auch immer sie eingegliedert, ob sie in die Elemente aufgelöst oder zur Nahrung oder zum Teil des Fleisches von Tieren oder Menschen geworden ist, dennoch wird sie in einem Augenblick der Zeit jener menschlichen Seele wiederhergestellt, die sie zuerst belebte, so dass sie Mensch wurde, lebte und wuchs.
Catena Aurea · Mt 22
Aber die Sadduzäer meinten, sie hätten nun ein höchst überzeugendes Argument für ihren Irrtum entdeckt.

Catena Aurea · Mt 22
(non occ.) Denn weil der Tod den Juden, die alles für das gegenwärtige Leben taten, als ein reines Übel erschien, ordnete Moses an, dass die Frau eines Mannes, der ohne Söhne starb, seinem Bruder gegeben werden sollte, damit dem Toten durch seinen Bruder ein Sohn geboren würde und sein Name nicht unterginge, was eine gewisse Linderung des Todes war. Und niemand außer einem Bruder oder Verwandten wurde befohlen, die Frau des Toten zu nehmen; sonst hätte das geborene Kind nicht als Sohn des Toten gegolten; und auch weil ein Fremder kein Interesse daran haben konnte, das Haus des Verstorbenen zu erhalten, wie es ein Bruder hatte, den seine Verwandtschaft dazu verpflichtete.

Catena Aurea · Mt 22
Da sie nicht an die Auferstehung des Leibes glaubten und annahmen, dass die Seele mit dem Leib zugrunde gehe, erdichten sie dementsprechend eine Fabel, um die Torheit des Glaubens an eine Auferstehung darzulegen. So bringen sie eine niedrige Erdichtung vor, um die Wahrheit der Auferstehung zu stürzen, und schließen mit der Frage: In der Auferstehung, wessen Frau wird sie sein? Obwohl es sein könnte, dass ein solcher Fall in ihrer Nation wirklich vorkam.

Catena Aurea · Mt 22
(Quæst. Ev. i, 32.) Mystisch: Unter diesen sieben Brüdern werden die Gottlosen verstanden, die in allen sieben Zeitaltern der Welt, während derer diese Erde besteht, keine Frucht der Gerechtigkeit auf Erden bringen konnten; denn danach wird auch diese Erde vergehen, durch die alle jene sieben unfruchtbar dahingingen.
Catena Aurea · Mt 22
Weise überführt Er sie zuerst der Torheit, dass sie nicht lasen; und danach der Unwissenheit, dass sie Gott nicht kannten. Denn aus dem Eifer im Lesen entspringt die Erkenntnis Gottes, aber die Unwissenheit ist die Frucht der Nachlässigkeit.

Catena Aurea · Mt 22
Sie irren also, weil sie die Schriften nicht kennen; und weil sie die Macht Gottes nicht kennen.
Catena Aurea · Mt 22
Zwei (1 Kor 1,24.) Dinge sind es, von denen Er sagt, dass sie sie nicht kennen: die Schriften und die Macht Gottes, durch die die Auferstehung und das neue Leben in ihr bewirkt wird. Oder unter der Macht Gottes, die der Herr hier die Sadduzäer überführt, dass sie sie nicht kannten, versteht Er sich selbst, der die Macht Gottes war; und Ihn kannten sie nicht, da sie die Schriften nicht kannten, die von Ihm sprachen; und daher glaubten sie auch nicht an die Auferstehung, die Er bewirken sollte. Aber es wird gefragt, wenn der Heiland sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, ob Er meint, dass dieser Text: Sie heiraten nicht und werden nicht verheiratet, in irgendeiner Schrift steht, obwohl er im Alten Testament nicht gelesen wird? Wir sagen, dass diese Worte zwar nicht gefunden werden, aber die Wahrheit ist in einem Mysterium im moralischen Sinn der Schrift angedeutet; das Gesetz, das ein Schatten der zukünftigen Güter ist, spricht, wann immer es von Ehemännern und Ehefrauen spricht, hauptsächlich von der geistlichen Ehe. Aber auch dies finde ich nirgends in der Schrift gesagt, dass die Heiligen nach ihrem Hinscheiden sein werden wie die Engel Gottes, es sei denn, jemand will auch dies moralisch erschließen; wie wo es heißt: Und du sollst zu deinen Vätern gehen (Gen 15,15.) und Er wurde zu seinem Volk versammelt. (Gen 25,8.) Oder man kann sagen: Er tadelte sie, dass sie nicht die anderen Schriften lasen, die außer dem Gesetz sind, und deshalb irrten sie. Ein anderer sagt: Dass sie die Schriften des mosaischen Gesetzes nicht kannten, aus dem Grund, dass sie ihren göttlichen Sinn nicht ergründeten.
Catena Aurea · Mt 22
Oder als Er sagt: In der Auferstehung heiraten sie nicht und werden nicht verheiratet, bezog Er sich auf das, was Er gesagt hatte: Ihr kennt die Macht Gottes nicht; als Er aber fortfuhr: Ich bin der Gott Abrahams usw., auf das: Ihr kennt die Schriften nicht. Und so sollten wir es machen: Den Spöttern zuerst die Schriftautorität in irgendeiner Frage darlegen und dann die Gründe der Vernunft aufzeigen; denen aber, die aus Unwissenheit fragen, zuerst die Vernunft und dann die Autorität zeigen. Denn Spötter müssen widerlegt, Fragende belehrt werden. Diesen also, die ihre Frage in Unwissenheit stellen, zeigt Er zuerst die Vernunft und sagt: In der Auferstehung heiraten sie nicht und werden nicht verheiratet.

Catena Aurea · Mt 22
In diesen Worten kann die lateinische Sprache den griechischen Idiom nicht nachahmen. Denn das lateinische Wort ‚nubere‘ wird korrekt nur von der Frau gesagt. Aber wir müssen es so auffassen, dass wir unter heiraten die Männer verstehen, unter verheiratet werden die Frauen.
Catena Aurea · Mt 22
In diesem Leben, damit wir sterben, werden wir geboren; und wir heiraten, damit das, was der Tod verzehrt, die Geburt wieder auffülle; daher, wo das Gesetz des Todes aufgehoben ist, ist auch die Ursache der Geburt aufgehoben.

Catena Aurea · Mt 22
Es hätte genügt, diese Meinung der Sadduzäer vom sinnlichen Genuss abzuschneiden, dass, wo die Funktion aufhört, auch das leere Vergnügen des Körpers, das sie begleitet, aufhört; aber Er fügt hinzu: sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.

Catena Aurea · Mt 22
Was eine passende Antwort auf ihre Frage ist. Denn ihr Grund für die Annahme, dass es keine Auferstehung geben würde, war, dass sie meinten, ihr Zustand nach der Auferstehung würde derselbe sein; diesen Grund entfernt Er nun, indem Er zeigt, dass ihr Zustand verändert sein würde.
Catena Aurea · Mt 22
Es ist zu beachten, dass Er, als Er vom Fasten, Almosen und anderen geistlichen Tugenden sprach, nicht den Vergleich mit den Engeln einführte, sondern nur hier, wo Er vom Aufhören der Ehe spricht. Denn wie alle Werke des Fleisches animalische Werke sind, dieses der Begierde aber besonders; so sind alle Tugenden engelhafte Werke, besonders aber die Keuschheit, durch die unsere Natur an die anderen Tugenden gebunden ist.

Catena Aurea · Mt 22
Dieses, was hinzugefügt wird: „sondern wie die Engel Gottes im Himmel“, ist eine Versicherung, dass unser Wandel im Himmel geistlich sein wird.

Catena Aurea · Mt 22
Derselbe Einwand, den die Sadduzäer hier bezüglich der Ehe vorbringen, wird von vielen erneuert, die fragen, in welcher Gestalt das weibliche Geschlecht auferstehen wird. Aber was uns die Autorität der Schrift über die Engel zu denken leitet, so müssen wir annehmen, dass es sich mit den Frauen in der Auferstehung unseres Geschlechts verhalten wird.

Catena Aurea · Mt 22
(de Civ. Dei, xxii. 17.) Mir scheinen die am gerechtesten zu denken, die nicht zweifeln, dass beide Geschlechter auferstehen werden. Denn es wird keine Begierde geben, die Ursache der Verwirrung ist, denn bevor sie gesündigt hatten, waren sie nackt; und jene Natur, die sie damals hatten, wird bewahrt werden, die sowohl von Empfängnis als auch von Geburt frei war. Auch die Glieder der Frau werden nicht an ihren früheren Gebrauch angepasst sein, sondern für eine neue Schönheit geformt, eine, durch die der Betrachter nicht zur Lust verlockt wird, die es dann nicht geben wird, sondern Gottes Weisheit und Barmherzigkeit werden gepriesen werden, die das gemacht hat, was nicht war, und das, was gemacht wurde, von der Verderbnis befreit hat.

Catena Aurea · Mt 22
Denn niemand könnte von einem Stein und einem Baum oder leblosen Dingen sagen, dass sie nicht heiraten noch verheiratet werden, sondern nur von solchen Dingen, die die Fähigkeit zur Ehe haben, doch in gewisser Weise nicht heiraten werden.

Catena Aurea · Mt 22
Diese Dinge, die über die Bedingungen der Auferstehung gesprochen werden, sprach Er als Antwort auf ihre Frage, aber über die Auferstehung selbst antwortet Er treffend gegen ihren Unglauben.

Catena Aurea · Mt 22
Und weil sie Mose in ihrer Frage vorgebracht hatten, widerlegt Er sie durch Mose, indem Er hinzufügt: „Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen?“

Catena Aurea · Mt 22
Zum Beweis der Auferstehung gab es viele klarere Stellen, die Er hätte anführen können; unter anderen die von Jesaja: „Die Toten werden auferstehen; die in den Gräbern sind, werden auferstehen“ (Is. 26:19. juxta LXX.) und an einer anderen Stelle: „Viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden erwachen.“ (Dan. 12:2.) Es wird daher gefragt, warum der Herr dieses Zeugnis gewählt haben sollte, das zweideutig erscheint und nicht ausreichend zur Wahrheit der Auferstehung gehört; und als ob Er durch dieses den Punkt bewiesen hätte, fügt Er hinzu: „Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden.“ Wir haben oben gesagt, dass die Sadduzäer weder Engel noch Geist noch Auferstehung des Leibes bekannten und auch den Tod der Seele lehrten. Aber sie akzeptierten auch nur die fünf Bücher des Mose und lehnten die Propheten ab. Es wäre daher töricht gewesen, Zeugnisse vorzubringen, deren Autorität sie nicht anerkannten. Um also die Unsterblichkeit der Seelen zu beweisen, bringt Er ein Beispiel aus Mose vor: „Ich bin der Gott Abrahams“ usw. und fügt dann sogleich hinzu: „Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden“; so dass, nachdem festgestellt wurde, dass die Seelen nach dem Tod fortbestehen (denn Gott konnte nicht der Gott derer sein, die nirgends existierten), die Auferstehung der Leiber, die zusammen mit ihren Seelen Gutes oder Böses getan hatten, passend folgen konnte.

Catena Aurea · Mt 22
Wie wird dann an einer anderen Stelle gesagt: „Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn.“ (Röm. 14:8.) Dieses, was hier gesagt wird, unterscheidet sich von jenem. Die Toten sind des Herrn, jene nämlich, die wieder leben sollen, nicht jene, die für immer verschwunden sind und nicht wieder auferstehen werden.

Catena Aurea · Mt 22
Es sollte ferner bedacht werden, dass dies zu Mose zu einer Zeit gesagt wurde, als jene heiligen Patriarchen bereits zu ihrer Ruhe eingegangen waren. Diejenigen also, deren Gott Er war, existierten; denn sie hätten nichts haben können, wenn sie nicht existiert hätten; denn in der Natur der Dinge muss das, wovon etwas anderes ist, selbst ein Sein haben; so müssen die, die einen Gott haben, selbst lebendig sein, da Gott ewig ist und es nicht möglich ist, dass das, was tot ist, das Ewige haben sollte. Wie soll dann behauptet werden, dass diejenigen nicht existieren und künftig nicht existieren werden, von denen die Ewigkeit selbst gesagt hat, dass Er es ist?
Catena Aurea · Mt 22
Gott ist zudem der, der sagt: „Ich bin, der ich bin“ (Ex. 3:14.), so dass es unmöglich ist, dass Er der Gott derer genannt wird, die nicht sind. Und siehe, Er sagte nicht: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“, sondern „Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“. Aber an einer anderen Stelle sagte Er so: „Der Gott der Hebräer hat mich zu dir gesandt.“ (Exod. 7:16.) Denn die, die im Vergleich zu anderen Menschen vor Gott am vollkommensten sind, haben Gott ganz in sich, weshalb Er nicht gemeinsam ihr Gott genannt wird, sondern von jedem einzelnen. Wie wenn wir sagen: „Jene Farm ist ihnen“, zeigen wir, dass jeder von ihnen nicht das Ganze besitzt; aber wenn wir sagen: „Jene Farm ist sein“, meinen wir, dass er Eigentümer des Ganzen ist. Wenn dann gesagt wird: „Der Gott der Hebräer“, zeigt dies ihre Unvollkommenheit, dass jeder von ihnen einen kleinen Anteil an Gott hat. Aber es wird gesagt: „Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“, weil jeder von diesen Gott ganz besaß. Und es ist keine geringe Ehre für die Patriarchen, dass sie Gott lebten.

Catena Aurea · Mt 22
(cont. Faust. xvi. 24.) Treffend können wir die Manichäer durch dieselbe Stelle widerlegen, durch die damals die Sadduzäer widerlegt wurden, denn auch sie leugnen, obwohl auf andere Weise, die Auferstehung.

Catena Aurea · Mt 22
(in Joan. Tr. xi. 8.) Gott wird daher insbesondere „Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ genannt, weil in diesen dreien alle Weisen der Zeugung der Söhne Gottes ausgedrückt werden. Denn Gott zeugt meistens von einem guten Prediger einen guten Sohn und von einem schlechten Prediger einen schlechten Sohn. Dies wird in Abraham bezeichnet, der von einer Freien einen gläubigen Sohn hatte und von einer Magd einen ungläubigen Sohn. Manchmal jedoch zeugt Er von einem guten Prediger sowohl gute als auch schlechte Söhne, was in Isaak bezeichnet wird, der von derselben Freien einen guten und den anderen schlechten zeugte. Und manchmal zeugt Er gute Söhne sowohl von guten als auch von schlechten Predigern; was in Jakob bezeichnet wird, der gute Söhne sowohl von Freien als auch von Mägden zeugte.
Catena Aurea · Mt 22
Und siehe, wie der Angriff der Juden gegen Christus schwächer wird. Ihre erste Herausforderung war in drohendem Ton: „Mit welcher Vollmacht tust du diese Dinge?“, dem zu widerstehen Festigkeit des Geistes nötig war. Ihre zweite war mit List, der zu begegnen Weisheit nötig war. Diese letzte war mit unwissender Anmaßung, die leichter zu bewältigen ist als die anderen. Denn wer meint, etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, ist eine leichte Beute für einen, der Verstand hat. So sind die Angriffe eines Feindes zunächst heftig, aber wenn man ihnen mit mutigem Geist begegnet, wird man sie schwächer finden. Und als die Volksmenge dies hörte, staunte sie über seine Lehre.
Catena Aurea · Mt 22
Nicht die Sadduzäer, sondern die Volksmenge staunte. Dies geschieht täglich in der Kirche; wenn durch göttliche Eingebung die Widersacher der Kirche überwunden werden, freut sich die Menge der Gläubigen.
34 Als die Pharisäer hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie zusammen, 35 und einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, fragte ihn, um ihn auf die Probe zu stellen: 36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Vernunft. 38 Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39 Das Zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.
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Catena Aurea · Mt 22
Die Pharisäer, die selbst bereits widerlegt worden waren (in der Sache mit dem Denar) und nun auch ihre Gegner besiegt sahen, hätten sich warnen lassen sollen, keinen weiteren Betrug gegen Ihn zu versuchen; aber Hass und Eifersucht sind die Eltern der Unverschämtheit.
Catena Aurea · Mt 22
Jesus hatte die Sadduzäer zum Schweigen gebracht, um zu zeigen, dass die Zunge der Lüge durch den Glanz der Wahrheit zum Schweigen gebracht wird. Denn wie es dem Gerechten zukommt, zu schweigen, wenn es gut ist zu schweigen, und zu sprechen, wenn es gut ist zu sprechen, und nicht zu schweigen; so kommt es jedem Lehrer der Wahrheit zu, nicht zwar zu schweigen, sondern zu schweigen, soweit es einem guten Zweck dient.

Catena Aurea · Mt 22
Die Pharisäer und Sadduzäer, obwohl Gegner des anderen, verbünden sich in einem gemeinsamen Ziel, Jesus zu versuchen.
Catena Aurea · Mt 22
Oder die Pharisäer versammeln sich, damit ihre Zahl den zum Schweigen bringe, den ihre Argumente nicht widerlegen konnten; so dass sie, während sie Zahlen gegen Ihn aufstellen, zeigen, dass die Wahrheit ihnen fehlte; sie sagten unter sich: Einer spreche für alle, und alle sprechen durch einen, so dass, wenn Er obsiegt, der Sieg allen zu gehören scheint; wenn Er unterliegt, die Niederlage bei Ihm allein bleibt; so folgt: „Dann fragte ihn einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, und versuchte ihn.“
Catena Aurea · Mt 22
Alle, die so Fragen an einen Lehrer stellen, um ihn zu prüfen und nicht von ihm zu lernen, müssen wir als Brüder dieses Pharisäers betrachten, gemäß dem, was unten gesagt wird: „Was ihr einem der Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt. 25:40.)

Catena Aurea · Mt 22
(de Cons. Ev. ii. 73.) Niemand nehme daran Anstoß, dass Matthäus berichtet, dieser Mann habe seine Frage gestellt, um den Herrn zu versuchen, während Markus dies nicht erwähnt, sondern mit dem schließt, was der Herr zu ihm sagte, als er weise geantwortet hatte: Du bist nicht weit vom Reich Gottes. (Markus 12,34.) Denn es ist möglich, dass, obwohl er kam, um zu versuchen, doch die Antwort des Herrn eine Besserung in ihm bewirkt hat. Oder das hier gemeinte Versuchen muss nicht das eines sein, der einen Feind täuschen will, sondern eher das vorsichtige Herantreten eines, der einen Fremden prüft. Und das ist nicht umsonst geschrieben: Wer leichtfertig glaubt, ist eitlen Herzens. (Sir. 19,4.)
Catena Aurea · Mt 22
Er sagte Meister, um ihn zu versuchen, denn niemand außer einem Jünger würde Christus so anreden. Wer also nicht vom Wort lernt, noch sich ihm ganz hingibt, es aber dennoch Meister nennt, der ist Bruder dieses Pharisäers, der Christus so versucht. Vielleicht war es, während sie vor der Ankunft des Erlösers das Gesetz lasen, unter ihnen eine Frage, welches das große Gebot darin sei; und der Pharisäer hätte dies nicht gefragt, wenn es nicht lange Zeit unter ihnen erforscht worden wäre, aber nie gefunden, bis Jesus kam und es erklärte.
Catena Aurea · Mt 22
Wer nun nach dem größten Gebot fragt, hatte das kleinste nicht beachtet. Nur wer das geringere erfüllt hat, soll nach einer höheren Gerechtigkeit suchen.

Catena Aurea · Mt 22
Oder er fragt nicht um der Gebote willen, sondern welches das erste und große Gebot sei, damit er, da er sieht, dass alles, was Gott gebietet, groß ist, Anlass zum Nörgeln habe, welche Antwort auch immer gegeben werde.
Catena Aurea · Mt 22
Aber der Herr antwortet ihm so, dass er sogleich die Verstellung seiner Frage aufdeckt: Jesus spricht zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Du sollst lieben, nicht ‚fürchten‘, denn Lieben ist mehr als Fürchten; Fürchten gehört den Sklaven, Lieben den Söhnen; Furcht ist im Zwang, Liebe in der Freiheit. Wer Gott aus Furcht dient, entgeht der Strafe, hat aber nicht den Lohn der Gerechtigkeit, weil er aus Furcht ungern Gutes tat. Gott will nicht, dass ihm Menschen wie einem Herrn sklavisch dienen, sondern dass er wie ein Vater geliebt wird, weil er den Menschen den Geist der Kindschaft gegeben hat. Gott aber mit ganzem Herzen lieben heißt, das Herz so geneigt haben, dass es nichts mehr als Gott liebt. Gott wiederum mit ganzer Seele lieben heißt, den Geist auf die Wahrheit gerichtet haben und im Glauben feststehen. Denn die Liebe des Herzens und die Liebe der Seele sind verschieden. Die erste ist gewissermaßen fleischlich, dass wir Gott sogar mit unserem Fleisch lieben, was wir nicht können, wenn wir nicht zuvor von der Liebe zu den Dingen dieser Welt ablassen. Die Liebe des Herzens wird im Herzen empfunden, die Liebe der Seele aber wird nicht empfunden, sondern wahrgenommen, weil sie in einem Urteil der Seele besteht. Denn wer glaubt, dass alles Gute in Gott ist und dass ohne ihn nichts Gutes ist, der liebt Gott mit seiner ganzen Seele. Gott aber mit dem ganzen Verstand lieben heißt, alle Fähigkeiten für ihn offen und unbesetzt haben. Nur der liebt Gott mit seinem ganzen Verstand, dessen Verstand Gott dient, dessen Weisheit mit Gott beschäftigt ist, dessen Gedanken in den Dingen Gottes sich mühen und dessen Gedächtnis das Gute festhält.

Catena Aurea · Mt 22
(de Doctr. Christ. i. 22.) Oder anders: Du wirst geboten, Gott mit deinem ganzen Herzen zu lieben, damit alle deine Gedanken – mit deiner ganzen Seele, damit dein ganzes Leben – mit deinem ganzen Verstand, damit dein ganzes Verständnis – dem hingegeben werde, von dem du hast, was du gibst. So hat er keinen Teil unseres Lebens gelassen, der mit Recht von ihm unerfüllt sein oder dem Verlangen nach irgendeinem anderen letzten Gut Raum geben dürfte; sondern wenn sich etwas anderes für die Liebe der Seele darbietet, soll es in jenen Kanal aufgenommen werden, in dem der ganze Strom der Liebe fließt. Denn der Mensch ist dann am vollkommensten, wenn sein ganzes Leben zum unwandelbaren Leben strebt und ihm mit der ganzen Absicht seiner Seele anhangt.
Catena Aurea · Mt 22
Oder: mit deinem ganzen Herzen, d. h. dem Verstand; mit deiner ganzen Seele, d. h. dem Willen; mit deinem ganzen Verstand, d. h. dem Gedächtnis; so sollst du nichts ihm Entgegengesetztes denken, wollen, erinnern.
Catena Aurea · Mt 22
Oder anders: Mit deinem ganzen Herzen, das heißt in allem Erinnern, Handeln, Denken; mit deiner ganzen Seele, bereit sein, das heißt, sie für Gottes Religion hinzugeben; mit deinem ganzen Verstand, nichts als das, was von Gott ist, hervorbringen. Und bedenke, ob du nicht so das Herz des Verstandes nehmen kannst, mit dem wir das Intellektuelle betrachten, und den Verstand dessen, womit wir Gedanken ausdrücken, indem wir gleichsam mit dem Verstand durch jeden Ausdruck gehen und ihn aussprechen. Hätte der Herr dem Pharisäer, der ihn so versuchte, keine Antwort gegeben, hätten wir geurteilt, dass es kein Gebot gäbe, das größer wäre als die übrigen. Wenn aber der Herr hinzufügt: Dies ist das erste und große Gebot, lernen wir, wie wir über die Gebote denken sollen, dass es ein großes gibt und dass es geringere bis zum kleinsten gibt. Und der Herr sagt nicht nur, dass es ein großes, sondern dass es das erste Gebot ist, nicht in der Ordnung der Schrift, sondern im Vorrang des Wertes. Nur die nehmen die Größe und den Vorrang dieses Gebots auf sich, die nicht nur den Herrn, ihren Gott, lieben, sondern diese drei Bedingungen hinzufügen. Und er lehrte nicht nur das erste und große Gebot, sondern fügte hinzu, dass ein zweites dem ersten gleich sei: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn aber, wer Unrecht liebt, seine eigene Seele hasst, (Ps. 11,5.) so ist offenbar, dass er seinen Nächsten nicht wie sich selbst liebt, wenn er sich selbst nicht liebt.

Catena Aurea · Mt 22
(de Doctr. Christ. i. 30.) Es ist klar, dass jeder Mensch als Nächster zu betrachten ist, weil niemandem Böses getan werden darf. Wenn ferner jeder, dem wir Dienste der Barmherzigkeit schulden, (vgl. Röm. 13,10.) oder der sie uns schuldet, mit Recht unser Nächster genannt wird, so ist offenbar, dass in diesem Gebot die heiligen Engel eingeschlossen sind, die für uns jene Dienste verrichten, von denen wir in der Schrift lesen. Daher wollte auch unser Herr selbst unser Nächster genannt werden; denn er selbst war es, den er als den barmherzigen Samariter darstellte, der dem Mann half, der unterwegs halbtot liegen gelassen worden war.

Catena Aurea · Mt 22
(de Trin. viii. 6.) Wer Menschen liebt, soll sie entweder lieben, weil sie gerecht sind, oder damit sie gerecht werden; und so soll er auch sich selbst lieben, entweder weil er ist, oder damit er gerecht werde. Und so kann er ohne Gefahr seinen Nächsten wie sich selbst lieben.

Catena Aurea · Mt 22
(de Doctr. Christ. i. 22.) Aber wenn du sogar dich selbst nicht um deiner selbst willen lieben darfst, sondern wegen dessen, in dem das rechte Ziel deiner Liebe ist, so soll es einem anderen nicht missfallen, dass du auch ihn um Gottes willen liebst. Wer also seinen Nächsten recht liebt, soll sich mit ihm bemühen, dass auch er mit seinem ganzen Herzen Gott liebe.
Catena Aurea · Mt 22
Aber wer den Menschen liebt, ist wie wer Gott liebt; denn der Mensch ist Gottes Bild, worin Gott geliebt wird, wie ein König in seiner Statue geehrt wird. Deshalb wird dieses Gebot dem ersten gleich genannt.

Catena Aurea · Mt 22
Oder anders: Dass das zweite Gebot dem ersten gleich ist, bedeutet, dass die Verpflichtung und das Verdienst beider gleich sind; denn keine Liebe zu Gott ohne Christus oder zu Christus ohne Gott kann zum Heil nützen.

Catena Aurea · Mt 22
(Quæst. Ev. i. 33.) Hängen, das heißt, dorthin als ihr Ziel beziehen.

Catena Aurea · Mt 22
Denn diesen beiden Geboten gehört der ganze Dekalog an; die Gebote der ersten Tafel der Liebe zu Gott, die der zweiten der Liebe zum Nächsten.
Catena Aurea · Mt 22
Oder weil, wer die Dinge erfüllt hat, die über die Liebe zu Gott und zum Nächsten geschrieben sind, würdig ist, von Gott den großen Lohn zu empfangen, dass er befähigt werde, das Gesetz und die Propheten zu verstehen.

Catena Aurea · Mt 22
(de Trin. viii. 7.) Da es zwei Gebote gibt, die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten, an denen das Gesetz und die Propheten hängen, setzt die Schrift nicht ohne Grund eines für beide; manchmal die Liebe zu Gott; wie in jenem: Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt; (Röm. 8,28.) und manchmal die Liebe zum Nächsten; wie in jenem: Das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, nämlich in diesem: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Gal. 5,14.) Und das, weil, wenn ein Mensch seinen Nächsten liebt, daraus folgt, dass er auch Gott liebt; denn es ist dieselbe Zuneigung, mit der wir Gott lieben und mit der wir unseren Nächsten lieben, nur dass wir Gott um seiner selbst willen lieben, uns selbst und unseren Nächsten aber um Gottes willen.

Catena Aurea · Mt 22
(De Doctr. Christ. i. 30. et 26.) Aber da die göttliche Substanz vortrefflicher und höher ist als unsere Natur, ist das Gebot, Gott zu lieben, verschieden von dem, den Nächsten zu lieben. Wenn du aber unter dir selbst dein ganzes Selbst verstehst, das heißt sowohl deine Seele als auch deinen Körper, und in gleicher Weise unter deinem Nächsten, so ist keine Art von Dingen, die zu lieben sind, in diesen Geboten ausgelassen. Die Liebe zu Gott steht an erster Stelle, und ihre Regel ist uns so dargelegt, dass alle anderen Lieben in ihr zentriert werden, so dass nichts über die Liebe zu sich selbst gesagt zu sein scheint. Aber dann folgt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so dass die Liebe zu sich selbst nicht ausgelassen ist.
41 Da die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus: 42 Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten ihm: Davids (Sohn). 43 Er sagte zu ihnen: Wie kann ihn dann David, geisterfüllt, Herr nennen? Denn er sagt: 44 Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten und ich lege dir deine Feinde unter deine Füße. 45 Wenn ihn also David Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein? 46 Niemand konnte ihm ein Wort erwidern, auch wagte von diesem Tag an niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen.
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Die Juden versuchten Christus, da sie annahmen, er sei nur ein Mensch; hätten sie geglaubt, dass er der Sohn Gottes sei, hätten sie ihn nicht versucht. Christus also, der zeigen wollte, dass er die Tücke ihrer Herzen kannte und dass er Gott war, wollte diese Wahrheit ihnen doch nicht offen erklären, damit sie nicht von daher Anlass nähmen, ihn der Gotteslästerung zu beschuldigen, und wollte diese Wahrheit doch nicht völlig verbergen; denn dazu war er gekommen, dass er die Wahrheit predige; er stellt ihnen daher eine Frage, die ihnen kundtun sollte, wer er war: Was denkt ihr von Christus? Wessen Sohn ist er?

Catena Aurea · Mt 22
(Hom. lxxi.) Er fragte zuerst seine Jünger, was andere von Christus sagten, und dann, was sie selbst sagten; aber nicht so diese. Denn sie hätten gesagt, dass er ein Betrüger und böse sei. Sie dachten, dass Christus nur ein Mensch sein sollte, und daher sagen sie zu ihm: Der Sohn Davids. Um dies zu widerlegen, führt er den Propheten an, der seine Herrschaft, seine eigentliche Sohnschaft und seine gemeinsame Ehre mit seinem Vater bezeugt.

Catena Aurea · Mt 22
Diese Stelle stammt aus dem 109. Psalm. Christus wird also Davids Herr genannt, nicht hinsichtlich seiner Abstammung von ihm, sondern hinsichtlich seiner ewigen Zeugung aus dem Vater, in der er vor seinem leiblichen Vater war. Und er nennt ihn Herr, nicht durch bloßen Zufall noch aus eigenem Gedanken, sondern durch den Heiligen Geist.
Catena Aurea · Mt 22
Daß er sagt: Setze dich zu meiner Rechten, ist nicht so zu verstehen, als hätte Gott einen Leib und entweder eine rechte oder eine linke Hand; sondern zur Rechten Gottes sitzen heißt, in der Ehre und Gleichheit der Majestät des Vaters verbleiben.
Catena Aurea · Mt 22
Ich nehme an, daß er diese Frage nicht nur gegen die Pharisäer, sondern auch gegen die Häretiker gestellt hat; denn dem Fleische nach war er wahrhaft Davids Sohn, seinem Gottsein nach aber sein Herr.

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Doch er bleibt nicht dabei stehen, sondern damit sie sich fürchten, fügt er hinzu: Bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache; damit er sie wenigstens durch Schrecken gewinne.
Catena Aurea · Mt 22
Denn Gott legt die Feinde Christi als Schemel unter seine Füße, sowohl zu ihrer Rettung als auch zu ihrer Vernichtung.
Catena Aurea · Mt 22
Aber „bis“ wird für unbestimmte Zeit gebraucht, so daß der Sinn ist: Sitze du für immer, und halte für immer deine Feinde unter deinen Füßen.
Catena Aurea · Mt 22
(ap. Anselm.) Daß der Vater die Feinde unter den Sohn legt, bezeichnet nicht die Schwäche des Sohnes, sondern die Einheit seines Wesens mit dem Vater. Denn auch der Sohn legt die Feinde des Vaters unter sich, wenn er seinen Namen auf Erden verherrlicht. Aus dieser Autorität schließt er: Wenn David ihn nun Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn?

Catena Aurea · Mt 22
Diese Frage steht uns noch gegen die Juden zur Verfügung; denn diejenigen, die glauben, daß Christus erst noch kommen werde, behaupten, er sei ein bloßer Mensch, wenn auch ein heiliger, aus dem Geschlecht Davids. Laßt uns also, so vom Herrn belehrt, sie fragen: Wenn er ein bloßer Mensch und nur der Sohn Davids ist, wie nennt David ihn dann seinen Herrn? Um der Wahrheit dieser Frage auszuweichen, erfinden die Juden viele nichtige Antworten. Sie führen Abrahams Verwalter an, dessen Sohn Eliezer von Damaskus war, und sagen, dieser Psalm sei in dessen Person verfaßt worden, als nach dem Sturz der fünf Könige Gott der Herr zu seinem Herrn Abraham sprach: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache. Laßt uns fragen, wie Abraham das Folgende sagen konnte, und sie zwingen, uns zu sagen, wie Abraham vor dem Morgenstern geboren wurde und wie er ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs war, für den Melchisedech Brot und Wein brachte und von dem er den Zehnten der Beute empfing?

Catena Aurea · Mt 22
Diesen Schluß setzte er ihren Fragen als endgültig entgegen, und er genügte, um ihnen den Mund zu stopfen. Daher schwiegen sie fortan, nicht aus eigenem guten Willen, sondern weil sie nichts zu sagen hatten.
Catena Aurea · Mt 22
Denn wäre ihre Frage aus dem Verlangen zu wissen entstanden, hätte er ihnen niemals solches vorgelegt, was sie davon abgehalten hätte, weiter zu fragen.

Catena Aurea · Mt 22
Daher lernen wir, daß das Gift der Eifersucht überwunden werden kann, aber von selbst kaum Ruhe findet.