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Catena Aurea · Evangelium secundum Matthaeum
125 Kommentare der Kirchenväter · 5 Versabschnitte
Matthäusevangelium 20 in der Bibel lesen1 Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2 Er vereinbarte mit den Arbeitern einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. 3 Als er um die dritte Stunde wieder ausging, sah er andere untätig auf dem Markt stehen 4 und sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg und ich werde euch geben, was recht ist. 5 Und sie gingen hin. Um die sechste und neunte Stunde ging er noch einmal aus und machte es ebenso. 6 Als er um die elfte Stunde ausging, fand er wieder andere, die dastanden und sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? 7 Sie antworteten ihm: Weil uns niemand eingestellt hat. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in den Weinberg. 8 Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus; fange bei den Letzten an bis zu den Ersten. 9 Da kamen die von der elften Stunde und erhielten je einen Denar. 10 Als nun die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr bekommen. Aber auch sie erhielten je einen Denar. 11 Und als sie ihn erhalten hatten, murrten sie gegen den Gutsherrn 12 und sagten: Diese letzten da haben eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt, die wir die Last des Tages getragen haben und die Hitze. 13 Er aber erwiderte einem von ihnen: Freund, ich tue dir kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? 14 Nimm das Deine und geh! Ich aber will diesem Letzten dasselbe geben wie dir. 15 Oder darf ich mit dem Meinen nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin? 16 So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.
47 KommentareCatena Aurea · Mt 20
Um die Wahrheit dieses Ausspruchs zu bekräftigen, dass viele Erste Letzte und Letzte Erste sein werden, fügt der Herr ein Gleichnis hinzu.
Catena Aurea · Mt 20
Der Hausherr ist Christus, dessen Haus die Himmel und die Erde sind; und die Geschöpfe des Himmels, der Erde und unter der Erde sind seine Familie. Sein Weinberg ist die Gerechtigkeit, in der verschiedene Arten von Gerechtigkeit wie Reben gepflanzt sind, wie Sanftmut, Keuschheit, Geduld und die anderen Tugenden; die alle mit einem gemeinsamen Namen Gerechtigkeit genannt werden. Die Menschen sind die Arbeiter dieses Weinbergs, weshalb es heißt: „Der frühmorgens ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen.“ Denn Gott setzte seine Gerechtigkeit in unsere Sinne, nicht um seinetwillen, sondern zu unserem Nutzen. Wisst also, dass wir die gedungenen Arbeiter sind. Aber wie kein Mensch einem Arbeiter Lohn gibt, damit er nichts anderes tut als nur zu essen, so wurden auch wir nicht von Christus dazu berufen, dass wir nur solche Dinge tun, die unserem eigenen Nutzen dienen, sondern zur Ehre Gottes. Und wie der gedungene Arbeiter zuerst auf seine Aufgabe blickt und danach auf seine tägliche Nahrung, so sollten auch wir zuerst auf das achten, was die Ehre Gottes betrifft, dann auf das, was unseren eigenen Nutzen betrifft. Auch wie der gedungene Arbeiter den ganzen Tag im Werk seines Herrn verbringt und nur eine einzige Stunde für seine eigene Mahlzeit nimmt, so sollten auch wir unser ganzes Leben in der Ehre Gottes verbringen und nur einen sehr kleinen Teil davon für die Angelegenheiten dieser Welt verwenden. Und wie der gedungene Arbeiter, wenn er keine Arbeit getan hat, sich schämt, an jenem Tag das Haus zu betreten und um seine Nahrung zu bitten, wie solltest du dich nicht schämen, die Kirche zu betreten und vor das Angesicht Gottes zu treten, wenn du nichts Gutes im Angesicht Gottes getan hast?

Catena Aurea · Mt 20
(Hom. in Ev. xix, 1.) Oder: Der Hausherr, das heißt unser Schöpfer, hat einen Weinberg, das heißt die allgemeine Kirche, die so viele Reben getragen hat, wie viele Heilige sie hervorgebracht hat, von Abel, dem Gerechten, bis zum allerletzten Heiligen, der am Ende der Welt geboren werden soll. Um dieses sein Volk gleichsam zur Pflege eines Weinbergs zu unterweisen, hat der Herr nie aufgehört, seine Arbeiter auszusenden; zuerst durch die Patriarchen, dann durch die Lehrer des Gesetzes, dann durch die Propheten und zuletzt durch die Apostel hat er sich in der Kultivierung seines Weinbergs abgemüht; obwohl jeder Mensch, in welchem Maß oder Grad auch immer er gutes Handeln mit rechtem Glauben verbunden hat, ein Arbeiter im Weinberg gewesen ist.
Catena Aurea · Mt 20
Denn das ganze gegenwärtige Leben kann ein Tag genannt werden, lang für uns, kurz im Vergleich zur Existenz Gottes.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Der Morgen ist jenes Zeitalter der Welt, das von Adam und Noah an war, und deshalb heißt es: „Der frühmorgens ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen.“ Die Bedingungen ihrer Anwerbung fügt er hinzu: „Und als er mit den Arbeitern um einen Denar am Tag übereingekommen war.“
Catena Aurea · Mt 20
Der Denar bedeutet hier, wie ich annehme, das Heil.
Catena Aurea · Mt 20
Ein Denar war eine Münze, die im Altertum zehn Sesterzen entsprach und das Bild des Königs trug. Wohl also stellt der Denar den Lohn für die Einhaltung des Dekalogs dar. Und dass „als er mit ihnen um einen Denar am Tag übereingekommen war“ gut gesagt ist, zeigt, dass jeder Mensch auf dem Feld der heiligen Kirche in Hoffnung auf den zukünftigen Lohn arbeitet.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Die dritte Stunde ist der Zeitraum von Noah bis Abraham; von ihr heißt es: Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Marktplatze stehen.
Catena Aurea · Mt 20
Der Marktplatz ist alles, was außerhalb des Weinbergs ist, das heißt außerhalb der Kirche Christi.
Catena Aurea · Mt 20
Denn in dieser Welt leben die Menschen vom Kaufen und Verkaufen und erwerben ihren Unterhalt, indem sie einander betrügen.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Wer für sich selbst lebt und sich von den Lüsten des Fleisches nährt, wird mit Recht als müßig angeklagt, insofern er nicht die Frucht gottgefälliger Arbeit sucht.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Die Müßigen sind nicht Sünder, denn sie werden tot genannt. Müßig aber ist, wer nicht das Werk Gottes wirkt. Begehrst du, nicht müßig zu sein? Nimm nicht, was einem anderen gehört; und gib von dem, was dein eigen ist, und du hast im Weinberg des Herrn gearbeitet und den Weinstock der Barmherzigkeit gepflegt. Es folgt: Und er sprach zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg. Beachte, dass er nur mit den Ersten den zu gebenden Betrag, einen Denar, vereinbart; die anderen werden ohne ausdrückliche Abmachung angeworben, sondern: Was recht ist, will ich euch geben. Denn der Herr, der wusste, dass Adam fallen und dass alle danach in der Sintflut zugrunde gehen würden, traf für ihn Bedingungen, damit er nicht sagen könne, er habe die Gerechtigkeit deshalb vernachlässigt, weil er nicht wusste, welchen Lohn er erhalten sollte. Mit den übrigen aber schloss er keinen Vertrag, da er bereit war, mehr zu geben, als die Arbeiter hoffen konnten.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Er rief die Arbeiter der dritten Stunde nicht zu einer vollständigen Aufgabe auf, sondern überließ es ihrer eigenen Wahl, wie viel sie arbeiten sollten. Denn sie konnten im Weinberg eine Arbeit verrichten, die der jener gleichkam, die seit dem Morgen gearbeitet hatten, wenn sie sich für ihre Aufgabe mit einer wirkenden Kraft einsetzen wollten, wie sie noch nicht aufgebracht worden war.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Die sechste Stunde ist die von Abraham bis Moses, die neunte die von Moses bis zum Kommen des Herrn.
Catena Aurea · Mt 20
Diese beiden Stunden sind miteinander verbunden, weil er in der sechsten und neunten das Geschlecht der Juden berief und seine Testamente unter den Menschen zu verkünden mehrte, während die bestimmte Zeit des Heils nun herannahte.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Die elfte Stunde ist die vom Kommen des Herrn bis zum Ende der Welt. Der Arbeiter am Morgen, in der dritten, sechsten und neunten Stunde bezeichnet das alte hebräische Volk, das in seinen Auserwählten vom Anbeginn der Welt an, während es eifrig und mit rechtem Glauben dem Herrn diente, nicht aufhörte, in der Landarbeit des Weinbergs zu arbeiten. In der elften aber werden die Heiden berufen. Denn die, welche durch so viele Zeitalter der Welt die Arbeit für ihren Lebensunterhalt vernachlässigt hatten, waren jene, die den ganzen Tag müßig gestanden hatten. Doch beachte ihre Antwort; sie sagen zu ihm: Weil niemand uns angeworben hat; denn weder Patriarch noch Prophet war zu ihnen gekommen. Und was heißt es zu sagen: Niemand hat uns angeworben, wenn nicht zu sagen: Niemand hat uns den Weg des Lebens gepredigt,
Catena Aurea · Mt 20
Denn was ist unsere Anwerbung und der Lohn dieser Anwerbung? Die Verheißung des ewigen Lebens; denn die Heiden kannten weder Gott noch Gottes Verheißungen.

Catena Aurea · Mt 20
Diese also werden in den Weinberg gesandt: Gehet auch ihr in meinen Weinberg.

Catena Aurea · Mt 20
Als sie aber ihre Tagesarbeit verrichtet hatten, zur passenden Zeit der Auszahlung, als es Abend geworden war, das heißt, als der Tag dieser Welt sich ihrem Ende näherte.
Catena Aurea · Mt 20
Bedenke, er gibt den Lohn nicht am nächsten Morgen, sondern am Abend. So wird das Gericht stattfinden, während diese Welt noch besteht, und jeder Mensch wird empfangen, was ihm zusteht. Dies geschieht aus zwei Gründen. Erstens, weil die Glückseligkeit der zukünftigen Welt selbst der Lohn der Gerechtigkeit sein wird; so wird die Zuerkennung vorher und nicht in jener Welt vorgenommen. Zweitens, damit die Sünder nicht die Seligkeit jenes Tages erblicken. Der Herr spricht zu seinem Verwalter, das heißt der Sohn zum Heiligen Geist.
Catena Aurea · Mt 20
(non occ. sed vid. Raban.) Oder, wenn du willst, der Vater spricht zum Sohn; denn der Vater wirkte durch den Sohn und der Sohn durch den Heiligen Geist, nicht dass es irgendeinen Unterschied der Substanz oder der Majestät gäbe.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Der Herr sagte zu seinem Verwalter, das heißt zu einem der Engel, der über die Auszahlung an die Arbeiter gesetzt war; oder zu einem jener vielen Wächter, gemäß dem, was geschrieben steht, dass der Erbe, solange er ein Kind ist, unter Vormündern und Verwaltern steht. (Gal. 4,2.)
Catena Aurea · Mt 20
Oder der Herr Jesus Christus selbst ist der Hausherr und auch der Verwalter, so wie er die Tür und auch der Türhüter ist. Denn er selbst wird zum Gericht kommen, um jedem Menschen zu vergelten nach dem, was er getan hat. Er also ruft seine Arbeiter und zahlt ihnen ihren Lohn aus, so dass, wenn sie im Gericht versammelt sein werden, jeder Mensch empfängt nach seinen Werken.
Catena Aurea · Mt 20
Aber die ersten Arbeiter, die durch den Glauben Zeugnis hatten, haben die Verheißung Gottes nicht empfangen, da der Hausherr etwas Besseres für uns vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet würden. (Hebr. 11,40.) Und weil wir Barmherzigkeit erlangt haben, hoffen wir, den Lohn zuerst zu empfangen, wir, das heißt, die wir Christi sind, und nach uns jene, die vor uns gearbeitet haben; darum heißt es: Rufe die Arbeiter und gib ihnen ihren Lohn, beginnend vom Letzten bis zum Ersten.
Catena Aurea · Mt 20
Denn wir geben immer bereitwilliger, wo wir ohne Gegenleistung geben, da es zu unserer eigenen Ehre ist, dass wir geben. Daher zeigt sich Gott, indem er allen Heiligen Lohn gibt, als gerecht; indem er uns gibt, als barmherzig; wie der Apostel sagt: Damit die Heiden Gott für seine Barmherzigkeit verherrlichen; (Röm. 16,9.) und daher heißt es: Beginnend vom Letzten bis zum Ersten. Oder gewiss, damit Gott seine unschätzbare Barmherzigkeit zeige, belohnt er zuerst die Letzten und Unwürdigeren und danach die Ersten; denn aus seiner großen Barmherzigkeit beachtete er nicht die Ordnung des Verdienstes.

Catena Aurea · Mt 20
(de Spir. et Lit. 24.) Oder: Die Geringeren werden deshalb als Erste genommen, weil die Geringeren reich gemacht werden sollen.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Sie erhalten gleichermaßen einen Denar, die seit der elften Stunde gearbeitet haben (denn sie suchten ihn mit ihrer ganzen Seele) und die seit der ersten gearbeitet haben. Sie, das heißt, die vom Anbeginn der Welt berufen wurden, haben gleichermaßen den Lohn der ewigen Glückseligkeit empfangen, zusammen mit denen, die am Ende der Welt zum Herrn kommen.
Catena Aurea · Mt 20
Und dies nicht mit Ungerechtigkeit. Denn wer in der ersten Periode der Welt geboren wurde, lebte nicht länger als die bestimmte Zeit seines Lebens, und welchen Schaden hatte er davon, dass die Welt nach seinem Abscheiden fortbestand? Und die gegen ihr Ende geboren werden, werden nicht weniger leben als die ihnen zugemessenen Tage. Und wie verkürzt es dann die Arbeit, dass die Welt schnell endet, wenn sie ihr Lebensmaß vollendet haben? Zudem liegt es nicht beim Menschen, früher oder später geboren zu werden, sondern bei der Macht Gottes. Daher kann der zuerst Geborene keinen höheren Platz für sich beanspruchen, noch darf der später Geborene verachtet werden. Und als sie es empfangen hatten, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Aber wenn das, was wir gesagt haben, wahr ist, dass sowohl die Ersten als auch die Letzten ihre eigene Zeit gelebt haben, und weder mehr noch weniger; und dass eines jeden Menschen Tod seine Vollendung ist, was bedeutet dann, dass sie sagen: Wir haben die Last und Hitze des Tages getragen? Weil zu wissen, dass das Ende der Welt nahe ist, von großer Kraft ist, uns zur Gerechtigkeit zu bewegen. Deshalb sagte Christus in seiner Liebe zu uns: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. (Mt 4,2.) Wohingegen es eine Schwächung für sie war zu wissen, dass die Dauer der Welt noch lang sein sollte. So dass, obwohl sie nicht tatsächlich die ganze Zeit durchlebten, sie doch gewissermaßen ihr Gewicht trugen. Oder mit der Last des Tages sind die beschwerlichen Vorschriften des Gesetzes gemeint; und die Hitze mag jene verzehrende Versuchung zum Irrtum sein, die böse Geister für sie bereiteten, um sie zur Nachahmung der Heiden anzustacheln; von all diesen Dingen waren die Heiden befreit, indem sie an Christus glaubten und durch die Kürze der Gnade vollständig gerettet wurden.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Oder: Die Last und Hitze des Tages tragen, heißt, durch ein Leben von langer Dauer mit den Hitzen des Fleisches ermüdet zu sein. Aber es könnte gefragt werden: Wie können sie murrend genannt werden, wenn sie doch zum Himmelreich berufen sind? Denn keiner, der murrt, wird das Reich empfangen, und keiner, der es empfängt, kann murren.

Catena Aurea · Mt 20
Aber wir dürfen nicht jedem einzelnen Umstand eines Gleichnisses nachgehen, sondern in seinen allgemeinen Sinn eindringen und nichts Weiteres suchen. Dies wird also nicht eingeführt, um einige als von Neid bewegt darzustellen, sondern um die Ehre zu zeigen, die uns zuteil werden soll, die so groß ist, dass sie die Eifersucht anderer erregen könnte.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Oder weil die alten Väter bis zur Ankunft des Herrn trotz ihres gerechten Lebens nicht in das Reich gebracht wurden, ist dies ihr Murren. Wir aber, die wir zur elften Stunde gekommen sind, murren nicht nach unseren Arbeiten, da wir, nach der Ankunft des Mittlers in diese Welt gekommen, in das Reich gebracht werden, sobald wir den Leib verlassen.

Catena Aurea · Mt 20
Oder alle, die einst berufen wurden, beneiden die Heiden und sind betrübt über die Gnade des Evangeliums.

Catena Aurea · Mt 20
Und dieses Murren der Arbeiter entspricht der Verkehrtheit dieses Volkes, das schon zur Zeit des Mose halsstarrig war.
Catena Aurea · Mt 20
Mit diesem einen, dem seine Antwort gegeben wird, können alle gläubigen Juden verstanden werden, die er wegen ihres Glaubens Freunde nennt.
Catena Aurea · Mt 20
Ihre Klage war nicht, dass man ihnen ihren rechtmäßigen Lohn vorenthielt, sondern dass die anderen mehr empfangen hatten, als sie verdienten. Denn die Neidischen empfinden ebenso viel Schmerz über den Erfolg anderer wie über ihren eigenen Verlust. Daraus wird klar, dass Neid aus eitler Ruhmsucht entspringt. Ein Mensch ist betrübt, der Zweite zu sein, weil er der Erste sein möchte. Dieses Gefühl des Neides beseitigt er, indem er sagt: Hast du dich nicht mit mir für einen Denar geeinigt?

Catena Aurea · Mt 20
Ein Denar trägt das Bild des Königs. Du hast also den Lohn empfangen, den ich dir versprochen habe, das heißt mein Bild und Gleichnis; was begehrst du mehr? Und doch suchst du nicht, dass du mehr habest, sondern dass ein anderer weniger habe. Nimm, was dein ist, und geh hin.
Catena Aurea · Mt 20
Das heißt: Nimm deinen Lohn und geh in die Herrlichkeit ein. Ich will diesem Letzten, das heißt dem heidnischen Volk, nach ihren Verdiensten geben, wie dir.
Catena Aurea · Mt 20
Vielleicht sagt er zu Adam: Freund, ich tue dir kein Unrecht; hast du dich nicht mit mir für einen Denar geeinigt? Nimm, was dein ist, und geh hin. Das Heil ist dein, das heißt der Denar. Ich will diesem Letzten auch geben wie dir. Man könnte nicht unwahrscheinlich annehmen, dass dieser Letzte der Apostel Paulus war, der nur eine Stunde arbeitete und allen gleichgestellt wurde, die vor ihm gewesen waren.

Catena Aurea · Mt 20
(de Sanc. Virg. 26.) Weil jenes ewige Leben allen Heiligen gleich sein wird, wird allen ein Denar gegeben; da aber in jenem ewigen Leben das Licht der Verdienste unterschiedlich leuchten wird, gibt es beim Vater viele Wohnungen; so dass unter demselben ungleich verliehenen Denar einer nicht länger leben wird als ein anderer, sondern in den vielen Wohnungen einer mit mehr Glanz leuchten wird als ein anderer.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Und weil das Erlangen dieses Reiches aus der Güte seines Willens kommt, wird hinzugefügt: Ist es mir nicht erlaubt, zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Denn es ist eine törichte Klage des Menschen, gegen die Güte Gottes zu murren. Denn eine Klage liegt nicht vor, wenn ein Mensch nicht gibt, was er nicht geben muss, sondern wenn er nicht gibt, was er geben muss; daher wird hinzugefügt: Ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
Catena Aurea · Mt 20
Mit dem Auge wird seine Absicht verstanden. Die Juden hatten ein böses Auge, das heißt eine böse Absicht, da sie über das Heil der Heiden betrübt waren. Worauf dieses Gleichnis abzielte, zeigt er, indem er hinzufügt: So werden die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein; und so sind die Juden vom Haupt zum Schwanz geworden, und wir vom Schwanz zum Haupt.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Er sagt, die Ersten werden die Letzten und die Letzten die Ersten sein, nicht dass die Letzten vor den Ersten erhöht werden sollen, sondern dass sie auf eine Stufe gestellt werden, so dass der Unterschied der Zeit keinen Unterschied in ihrem Rang macht. Dass er sagt: Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt, ist nicht von den älteren Heiligen zu verstehen, sondern von den Heiden; denn von den Heiden, die berufen wurden, waren viele, aber wenige wurden auserwählt.

Catena Aurea · Mt 20
(ubi sup.) Es kommen sehr viele zum Glauben, doch nur wenige gelangen zum Himmelreich; viele folgen Gott in Worten, meiden ihn aber in ihrem Leben. Daraus ergeben sich zwei Dinge zum Nachdenken. Erstens, dass niemand etwas über sich selbst annehmen sollte; denn obwohl er zum Glauben berufen ist, weiß er nicht, ob er zum Reich auserwählt wird. Zweitens, dass niemand an seinem Nächsten verzweifeln sollte, auch wenn er ihn in Lastern liegen sieht; weil er die Reichtümer der göttlichen Barmherzigkeit nicht kennt.

Catena Aurea · Mt 20
Dass er nicht alle auf einmal berief, sondern einige am Morgen, einige zur dritten Stunde und so weiter, kam von der Verschiedenheit ihrer Gesinnung. Er berief sie dann, als sie gehorchen wollten; wie er auch den Schächer berief, als er gehorchen wollte. Wenn sie sagen: Weil niemand uns gedungen hat, dürfen wir nicht aus jedem einzelnen Umstand eines Gleichnisses einen Sinn herauspressen. Ferner sind es die Arbeiter und nicht der Herr, die so sprechen; denn dass er, soweit es an ihm liegt, alle Menschen von ihren frühesten Jahren an beruft, wird dadurch gezeigt, dass er früh am Morgen ausging, um Arbeiter zu dingen.

Catena Aurea · Mt 20
Die also, die bis ins höchste Alter vernachlässigt haben, Gott zu leben, standen bis zur elften Stunde müßig, doch auch diese ruft der Hausherr, und oft gibt er ihnen ihren Lohn vor anderen, da sie den Leib verlassen und in das Reich eingehen vor denen, die in ihrer Kindheit berufen zu sein schienen.
Catena Aurea · Mt 20
Aber dieses: Warum steht ihr hier den ganzen Tag müßig? wird nicht zu solchen gesagt, die im Geist begonnen haben (Gal 3,3) und durch das Fleisch vollendet wurden, als lüde er sie ein, wieder umzukehren und im Geist zu leben. Dies sagen wir nicht, um verlorene Söhne, die ihr Erbe der evangelischen Lehre in ausschweifendem Leben verprasst haben, davon abzubringen, ins Haus ihres Vaters zurückzukehren; sondern weil sie nicht denen gleichen, die in ihrer Jugend sündigten, bevor sie die Dinge des Glaubens gelernt hatten.

Catena Aurea · Mt 20
Wenn er sagt: Die Ersten werden die Letzten und die Letzten die Ersten sein, spielt er insgeheim auf solche an, die zuerst hervorragend waren und später die Tugend gering achteten; und auf andere, die von der Schlechtigkeit umgekehrt sind und viele übertroffen haben. So wurde dieses Gleichnis gegeben, um den Eifer derer anzuspornen, die im höchsten Alter bekehrt werden, damit sie nicht annehmen, sie würden weniger haben als andere.
17 Als Jesus nach Jerusalem heraufziehen wollte, nahm er die Zwölf beiseite und sagte unterwegs zu ihnen: 18 Wir gehen nach Jerusalem hinauf. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen 19 und den Heiden übergeben, damit sie ihn verspotten, geißeln und kreuzigen. Aber am dritten Tag wird er auferweckt werden.
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Catena Aurea · Mt 20
(Hom. lxv.) Der Herr verließ Galiläa und ging nicht sogleich nach Jerusalem hinauf, sondern wirkte zuerst Wunder, widerlegte die Pharisäer und lehrte die Jünger über die Vollkommenheit des Lebens und seinen Lohn; als er nun nach Jerusalem hinaufgehen wollte, sprach er wieder zu ihnen von seinem Leiden.
Catena Aurea · Mt 20
Judas war noch unter den Zwölfen; denn er war vielleicht noch würdig, zusammen mit den übrigen im Vertrauten zu hören, was sein Meister leiden sollte.
Catena Aurea · Mt 20
Denn das Heil der Menschen ruht ganz auf dem Tod Christi; und es gibt nichts, wofür wir Gott mehr Dank schulden als für seinen Tod. Er teilte das Geheimnis seines Todes seinen Jüngern aus dem Grunde mit, weil der kostbarere Schatz stets den würdigeren Gefäßen anvertraut wird. Hätten die übrigen vom Leiden Christi gehört, so hätten die Männer wegen der Schwäche ihres Glaubens beunruhigt werden können, und die Frauen wegen der Zartheit ihrer Natur, die durch solche Dinge gewöhnlich zu Tränen bewegt wird.

Catena Aurea · Mt 20
Er hatte es zwar gesagt, und vielen, aber dunkel, wie in jenem Wort: Zerstört diesen Tempel; (Joh 2,19.) und wiederum: Es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona. (Mt 12,39.) Jetzt aber teilte er es seinen Jüngern klar mit.
Catena Aurea · Mt 20
Das Wort Siehe ist ein Wort des Nachdrucks, um sie aufzufordern, die Erinnerung an das Gegenwärtige in ihren Herzen zu bewahren. Er sagt: Wir gehen hinauf; das heißt so viel wie: Ihr seht, dass ich aus freiem Willen in den Tod gehe. „Wenn ihr mich also am Kreuz hängen seht, so glaubt nicht, dass ich nichts weiter als ein Mensch bin; denn obwohl sterben zu können menschlich ist, so ist doch sterben zu wollen mehr als menschlich.“
Catena Aurea · Mt 20
Wenn wir dies bedenken, sollten wir wissen, dass wir uns oft sogar dann, wenn eine gewisse Prüfung durchzustehen ist, ihr stellen müssen. Da aber oben gesagt wurde: Wenn sie euch in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere, (Mt 10,23.), gehört es zu den Weisen in Christus, zu beurteilen, wann die Zeit verlangt, dass er ausweicht, und wann, dass er Gefahren entgegengeht.

Catena Aurea · Mt 20
Er hatte seinen Jüngern oft von seinem Leiden gesagt, aber weil es ihnen wegen der vielen Dinge, die sie inzwischen gehört hatten, aus dem Gedächtnis entschwunden sein mochte, stärkt er sie jetzt, da er nach Jerusalem geht und seine Jünger mit sich nehmen will, gegen die Prüfung, damit sie nicht Anstoß nehmen, wenn die Verfolgung und Schande des Kreuzes kommt.
Catena Aurea · Mt 20
Denn wenn der Kummer zu einer Zeit kommt, in der wir ihn erwarten, erweist er sich als leichter, als wenn er uns überrascht hätte.

Catena Aurea · Mt 20
Er warnt sie auch vor, damit sie lernen, dass er wissentlich und willentlich zu seinem Leiden kommt. Und zuerst hatte er nur seinen Tod vorhergesagt, jetzt aber, da sie besser unterwiesen sind, bringt er noch mehr vor, wie: Sie werden ihn den Heiden ausliefern.

Catena Aurea · Mt 20
Denn Judas lieferte den Herrn den Juden aus, und sie lieferten ihn den Heiden aus, das heißt Pilatus und der römischen Macht. Zu diesem Zweck lehnte der Herr es ab, in dieser Welt erfolgreich zu sein, sondern zog es vor, Bedrängnis zu erleiden, damit er uns, die wir uns den Vergnügungen hingegeben haben, zeige, durch wie große Bitterkeit wir zurückkehren müssen; daher folgt: Zu verspotten, zu geißeln und zu kreuzigen.

Catena Aurea · Mt 20
(de Civ. Dei, xviii. 49.) In seinem Leiden sehen wir, was wir für die Wahrheit leiden sollen, und in seiner Auferstehung, was wir in Ewigkeit erhoffen sollen; daher heißt es: Und am dritten Tage auferstehen.

Catena Aurea · Mt 20
Dies wurde hinzugefügt, damit sie, wenn sie die Leiden sähen, die Auferstehung erwarteten.

Catena Aurea · Mt 20
(de Trin. iv. 3.) Denn ein Tod, nämlich der des Erlösers dem Leibe nach, war für uns eine Rettung von zwei Toden, sowohl der Seele als auch des Leibes, und seine eine Auferstehung erwarb uns zwei Auferstehungen. Dieses Verhältnis von zwei zu eins entspringt aus der Zahl drei; denn eins und zwei sind drei.
Catena Aurea · Mt 20
Es wird nicht erwähnt, dass die Jünger beim Hören dieser Leiden, die über Christus kommen sollten, etwas gesagt oder getan hätten; sie erinnerten sich an das, was der Herr zu Petrus gesagt hatte, und fürchteten, dass ihnen selbst Ähnliches oder Schlimmeres gesagt worden wäre. Und doch gibt es Schriftgelehrte, die meinen, die göttlichen Schriften zu kennen, die Jesus zum Tode verurteilen, ihn mit ihren Zungen geißeln und ihn darin kreuzigen, dass sie seine Lehre beseitigen wollen; er aber verschwindet für eine Zeit und ersteht wieder, um denen zu erscheinen, die sein Wort annahmen, dass es so sein könne.
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
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Catena Aurea · Mt 20
Nachdem der Herr mit den Worten geschlossen hatte: Und am dritten Tage auferstehen, meinte die Frau, dass er nach seiner Auferstehung sogleich herrschen werde, und ergriff mit weiblichem Eifer das Gegenwärtige, uneingedenk der Zukunft.
Catena Aurea · Mt 20
Diese Mutter der Söhne des Zebedäus ist Salome, wie ihr Name von einem anderen Evangelisten angegeben wird (Mk 15,40; 16,1.), selbst wahrhaft friedvoll und die Mutter von Söhnen des Friedens. Von dieser Stelle lernen wir das hervorragende Verdienst dieser Frau; nicht nur ihre Söhne hatten ihren Vater verlassen, sondern auch sie hatte ihren Mann verlassen und war Christus nachgefolgt; denn er konnte ohne sie leben, sie aber konnte ohne Christus nicht gerettet werden. Es sei denn, jemand will sagen, dass zwischen der Berufung der Apostel und dem Leiden Christi Zebedäus gestorben war und dass sie so, hilflos wegen ihres Geschlechts, vorgerückt an Jahren, den Spuren Christi folgte; denn der Glaube altert nie, und die Religion wird nie müde. Ihre mütterliche Zuneigung machte sie kühn zu fragen, daher heißt es: Sie betete ihn an und bat ihn um etwas Bestimmtes; das heißt, sie erwies ihm Ehrfurcht und bat, dass ihr gewährt werde, worum sie bitten würde. Es folgt: Er sprach zu ihr: Was willst du? Er fragt nicht, weil er es nicht weiß, sondern damit durch die bloße Darlegung die Unvernünftigkeit ihrer Bitte aufgezeigt werde. Sie sagte zu ihm: Gewähre, dass diese meine beiden Söhne sitzen.

Catena Aurea · Mt 20
(Cons. Ev. ii. 64.) Was Matthäus hier als von der Mutter gesagt darstellt, berichtet Markus (Mk 10,35), dass die beiden Söhne des Zebedäus selbst sprachen, nachdem sie ihren Wunsch vor den Herrn gebracht hatte; so dass es nach der kurzen Notiz des Markus eher scheinen sollte, dass sie und nicht sie das Gesagte gesagt hätten.

Catena Aurea · Mt 20
Sie sahen, dass die Jünger vor anderen geehrt wurden, und hatten gehört: Ihr werdet auf zwölf Thronen sitzen, (Mt 19,28.) woraufhin sie den Vorrang jenes Sitzes erstreben. Und dass andere bei Christus in größerer Ehre standen, wussten sie, und sie fürchteten, dass Petrus ihnen vorgezogen werde; deshalb (wie von einem anderen Evangelisten erwähnt wird), weil sie nun nahe bei Jerusalem waren, meinten sie, das Reich Gottes stehe vor der Tür, das heißt, es sei etwas sinnlich Wahrnehmbares. Daher ist klar, dass sie nichts Geistiges suchten und keine Vorstellung von einem Reich oben hatten.
Catena Aurea · Mt 20
Denn wenn in einem irdischen Reich diejenigen für geehrt gehalten werden, die beim König sitzen, so ist es kein Wunder, wenn eine Frau mit weiblicher Einfalt oder Unerfahrenheit annahm, sie könne solche Dinge erbitten, und dass die Brüder selbst, da sie nicht vollkommen waren und keine erhabeneren Gedanken über das Reich Christi hatten, solche Dinge über die dachten, die mit Jesus sitzen werden.
Catena Aurea · Mt 20
Oder anders. Wir behaupten nicht, dass die Bitte dieser Frau rechtmäßig war; aber wir behaupten, dass sie nicht irdische, sondern himmlische Dinge für ihre Söhne erbat. Denn sie empfand nicht wie gewöhnliche Mütter, deren Zuneigung den Leibern ihrer Kinder gilt, während sie ihre Seelen vernachlässigen; sie wünschen, dass es ihnen in dieser Welt gut gehe, ohne sich darum zu kümmern, was sie in der nächsten leiden werden, und erweisen sich dadurch als Mütter nur ihrer Leiber, nicht aber ihrer Seelen. Und ich stelle mir vor, dass diese Brüder, nachdem sie den Herrn von seinem Leiden und seiner Auferstehung hatten weissagen hören, untereinander zu sagen begannen, da sie glaubten: Siehe, der König des Himmels steigt hinab in die Reiche des Tartarus, um den König des Todes zu vernichten. Wenn aber der Sieg vollendet ist, was bleibt dann, als dass die Herrlichkeit des Reiches folgt?
Catena Aurea · Mt 20
Denn wenn die Sünde zerstört ist, die in den sterblichen Leibern der Menschen herrschte, samt der ganzen Dynastie der bösen Mächte, wird Christus die Erhöhung Seines Reiches unter den Menschen empfangen; das heißt, Sein Sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit. Dass Gott alle Dinge sowohl zu Seiner Rechten als auch zu Seiner Linken anordnet, das bedeutet, dass dann nichts Böses mehr in Seiner Gegenwart sein wird. Diejenigen, die unter denen, die sich Christus nahen, die Vortrefflicheren sind, sind zu Seiner Rechten; die Geringeren sind zu Seiner Linken. Oder unter der Rechten Christi verstehe man, wenn du kannst, die unsichtbare Schöpfung; unter Seiner Linken die sichtbare und leibliche. Denn von denen, die zu Christus gebracht werden, erlangen einige einen Platz zu Seiner Rechten, wie die geistigen, einige zu Seiner Linken, wie die empfindungsfähige Schöpfung.
Catena Aurea · Mt 20
Er, der sich selbst den Menschen hingab, wie sollte Er ihnen nicht die Gemeinschaft Seines Reiches geben? Die Trägheit des Bittstellers ist schuld, wo die Güte des Gebers unbezweifelt ist. Aber wenn wir selbst unseren Meister bitten, verletzen wir vielleicht die Herzen der übrigen unserer Brüder, die, obwohl sie vom Fleisch nicht mehr überwunden werden können, da sie nun geistlich sind, dennoch als fleischlich verletzt werden können. Lasst uns daher unsere Mutter vorschicken, damit sie in eigener Person ihre Bitte für uns vorbringe. Denn obwohl sie darin zu tadeln ist, wird sie doch leicht Vergebung erlangen, da ihr Geschlecht für sie spricht. Denn der Herr selbst, der die Seelen der Mütter mit Zuneigung zu ihren Kindern erfüllt hat, wird ihre Wünsche bereitwilliger erhören. Dann gibt der Herr, der die Geheimnisse kennt, Antwort nicht auf die Worte der Bitte der Mutter, sondern auf die Absicht der Söhne, die sie vorschlugen. Ihr Wunsch war lobenswert, aber ihre Bitte unbedacht; daher, obwohl es nicht recht war, dass sie ihnen gewährt würde, verdiente die Einfalt ihrer Bitte doch keinen harten Tadel, da sie aus Liebe zum Herrn hervorging. Deshalb tadelt der Herr ihre Unwissenheit; Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet.

Catena Aurea · Mt 20
Und kein Wunder, wenn sie der Unerfahrenheit überführt wird, da doch von Petrus gesagt wird: Er wusste nicht, was er sagte. (Lk 9,33.)
Catena Aurea · Mt 20
Denn oft lässt der Herr Seine Jünger entweder etwas Unrechtes tun oder denken, damit Er aus ihrem Irrtum Anlass nehme, eine Regel der Frömmigkeit darzulegen; wissend, dass ihr Fehler nicht schadet, wenn der Meister gegenwärtig ist, während Seine Lehre sie nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft erbaut.

Catena Aurea · Mt 20
Dies sagt Er, um zu zeigen, dass sie entweder nichts Geistliches suchten, oder dass sie, hätten sie gewusst, worum sie baten, nicht um das gebeten hätten, was so weit über ihre Fähigkeiten hinausging.

Catena Aurea · Mt 20
Sie wissen nicht, was sie bitten, weil an der zukünftigen Herrlichkeit der Apostel kein Zweifel bestand; Seine frühere Rede hatte ihnen versichert, dass sie die Welt richten würden.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Ihr wisst nicht, was ihr bittet; das heißt so viel wie: Ich habe euch zu Meiner Rechten von Meiner Linken weg berufen, und nun wollt ihr eigenwillig zu Meiner Linken sein. Daher taten sie dies vielleicht durch die Mutter. Denn der Teufel griff zu seinem wohlbekannten Werkzeug, der Frau, damit, wie er Adam durch seine Frau zum Fang machte, er diese durch ihre Mutter trenne. Da aber nun das Heil aller von einer Frau ausgegangen war, konnte das Verderben nicht mehr durch eine Frau unter die Heiligen eindringen. Oder Er sagt: Ihr wisst nicht, was ihr bittet, da wir nicht nur die Herrlichkeit bedenken sollen, die wir erlangen können, sondern auch, wie wir dem Verderben der Sünde entgehen. Denn so im weltlichen Krieg: Wer immer an die Beute denkt, gewinnt kaum den Kampf; sie hätten bitten sollen: Gib uns die Hilfe Deiner Gnade, damit wir alles Böse überwinden.

Catena Aurea · Mt 20
Sie wussten nicht, was sie baten, denn sie erbaten vom Herrn einen Sitz in der Herrlichkeit, den sie noch nicht verdient hatten. Die ehrenvolle Höhe gefiel ihnen wohl, aber sie mussten zuerst den mühsamen Weg dorthin üben; Könnt ihr den Kelch trinken, den Ich trinken werde?

Catena Aurea · Mt 20
Unter dem Kelch in den göttlichen Schriften verstehen wir das Leiden, wie im Psalm: Ich will den Kelch des Heils nehmen; (Ps 116,13.15.) und sogleich fährt er fort zu zeigen, was der Kelch ist: Kostbar in den Augen des Herrn ist der Tod seiner Heiligen.
Catena Aurea · Mt 20
Der Herr wusste, dass sie fähig waren, Seinem Leiden zu folgen, aber Er stellt ihnen die Frage, damit wir alle hören, dass niemand mit Christus herrschen kann, es sei denn, er ist Christus in Seinem Leiden gleichförmig, denn das Kostbare ist nur um einen kostbaren Preis zu erwerben. Das Leiden des Herrn können wir nicht nur die Verfolgung durch die Heiden nennen, sondern alle Mühsale, die wir im Kampf gegen unsere Sünden durchmachen.

Catena Aurea · Mt 20
Er sagt also: Könnt ihr ihn trinken? Das heißt so viel wie: Ihr fragt Mich nach Ehren und Kronen, aber Ich spreche zu euch von Mühsal und Arbeit, denn dies ist nicht die Zeit für Belohnungen. Er lenkt ihre Aufmerksamkeit durch die Art Seiner Frage, denn Er sagt nicht: Könnt ihr euer Blut vergießen? sondern: Könnt ihr den Kelch trinken? Dann fügt Er hinzu: den Ich trinken werde?
Catena Aurea · Mt 20
Damit sie durch solche Teilhabe mit umso größerem Eifer zu Ihm entbrennen. Aber sie, schon der Bereitschaft und Standhaftigkeit des Martyriums teilhaftig, versprechen, dass sie ihn trinken würden; daher folgt: Sie sagen zu ihm: Wir können es.
Catena Aurea · Mt 20
Oder sie sagen dies nicht so sehr aus Vertrauen auf ihre eigene Stärke, als aus Unwissenheit; denn dem Unerfahrenen erscheint die Prüfung des Leidens und des Todes gering.

Catena Aurea · Mt 20
Oder sie bieten dies in der Eifrigkeit ihres Verlangens dar, in der Erwartung, dass sie für dieses ihr Sprechen erhalten würden, was sie begehrten. Aber Er sagt ihnen große Güter voraus, nämlich dass sie des Martyriums würdig gemacht würden. Er spricht zu ihnen: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken.
Catena Aurea · Mt 20
Christus sagt nicht: Ihr könnt Meinen Kelch trinken, sondern im Hinblick auf ihre künftige Vollkommenheit sagte Er: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken.

Catena Aurea · Mt 20
Es wird die Frage gestellt, wie die Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes, den Kelch des Martyriums tranken, da die Schrift berichtet, dass nur Jakobus von Herodes enthauptet wurde, (Apg 12,2.) während Johannes sein Leben durch einen friedlichen Tod beendete. Aber wenn wir in der Kirchengeschichte lesen, dass Johannes selbst mit der Absicht, ihn zu martyrisieren, in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen wurde und dass er auf die Insel Patmos verbannt wurde, werden wir sehen, dass ihm der Wille zum Martyrium nicht fehlte und dass Johannes den Kelch des Bekenntnisses getrunken hatte, den auch die drei Jünglinge im Feuerofen tranken, obwohl der Verfolger ihr Blut nicht vergoss.

Catena Aurea · Mt 20
Der Herr lobt daher ihren Glauben, indem Er sagt, dass sie fähig sind, zusammen mit Ihm das Martyrium zu erleiden; aber: Zu sitzen auf meiner Rechten und auf meiner Linken ist nicht meine Sache zu geben, sondern für die, denen es von meinem Vater bereitet ist. Obwohl freilich, soweit wir urteilen können, jene Ehre so für andere bestimmt ist, dass die Apostel ihr nicht fremd sein werden, die auf dem Thron der zwölf Patriarchen sitzen werden, um Israel zu richten; auch, wie aus den Evangelien selbst entnommen werden kann, werden Mose und Elia mit ihnen im Himmelreich sitzen, da Er doch in ihrer Gesellschaft auf dem Berg in Seinem Gewand des Glanzes erschien.

Catena Aurea · Mt 20
Mir aber scheint es nicht so. Vielmehr werden die Namen derer, die im Himmelreich sitzen werden, nicht genannt, damit nicht, wenn einige wenige genannt würden, die übrigen sich ausgeschlossen glaubten; denn das Himmelreich ist nicht Sache dessen, der es gibt, sondern dessen, der es empfängt. Nicht dass es bei Gott Ansehen der Person gibt, sondern wer sich als würdig des Himmelreichs erweist, wird es empfangen, denn es ist nicht für den Stand, sondern für die Lebensführung bereitet. Wenn du dich also als tauglich für jenes Himmelreich erweist, das Mein Vater für die Überwinder bereitet hat, wirst du dasselbe empfangen. Er sagte nicht: Ihr werdet dort nicht sitzen, um die beiden Brüder nicht zu entmutigen; während Er nicht sagte: Ihr werdet dort sitzen, um die anderen nicht zum Neid zu reizen.

Catena Aurea · Mt 20
Oder anders. Jener Sitz scheint für alle unzugänglich zu sein, nicht nur für Menschen, sondern auch für Engel; denn so schreibt Paulus ihn dem Eingeborenen allein zu, indem er sagt: Zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten? (Hebr 1,13.) Der Herr antwortet daher nicht, als ob es in Wahrheit jemanden gäbe, der dort sitzen würde, sondern indem Er sich den Auffassungen der Bittsteller anpasst. Sie erbaten nur diese eine Gunst, vor den anderen nahe bei Ihm zu sein; aber der Herr antwortet: Ihr werdet für Mich sterben, doch das genügt nicht, um euch den ersten Rang zu verschaffen. Denn wenn ein anderer mit dem Martyrium kommt und eine größere Tugend hat als ihr, werde Ich ihn nicht, weil Ich euch liebe, hinauswerfen und euch den Vorrang geben. Damit sie aber nicht annähmen, es fehle Ihm die Macht, sagte Er nicht absolut: Es ist nicht meine Sache zu geben, sondern: Es ist nicht meine Sache, es euch zu geben, sondern denen, für die es bereitet ist; das heißt, denen, die durch ihre Taten berühmt gemacht werden.
Catena Aurea · Mt 20
Oder anders: Es ist nicht meine Sache, es euch zu geben, das heißt, stolzen Menschen wie euch, sondern den Demütigen im Herzen, für die es von meinem Vater bereitet ist.

Catena Aurea · Mt 20
(de Trin i. 12.) Oder anders; Der Herr antwortet seinen Jüngern in seiner Eigenschaft als Knecht; obwohl alles, was vom Vater bereitet wird, auch vom Sohn bereitet wird, denn Er und der Vater sind eins.
24 Als die Zehn das hörten, entrüsteten sie sich über die beiden Brüder. 25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterjochen und die Großen Gewalt an ihnen verüben. 26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch der Größte sein will, soll euer Diener sein, 27 und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein. 28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
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Catena Aurea · Mt 20
Solange das Urteil Christi über diese Bitte in der Schwebe war, waren die anderen Jünger nicht unwillig; als sie aber hörten, wie Er sie tadelte, wurden sie betrübt; daher heißt es: Und als die Zehn es hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.

Catena Aurea · Mt 20
Sie legen es nicht der Dreistigkeit der Mutter zur Last, die die Bitte vorbrachte, sondern ihren Söhnen, die, ohne ihr Maß zu kennen, von so unmäßigen Begierden brannten.

Catena Aurea · Mt 20
Denn als der Herr sie tadelte, da erkannten sie, dass diese Bitte von den Jüngern kam. Denn obwohl sie in ihren Herzen betrübt waren, als sie sie bei der Verklärung so besonders geehrt sahen, wagten sie es doch nicht, sich so auszudrücken, aus Achtung vor ihrem Lehrer.
Catena Aurea · Mt 20
Aber wie die zwei fleischlich gefragt hatten, so sind nun die zehn fleischlich betrübt. Denn wie es tadelnswert ist, über allen stehen zu wollen, so ist es für unsere Eitelkeit kränkend, einen anderen über uns zu haben.

Catena Aurea · Mt 20
Aber der sanftmütige und demütige Meister beschuldigt die zwei weder des Ehrgeizes, noch tadelt er die zehn wegen ihres Grolls und ihrer Eifersucht; sondern Jesus rief sie zu sich.

Catena Aurea · Mt 20
Indem Er sie so zu sich rief und von Angesicht zu Angesicht zu ihnen sprach, besänftigt Er sie in ihrer Verwirrung; denn die zwei hatten abgesondert für sich mit dem Herrn gesprochen. Aber nicht mehr wie zuvor tut Er es, indem Er ein Kind vorführt, sondern Er beweist es ihnen durch einen Gegensatz: Ihr wisst, dass die Fürsten der Heiden über sie herrschen.
Catena Aurea · Mt 20
Das heißt, sie begnügen sich nicht damit, über ihre Untertanen zu herrschen, sondern sind streng und bedrückend. Aber unter euch, die ihr Mein seid, soll es nicht so sein; denn wie alle fleischlichen Dinge durch Zwang geschehen, die geistlichen aber durch freien Willen, so sollen jene Herrscher, die geistlich sind, ihre Macht auf die Liebe ihrer Untertanen gründen, nicht auf deren Furcht.

Catena Aurea · Mt 20
Er zeigt hier, dass es den Heiden eigen ist, den Vorrang zu begehren; und durch diesen Vergleich mit den Heiden beruhigt Er ihre aufgewühlten Seelen.
Catena Aurea · Mt 20
In der Tat, ein gutes Werk zu begehren ist gut, denn es liegt in unserem Willen, und unser ist der Lohn; aber einen Vorrang an Ehre zu begehren ist Eitelkeit. Denn wenn wir dies erreichen, werden wir von Gott gerichtet, weil wir nicht wissen, ob wir in unserem Vorrang an Ehre den Lohn der Gerechtigkeit verdienen. Denn nicht einmal ein Apostel wird bei Gott Lob erhalten, weil er ein Apostel ist, sondern wenn er die Pflichten seines Apostelamtes gut erfüllt hat; noch wurde ein Apostel als Apostel zur Ehre eingesetzt wegen irgendeines früheren Verdienstes von ihm; sondern er wurde für würdig befunden für diesen Dienst wegen der Verfassung seines Geistes. Denn der hohe Platz sucht den auf, der vor ihm flieht, und meidet den, der ihn sucht. Ein besseres Leben also, und nicht ein würdigerer Rang, sollte unser Ziel sein. Der Herr also, der den Ehrgeiz der zwei Söhne des Zebedäus und die Entrüstung der anderen zügeln will, weist diesen Unterschied auf zwischen den Großen der Welt und denen der Kirche, und zeigt, dass der Vorrang in Christus weder von dem erstrebt werden darf, der ihn nicht hat, noch von dem beneidet werden darf, der ihn hat. Denn Menschen werden Herren in dieser Welt, damit sie über ihre Untergebenen herrschen, sie zu Sklaven machen, sie berauben und sie sogar bis zum Tod für ihren eigenen Nutzen und Ruhm einsetzen. Aber Menschen werden Vorsteher in der Kirche, damit sie denen dienen, die unter ihnen sind, und ihnen alles mitteilen, was sie von Christus empfangen haben, damit sie ihre eigene Bequemlichkeit hintanstellen und auf die der anderen bedacht sind und nicht einmal sich weigern, für die unter ihnen zu sterben. Daher ist es weder gerecht noch nützlich, in der Kirche ein Amt zu suchen. Kein kluger Mensch wird sich freiwillig der Knechtschaft unterwerfen oder in solche Gefahr begeben, in der er für die ganze Kirche Rechenschaft ablegen muss; es sei denn einer, der vielleicht das Gericht Gottes nicht fürchtet, der seinen kirchlichen Vorrang zu einem weltlichen Zweck missbraucht, sodass er ihn in einen weltlichen Vorrang verwandelt.

Catena Aurea · Mt 20
Schließlich stellt Er ihnen sein eigenes Beispiel vor Augen, damit, wenn sie seine Worte gering achten sollten, seine Taten sie beschämen möchten; daher fügt Er hinzu: Wie auch der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.
Catena Aurea · Mt 20
Denn obwohl die Engel und Martha ihm dienten (Mat. 4:11), kam Er doch nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Johannes 12:2); ja, sein Dienst erstreckte sich so weit, dass Er sogar das erfüllte, was folgt: Und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben, nämlich für die, die an Ihn glaubten; und Er gab es, d. h. in den Tod. Aber da Er allein frei war unter den Toten und mächtiger als die Macht des Todes, hat Er alle, die bereit waren, Ihm zu folgen, vom Tod befreit. Die Häupter der Kirche sollen daher Christus nachahmen, indem sie leutselig sind, sich den Frauen anpassen, den Kindern die Hände auflegen und ihren Jüngern die Füße waschen, damit auch sie dasselbe ihren Brüdern tun. Aber wir sind so, dass wir sogar den Stolz der Großen dieser Welt zu übertreffen scheinen; was das Gebot Christi betrifft, verstehen wir es entweder nicht oder verachten es. Wie Fürsten suchen wir Scharen, die vor uns hergehen, wir machen uns furchteinflößend und schwer zugänglich, besonders für die Armen, indem wir uns ihnen weder nähern noch zulassen, dass sie sich uns nähern.

Catena Aurea · Mt 20
Wie sehr du dich auch demütigst, du kannst nicht so tief hinabsteigen wie dein Herr.
29 Als sie Jericho verließen, folgte ihm eine große Volksschar. 30 Zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberkam, riefen sie: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 31 Die Leute fuhren sie an, sie sollten schweigen. Sie aber schrien noch lauter: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 32 Da blieb Jesus stehen, rief sie herbei und sagte: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 33 Sie antworteten ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden. 34 Da berührte Jesus, von Mitleid ergriffen, ihre Augen. Sogleich sahen sie wieder und folgten ihm.
25 KommentareCatena Aurea · Mt 20
Wie der Beweis für den Fleiß des Landmanns in der Fülle seiner Ernte liegt, so ist die Fülle der Kirche der Beweis für einen fleißigen Lehrer; so heißt es hier: Und als sie von Jericho aufbrachen, folgte ihm eine große Volksmenge. Niemand ließ sich durch die Mühsal der Reise abschrecken, denn geistliche Liebe empfindet keine Ermüdung; niemand wurde durch den Gedanken an Leiden ferngehalten, denn sie gingen in den Besitz des Himmelreichs. Denn wer in der Tat die Wirklichkeit des himmlischen Gutes gekostet hat, hat nichts, was ihn an die Erde bindet. Zur rechten Zeit kommen diese Blinden vor Christus, damit sie, nachdem ihre Augen geöffnet sind, mit Ihm nach Jerusalem hinaufziehen als Zeugen seiner Macht. Sie hörten den Lärm der Vorübergehenden, sahen aber nicht ihre Personen, und da sie nichts Freies an sich hatten außer ihrer Stimme, weil sie Ihm nicht mit den Füßen folgen konnten, verfolgten sie Ihn mit ihrer Stimme; als sie hörten, dass Jesus vorüberging, riefen sie aus und sprachen: Erbarme dich unser, o Herr, du Sohn Davids.

Catena Aurea · Mt 20
(de Cons. Ev. ii. 65.) Markus berichtet dieses Wunder, spricht aber nur von einem Blinden. Diese Schwierigkeit wird so erklärt: Von den zwei Blinden, die Matthäus einführt, war einer in jener Stadt wohlbekannt, wie daraus hervorgeht, dass Markus sowohl seinen Namen als auch den seines Vaters erwähnt. (Markus 10:46.) Bartimäus, der Sohn des Timäus, war wohlbekannt dafür, dass er aus großem Wohlstand gesunken war und nun nicht nur blind, sondern auch ein Bettler war. Aus diesem Grund also wählte Markus, ihn allein zu erwähnen, weil die Wiederherstellung seines Augenlichts dem Wunder Ruhm verschaffte, im Verhältnis zur Bekanntheit der Tatsache seiner Blindheit. Obwohl das, was Lukas berichtet, auf dieselbe Weise geschah, ist sein Bericht doch von einem anderen, wenn auch ähnlichen Wunder zu verstehen. (Lukas 18:35.) Das, was er gibt, geschah, als sie sich Jericho näherten; dieses in den anderen zwei, als sie aus Jericho herauskamen. Und die Volksmenge wies sie zurecht, dass sie schweigen sollten.
Catena Aurea · Mt 20
Denn sie sahen, wie armselig ihre Kleidung war, und bedachten nicht, wie rein ihr Gewissen war. Siehe die törichte Weisheit der Menschen! Sie meinen, große Männer würden verletzt, wenn sie die Huldigung der Armen empfangen. Welcher arme Mann wagt es, einen reichen Mann öffentlich zu grüßen?

Catena Aurea · Mt 20
Oder: Sie hießen sie schweigen, nicht aus Ehrfurcht vor Christus, sondern weil es sie kränkte, von den Blinden zu hören, was sie leugneten, nämlich dass der Herr der Sohn Davids war.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Die, die glaubten, tadelten sie, damit sie Ihn nicht entehrten, indem sie Ihn bloß Sohn Davids nannten, sondern vielmehr sagen sollten: Sohn Gottes, erbarme dich unser.
Catena Aurea · Mt 20
Sie wurden durch diesen Tadel eher ermutigt als zurückgestoßen. Denn so wird der Glaube durch das Verbot belebt; und daher ist er in Gefahren sicher und in Sicherheit gefährdet; daher heißt es weiter: Aber sie riefen noch mehr und sprachen: Erbarme dich unser, Sohn Davids. Sie riefen zuerst, weil sie blind waren, jetzt aber riefen sie eher, weil ihnen verboten wurde, zum Licht zu kommen.

Catena Aurea · Mt 20
(Hom. lxvi.) Christus ließ zu, dass sie zurechtgewiesen wurden, damit ihr Verlangen umso mehr offenbar würde. Daher lerne, dass wir, obwohl wir zurückgewiesen werden, dennoch, wenn wir mit Ernst zu Gott kommen, von selbst erhalten werden, worum wir bitten. Es folgt: Und Jesus blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?

Catena Aurea · Mt 20
Jesus stand still, weil sie blind waren und ihren Weg nicht sehen konnten. Um Jericho herum gab es viele Gruben, Felsen und steile Abgründe; deshalb stand der Herr still, damit sie zu Ihm kommen konnten.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Jesus geht nicht vorüber, sondern steht still, damit durch Sein Stehen Seine Güte nicht vorübergehe, sondern wie aus einer beständigen Quelle Barmherzigkeit auf sie fließe.

Catena Aurea · Mt 20
Er befiehlt, dass sie zu Ihm gerufen werden, damit die Menge sie nicht zurückhalte; und Er fragt sie, was sie wollen, damit durch ihre Antwort ihre Not offenbar werde und Seine Macht in ihrer Heilung gezeigt werde.
Catena Aurea · Mt 20
Oder: Er fragt sie wegen ihres Glaubens, damit die, welche blind waren, Christus als den Sohn Gottes bekennen, und die, welche ihr Augenlicht hatten, beschämt würden, weil sie Ihn nur für einen Menschen hielten. Sie hatten zwar Christus Herr genannt und die Wahrheit gesprochen; aber indem sie Ihn den Sohn Davids nannten, verwischten sie dieses ihr gutes Bekenntnis. Denn durch einen Missbrauch der Worte werden Menschen Herren genannt, aber niemand ist wahrhaft Herr außer Gott allein. Wenn sie also sagen: O Herr, du Sohn Davids, so wenden sie den Ausdruck auf Christus falsch an, indem sie Ihn für einen Menschen halten; hätten sie Ihn nur Herr genannt, so hätten sie Seine Gottheit bekannt. Als Er sie dann fragt: Was wollt ihr? nennen sie Ihn nicht mehr Sohn Davids, sondern nur Herr; Sie sagen zu Ihm: Herr, dass unsere Augen geöffnet werden. Denn der Sohn Davids kann die Augen der Blinden nicht öffnen, aber der Sohn Gottes kann es. Solange sie also riefen: O Herr, du Sohn Davids, wurde ihre Heilung verzögert; sobald sie nur Herr sagten, wurde Heilung auf sie ausgegossen; denn es folgt: Und Jesus hatte Mitleid mit ihnen und berührte ihre Augen, und sogleich sahen sie. Er berührte sie leiblich als Mensch, Er heilte sie als Gott.

Catena Aurea · Mt 20
Der Schöpfer gewährt, was die Natur nicht gegeben hatte; oder wenigstens gewährt die Barmherzigkeit, was die Schwäche vorenthalten hatte.

Catena Aurea · Mt 20
Aber wie sie vor dieser Gabe beharrlich gewesen waren, so waren sie nach dem Empfang nicht undankbar.
Catena Aurea · Mt 20
Als sie geheilt wurden, erwiesen sie Christus einen hohen Dienst; denn es folgt: Und sie folgten ihm. Denn das verlangt der Herr von dir, nach dem Propheten, dass du darauf bedacht seist, mit dem Herrn, deinem Gott, zu wandeln. (Mi 6,8).

Catena Aurea · Mt 20
Die also, die eingeschlossen in Jericho gesessen hatten und nur mit ihrer Stimme zu schreien wussten, folgen später Jesus, nicht so sehr mit den Füßen als in ihren Tugenden.

Catena Aurea · Mt 20
Aber Jericho, das mit ‚der Mond‘ übersetzt wird, bezeichnet die Schwäche unserer Wandelbarkeit.
Catena Aurea · Mt 20
Im übertragenen Sinn wird Jericho als die Welt verstanden, in die Christus herabkam. Die, welche in Jericho sind, wissen nicht, wie sie der Weisheit der Welt entfliehen sollen, es sei denn, sie sehen nicht nur Jesus allein aus Jericho kommen, sondern auch Seine Jünger. Als sie dies sahen, folgten Ihm große Menschenmengen, die die Welt und alles Weltliche verachteten, damit sie unter Seiner Führung zum himmlischen Jerusalem hinaufziehen. Die zwei Blinden können wir Juda und Israel nennen, die vor der Ankunft Christi blind waren, da sie das wahre Wort, das im Gesetz und in den Propheten war, nicht sahen, doch am Wegesrand des Gesetzes und der Propheten saßen und Ihn nur dem Fleische nach verstanden und zu Ihm riefen, der nach dem Fleisch aus dem Samen Davids gemacht wurde.

Catena Aurea · Mt 20
Unter den zwei Blinden werden allgemein die Pharisäer und Sadduzäer verstanden.

Catena Aurea · Mt 20
(Quæst. Ev. i. 28.) Andernfalls: Die zwei Blinden, die am Wegesrand sitzen, bezeichnen gewisse aus beiden Völkern, die bereits durch den Glauben in jene zeitliche Heilsordnung eingetreten sind, nach der Christus der Weg ist, und die erleuchtet werden wollen, das heißt, etwas über die Ewigkeit des Wortes erkennen möchten. Dies begehrten sie vom Herrn zu erlangen, als Er vorüberging, um des Verdienstes jenes Glaubens willen, durch den geglaubt wird, dass Er der Sohn Gottes ist, als Mensch geboren wurde und für uns gelitten hat; denn in dieser Heilsordnung geht Jesus gleichsam vorüber, denn alles Handeln gehört zu dieser Welt. Auch geziemte es sich, dass sie so laut schrien, dass sie den Lärm der Menge übertönten, die sich ihnen widersetzte; das heißt, dass sie ihren Sinn durch Beharrlichkeit und Gebet so stärkten und den Gebrauch fleischlicher Begierden fortwährend abtöteten (die wie eine Menge einen bedrängen, der danach strebt, zur Schau der ewigen Wahrheit zu gelangen), und durch die strengste Mühsal die Menge der fleischlichen Menschen überwanden, die geistliche Bestrebungen behindern.

Catena Aurea · Mt 20
(Serm. 88, 13.) Denn schlechte oder laue Christen sind ein Hindernis für gute Christen, die danach streben, die Gebote Gottes zu erfüllen. Trotzdem schreien diese und werden nicht müde; denn jeder Christ, der zum ersten Mal beginnt, gut zu leben und die Welt zu verachten, muss zunächst die Kritik der kalten Christen ertragen; aber wenn er beharrt, werden bald die nachgeben, die ihm eben noch widerstanden.

Catena Aurea · Mt 20
(Quæst. Ev. ii. 28.) Jesus also, derselbe, der sagte: Dem, der anklopft, wird geöffnet werden, hört sie, steht still, berührt sie und gibt ihnen Licht. Der Glaube an Seine zeitliche Menschwerdung bereitet uns auf das Verständnis der ewigen Dinge vor. Durch das Vorübergehen Jesu werden sie ermahnt, erleuchtet zu werden, und als Er stillsteht, werden sie erleuchtet; denn das Zeitliche vergeht, aber das Ewige steht still.
Catena Aurea · Mt 20
Einige deuten die zwei Blinden als die Heiden; einer entsprossen aus Cham, der andere aus Japhet; sie saßen am Wegesrand, das heißt, sie wandelten hart an der Wahrheit, aber sie konnten sie nicht finden; oder sie waren in der Vernunft verankert, hatten aber noch keine Erkenntnis des Wortes erlangt.

Catena Aurea · Mt 20
Aber als sie das Gerücht von Christus erkannten, begehrten sie, an Ihm teilzuhaben. Viele redeten gegen sie; zuerst die Juden, wie wir in der Apostelgeschichte lesen; dann bedrängten die Heiden sie durch Verfolgung; aber dennoch konnten sie denen, die zum Leben vorherbestimmt waren, das Heil nicht rauben.
Catena Aurea · Mt 20
Dementsprechend berührte Jesus die Augen des heidnischen Geistes, indem Er ihnen die Gnade des Heiligen Geistes gab, und als sie erleuchtet waren, folgten sie Ihm mit guten Werken.
Catena Aurea · Mt 20
Auch wir, die wir jetzt am Wegesrand der Schriften sitzen und verstehen, worin wir blind sind, wenn wir mit Verlangen bitten, wird Er die Augen unserer Seelen berühren, und das Dunkel der Unwissenheit wird von unseren Sinnen weichen, damit wir im Licht der Erkenntnis Dem folgen, der uns die Kraft zu sehen zu keinem anderen Zweck gab, als dass wir Ihm folgen.