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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Catena Aurea · Evangelium secundum Lucam
209 Kommentare der Kirchenväter · 15 Versabschnitte
Lukasevangelium 12 in der Bibel lesen1 Als inzwischen Tausende von Menschen zusammengeströmt waren, sodass sie einander traten, wandte er sich zuerst an seine Jünger: Hütet euch vor dem Sauerteig, das heißt vor der Heuchelei der Pharisäer! 2 Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt, und nichts verborgen, was nicht bekannt wird. 3 Deswegen wird man alles, was ihr im Dunkeln gesprochen habt, im Licht hören, und was ihr in den Kammern einander ins Ohr geflüstert habt, wird man auf den Dächern verkünden.
10 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Die Pharisäer suchten zwar Jesus in seiner Rede zu fangen, um das Volk von ihm abzubringen. Doch dieser ihr Plan wird vereitelt. Denn das Volk kam umso mehr zu ihm, in Tausenden versammelt, und so begierig, sich Christus anzuschließen, dass sie einander bedrängten. So mächtig ist die Wahrheit, so schwach überall der Trug. Daher heißt es: Als sich aber eine große Volksmenge versammelt hatte, sodass sie einander traten, begann er zu seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, der Heuchelei ist.

Catena Aurea · Lk 12
Denn sie waren falsche Ankläger; deshalb warnte Christus seine Jünger vor ihnen.

Catena Aurea · Lk 12
Wenn der Sauerteig gelobt wird, so ist er gleichsam die Zusammensetzung des Brotes des Lebens; wenn er aber getadelt wird, bezeichnet er eine dauerhafte und bittere Bosheit.
Catena Aurea · Lk 12
Er nennt ihre Heuchelei Sauerteig, weil sie die Absichten der Menschen, in denen sie aufgegangen ist, verdirbt und zersetzt. Denn nichts verändert den Charakter der Menschen so sehr wie die Heuchelei.
Catena Aurea · Lk 12
Denn wie ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert (1 Kor 5,6), so raubt die Heuchelei dem Geist alle Reinheit und Lauterkeit seiner Tugenden.

Catena Aurea · Lk 12
Unser Herr hat ein höchst eindringliches Argument für die Bewahrung der Einfalt und den Eifer für den Glauben eingeführt, dass wir nicht nach Art der treulosen Juden eines in die Tat umsetzen, während wir mit Worten ein anderes vorgeben, nämlich dass am letzten Tag die verborgenen Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen, die Geheimnisse unseres Geistes offenbaren werden. Daher wird hinzugefügt: Es ist nichts verborgen, was nicht offenbart wird.
Catena Aurea · Lk 12
Er sagt dies entweder in Bezug auf jene Zeit, da Gott die Geheimnisse der Menschen richten wird, oder er sagt es, weil, wie sehr ein Mensch auch danach trachtet, die guten Taten eines anderen durch Verleumdung zu verbergen, das Gute von Natur aus nicht verborgen werden kann.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 34. in Matt.) Als ob er zu seinen Jüngern sagte: Obwohl euch jetzt einige Betrüger und Zauberer nennen, wird die Zeit alles offenbaren und sie der Verleumdung überführen, indem sie eure Tugend bekannt macht. Daher verkündet alles, was ich euch im kleinen Winkel Palästinas gesagt habe, kühn und mit offenem Angesicht, alle Furcht ablegend, der ganzen Welt. Und deshalb fügt er hinzu: Was ihr im Dunkeln gesprochen habt, wird im Licht gehört werden.
Catena Aurea · Lk 12
Oder er sagt dies, weil alles, was die Apostel einst im Dunkel der Bedrängnis und im Finstern des Gefängnisses sprachen und erlitten, jetzt, da die Kirche in der Welt bekannt gemacht ist und ihre Taten gelesen werden, öffentlich verkündet wird. Die Worte „werden auf den Dächern verkündet werden“ sind nach der Art des Landes Palästina gesprochen, wo man gewohnt ist, auf den Dächern zu leben. Denn ihre Dächer waren nicht wie bei uns spitz aufgerichtet, sondern flach geformt und oben eben. Daher sagt er: „auf den Dächern verkündet“, das heißt, offen vor aller Ohren gesprochen.
Catena Aurea · Lk 12
Oder dies ist an die Pharisäer gerichtet; als ob er sagte: O Pharisäer, was ihr im Dunkeln gesprochen habt, das heißt all eure Bemühungen, mich im Verborgenen eurer Herzen zu versuchen, wird im Licht gehört werden, denn ich bin das Licht, und in meinem Licht wird bekannt werden, was auch immer eure Finsternis ersinnt. Und was ihr ins Ohr und in den Kammern gesprochen habt, das heißt, was auch immer ihr einander ins Ohr geflüstert habt, wird auf den Dächern verkündet werden, das heißt, es war mir so hörbar, als wäre es auf den Dächern laut ausgerufen worden. Hierin könnt ihr auch verstehen, dass das Licht das Evangelium ist, das Dach aber die erhabenen Seelen der Apostel. Aber was auch immer die Pharisäer gemeinsam planten, wurde später im Licht des Evangeliums enthüllt und gehört, wobei der große Herold, der Heilige Geist, über die Seelen der Apostel wachte.
4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und darüber hinaus nichts weiter tun können. 5 Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, Macht besitzt, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch: Vor ihm sollt ihr euch fürchten! 6 Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei As? Und nicht einen von ihnen vergisst Gott. 7 Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
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Catena Aurea · Lk 12
Da der Unglaube aus zwei Ursachen entspringt, entweder aus tiefsitzender Bosheit oder aus plötzlicher Furcht, damit nicht jemand aus Schrecken gezwungen werde, den Gott zu verleugnen, den er im Herzen anerkennt, fügt er treffend hinzu: Und ich sage euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, usw.

Catena Aurea · Lk 12
Denn diese Rede scheint sich nicht unbedingt auf jeden zu beziehen, sondern auf die, die Gott von ganzem Herzen lieben, denen es zukommt zu sagen: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? (Röm 8,35.) Die aber nicht so sind, wanken und sind bereit, niederzufallen. Zudem sagt unser Herr: Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt. (Joh 15,13.) Wie wäre es also nicht höchst undankbar gegenüber Christus, ihm nicht zu vergelten, was wir empfangen?

Catena Aurea · Lk 12
Er sagt uns auch, dass jener Tod nicht schrecklich ist, für den zu einem weit kostbareren Zinssatz die Unsterblichkeit erkauft wird.

Catena Aurea · Lk 12
Wir müssen also bedenken, dass Kronen und Ehren für die Mühen derer bereitet sind, gegen die die Menschen fortwährend ihren Zorn auslassen, und für sie ist der Tod des Leibes das Ende ihrer Verfolgungen. Daher fügt er hinzu: Und danach haben sie nichts mehr, was sie tun können.
Catena Aurea · Lk 12
Ihr Wüten ist also nur nutzloses Rasen, die die leblosen Glieder der Märtyrer wilden Tieren und Vögeln zum Zerfleischen hinwerfen, da sie keineswegs die Allmacht Gottes daran hindern können, sie wieder zu beleben und ins Leben zurückzurufen.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 22. in Matt.) Beachte, wie unser Herr seine Jünger über alle stellt, indem er sie ermahnt, gerade jenen Tod zu verachten, der allen schrecklich ist. Zugleich bringt er ihnen auch Beweise für die Unsterblichkeit der Seele: Er fügt hinzu: Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten die Macht hat, in die Hölle zu werfen.

Catena Aurea · Lk 12
Denn unser natürlicher Tod ist nicht das Ende der Strafe; und daher schließt Er, dass der Tod die Beendigung der körperlichen Strafe ist, die Strafe der Seele aber immerwährend. Und Gott allein ist zu fürchten, dessen Macht die Natur nicht vorschreibt, sondern ihr selbst unterworfen ist; Er fügt hinzu: Ja, ich sage euch, fürchtet ihn.
Catena Aurea · Lk 12
Hier beachte, dass den Sündern der Tod als Strafe gesandt wird, da sie hier durch Verderben gequält und danach in die Hölle gestürzt werden. Wenn du aber die Worte genau prüfst, wirst du noch etwas Weiteres verstehen. Denn Er sagt nicht: „Der in die Hölle wirft“, sondern: Er hat die Macht, hineinzuwerfen. Denn nicht jeder, der in Sünde stirbt, wird sogleich in die Hölle gestürzt, sondern es wird manchmal Vergebung gewährt um der Opfer und Gebete willen, die für die Toten dargebracht werden.

Catena Aurea · Lk 12
Unser Herr hatte also die Tugend der Einfalt eingeflößt und einen mutigen Geist geweckt. Allein ihr Glaube war wankend, und wohl stärkte Er ihn, indem Er in Bezug auf geringere Dinge hinzufügte: Werden nicht fünf Spatzen für zwei Heller verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen. Als ob Er sagte: Wenn Gott die Spatzen nicht vergisst, wie kann Er dann den Menschen vergessen?
Catena Aurea · Lk 12
Der Dipondius ist eine Münze von geringstem Gewicht und gleich zwei Assen.
Catena Aurea · Lk 12
(ordin.) Nun ist das, was der Zahl nach eins ist, dem Gewicht nach ein Ass, was aber zwei ist, ein Dipondius.

Catena Aurea · Lk 12
Doch vielleicht wird jemand sagen: Wie kommt es, dass der Apostel sagt: Kümmert sich Gott um die Ochsen? (1 Kor 9,9), obwohl ein Ochse wertvoller ist als ein Spatz; aber sich kümmern ist eines, Kenntnis haben ein anderes.
Catena Aurea · Lk 12
Wörtlich wird hiermit die Schnelligkeit der göttlichen Vorsehung bezeichnet, die sogar die geringsten Dinge erreicht. Mystisch aber stellen die fünf Spatzen mit Recht die geistlichen Sinne dar, die hohe und himmlische Dinge wahrnehmen: Gott schauen, die göttliche Stimme hören, das Brot des Lebens schmecken, den Duft der Salbung Christi riechen, das Wort des Lebens berühren. Und diese, für zwei Heller verkauft, das heißt von denen gering geschätzt, die alles, was vom Geist ist, als vergänglich betrachten, sind vor Gott nicht vergessen. Gott aber wird von einigen wegen ihrer Missetaten als vergesslich bezeichnet.
Catena Aurea · Lk 12
Oder diese fünf Sinne werden für zwei Heller verkauft, das heißt für das Neue und Alte Testament, und werden daher von Gott nicht vergessen. Derer, deren Sinne dem Wort des Lebens hingegeben sind, damit sie für die geistliche Speise taugen, gedenkt der Herr allezeit.

Catena Aurea · Lk 12
Oder anders: Ein guter Spatz ist einer, den die Natur mit der Kraft zu fliegen ausgestattet hat; denn die Natur hat uns die Gnade zu fliegen gegeben, die Lust hat sie genommen, welche die Seele des Gottlosen mit Speisen belädt und sie zur Natur einer fleischlichen Masse formt. Die fünf Sinne des Leibes können, wenn sie die Nahrung irdischer Beimischung suchen, nicht zu den Früchten höherer Werke zurückfliegen. Ein schlechter Spatz ist also einer, der durch die Schuld irdischen Kriechens die Gewohnheit zu fliegen verloren hat; solche sind jene Spatzen, die für zwei Heller verkauft werden, nämlich zum Preis weltlichen Prunkes. Denn der Feind stellt seine gleichsam gefangenen Sklaven zum allergeringsten Preis aus. Der Herr aber, der rechte Richter seines eigenen Werkes, hat uns, seine edlen Knechte, die Er nach seinem eigenen Bild gemacht hat, um einen großen Preis erlöst.

Catena Aurea · Lk 12
Es ist also seine Sorge, das Leben der Heiligen sorgfältig zu kennen. Daher folgt: Aber die Haare eures Hauptes sind alle gezählt; womit Er meint, dass Er von allen Dingen, die sie betreffen, die genaueste Kenntnis hat, denn die Zählung offenbart die Genauigkeit der ausgeübten Sorge.

Catena Aurea · Lk 12
Schließlich ist die Zählung der Haare nicht auf den Akt des Rechnens zu beziehen, sondern auf die Fähigkeit des Wissens. Doch werden sie mit Recht als gezählt bezeichnet, weil wir die Dinge, die wir bewahren wollen, zählen.

Catena Aurea · Lk 12
Mystisch aber ist das Haupt eines Menschen sein Verstand, seine Haare aber sind die Gedanken, die dem Auge Gottes offenliegen.
Catena Aurea · Lk 12
Oder unter dem Haupt jedes Gläubigen musst du einen Christus würdigen Wandel verstehen, unter seinen Haaren aber die Werke körperlicher Abtötung, die von Gott gezählt und des göttlichen Wohlgefallens gewürdigt werden.

Catena Aurea · Lk 12
Wenn also die Majestät Gottes so groß ist, dass nicht einmal ein einzelner Spatz oder die Zahl unserer Haare außerhalb seiner Kenntnis ist, wie unwürdig ist es dann anzunehmen, dass der Herr entweder die Herzen der Gläubigen nicht kennt oder sie so verachtet, dass Er sie für weniger wert hält. Daher fährt Er fort zu schließen: Fürchtet euch also nicht, ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Catena Aurea · Lk 12
Wir dürfen nicht lesen: „Ihr seid mehr“, was sich auf den Vergleich der Zahl bezieht, sondern: „Ihr seid mehr wert“, das heißt von größerer Wertschätzung in den Augen Gottes.

Catena Aurea · Lk 12
(pluris estis) Nun frage ich die Arianer: Wenn Gott, als ob Er es verschmähte, alle anderen Dinge zu machen, nur seinen Sohn gemacht, aber alles seinem Sohn übertragen hätte, wie kommt es dann, dass Er seine Vorsehung sogar auf so geringfügige Dinge wie unsere Haare und die Spatzen erstreckt? Denn worauf Er auch immer seine Vorsehung ausübt, davon ist Er durch sein eigenes Wort der Schöpfer.
8 Ich sage euch: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. 10 Und wer immer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. 11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen, vor die Behörden und Obrigkeiten führen, so macht euch keine Sorgen, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. 12 Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
23 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Oben wurde gesagt, dass jedes verborgene Werk und Wort offenbart werden soll, jetzt aber erklärt Er, dass diese Offenbarung in Gegenwart der himmlischen Stadt und des ewigen Richters und Königs geschehen wird; Er sagt: Aber ich sage euch: Wer mich bekennt, usw.

Catena Aurea · Lk 12
Er hat auch wohl den Glauben eingeführt, uns zu dessen Bekenntnis anspornend, und dem Glauben selbst hat Er die Tugend als Fundament gelegt. Denn wie der Glaube der Anreiz zur Tapferkeit ist, so ist die Tapferkeit die starke Stütze des Glaubens.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 34. in Matt.) Der Herr begnügt sich also nicht mit einem inneren Glauben, sondern verlangt ein äußeres Bekenntnis, uns zu Vertrauen und größerer Liebe drängend. Und da dies für alle nützlich ist, spricht Er allgemein: Wer mich bekennt, usw.

Catena Aurea · Lk 12
Nun sagt Paulus: Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. (Röm 10,9.) Das ganze Geheimnis Christi ist in diesen Worten enthalten. Denn zuerst müssen wir bekennen, dass das aus Gott dem Vater geborene Wort, das heißt der eingeborene Sohn seines Wesens, Herr über alles ist, nicht als einer, der seine Herrschaft von außen und durch List erlangt hätte, sondern der in Wahrheit von Natur aus Herr ist, ebenso wie der Vater. Sodann müssen wir bekennen, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, der selbst wahrhaft Mensch geworden ist und im Fleisch für uns gelitten hat; denn so ist Er von den Toten auferstanden. Wer also Christus so vor den Menschen bekennt, nämlich als Gott und Herrn, den wird Christus vor den Engeln Gottes bekennen zu jener Zeit, da Er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters am Ende der Welt herabsteigen wird.
Catena Aurea · Lk 12
Doch was wird herrlicher sein, als dass der eingeborene Sohn Gottes selbst für uns beim göttlichen Gericht Zeugnis ablegt und durch seine eigene Liebe als Lohn für das Bekenntnis eine Erklärung über jene Seele hervorbringt, für die er Zeugnis ablegt? Denn nicht als ob er außerhalb dessen bliebe, für den er Zeugnis ablegt, sondern indem er in ihm wohnt und ihn mit Licht erfüllt, wird er sein Zeugnis geben. Nachdem er sie aber mit so großen Verheißungen zu guter Hoffnung gestärkt hat, weckt er sie wieder durch beunruhigendere Drohungen auf, indem er sagt: Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Sowohl in der Verdammnis wird eine größere Strafe angekündigt, als auch im Segen ein größerer Lohn; als ob er sagte: Jetzt bekennt und verleugnet ihr, aber ich dann, denn eine weit größere Vergeltung für Gutes und Böses erwartet sie in der zukünftigen Welt.
Catena Aurea · Lk 12
Mit Recht verkündet er diese Drohung, damit niemand es ablehne, ihn zu bekennen, wegen der Strafe, die darin besteht, vom Sohn Gottes verleugnet, von der Weisheit verworfen, vom Leben abzufallen, des Lichtes beraubt zu werden und jeden Segen zu verlieren; sondern all dies vor Gott dem Vater, der im Himmel ist, und den Engeln Gottes zu erleiden.

Catena Aurea · Lk 12
Diejenigen nun, die verleugnen, sind zunächst die, welche in Zeiten der Verfolgung den Glauben aufgeben. Außer diesen gibt es auch häretische Lehrer und ihre Schüler.

Catena Aurea · Lk 12
Es gibt auch andere Arten des Verleugnens, die der heilige Paulus beschreibt, wenn er sagt: Sie bekennen, dass sie Gott kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn. (Tit. 1,16.) Und wiederum: Wenn jemand für die Seinen, besonders für die Hausgenossen, nicht sorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. (1 Tim. 5,8.) Auch: Flieht die Habsucht, die Götzendienst ist. (Kol. 3,5.) Da es also so viele Arten des Verleugnens gibt, ist es klar, dass es auch viele Arten des Bekennens gibt; wer immer sie geübt hat, wird jene hochselige Stimme hören, mit der Christus alle begrüßt, die ihn bekannt haben. Doch beachte die Vorsicht der Worte. Denn im Griechischen heißt es: Wer in mir bekennt, was zeigt, dass der Mensch Christus nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe der Gnade von oben bekennt. Von dem aber, der verleugnet, sagte er nicht „in mir“, sondern mich. Denn obwohl er ohne Gnade verleugnet, wird er dennoch verdammt, weil die Entbehrung dem zuzuschreiben ist, der verlassen ist, oder er wird wegen eigener Schuld verlassen.
Catena Aurea · Lk 12
Damit aber nicht aus dem, was er sagt, dass die, welche ihn verleugnet haben, verleugnet werden sollen, angenommen werde, der Zustand aller sei gleich, das heißt sowohl derer, die absichtlich verleugnen, als auch derer, die aus Schwäche oder Unwissenheit verleugnen, fügte er sogleich hinzu: Und wer ein Wort gegen den Menschensohn spricht, dem wird vergeben werden.

Catena Aurea · Lk 12
Wenn aber unser Heiland andeuten will, dass, wenn irgendein verletzendes Wort von uns gegen einen gewöhnlichen Menschen gesprochen wird, wir Vergebung erlangen, wenn wir bereuen, so liegt darin keine Schwierigkeit, denn da Gott von Natur barmherzig ist, stellt er die wieder her, die bereuen wollen. Wenn aber die Worte auf Christus bezogen werden, wie soll der nicht verdammt werden, der ein Wort gegen ihn spricht?

Catena Aurea · Lk 12
In Wahrheit verstehen wir unter dem Menschensohn Christus, der durch den Heiligen Geist von einer Jungfrau geboren wurde, da sein einziger Elternteil auf Erden die Jungfrau ist. Was also, ist der Heilige Geist größer als Christus, dass die, welche gegen Christus sündigen, Vergebung erlangen sollen, während die, welche gegen den Heiligen Geist verstoßen, nicht für würdig gehalten werden, sie zu erlangen? Doch wo Einheit der Macht ist, gibt es keinen Vergleich.

Catena Aurea · Lk 12
(Ep. 4. ad Serap.) Die Alten in der Tat, der gelehrte Origenes und der große Theognostus, beschreiben dies als die Lästerung gegen den Heiligen Geist, wenn die, welche der Gabe des Heiligen Geistes in der Taufe gewürdigt wurden, in die Sünde zurückfallen. Denn sie sagen, dass sie aus diesem Grund keine Vergebung erlangen können; wie Paulus sagt: Es ist unmöglich, die, welche des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind, wieder zu erneuern, usw. (Hebr. 6,4.)

Catena Aurea · Lk 12
So meinen einige, dass wir sowohl den Sohn als auch den Heiligen Geist als denselben Christus glauben sollten, wobei die Unterscheidung der Personen mit der Einheit der Substanz bewahrt wird, da Christus, sowohl Gott als auch Mensch, ein Geist ist, wie geschrieben steht: Der Geist vor unserem Angesicht, Christus der Herr; (Klgl. 4,20.) derselbe Geist ist heilig, denn sowohl der Vater ist heilig, als auch der Sohn heilig, und der Geist heilig. Wenn also Christus beides ist, welcher Unterschied besteht dann, außer dass wir wissen, dass es uns nicht erlaubt ist, die Göttlichkeit Christi zu leugnen?
Catena Aurea · Lk 12
Oder aber: Wer sagt, dass die Werke des Heiligen Geistes die des Beelzebub sind, dem wird es weder in der gegenwärtigen Welt noch in der zukünftigen vergeben werden. Nicht dass wir leugnen, dass er, wenn er zur Reue kommen könnte, von Gott Vergebung erlangen könnte, sondern wir glauben, dass ein solcher Lästerer durch die Notwendigkeit seiner Verdienste niemals zur Vergebung gelangen würde, ebenso wenig zu den Früchten einer würdigen Reue; nach dem Wort: Er hat ihre Augen verblendet, damit sie sich nicht bekehren und ich sie heile. (Jes. 6,10.)

Catena Aurea · Lk 12
Wenn aber der Heilige Geist ein Geschöpf wäre und nicht von der göttlichen Substanz des Vaters und des Sohnes, wie bringt dann eine gegen ihn begangene Beleidigung eine so große Strafe mit sich, wie sie denen angedroht wird, die gegen Gott lästern?
Catena Aurea · Lk 12
Doch sind nicht alle, die sagen, dass der Geist nicht heilig oder nicht Gott sei, sondern dem Vater und dem Sohn untergeordnet, in das Verbrechen der unvergebbaren Lästerung verwickelt, weil sie durch menschliche Unwissenheit dazu verleitet werden, nicht durch dämonischen Hass, wie die Führer der Juden.

Catena Aurea · Lk 12
(Serm. 71.) Oder wenn hier gesagt würde: „Wer irgendeine Lästerung gegen den Heiligen Geist ausspricht“, müssten wir darunter „jede Lästerung“ verstehen; weil aber gesagt wurde: wer gegen den Heiligen Geist lästert, soll es von dem verstanden werden, der nicht in irgendeiner Weise lästert, sondern in einer solchen, dass sie ihm niemals vergeben werden kann. Denn so wird, wenn gesagt wird: Der Herr versucht niemanden, (Jak. 1,13.) das nicht von jeder, sondern nur von einer bestimmten Art von Versuchung gesagt. Was nun jene Art der Lästerung gegen den Heiligen Geist ist, wollen wir sehen. Der erste Segen der Gläubigen ist die Vergebung der Sünden im Heiligen Geist. Gegen diese freie Gabe spricht das unbußfertige Herz. Die Unbußfertigkeit selbst also ist die Lästerung gegen den Geist, die weder in dieser Welt noch in der zukünftigen vergeben wird; denn die Reue erlangt jene Vergebung in dieser Welt, die in der zukünftigen Welt wirksam sein wird.

Catena Aurea · Lk 12
Nachdem der Herr aber so großen Schrecken eingeflößt und die Menschen darauf vorbereitet hat, denen zu widerstehen, die von einem rechten Bekenntnis abfallen, befahl er ihnen für das Übrige, sich keine Sorgen zu machen, was sie antworten sollten, weil für die, welche treu gesinnt sind, der Heilige Geist als ihr Lehrer passende Worte formt und in ihnen wohnt. Daher folgt: Und wenn sie euch in die Synagogen bringen, so sorgt nicht, wie oder was ihr antworten sollt.
Catena Aurea · Lk 12
(inter.) Nun sagt er „wie“ in Bezug auf die Art des Sprechens, „was“ in Bezug auf die Art der Absicht. Wie ihr denen antworten sollt, die fragen, oder was ihr denen sagen sollt, die lernen wollen.
Catena Aurea · Lk 12
Denn wenn wir um Christi willen vor Richter geführt werden, sollen wir nur unseren Willen für Christus darbringen, aber beim Antworten wird der Heilige Geist seine Gnade geben, wie hinzugefügt wird: Denn der Heilige Geist wird euch lehren, usw.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 33. in Matt.) Anderswo aber wird gesagt: Seid bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft über die Hoffnung fordert, die in euch ist. Wenn nämlich ein Wettstreit oder Streit unter Freunden entsteht, befiehlt er uns, nachzudenken; wenn aber die Schrecken eines Gerichtshofs und Furcht auf allen Seiten sind, gibt er seine eigene Kraft, um Kühnheit und Rede zu inspirieren, aber nicht Bestürzung.
Catena Aurea · Lk 12
Da also unsere Schwäche zweifach ist und wir entweder aus Furcht vor Strafe das Martyrium meiden oder weil wir unwissend sind und keinen Grund für unseren Glauben angeben können, hat er beides ausgeschlossen; die Furcht vor Strafe, indem er sagte: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Furcht vor Unwissenheit, als er sagte: Sorgt nicht, wie oder was ihr antworten sollt, usw.
13 Einer aus der Volksmenge bat ihn: Meister, sage meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. 14 Er aber sagte zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch bestellt? 15 Dann sprach er zu ihnen: Gebt Acht und hütet euch vor jeglicher Habsucht! Denn auch mitten im Überfluss ist das Leben eines Menschen nicht durch seine Güter gesichert.
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Catena Aurea · Lk 12
Die ganze vorhergehende Stelle dient dazu, uns darauf vorzubereiten, um des Bekenntnisses des Herrn willen Leiden auf uns zu nehmen, oder die Verachtung des Todes, oder die Hoffnung auf Lohn, oder die Ankündigung der Strafe, die den erwartet, dem niemals Vergebung gewährt wird. Und da die Habsucht gewöhnlich die Tugend versucht, wird auch zu deren Zerstörung ein Gebot und Beispiel hinzugefügt, wie gesagt wird: Und einer aus der Menge sagte zu ihm: Meister, sag meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.
Catena Aurea · Lk 12
Da diese beiden Brüder über die Teilung ihres väterlichen Erbes stritten, folgt daraus, dass der eine den anderen zu betrügen beabsichtigte; aber unser Herr lehrt uns, dass wir nicht auf irdische Dinge ausgerichtet sein sollen, und tadelt den, der ihn zur Teilung des Erbes herbeirief; wie es folgt: Und er sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gemacht?
Catena Aurea · Lk 12
Wer dem Meister, der die Freuden des himmlischen Friedens empfiehlt, die Mühe der Landteilung aufbürden will, wird zu Recht „Mensch“ genannt, gemäß dem Wort: Wenn Eifersucht, Streit und Spaltungen unter euch sind, seid ihr da nicht Menschen? (1 Kor 3,3)

Catena Aurea · Lk 12
Der Sohn Gottes aber, als er uns gleich gemacht wurde, wurde von Gott dem Vater zum König und Fürsten auf seinem heiligen Berg Zion eingesetzt, um das göttliche Gebot kundzutun.

Catena Aurea · Lk 12
Wohl also meidet er irdische Dinge, der um der göttlichen Dinge willen herabgestiegen ist, und würdigt sich nicht, Richter über Streitigkeiten und Schiedsrichter über Gesetze zu sein, da ihm das Gericht über die Lebenden und die Toten und die Vergeltung der Werke zusteht. Du solltest also bedenken, nicht was du suchst, sondern von wem du es erbittest; und du solltest nicht eifrig annehmen, dass die Größeren von den Kleineren beunruhigt werden sollen. Daher wird dieser Bruder verdientermaßen enttäuscht, der den Verwalter der himmlischen Dinge mit vergänglichen Dingen beschäftigen wollte, da doch zwischen Brüdern kein Richter eingreifen sollte, sondern die natürliche Zuneigung Schiedsrichter sein sollte, um das Erbe zu teilen, obwohl nicht Reichtümer, sondern Unsterblichkeit das Erbe sein sollte, auf das die Menschen warten sollten.
Catena Aurea · Lk 12
Er nimmt aus diesem törichten Bittsteller Anlass, sowohl die Volksmenge als auch seine Jünger gleichermaßen durch Gebot und Beispiel gegen die Plage der Habgier zu stärken. Daher folgt: Er sprach zu ihnen: Hütet euch und wahrt euch vor aller Habgier; und er sagt „vor aller“, weil manches anscheinend ehrlich getan wird, aber der innere Richter entscheidet, mit welcher Absicht es getan wird.

Catena Aurea · Lk 12
Oder er sagt „vor aller Habgier“, das heißt vor großer und kleiner. Denn die Habgier ist unprofitabel, wie der Herr sagt: Ihr werdet Häuser aus behauenen Steinen bauen und nicht darin wohnen. (Am 5,11; Jes 5,10) Und anderswo: Ja, zehn Morgen Weinberge werden ein Bat ergeben, und der Same eines Homer wird ein Epha ergeben. Aber auch auf andere Weise ist sie unprofitabel, wie er zeigt, indem er hinzufügt: Denn das Leben eines Menschen besteht nicht im Überfluss usw.
Catena Aurea · Lk 12
Dies sagt unser Herr, um die Motive der Habgierigen zu tadeln, die Reichtümer anzuhäufen scheinen, als ob sie lange leben würden. Aber wird der Reichtum dich je lange leben lassen? Warum also erleidest du offensichtlich Übel um einer unsicheren Ruhe willen? Denn es ist zweifelhaft, ob du ein hohes Alter erreichen sollst, um dessentwillen du Schätze sammelst.
16 Er erzählte ihnen ein Gleichnis: Das Land eines reichen Mannes hatte gut getragen. 17 Da überlegte er: Was soll ich tun, da ich nicht genug Raum habe, meine Ernte unterzubringen? 18 Schließlich sagte er: So will ich es machen; ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen und dort mein ganzes Getreide und alle meine Güter unterbringen. 19 Dann kann ich zu mir sagen: Du hast großen Vorrat für viele Jahre; ruh dich aus, iss, trink und lass dir wohl sein! 20 Da sagte Gott zu ihm: Du Tor, diese Nacht noch wird man dein Leben von dir fordern! Wem aber wird gehören, was du angesammelt hast? 21 So geht es dem, der für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.
18 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Nachdem er gesagt hat, dass das Leben des Menschen nicht durch die Fülle des Reichtums verlängert wird, fügt er ein Gleichnis hinzu, um dies glaubhaft zu machen, wie es folgt: Und er sprach ein Gleichnis zu ihnen: Das Feld eines gewissen reichen Mannes brachte reichlich Frucht.

Catena Aurea · Lk 12
(in Hom. de Avar.) Nicht zwar, um aus seiner Fruchtfülle Gutes zu ernten, sondern damit die Barmherzigkeit Gottes umso mehr erscheine, die ihre Güte sogar auf die Bösen erstreckt; indem sie ihren Regen über Gerechte und Ungerechte fallen lässt. Aber was sind die Dinge, womit dieser Mensch seinen Wohltäter vergilt? Er gedachte nicht seiner Mitgeschöpfe, noch hielt er es für nötig, von seinem Überfluss den Bedürftigen zu geben. Seine Scheunen zwar barsten vor der Fülle seiner Vorräte, doch sein habgieriger Sinn war keineswegs befriedigt. Er war nicht bereit, seine alten anzunehmen wegen seiner Habgier, und nicht fähig, neue zu errichten wegen der Menge, denn seine Pläne waren unvollkommen und seine Sorge unfruchtbar. Daher folgt: Und er dachte. Seine Klage ist wie die der Armen. Sagt nicht der von Not Bedrängte: Was soll ich tun, woher kann ich Nahrung bekommen, woher Kleidung? Solches äußert auch der reiche Mann. Denn sein Sinn ist bedrückt, weil seine Früchte aus seinem Speicher hervorquellen, damit sie nicht etwa, wenn sie hervorgekommen sind, den Armen nützen; wie der Schlemmer, der lieber vom Essen platzen als etwas vom Übrigen den Hungernden geben wollte.

Catena Aurea · Lk 12
(Mor. 15. c. 13.) O Widrigkeit, du Kind des Überflusses. Denn indem er sagt: Was soll ich tun, deutet er gewiss an, dass er, bedrückt vom Erfolg seiner Wünsche, gleichsam unter einer Last von Gütern leidet.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Es wäre ihm leicht gewesen zu sagen: Ich werde meine Scheune öffnen, ich werde die Bedürftigen zusammenrufen, aber er denkt nicht an Mangel, nur ans Anhäufen; denn es folgt: Und er sprach: Das will ich tun, ich will meine Scheunen niederreißen. Du tust wohl daran, denn die Speicher der Ungerechtigkeit sind der Zerstörung würdig. Reiß deine Scheunen nieder, aus denen niemand Trost empfängt. Er fügt hinzu: Ich will größere bauen. Aber du wirst diese vollenden, wirst du sie wieder zerstören? Was ist törichter als endlos weiterzuarbeiten. Deine Scheunen, wenn du willst, sind die Heimat der Armen. Aber du wirst sagen: Wem tue ich Unrecht, indem ich behalte, was mein ist? Denn es folgt auch: Und dort will ich alle meine Früchte und Güter niederlegen. Sag mir, was ist dein, woher hast du es bekommen und ins Leben gebracht? Wie derjenige, der die öffentlichen Spiele vorwegnimmt, denen schadet, die kommen, indem er sich aneignet, was für den gemeinsamen Gebrauch bestimmt ist, so auch die Reichen, die das Gemeinsame, das sie vorweggenommen haben, als ihr eigenes betrachten. Denn wenn jeder, der empfängt, was für seinen eigenen Bedarf ausreicht, das Übrige den Bedürftigen überließe, gäbe es keine Reichen oder Armen.

Catena Aurea · Lk 12
Beachte auch in anderer Hinsicht die Torheit seiner Worte, wenn er sagt: Ich will alle meine Früchte sammeln, als ob er glaubte, er habe sie nicht von Gott erhalten, sondern sie seien die Früchte seiner eigenen Arbeit.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Aber wenn du bekennst, dass jene Dinge dir von Gott gekommen sind, ist Gott dann ungerecht, indem er uns ungleich verteilt? Warum hast du Überfluss, während ein anderer bettelt? Es sei denn, dass du die Belohnungen einer guten Verwaltung erlangen und mit dem Lohn der Geduld geehrt werden solltest. Bist du dann nicht ein Räuber, weil du als dein eigen betrachtest, was du zum Verteilen empfangen hast? Es ist das Brot der Hungernden, das du empfängst, das Gewand der Nackten, das in deinem Besitz verrottet, das Geld der Mittellosen, das du in der Erde vergraben hast. Warum also schädigst du so viele, denen du ein Wohltäter sein könntest.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 8. in 2 ad Tim.) Aber darin irrt er, dass er jene Dinge für gut hält, die indifferent sind. Denn es gibt einige Dinge, die gut sind, einige böse, einige zwischen beiden. Die guten sind Keuschheit und Demut und dergleichen, durch deren Wahl ein Mensch gut wird. Ihnen entgegengesetzt sind die bösen, durch deren Wahl ein Mensch schlecht wird; und es gibt die neutralen, wie Reichtümer, die zu einer Zeit zwar zum Guten gelenkt werden, wie zum Almosen, zu anderer Zeit zum Bösen, wie zur Habgier. Und in ähnlicher Weise führt Armut zu einer Zeit zur Gotteslästerung, zu anderer zur Weisheit, je nach der Disposition des Nutzers.

Catena Aurea · Lk 12
Der reiche Mann baut also Scheunen, die nicht dauern, sondern verfallen, und was noch törichter ist, rechnet für sich mit einem langen Leben; denn es folgt: Und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter für viele Jahre aufgespeichert. Aber, o reicher Mann, du hast zwar Früchte in deinen Scheunen, aber was die vielen Jahre betrifft, woher kannst du sie erlangen?

Catena Aurea · Lk 12
(non occ.) Wenn nun jemand so lebt, dass er täglich stirbt, da unser Leben von Natur aus unsicher ist, wird er nicht sündigen, denn die größere Furcht zerstört sehr viel Vergnügen, aber der reiche Mann im Gegenteil, der sich Länge des Lebens verspricht, sucht Vergnügungen, denn er sagt: Ruhe, das heißt von der Mühe, iss, trink und sei fröhlich, das heißt mit großer Üppigkeit.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Du bist so sorglos in Bezug auf die Güter der Seele, dass du die Speisen des Leibes der Seele zuschreibst. Wenn sie nämlich Tugend hat, wenn sie fruchtbar ist in guten Werken, wenn sie an Gott festhält, besitzt sie viele Güter und freut sich mit würdiger Freude. Aber weil du ganz fleischlich und den Leidenschaften unterworfen bist, sprichst du aus deinem Bauch, nicht aus deiner Seele.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 39, 8. in 1 ad Cor.) Nun ziemt es uns nicht, uns Vergnügungen hinzugeben, die den Leib mästen, die Seele mager machen und ihr eine schwere Last auferlegen und über sie Dunkelheit und eine dichte Decke breiten, weil im Vergnügen unser herrschender Teil, der die Seele ist, zum Sklaven wird, aber der untergeordnete Teil, nämlich der Leib, herrscht. Der Leib aber bedarf nicht der Luxusgüter, sondern der Nahrung, damit er genährt werde, nicht damit er gequält werde und zergehe. Denn nicht nur der Seele allein sind Vergnügungen schädlich, sondern auch dem Leib selbst, weil er von einem starken Leib schwach wird, von einem gesunden krank, von einem tätigen träge, von einem schönen unförmig und von einem jugendlichen alt.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. in loc.) Aber es wurde ihm erlaubt, in allem zu überlegen und seine Absicht kundzutun, damit er ein Urteil empfange, wie es seinen Neigungen entsprach. Aber während er im Verborgenen spricht, werden seine Worte im Himmel gewogen, von woher die Antworten zu ihm kommen. Denn es folgt: Aber Gott sprach zu ihm: Du Tor, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Höre den Namen der Torheit, der dir am eigentlichen zukommt, den nicht ein Mensch verhängt hat, sondern Gott selbst.

Catena Aurea · Lk 12
(22. Mor. c. 2.) In derselben Nacht wurde der hinweggenommen, der viele Jahre erwartet hatte, damit derjenige, der beim Sammeln von Vorräten für sich weit in die Zukunft blickte, nicht einmal den nächsten Tag sehen sollte.

Catena Aurea · Lk 12
(Concio. 2. de Lazar.) Sie werden es von dir fordern; denn vielleicht wurden gewisse schreckliche Mächte gesandt, um es zu fordern, da wir ja, wenn wir von Stadt zu Stadt gehen, einen Führer brauchen, um wieviel mehr wird die Seele, wenn sie vom Leibe befreit ist und ins künftige Leben hinübergeht, der Leitung bedürfen. Deshalb steigt die Seele oftmals empor und sinkt wieder in die Tiefe, wenn sie den Leib verlassen soll. Denn das Bewusstsein unserer Sünden sticht uns stets, am meisten aber, wenn wir vor den furchtbaren Gerichtshof geschleppt werden sollen. Denn wenn die ganze Anhäufung der Verbrechen wieder hervorgebracht und vor die Augen gestellt wird, bestürzt sie den Geist. Und wie Gefangene zwar immer traurig sind, besonders aber zu der Zeit, da sie vor den Richter gebracht werden sollen, so wird auch die Seele zu dieser Zeit sehr von der Sünde gequält und bedrückt, viel mehr aber nachdem sie hinweggenommen ist.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Aber in der Nacht wurde die Seele hinweggenommen, die in der Finsternis ihres Herzens ausgegangen war, da sie das Licht der Betrachtung nicht haben wollte, um vorauszusehen, was sie leiden könnte. Er fügt aber hinzu: Wem wird dann gehören, was du bereitet hast?

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 23. in Gen.) Denn hier wirst du jene Dinge zurücklassen und nicht nur keinen Nutzen daraus ziehen, sondern eine Last von Sünden auf deinen eigenen Schultern tragen. Und diese Dinge, die du aufgespeichert hast, werden größtenteils in die Hände von Feinden kommen, von dir aber wird Rechenschaft über sie gefordert werden. Es folgt: So geht es dem, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist vor Gott.
Catena Aurea · Lk 12
Denn ein solcher ist ein Tor und wird in der Nacht hinweggenommen werden. Wer also reich sein will vor Gott, wird nicht Schätze für sich sammeln, sondern seine Güter den Armen austeilen.

Catena Aurea · Lk 12
Denn vergeblich häuft der Reichtümer an, der sie nicht zu gebrauchen weiß. Auch sind jene Dinge nicht unser, die wir nicht mit uns nehmen können. Allein die Tugend ist die Gefährtin der Toten, allein die Barmherzigkeit folgt uns nach, die den Toten eine ewige Wohnung erwirbt.
22 Und er sagte zu seinen Jüngern: Deswegen sage ich euch: Sorgt nicht um das Leben, was ihr essen, noch um den Leib, was ihr anziehen werdet. 23 Denn das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung.
4 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Der Herr führt uns stufenweise zu einer vollkommeneren Lehre. Denn er hat uns oben gelehrt, uns vor der Habsucht zu hüten, und er fügte das Gleichnis vom reichen Mann hinzu, wodurch er andeutet, dass der ein Tor ist, der mehr begehrt als genug. Dann, im Fortgang seiner Rede, verbietet er uns, auch nur um die notwendigen Dinge besorgt zu sein, indem er die Wurzel der Habsucht selbst ausreißt; daher sagt er: Darum sage ich euch: Sorget nicht. Als ob er sagte: Da der ein Tor ist, der sich ein längeres Maß an Leben zuspricht und dadurch noch habsüchtiger wird, so seid auch ihr nicht besorgt um eure Seele, was ihr essen sollt – nicht als ob die geistige Seele äße, sondern weil es keinen anderen Weg zu geben scheint, dass die Seele mit dem Leibe vereint wohnt, außer durch Ernährung. Oder weil es Teil des beseelten Leibes ist, Nahrung aufzunehmen, schreibt er die Nahrung passend der Seele zu. Denn die Seele wird auch eine nährende Kraft genannt, wie sie so verstanden wird. Sei also nicht besorgt um den nährenden Teil der Seele, was du essen sollst. Aber ein toter Leib kann auch bekleidet werden; daher fügt er hinzu: Noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 21. in Matt.) Nun sind die Worte „Sorget nicht“ nicht dasselbe wie „arbeitet nicht“, sondern: „Habt euren Sinn nicht auf irdische Dinge gerichtet.“ Denn es geschieht, dass der Mensch, der arbeitet, nicht sorgt.

Catena Aurea · Lk 12
Nun ist die Seele vortrefflicher als die Speise und der Leib als die Kleidung. Daher fügt er hinzu: Das Leben ist mehr als die Speise usw. Als ob er sagte: „Gott, der das Größere eingepflanzt hat, wie sollte er nicht das Geringere geben?“ Lasst also unsere Aufmerksamkeit nicht bei nichtigen Dingen verweilen, noch unser Verstand dazu dienen, Nahrung und Kleidung zu suchen, sondern vielmehr an das denken, was die Seele rettet und sie zum Himmelreich erhebt.

Catena Aurea · Lk 12
Nichts ist nun geeigneter, in den Gläubigen die Überzeugung zu erzeugen, dass Gott uns alles geben kann, als die Tatsache, dass der ätherische Geist die Lebensgemeinschaft von Seele und Leib in enger Verbundenheit ohne unser Zutun fortwähren lässt und der heilsame Gebrauch der Nahrung nicht aufhört, bis der letzte Tag des Todes gekommen ist. Da also die Seele mit dem Leibe wie mit einem Gewand bekleidet ist und der Leib durch die Kraft der Seele am Leben erhalten wird, ist es widersinnig anzunehmen, dass uns die Versorgung mit Nahrung fehlen werde, die wir im Besitz der unvergänglichen Substanz des Lebens sind.
24 Betrachtet die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht; sie haben weder Speicher noch Scheune und Gott ernährt sie. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel! 25 Wer aber von euch kann mit seinen Sorgen seiner Lebenslänge auch nur eine Elle hinzufügen? 26 Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?
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Catena Aurea · Lk 12
Wie er früher, als er unseren Geist zu geistlicher Kühnheit erhob, uns durch das Beispiel der Vögel versicherte, die gering geschätzt werden, indem er sagte: Ihr seid mehr wert als viele Spatzen; so vermittelt er uns auch jetzt aus dem Beispiel der Vögel ein festes und unzweifelhaftes Vertrauen, indem er sagt: Betrachtet die Raben; denn sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Vorratskammer noch Scheune, und Gott ernährt sie; um wieviel mehr seid ihr besser als die Vögel?
Catena Aurea · Lk 12
Das heißt, ihr seid kostbarer, weil ein vernunftbegabtes Lebewesen wie der Mensch in der Ordnung der Natur von höherem Rang ist als die vernunftlosen Dinge, wie es die Vögel sind.

Catena Aurea · Lk 12
Aber es ist eine große Sache, diesem Beispiel im Glauben zu folgen. Denn den Vögeln des Himmels, die keine Mühe des Ackerbaus, keinen Ertrag aus der Fruchtbarkeit der Felder haben, gewährt die göttliche Vorsehung eine unfehlbare Nahrung. Es ist also wahr, dass die Ursache unserer Armut die Habsucht zu sein scheint. Denn sie haben aus diesem Grund einen mühelosen und reichlichen Gebrauch der Nahrung, weil sie nicht daran denken, sich durch ein besonderes Recht Früchte anzueignen, die zum gemeinsamen Gebrauch gegeben sind. Wir haben das, was gemeinsam war, verloren, indem wir es als unser eigen beanspruchten. Denn nichts ist eines Menschen eigen, wo nichts beständig ist, noch ist die Versorgung sicher, wenn das Ende ungewiss ist.

Catena Aurea · Lk 12
Da nun unser Herr ein Beispiel von den Menschen hätte nehmen können, die sich am wenigsten um irdische Dinge kümmerten, wie Elija, Mose und Johannes und dergleichen, erwähnte er die Vögel, indem er dem Alten Testament folgt, das uns zur Biene und zur Ameise und anderen derselben Art sendet, in die der Schöpfer gewisse natürliche Anlagen eingepflanzt hat.
Catena Aurea · Lk 12
Der Grund nun, dass er die anderen Vögel übergeht und nur von den Raben spricht, ist der, dass die Jungen der Raben durch eine besondere Vorsehung von Gott ernährt werden. Denn die Raben bringen zwar hervor, füttern aber nicht, sondern vernachlässigen ihre Jungen, denen auf wunderbare Weise aus der Luft ihre Nahrung zukommt, gleichsam vom Wind herbeigetragen, die sie mit offenem Schnabel empfangen und so ernährt werden. Vielleicht wurde auch solches durch Synekdoche gesagt, d. h. das Ganze durch einen Teil bezeichnet. Daher bezieht sich unser Herr bei Matthäus auf die Vögel des Himmels (Mt 6,26), hier aber insbesondere auf die Raben, da sie gieriger und raubgieriger sind als andere.
Catena Aurea · Lk 12
Durch die Raben bezeichnet er auch etwas anderes; denn die Vögel, die Körner aufpicken, haben eine bereitwillige Nahrungsquelle, die aber, die sich wie die Raben von Fleisch ernähren, haben mehr Schwierigkeit, sie zu erlangen. Doch leiden Vögel dieser Art keinen Mangel an Nahrung, weil die Vorsehung Gottes überall reicht; aber er führt zu demselben Zweck auch ein drittes Argument an, indem er sagt: Und wer von euch kann durch Sorgen seiner Körpergröße eine Elle hinzufügen?

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 21. in Matt.) Beachte, dass, wenn Gott einmal eine Seele gegeben hat, sie dieselbe bleibt, der Leib aber täglich wächst. Da er also die Seele übergeht, da sie keine Zunahme empfängt, erwähnt er nur den Leib und gibt uns zu verstehen, dass er nicht allein durch Nahrung wächst, sondern durch die göttliche Vorsehung, aus der Tatsache, dass niemand durch Nahrungsaufnahme etwas zu seiner Körpergröße hinzufügen kann. Daraus wird geschlossen: Wenn ihr also nicht einmal das Geringste tun könnt, warum sorgt ihr euch um das Übrige?
Catena Aurea · Lk 12
Wenn niemand durch seine eigene Kunstfertigkeit sich eine Körpergröße verschafft hat, sondern nicht einmal die kürzeste Verzögerung der festgesetzten Grenze seiner Lebenszeit hinzufügen kann, warum sollten wir dann vergeblich um die notwendigen Dinge des Lebens besorgt sein?
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Ihm also überlasse die Sorge um die Lenkung des Leibes, durch dessen Beistand du siehst, dass es geschieht, dass du einen Leib von solcher Größe hast.

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(de Qu. Ev. l. ii. qu. 28.) Aber indem er vom Wachsen der Körpergröße spricht, bezieht er sich auf das, was das Geringste ist, nämlich auf Gott, der die Leiber macht.
27 Betrachtet die Lilien, wie sie weder spinnen noch weben. Ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen. 28 Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen! 29 So fragt denn auch ihr nicht, was ihr essen und was ihr trinken werdet, und seid nicht in ängstlicher Unruhe; 30 denn nach all dem trachten die Völker der Welt. Euer Vater aber weiß, dass ihr das braucht. 31 Sucht vielmehr sein Reich; dann wird euch alles das dazugegeben.
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(Hom. 22. in Matt.) Wie unser Herr zuvor über die Nahrung unterwiesen hatte, so nun auch über die Kleidung, indem er sagt: Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und spinnen nicht, das heißt, um sich Kleidung zu machen. Wie nun oben, als unser Herr sagte: Die Vögel säen nicht, er nicht das Säen tadelte, sondern alle überflüssige Mühe; so macht er auch, als er sagte: Sie mühen sich nicht und spinnen nicht, nicht der Arbeit ein Ende, sondern aller Sorge um sie.
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Wenn aber jemand mit kostbarem Gewand geschmückt sein möchte, so betrachte er aufmerksam, wie Gott sogar bis zu den Blumen, die aus der Erde sprießen, seine vielfältige Weisheit erstreckt und sie mit verschiedenen Farben schmückt, indem er den zarten Häuten der Blumen Farbstoffe anpasst, die weit vortrefflicher sind als Gold und Purpur, so dass unter keinem üppigen König, nicht einmal unter Salomo selbst, der bei den Alten für seinen Reichtum wie für seine Weisheit und seine Vergnügungen berühmt war, ein so erlesenes Werk ersonnen wurde; und daher folgt: Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet war wie eine von diesen.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 22. in Matt.) Er verwendet hier nicht das Beispiel der Vögel, indem er einen Schwan oder einen Pfau erwähnt, sondern die Lilien, denn er will die Beweisführung nach beiden Seiten stärken, das heißt sowohl durch die Geringheit der Dinge, die solche Ehre erlangt haben, als auch durch die Vortrefflichkeit der ihnen verliehenen Ehre; und daher nennt er sie kurz darauf nicht Lilien, sondern Gras, wie es heißt: Wenn nun Gott das Gras so kleidet, das heute ist – er sagt nicht: das morgen nicht ist, sondern: das morgen in den Ofen geworfen wird –; und er sagt nicht einfach: Gott kleidet, sondern er sagt: Gott kleidet so, was viel bedeutet, und fügt hinzu: wie viel mehr euch, was seine Wertschätzung und Fürsorge für das Menschengeschlecht ausdrückt. Schließlich, als er tadeln muss, verfährt er auch hier mit Milde und tadelt sie nicht wegen Unglaubens, sondern wegen Kleinmut im Glauben, indem er hinzufügt: O ihr Kleingläubigen, damit er uns umso mehr dazu aufrüttle, seinen Worten zu glauben, dass wir nicht nur keine Sorge um unsere Kleidung tragen, sondern nicht einmal die Eleganz der Kleidung bewundern.

Catena Aurea · Lk 12
Denn dem Klugen genügt es, allein der Notwendigkeit wegen ein passendes Gewand und maßvolle Nahrung zu haben, nicht mehr als ausreichend. Den Heiligen genügt es sogar, jene geistlichen Freuden zu haben, die in Christus sind, und die Herrlichkeit, die danach kommt.

Catena Aurea · Lk 12
Und es scheint nicht von geringer Bedeutung, dass eine Blume entweder mit dem Menschen verglichen oder sogar fast mehr als der Mensch dem Salomo vorgezogen wird, um uns die ausgedrückte Herrlichkeit begreifen zu lassen, von der Leuchtkraft der Farbe her als die der himmlischen Engel; die wahrhaft die Blumen der anderen Welt sind, da durch ihren Glanz die Welt geschmückt wird, und sie den reinen Duft der Heiligung aushauchen, die von keinen Sorgen gefesselt, in keine mühselige Aufgabe verwickelt, die Gnade der göttlichen Güte gegen sie und die Gaben ihrer himmlischen Natur hegen. Daher wird auch Salomo hier mit Recht als in seiner eigenen Herrlichkeit gekleidet beschrieben und an anderer Stelle als verhüllt, weil die Gebrechlichkeit seiner leiblichen Natur gleichsam durch die Kräfte seines Geistes zur Herrlichkeit seiner Werke gekleidet wird. Die Engel aber, deren göttlichere Natur frei von leiblichem Schaden bleibt, werden mit Recht vorgezogen, obwohl er der größte Mensch ist. Wir sollten jedoch nicht an Gottes Erbarmen für uns verzweifeln, dem er durch die Gnade seiner Auferstehung die Ähnlichkeit mit den Engeln verheißt.

Catena Aurea · Lk 12
Es wäre seltsam für die Jünger, die anderen die Regel und das Muster des Lebens vor Augen stellen sollten, in jene Dinge zu verfallen, die zu verleugnen sie die Menschen hätten anleiten müssen; und daher fügt unser Herr hinzu: Und sucht nicht, was ihr essen sollt, usw. Hierin empfiehlt unser Herr nachdrücklich das Studium der heiligen Predigt, indem er seine Jünger auffordert, alle menschlichen Sorgen abzuwerfen.
Catena Aurea · Lk 12
Es muss jedoch beachtet werden, dass er nicht sagt: Sucht oder sorgt nicht um Speise oder Trank oder Kleidung, sondern: was ihr essen oder trinken sollt, worin er, wie mir scheint, jene tadelt, die, die gewöhnliche Speise und Kleidung verachtend, für sich entweder feinere oder gröbere Speise und Kleidung suchen als die, mit denen sie zusammenleben.
Catena Aurea · Lk 12
(in Orat. Dom. Serm. 1.) Einige haben Herrschaft, Ehren und Reichtümer erlangt, indem sie darum beteten; wie also verbietest du uns, solche Dinge im Gebet zu suchen? Und in der Tat ist es jedem klar, dass alle diese Dinge zum göttlichen Ratschluss gehören, doch werden sie von Gott denen verliehen, die darum bitten, damit wir, indem wir lernen, dass Gott unsere niederen Bitten erhört, zum Verlangen nach höheren Dingen erhoben werden; so wie wir es bei Kindern sehen, die, sobald sie geboren sind, sich an die Brüste der Mutter klammern, aber wenn das Kind heranwächst, verachtet es die Milch und sucht nach einer Halskette oder etwas Ähnlichem, woran das Auge sich erfreut; und wiederum, wenn der Geist zusammen mit dem Körper fortgeschritten ist, gibt er alle kindlichen Wünsche auf und erbittet von seinen Eltern jene Dinge, die einem vollkommenen Leben entsprechen.

Catena Aurea · Lk 12
(de Qu Ev. l. ii. qu. 29.) Nachdem er nun alle Sorge um Nahrung verboten hat, fährt er fort, die Menschen zu warnen, sich nicht aufzublähen, indem er sagt: Und seid nicht hochmütig (nolite in sublime tolli μὴ μετεωρίζισθε), denn der Mensch sucht diese Dinge zuerst, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, aber wenn er erfüllt ist, beginnt er, sich ihrer zu rühmen. Das ist gerade so, als ob ein Verwundeter sich rühmte, viele Pflaster im Haus zu haben, während es für ihn besser wäre, keine Wunden zu haben und nicht einmal ein Pflaster zu brauchen.
Catena Aurea · Lk 12
Oder mit dem Hochmut meint er nichts anderes als eine unstete Bewegung des Geistes, die erst dies, dann jenes bedenkt und von einem zum anderen springt und hohe Dinge einbildet.

Catena Aurea · Lk 12
Und damit du eine derartige Erhebung verstehst, erinnere dich an die Eitelkeit deiner eigenen Jugend; wenn du irgendwann, während du allein warst, über das Leben und Beförderungen nachgedacht hast, rasch von einer Würde zur anderen übergegangen bist, Reichtümer ergriffen, Paläste gebaut, Freunden genützt, an Feinden Rache geübt hast. Nun, solche Abstraktion ist Sünde, denn unsere Freude auf nutzlose Dinge zu richten, führt von der Wahrheit weg. Daher fügt er hinzu: Denn nach all diesen Dingen trachten die Heiden, usw.
Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Denn um sichtbare Dinge besorgt zu sein, ist Sache derer, die keine Hoffnung auf ein zukünftiges Leben, keine Furcht vor dem kommenden Gericht haben.

Catena Aurea · Lk 12
Hinsichtlich der Notwendigkeiten des Lebens aber fügt er hinzu: Und euer Vater weiß, dass ihr diese Dinge braucht.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 22. in Matt.) Er sagte nicht „Gott“, sondern „euer Vater“, um sie zu größerem Vertrauen anzuspornen. Denn wer ist ein Vater und würde nicht zulassen, dass der Mangel seiner Kinder behoben wird? Doch er fügt noch etwas anderes hinzu; denn du könntest nicht sagen, dass er zwar ein Vater ist, aber nicht weiß, dass wir diese Dinge brauchen. Denn der, der unsere Natur erschaffen hat, kennt ihre Bedürfnisse.

Catena Aurea · Lk 12
Er fährt jedoch fort zu zeigen, dass weder in der Gegenwart noch in der Zukunft den Gläubigen die Gnade fehlen wird, wenn nur die, die himmlische Dinge begehren, nicht Irdisches suchen; denn es ist unwürdig für Menschen, um Speisen zu sorgen, die für ein Königreich kämpfen. Der König weiß, womit er seine eigene Familie versorgen und kleiden soll. Daher folgt: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes, und all diese Dinge werden euch hinzugefügt werden.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Nun verheißt Christus nicht nur ein Königreich, sondern auch Reichtümer damit; denn wenn wir die von Sorgen befreien, die ihre eigenen Angelegenheiten vernachlässigen und um die unseren eifrig sind, wie viel mehr wird Gott es tun.
Catena Aurea · Lk 12
Denn er erklärt, dass es eine Sache gibt, die zuerst gegeben wird, eine andere, die hinzugefügt wird; dass wir die Ewigkeit zu unserem Ziel machen, das gegenwärtige Leben zu unserer Aufgabe.
32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat euerem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. 33 Verkauft eueren Besitz und gebt ihn als Almosen! Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz im Himmel, der nicht versiegt, wo kein Dieb herankommt und keine Motte ihn frisst. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
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(non occ.) Nachdem unser Herr die Sorge um zeitliche Dinge aus den Herzen seiner Jünger entfernt hat, bannt er nun die Furcht von ihnen, aus der überflüssige Sorgen entstehen, indem er sagt: Fürchtet euch nicht, usw.
Catena Aurea · Lk 12
Mit der kleinen Herde bezeichnet unser Herr jene, die bereit sind, seine Jünger zu werden, sei es, weil in dieser Welt die Heiligen wegen ihrer freiwilligen Armut klein erscheinen, sei es, weil sie von der Menge der Engel zahlenmäßig übertroffen werden, die unvergleichlich alles übertreffen, dessen wir uns rühmen können. Den Namen „klein“ gibt unser Herr der Schar der Auserwählten, entweder aus Vergleich mit der größeren Zahl der Verworfenen oder vielmehr wegen ihrer frommen Demut.

Catena Aurea · Lk 12
Warum sie sich aber nicht fürchten sollen, zeigt er, indem er hinzufügt: Denn es hat eurem Vater gefallen; als ob er sagt: Wie sollte der, der so kostbare Dinge gibt, es müde werden, euch Barmherzigkeit zu erweisen? Denn obwohl seine Herde klein ist sowohl an Natur als auch an Zahl und Ansehen, hat doch die Güte des Vaters sogar dieser kleinen Herde das Los der himmlischen Geister gewährt, das heißt das Himmelreich. Damit ihr also das Himmelreich besitzt, verachtet den Reichtum dieser Welt. Daher wird hinzugefügt: Verkauft, was ihr habt, usw.
Catena Aurea · Lk 12
Als ob er sagt: Fürchtet nicht, dass die, die für das Reich Gottes kämpfen, Mangel an den Notwendigkeiten dieses Lebens leiden. Aber verkauft, was ihr habt, um Almosen zu geben, was dann würdig geschieht, wenn ein Mensch einmal um seines Herrn willen alles verlassen hat, was er besitzt, und danach dennoch mit seinen Händen arbeitet, um sowohl seinen Lebensunterhalt zu verdienen als auch Almosen zu geben.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 25. in Act.) Denn es gibt keine Sünde, die das Almosen nicht auszutilgen vermag. Es ist eine Salbe, die für jede Wunde geeignet ist. Aber das Almosen betrifft nicht nur das Geld, sondern auch alle Dinge, worin der Mensch dem Menschen hilft, wie wenn der Arzt heilt und der Weise Rat erteilt.

Catena Aurea · Lk 12
(Orat. 14.) Nun fürchte ich, dass du die Werke der Barmherzigkeit für dich nicht als notwendig, sondern als freiwillig erachtest. Auch ich dachte so, erschrak aber über die Böcke zur Linken, nicht weil sie geraubt, sondern weil sie Christus unter den Armen nicht gedient haben.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Denn ohne Almosen ist es unmöglich, das Reich zu sehen. Denn wie eine Quelle, wenn sie ihre Wasser in sich behält, faul wird, so auch die Reichen, wenn sie alles in ihrem Besitz behalten.

Catena Aurea · Lk 12
(reg. brev. ad int. 92.) Aber jemand wird fragen, aus welchen Gründen sollen wir verkaufen, was wir haben? Etwa weil diese Dinge von Natur aus schädlich sind, oder wegen der Versuchung für unsere Seelen? Darauf müssen wir antworten: Erstens, dass jedes Ding, das in der Welt existiert, wenn es an sich böse wäre, keine Schöpfung Gottes wäre, denn jede Schöpfung Gottes ist gut. (1 Tim. 4:4.) Und zweitens, dass das Gebot unseres Herrn uns lehrt, nicht das, was wir besitzen, als böse wegzuwerfen, sondern zu verteilen, indem er sagt: und gebt Almosen.

Catena Aurea · Lk 12
Nun ist vielleicht dieses Gebot den Reichen lästig, doch für die, die gesunden Sinnes sind, ist es nicht unprofitabel, denn ihr Schatz ist das Himmelreich. Daher folgt: Schafft euch Beutel, die nicht veralten, usw.
Catena Aurea · Lk 12
Das heißt, indem ihr Almosen gebt, deren Lohn ewig bleibt; was nicht als Gebot verstanden werden darf, dass die Heiligen kein Geld behalten dürfen, sei es für sich selbst oder zum Nutzen der Armen, da wir lesen, dass unser Herr selbst, dem die Engel dienten, (Mt 4,11) einen Beutel hatte, in dem er die Opfergaben der Gläubigen aufbewahrte; (Joh 12,6.) sondern dass Gott nicht um solcher Dinge willen gehorcht werden soll und die Gerechtigkeit nicht aus Furcht vor Armut verlassen werden darf.
Catena Aurea · Lk 12
Aber er befiehlt uns, unsere sichtbaren und irdischen Schätze dort aufzubewahren, wo die Macht der Verwesung nicht hinreicht, und daher fügt er hinzu: einen Schatz, der nicht vergeht, usw.
Catena Aurea · Lk 12
Als ob er sagte: „Hier verdirbt die Motte, aber im Himmel gibt es keine Verwesung.“ Dann, weil es einige Dinge gibt, die die Motte nicht verdirbt, fährt er fort, vom Dieb zu sprechen. Denn Gold verdirbt die Motte nicht, aber der Dieb nimmt es weg.
Catena Aurea · Lk 12
Ob es nun einfach so verstanden werden soll, dass aufbewahrtes Geld vergeht, aber dem Nächsten geschenkt ewige Frucht im Himmel trägt; oder dass der Schatz guter Werke, wenn er um irdischen Vorteils willen aufgespart wird, bald verdirbt und zugrunde geht; wenn er aber allein aus himmlischen Motiven aufbewahrt wird, weder äußerlich durch die Gunst der Menschen, wie durch den Dieb, der von außen stiehlt, noch innerlich durch Ruhmsucht, wie durch die Motte, die innerlich frisst, befleckt werden kann.
Catena Aurea · Lk 12
Oder die Diebe sind Häretiker und böse Geister, die darauf aus sind, uns der geistlichen Dinge zu berauben. Die Motte, die heimlich die Kleider zernagt, ist der Neid, der gute Wünsche zerstört und die Bande der Liebe sprengt.
Catena Aurea · Lk 12
Da ferner nicht alles durch Diebstahl weggenommen wird, fügt er einen vortrefflicheren Grund hinzu, der keinen Einwand zulässt, indem er sagt: Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein; als ob er sagte: „Angenommen, weder Motte verdirbt noch Dieb nimmt weg, so verdient doch eben dies, nämlich das Herz an einen vergrabenen Schatz zu heften und ein göttliches Werk, das heißt die Seele, zur Erde sinken zu lassen, welche große Strafe.“
Catena Aurea · Lk 12
Denn jeder Mensch weilt von Natur aus bei dem, was Gegenstand seines Verlangens ist, und dorthin richtet er alle seine Gedanken, wo er sein ganzes Interesse ruhen lässt. Wenn jemand also seinen ganzen Sinn und seine Neigungen, die er das Herz nennt, auf die Dinge des gegenwärtigen Lebens richtet, lebt er in irdischen Dingen. Wenn er aber seinen Sinn auf himmlische Dinge gerichtet hat, dort wird sein Sinn sein; so dass er scheinbar nur mit dem Körper bei den Menschen lebt, mit dem Sinn aber schon die himmlische Wohnung erreicht hat.
Catena Aurea · Lk 12
Dies muss nun nicht nur in Bezug auf die Liebe zum Geld empfunden werden, sondern auf alle Leidenschaften. Üppige Gastmähler sind Schätze; ebenso die Vergnügungen der Fröhlichen und die Begierden des Liebenden,
35 Euere Lenden sollen umgürtet sein und euere Lampen brennen. 36 Ihr sollt Menschen gleichen, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich auftun, wenn er kommt und anklopft. 37 Wohl jenen Knechten, die der Herr bei seiner Ankunft wach findet! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie zu Tische bitten, kommen und sie bedienen. 38 Und wenn er in der zweiten oder dritten Nachtwache kommt und sie wach findet, wohl ihnen! 39 Das aber bedenkt: Wenn der Hausvater wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er nicht in sein Haus einbrechen lassen. 40 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht vermutet.
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Nachdem unser Herr seine Jünger Mäßigung gelehrt und ihnen alle Sorge und Einbildung dieses Lebens genommen hat, führt er sie nun dazu, zu dienen und zu gehorchen, indem er sagt: Eure Lenden seien umgürtet, das heißt, stets bereit, das Werk eures Herrn zu tun, und eure Lampen brennen, das heißt, führt kein Leben in Finsternis, sondern habt bei euch das Licht der Vernunft, das euch zeigt, was zu tun und was zu meiden ist. Denn diese Welt ist die Nacht, aber jene haben ihre Lenden umgürtet, die einem praktischen oder tätigen Leben folgen. Denn so ist die Beschaffenheit der Diener, die auch brennende Lampen bei sich haben müssen; das heißt, die Gabe der Unterscheidung, damit der tätige Mensch nicht nur unterscheiden kann, was er tun soll, sondern auch auf welche Weise; sonst stürzen die Menschen den Abgrund des Hochmuts hinab. Wir müssen aber beachten, dass er zuerst befiehlt, unsere Lenden zu umgürten, zweitens, unsere Lampen brennen zu lassen. Denn zuerst kommt die Tat, dann die Überlegung, die eine Erleuchtung des Geistes ist. Lasst uns also bestreben, die Tugenden zu üben, damit wir zwei brennende Lampen haben, das heißt, die Auffassung des Geistes, die immer in der Seele leuchtet, wodurch wir selbst erleuchtet werden, und die Lehre, wodurch wir andere erleuchten.

Catena Aurea · Lk 12
Oder er lehrt uns, unsere Lampen brennend zu halten durch Gebet, Betrachtung und geistliche Liebe.

Catena Aurea · Lk 12
Oder umgürtet zu sein bedeutet Tätigkeit und Bereitschaft, um der göttlichen Liebe willen Übel zu erdulden. Das Brennen der Lampe aber bedeutet, dass wir nicht zulassen dürfen, dass jemand in der Finsternis der Unwissenheit lebt.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 13. in Evang.) Oder wir umgürten unsere Lenden, wenn wir durch Enthaltsamkeit die Begierden des Fleisches beherrschen. Denn die Begierde der Männer ist in ihren Lenden, die der Frauen in ihrem Schoß; mit dem Namen Lenden wird also vom vornehmlichen Geschlecht her die Begierde bezeichnet. Weil es aber eine geringe Sache ist, nichts Böses zu tun, wenn nicht auch die Menschen sich bemühen, in guten Werken zu arbeiten, wird hinzugefügt: Und eure Lampen brennen in euren Händen; denn wir halten brennende Lampen in unseren Händen, wenn wir durch gute Werke unseren Nächsten leuchtende Beispiele zeigen.

Catena Aurea · Lk 12
(de Qu. Ev. lib. ii. q. 25.) Oder er lehrt uns auch, unsere Lenden zu umgürten, um uns von der Liebe zu den Dingen dieser Welt fernzuhalten, und unsere Lampen brennend zu haben, damit dies mit wahrem Ziel und rechter Absicht geschehe.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Wenn aber ein Mensch beides hat, wer immer er sei, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine ganze Erwartung auf die Ankunft des Erlösers zu setzen. Daher wird hinzugefügt: Und seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er von der Hochzeit zurückkehren wird, usw. Denn unser Herr ging zur Hochzeit, als er als Bräutigam in den Himmel aufstieg und sich die himmlische Schar der Engel vermählte.
Catena Aurea · Lk 12
Täglich vermählt er auch im Himmel die Seelen der Heiligen, die Paulus oder ein anderer ihm als keusche Jungfrau zuführt. (2 Kor 11,2.) Aber er kehrt von der Feier der himmlischen Hochzeit zurück, vielleicht für alle am Ende der ganzen Welt, wenn er in der Herrlichkeit des Vaters vom Himmel kommen wird; vielleicht auch jede Stunde plötzlich gegenwärtig beim Tod jedes Einzelnen.

Catena Aurea · Lk 12
Nun bedenke, dass Er vom Hochzeitsmahl wie von einem Festmahl kommt, das Gott immer feiert; denn nichts kann der unvergänglichen Natur Traurigkeit verursachen.
Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 11. in Cant..) Oder aber: Als die Hochzeit gefeiert und die Kirche in das geheime Brautgemach aufgenommen worden war, erwarteten die Engel die Rückkehr des Königs zu seiner eigenen natürlichen Seligkeit. Und nach ihrem Vorbild ordnen wir unser Leben, damit, wie sie ohne Böses zusammenlebend bereit sind, die Rückkehr ihres Herrn zu empfangen, auch wir, an der Tür wachend, uns bereit machen, Ihm zu gehorchen, wenn Er anklopft; denn es folgt: dass sie ihm, wenn er kommt und anklopft, sogleich öffnen.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Denn Er kommt, wenn Er zum Gericht eilt, aber Er klopft, wenn Er bereits durch die Pein der Krankheit anzeigt, dass der Tod nahe ist; dem öffnen wir sogleich, wenn wir Ihn mit Liebe aufnehmen. Denn wer zittert, den Leib zu verlassen, hat keinen Wunsch, dem klopfenden Richter zu öffnen, und fürchtet, jenen Richter zu sehen, den er, wie er sich erinnert, verachtet hat. Wer aber hinsichtlich seiner Hoffnung und seiner Werke sicher ruht, öffnet Ihm sogleich, wenn Er klopft; denn wenn er gewahr wird, dass die Zeit des Todes naht, wird er froh wegen der Herrlichkeit seines Lohnes; und daher wird hinzugefügt: Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Der wacht, der die Augen seines Geistes offen hält, um das wahre Licht zu schauen; der durch seine Werke festhält, was er schaut, der von sich die Finsternis der Trägheit und Nachlässigkeit vertreibt.
Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Um des Wachens willen hat unser Herr also oben geraten, dass unsere Lenden umgürtet und unsere Lampen brennend sein sollen, denn das Licht, wenn es vor die Augen gestellt wird, vertreibt den Schlaf. Die Lenden auch, wenn sie mit einem Gürtel umschlossen sind, machen den Körper unfähig zum Schlaf. Denn wer mit Keuschheit umgürtet und durch ein reines Gewissen erleuchtet ist, bleibt wach.

Catena Aurea · Lk 12
Wenn dann unser Herr, kommend, uns wach und umgürtet findet, mit erleuchteten Herzen, dann wird Er uns selig preisen, denn es folgt: Wahrlich, ich sage euch, dass er sich gürten wird; woraus wir erkennen, dass Er uns auf gleiche Weise vergelten wird, da Er sich mit denen gürten wird, die umgürtet sind. (Jes. 11,5.)
Catena Aurea · Lk 12
Denn Er wird seine Lenden mit Gerechtigkeit umgürten.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 13. in Ev.) Womit Er sich gürtet, das heißt, sich für das Gericht vorbereitet.
Catena Aurea · Lk 12
Oder: Er wird sich gürten, indem Er nicht die ganze Fülle der Segnungen mitteilt, sondern sie innerhalb eines bestimmten Maßes einschließt. Denn wer kann Gott begreifen, wie groß Er ist? Daher sagt man, dass die Seraphim ihr Antlitz verhüllen wegen der Erhabenheit des göttlichen Glanzes. Es folgt: und wird sie sich setzen lassen; denn wie ein Mensch, der sich setzt, seinen ganzen Körper ruhen lässt, so werden in der zukünftigen Ankunft die Heiligen vollkommene Ruhe haben; denn hier haben sie keine Ruhe für den Körper, aber dort werden zusammen mit ihren Seelen ihre geistigen Leiber, der Unsterblichkeit teilhaftig, in vollkommener Ruhe jubeln.

Catena Aurea · Lk 12
Er wird sie dann wie eine Erquickung für die Müden sich setzen lassen, indem Er ihnen geistige Genüsse vorlegt und einen üppigen Tisch seiner Gaben bereitet.
Catena Aurea · Lk 12
Das heißt: Erstatte ihnen gleichsam eine gleiche Vergeltung, damit, wie sie Ihm dienten, so auch Er ihnen diene.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 13. in Ev.) Er wird aber als vorübergehend bezeichnet, wenn Er vom Gericht zu seinem Reich zurückkehrt. Oder der Herr geht nach dem Gericht zu uns über und erhebt uns von der Gestalt seiner Menschheit zur Betrachtung seiner Gottheit.

Catena Aurea · Lk 12
Unser Herr kannte die Neigung der menschlichen Schwachheit zur Sünde, aber weil Er barmherzig ist, lässt Er uns nicht verzweifeln, sondern hat vielmehr Mitleid und gibt uns die Buße als heilsames Heilmittel. Und daher fügt Er hinzu: Und wenn er in der zweiten Nachtwache kommt, usw. Denn die, welche auf den Mauern der Städte Wache halten oder die Angriffe des Feindes beobachten, teilen die Nacht in drei oder vier Nachtwachen ein.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Die erste Nachtwache ist also die früheste Zeit unseres Lebens, das heißt die Kindheit, die zweite die Jugend und das Mannesalter, die dritte aber stellt das Greisenalter dar. Wer also in der ersten nicht wachen will, der halte wenigstens auch die zweite. Und wer in der zweiten nicht will, der verliere nicht die Heilmittel der dritten Nachtwache, damit, wer in der Kindheit die Bekehrung vernachlässigt hat, sich wenigstens in der Zeit der Jugend oder des Alters wieder aufrichte.

Catena Aurea · Lk 12
Von der ersten Nachtwache jedoch erwähnt Er nichts, denn die Kindheit wird von Gott nicht bestraft, sondern erlangt Verzeihung; die zweite und dritte Lebenszeit aber schulden Gott Gehorsam und die Führung eines ehrlichen Lebens nach seinem Willen.
Catena Aurea · Lk 12
(Severus.) Oder zur ersten Nachtwache gehören die, welche sorgfältiger leben, da sie die erste Stufe erreicht haben, zur zweiten aber die, welche das Maß eines mäßigen Wandels einhalten, zur dritten aber die, welche unter diesen stehen. Und dasselbe muss man von der vierten annehmen, und wenn es sich so ergibt, auch von der fünften. Denn es gibt verschiedene Maße des Lebens, und ein guter Vergelter misst jedem nach seinen Verdiensten zu.
Catena Aurea · Lk 12
Oder da die Nachtwachen die Stunden der Nacht sind, die die Menschen in Schlaf wiegen, musst du verstehen, dass es auch in unserem Leben gewisse Stunden gibt, die uns glücklich machen, wenn wir wach erfunden werden. Raubt jemand deine Güter? Sind deine Kinder tot? Wirst du angeklagt? Aber wenn du in diesen Zeiten nichts gegen die Gebote Gottes getan hast, wird Er dich in der zweiten und dritten Nachtwache finden, das heißt in der bösen Zeit, die den trägen Seelen verderblichen Schlaf bringt.

Catena Aurea · Lk 12
(ubi sup.) Aber um die Trägheit unseres Geistes abzuschütteln, werden uns sogar unsere äußeren Verluste durch ein Gleichnis vor Augen gestellt. Denn es wird hinzugefügt: Und das wisst, dass, wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommt.
Catena Aurea · Lk 12
Einige verstehen unter diesem Dieb den Teufel, unter dem Haus die Seele, unter dem Hausherrn den Menschen. Diese Auslegung scheint jedoch nicht mit dem übereinzustimmen, was folgt. Denn die Ankunft des Herrn wird mit dem Dieb verglichen als plötzlich nahe, nach dem Wort des Apostels: Der Tag des Herrn kommt so wie ein Dieb in der Nacht. (1 Thess. 5,2.) Und daher wird auch hier hinzugefügt: Seid auch ihr bereit, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr nicht denkt.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 13. in Ev.) Oder aber: Dem Hausherrn unbekannt bricht der Dieb in das Haus ein, weil, während der Geist schläft, anstatt sich zu hüten, der Tod unerwartet kommt und in die Wohnstätte unseres Fleisches einbricht. Er aber würde dem Dieb widerstehen, wenn er wachte, weil er, auf der Hut vor der Ankunft des Richters, der heimlich seine Seele ergreift, Ihm durch Buße entgegengehen würde, damit er nicht unbußfertig zugrunde gehe. Die letzte Stunde aber will unser Herr, dass sie uns unbekannt sei, damit wir, da wir sie nicht voraussehen können, uns unablässig auf sie vorbereiten.
41 Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis uns oder auch alle anderen? 42 Der Herr antwortete: Wer ist wohl der kluge und treue Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit ihr Maß Nahrung zuteilt? 43 Wohl jenem Knecht, den der Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun findet! 44 Wahrhaftig, ich sage euch: er wird ihn über sein ganzes Vermögen setzen. 45 Wenn aber jener Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, 46 dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und er wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Ungläubigen geben.
20 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Petrus, dem die Kirche bereits anvertraut war, da er die Sorge für alles hatte, fragt, ob unser Herr dieses Gleichnis zu allen sprach. Wie es folgt: Da sagte Petrus zu ihm: Herr, sprichst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen?
Catena Aurea · Lk 12
Unser Herr hatte in dem vorausgehenden Gleichnis allen zwei Dinge gelehrt, nämlich dass Er plötzlich kommen werde und dass sie bereit sein und auf Ihn warten sollten. Aber es ist nicht ganz klar, worüber von diesen beiden, oder ob über beide, Petrus die Frage stellte, oder wen er mit sich und seinen Gefährten verglich, als er sagte: Sagst du dieses Gleichnis zu uns oder zu allen? Doch in Wahrheit muss man unter diesen Worten „uns“ und „alle“ niemand anderen verstehen als die Apostel und die den Aposteln Ähnlichen und alle anderen gläubigen Menschen; oder Christen und Ungläubige; oder jene, die einzeln sterbend, das heißt einzeln, sowohl unwillig als auch willig, das Kommen ihres Richters empfangen, und jene, die beim allgemeinen Gericht noch lebend im Fleische gefunden werden. Nun ist es erstaunlich, wenn Petrus bezweifelte, dass alle nüchtern, fromm und gerecht leben müssen, die auf eine selige Hoffnung warten, oder dass das Gericht für jeden und alle unerwartet kommen wird. Daher bleibt anzunehmen, dass er, da er diese zwei Dinge wusste, nach dem fragte, was er nicht wissen konnte, nämlich ob jene erhabenen Gebote eines himmlischen Lebens, in denen Er uns befahl, das Unsrige zu verkaufen und Beutel zu erwerben, die nicht veralten, und mit gegürteten Lenden und brennenden Lampen zu wachen, nur den Aposteln und denen, die ihnen ähnlich sind, galten oder allen, die gerettet werden sollten.

Catena Aurea · Lk 12
Nun gebühren den Mutigen mit Recht die großen und schwierigen der heiligen Gebote Gottes, aber denen, die noch nicht zu solcher Tugend gelangt sind, gehören jene Dinge, von denen alle Schwierigkeit ausgeschlossen ist. Unser Herr verwendet daher ein sehr offensichtliches Beispiel, um zu zeigen, dass das oben erwähnte Gebot denen angemessen ist, die in den Rang der Jünger aufgenommen wurden; denn es folgt: Und der Herr sagte: Wer ist denn der treue Verwalter?

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Oder aber die Form des ersten Gebots ist allgemein und für alle geeignet, aber das folgende Beispiel scheint den Verwaltern, das heißt den Priestern, vorgelegt zu werden; und daher folgt: Und der Herr sagte: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den sein Herr über sein Gesinde setzen wird, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben?
Catena Aurea · Lk 12
Das oben erwähnte Gleichnis bezieht sich auf alle Gläubigen gemeinsam, aber nun höre, was den Aposteln und Lehrern entspricht. Denn ich frage, wo wird der Verwalter gefunden werden, der in sich Treue und Klugheit besitzt? Denn wie bei der Verwaltung von Gütern, ob ein Mensch nachlässig, aber seinem Herrn treu ist, oder klug, aber untreu, die Dinge des Herrn zugrunde gehen; so bedarf es auch in den Dingen Gottes der Treue und Klugheit. Denn ich habe viele Diener Gottes und treue Männer gekannt, die, weil sie unfähig waren, kirchliche Angelegenheiten zu leiten, nicht nur Besitztümer, sondern auch Seelen zerstört haben, indem sie gegenüber Sündern eine unkluge Tugend durch übertriebene Bußregeln oder unzeitgemäße Nachsicht ausübten.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 77. in Matt.) Aber unser Herr stellt hier die Frage nicht als Unwissender, wer ein treuer und kluger Verwalter sei, sondern weil Er die Seltenheit solcher und die Größe dieser Art von oberster Leitung andeuten wollte.
Catena Aurea · Lk 12
Wer also als treuer und kluger Verwalter erfunden wird, der soll über das Haus des Herrn herrschen, damit er ihnen ihre Speise zur rechten Zeit gebe, sei es das Wort der Lehre, durch das ihre Seelen genährt werden, oder das Beispiel der Werke, durch das ihr Leben geformt wird.

Catena Aurea · Lk 12
(de Qu. Ev. l. ii. c. 26.) Nun sagt er „Portion“, weil Er das Maß dem Fassungsvermögen seiner verschiedenen Hörer anpasst.
Catena Aurea · Lk 12
(l. 3. Ep. 170.) Es wurde auch hinzugefügt „zur rechten Zeit“, weil eine Wohltat, die nicht zur rechten Zeit gewährt wird, vergeblich ist und den Namen einer Wohltat verliert. Dasselbe Brot wird nicht gleichermaßen von dem Hungrigen und dem Gesättigten begehrt. Aber hinsichtlich des Lohnes dieses Dieners für seine Verwaltung fügt Er hinzu: Selig ist jener Diener, den sein Herr, wenn er kommt, so tuend finden wird.

Catena Aurea · Lk 12
(in Proœm. in reg. fus.) Er sagt nicht „tuend“, als ob es zufällig geschehe, sondern „so tuend“. Denn nicht nur der Sieg ist ehrenvoll, sondern rechtmäßig zu kämpfen, das heißt, jedes Ding so zu vollbringen, wie wir es befohlen bekommen haben.

Catena Aurea · Lk 12
So wird der treue und kluge Diener, der klug zur rechten Zeit die Speise der Diener austeilt, das heißt ihre geistliche Speise, nach dem Wort des Erlösers selig sein, indem er noch größere Dinge erlangen und der Belohnungen würdig erachtet werden wird, die Freunden zustehen. Daher folgt: Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alles, was er hat, setzen.
Catena Aurea · Lk 12
Denn welcher Unterschied auch immer in den Verdiensten guter Hörer und guter Lehrer besteht, ein solcher besteht auch in ihren Belohnungen; denn den einen, den Er bei Seinem Kommen wachend findet, wird Er sich setzen lassen; die anderen aber, die Er als treue und kluge Verwalter findet, wird Er über alles, was Er hat, setzen, das heißt über alle Freuden des Himmelreiches, freilich nicht, dass sie allein Macht über sie hätten, sondern dass sie sie reichlicher als die anderen Heiligen im ewigen Besitz genießen werden.
Catena Aurea · Lk 12
Oder Er wird ihn über alles, was Er hat, setzen, nicht nur über Sein eigenes Haus, sondern dass ihm sowohl irdische als auch himmlische Dinge gehorchen. Wie es bei Josua, dem Sohn Nuns, und Elias war, der eine gebot der Sonne, der andere den Wolken; und alle Heiligen als Freunde Gottes gebrauchen die Dinge Gottes. Wer auch immer sein Leben tugendhaft führt und seine Diener, das heißt Zorn und Begierde, in gebührendem Gehorsam gehalten hat, teilt ihnen ihre Portion Speise zur rechten Zeit zu; dem Zorn zwar, damit er ihn gegen die empfinde, die Gott hassen, der Begierde aber, damit er die notwendige Fürsorge für das Fleisch ausübe und sie auf Gott hin ordne. Ein solcher, sage ich, wird über alles gesetzt werden, was der Herr hat, indem er würdig erachtet wird, durch das Licht der Kontemplation alles zu durchschauen.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 77. in Matt.) Aber unser Herr führt den Hörer nicht nur durch die für die Guten aufbewahrten Ehren, sondern auch durch Drohungen der Strafe für die Bösen zur Besserung, wie es folgt: Wenn aber jener Diener in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt auf sich warten.
Catena Aurea · Lk 12
Beachte, dass es zu den Lastern eines bösen Dieners gezählt wird, dass er das Kommen seines Herrn für langsam hielt, doch es wird nicht zu den Tugenden des Guten gezählt, dass er hoffte, es werde schnell kommen, sondern nur, dass er treu diente. Es ist also nichts besser, als geduldig zu ertragen, das nicht zu wissen, was nicht gewusst werden kann, sondern nur danach zu streben, dass wir würdig erfunden werden.
Catena Aurea · Lk 12
Nun entspringen aus der Nichtbeachtung der Zeit unseres Hinscheidens viele Übel. Denn wahrlich, wenn wir dächten, dass unser Herr käme und dass das Ende unseres Lebens nahe sei, würden wir weniger sündigen. Daher folgt: Und wird anfangen, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu betrinken.
Catena Aurea · Lk 12
In diesem Diener wird die Verurteilung aller bösen Herrscher erklärt, die, die Furcht des Herrn verlassend, sich nicht nur Vergnügungen hingeben, sondern auch die ihnen Untergebenen durch Ungerechtigkeiten reizen. Obwohl diese Worte auch im übertragenen Sinne verstanden werden können, nämlich die Herzen der Schwachen durch ein böses Beispiel zu verderben; und zu essen, zu trinken und sich zu betrinken, in die Laster und Verlockungen der Welt versunken zu sein, die den Geist des Menschen umstürzen. Aber hinsichtlich seiner Strafe wird hinzugefügt: Der Herr jenes Dieners wird an einem Tag kommen, an dem er nicht damit rechnet, das heißt am Tag seines Gerichts oder Todes, und wird ihn entzweischneiden.

Catena Aurea · Lk 12
(in lib. de Sp. San. c. 16.) Der Leib wird freilich nicht geteilt, so dass ein Teil den Qualen ausgesetzt würde, der andere entkäme. Denn das ist eine Fabel, und es ist nicht Teil gerechten Urteils, dass, wenn das Ganze gesündigt hat, nur die Hälfte bestraft werde; auch wird die Seele nicht entzweigeschnitten, da sie ja ein schuldbewusstes Bewusstsein besitzt und mit dem Leib zur Vollbringung des Bösen zusammenwirkt; sondern ihre Teilung ist die ewige Trennung der Seele vom Geist. Denn jetzt, obwohl die Gnade des Geistes nicht in den Unwürdigen ist, scheint sie doch stets nahe zu sein und ihre Bekehrung zum Heil zu erwarten, aber zu jener Zeit wird sie gänzlich von der Seele abgeschnitten werden. Der Heilige Geist also ist der Preis der Gerechten und die Hauptverdammnis der Sünder, da die Unwürdigen Ihn verlieren werden.
Catena Aurea · Lk 12
Oder Er wird ihn entzweischneiden, indem Er ihn von der Gemeinschaft der Gläubigen trennt und ihn zu denen entlässt, die niemals zum Glauben gelangt sind. Daher folgt: Und wird ihm sein Teil bei den Ungläubigen zuweisen; (1 Tim. 5:8.) denn wer keine Sorge für die Seinen und die seines Hauses hat, hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.
Catena Aurea · Lk 12
Mit Recht auch wird der ungläubige Verwalter sein Teil bei den Ungläubigen empfangen, weil er ohne wahren Glauben war.
47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte, nichts vorbereitet oder nach seinem Willen getan hat, wird viele Schläge bekommen. 48 Der jedoch, der ihn nicht gekannt, aber getan hat, was Schläge verdient, wird wenig (Schläge) bekommen. Wem aber viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.
7 KommentareCatena Aurea · Lk 12
Unser Herr weist hier auf etwas noch Größeres und Schrecklicheres hin, denn der untreue Verwalter soll nicht nur der Gnade beraubt werden, die er hatte, so dass sie ihm nichts nützte, um der Strafe zu entgehen, sondern die Größe seiner Würde wird vielmehr zur Ursache seiner Verdammnis werden. Daher wird gesagt: Und jener Diener, der den Willen seines Herrn kannte und ihn nicht tat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 26. in Matt.) Denn nicht alle Dinge werden bei allen gleich beurteilt, sondern größeres Wissen ist ein Anlass zu größerer Strafe. Daher soll der Priester, der dieselbe Sünde mit dem Volk begeht, eine weit schwerere Strafe erleiden.

Catena Aurea · Lk 12
Denn der verständige Mensch, der seinen Willen an niedrigere Dinge hingegeben hat, wird schamlos um Verzeihung flehen, weil er eine unentschuldbare Sünde begangen hat, indem er gleichsam böswillig vom Willen Gottes abwich; der rohe oder ungelehrte Mensch aber wird vernünftigerweise den Rächer um Verzeihung bitten. Daher wird hinzugefügt: Der aber nicht wusste und tat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen Schlägen geschlagen werden.
Catena Aurea · Lk 12
Hier wenden einige ein und sagen: Verdientermaßen wird der bestraft, der den Willen seines Herrn kennt und ihm nicht folgt; warum aber wird der Unwissende bestraft? Weil er, obwohl er hätte wissen können, nicht wollte, sondern selbst träge war und die Ursache seiner eigenen Unwissenheit wurde.

Catena Aurea · Lk 12
(in reg. brev. 267.) Du aber wirst sagen: Wenn der eine viele Schläge empfing und der andere wenige, wie sagen dann einige, dass Er den Strafen kein Ende setzt? Wir müssen aber wissen, dass das hier Gesagte weder ein Maß noch ein Ende der Strafen bestimmt, sondern ihre Unterschiede. Denn ein Mensch kann das unauslöschliche Feuer verdienen, sei es in einem leichten oder intensiveren Grad der Hitze, und den Wurm, der nicht stirbt, mit größerem oder heftigerem Nagen.
Catena Aurea · Lk 12
Dann fährt er fort zu zeigen, warum Lehrer und Gelehrte eine strengere Strafe verdienen, wie gesagt wird: Denn wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden. Den Lehrern ist zwar die Gnade verliehen, Wunder zu wirken, aber die Gnade des Wortes und der Lehre ist ihnen anvertraut. Doch nicht in dem, was gegeben ist, sagt Er, ist etwas weiteres zu suchen, sondern in dem, was anvertraut oder hinterlegt ist; denn die Gnade des Wortes bedarf der Vermehrung. Von einem Lehrer aber wird mehr gefordert, denn er soll nicht müßig liegen, sondern das Talent des Wortes vermehren.
Catena Aurea · Lk 12
Oder: Viel wird oft auch bestimmten Einzelnen gegeben, denen die Erkenntnis des Willens Gottes und die Mittel, das Erkannte zu tun, verliehen wird; viel wird auch dem gegeben, dem zusammen mit seinem eigenen Heil auch die Sorge für die Weide der Herde des Herrn anvertraut ist. Über diejenigen also, die mit reichlicherer Gnade beschenkt sind, fällt eine schwerere Strafe; die mildeste Strafe von allen aber wird denen zuteil, die über die Schuld, die sie ursprünglich auf sich geladen haben, keine weitere hinzugefügt haben; und unter allen, die hinzugefügt haben, wird die erträglicher sein, die die wenigsten Ungerechtigkeiten begangen haben.
49 Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, dass es schon entfacht wäre! 50 Ich muss mit einer Taufe getauft werden und ich bin bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. 51 Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung. 52 Denn von nun an werden fünf in einem Haus entzweit sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei, 53 der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
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Catena Aurea · Lk 12
An die Verwalter, das heißt an die Priester, scheinen die vorhergehenden Worte gerichtet worden zu sein, damit sie dadurch erkennen, dass künftig eine schwerere Strafe sie erwartet, wenn sie, auf die Freuden der Welt bedacht, die ihnen anvertraute Sorge für das Haus ihres Herrn und das ihnen anvertraute Volk vernachlässigt haben. Da es aber wenig nützt, durch Furcht vor Strafe vom Irrtum zurückgerufen zu werden, und das Vorrecht der Liebe und Nächstenliebe weit größer ist, entzündet unser Herr daher in den Menschen das Verlangen, die göttliche Natur zu erlangen, indem Er sagt: Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden – nicht, dass Er der Verzehrer der Guten ist, sondern der Urheber des guten Willens, der die goldenen Gefäße des Hauses des Herrn reinigt, aber Stroh und Spreu verbrennt.

Catena Aurea · Lk 12
Es ist nun die Art der Heiligen Schrift, manchmal den Begriff Feuer für heilige und göttliche Worte zu verwenden. Denn wie diejenigen, die Gold und Silber zu läutern verstehen, den Schlackenstoff durch Feuer vernichten, so reinigt der Heiland durch die Lehre des Evangeliums in der Kraft des Geistes die Herzen derer, die an Ihn glauben. Dies also ist jenes heilsame und nützliche Feuer, durch das die Bewohner der Erde, die durch die Sünde gleichsam kalt und tot waren, zu einem Leben der Frömmigkeit wieder aufleben.

Catena Aurea · Lk 12
Denn mit der Erde meint Er jetzt nicht die, die wir mit unseren Füßen treten, sondern die, die von Seinen Händen gebildet wurde, nämlich den Menschen, über den der Herr Feuer ausgießt zur Verzehrung der Sünden und zur Erneuerung der Seelen.
Catena Aurea · Lk 12
Und wir müssen hier glauben, dass Christus vom Himmel herabgekommen ist. Denn wenn Er von der Erde zur Erde gekommen wäre, würde Er nicht sagen: Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden.

Catena Aurea · Lk 12
Aber unser Herr beschleunigte das Entzünden des Feuers, und daher folgt: Und was will Ich, außer dass es entzündet werde? (nisi ut accendatur) Denn schon glaubten einige der Juden, von denen die ersten die heiligen Apostel waren, aber das einmal in Judäa entzündete Feuer sollte die ganze Welt ergreifen, doch erst nachdem die Heilsordnung Seines Leidens vollendet war. Daher folgt: Aber Ich habe eine Taufe, mit der Ich getauft werden muss. Denn vor dem heiligen Kreuz und Seiner Auferstehung von den Toten wurde nur in Judäa die Kunde von Seiner Predigt und Seinen Wundern verkündet; nachdem aber die Juden in ihrem Zorn den Fürsten des Lebens getötet hatten, befahl Er Seinen Aposteln und sprach: Geht und lehrt alle Völker. (Mt 28,19.)

Catena Aurea · Lk 12
(in Ezech. lib. i. Hom. 2.) Oder: Feuer wird auf die Erde gesandt, wenn durch den feurigen Hauch des Heiligen Geistes der irdische Sinn alle seine fleischlichen Begierden verbrannt hat, aber von geistlicher Liebe entflammt das Böse beweint, das er getan hat; und so wird die Erde verbrannt, wenn das Gewissen sich selbst anklagt und das Herz des Sünders im Schmerz der Buße verzehrt wird.
Catena Aurea · Lk 12
Er fügt aber hinzu: Ich habe eine Taufe, mit der Ich getauft werden muss, das heißt, Ich muss zuerst mit den Tropfen Meines eigenen Blutes besprengt werden und dann die Herzen der Gläubigen mit dem Feuer des Geistes entflammen.

Catena Aurea · Lk 12
So groß aber war die Herablassung unseres Herrn, dass Er uns sagt, Er habe das Verlangen, uns mit Hingabe zu erfüllen, in uns die Vollkommenheit zu vollenden und Sein Leiden für uns zu beschleunigen; wie folgt: Und wie bin Ich bedrängt, bis es vollendet ist?
Catena Aurea · Lk 12
Einige Handschriften haben: „Und wie bin Ich geängstigt“ (coangor), das heißt betrübt. Denn obwohl Er in Sich nichts hatte, was Ihn betrüben konnte, war Er doch durch unsere Leiden bedrückt, und zur Zeit des Todes verriet Er die Angst, die Er nicht aus Furcht vor Seinem Tod erlitt, sondern wegen der Verzögerung unserer Erlösung. Denn wer bis zur Vollkommenheit bedrängt wird, ist der Vollkommenheit sicher; denn ihn quält der Zustand der leiblichen Affekte, nicht die Furcht vor dem Tod. Denn wer den Leib angezogen hat, muss alles erleiden, was zum Leib gehört: Hunger, Durst, Plage, Trauer; die göttliche Natur aber erfährt keine Veränderung durch solche Gefühle. Zugleich zeigt Er auch, dass im Kampf des Leidens der Tod des Leibes besteht, der Friede des Geistes aber keinen Streit mit dem Schmerz hat.
Catena Aurea · Lk 12
Auf welche Weise aber nach der Taufe Seines Leidens und dem Kommen des geistlichen Feuers die Erde verbrannt werden wird, erklärt Er wie folgt: Meint ihr, dass Ich gekommen bin, Frieden zu geben? usw.

Catena Aurea · Lk 12
Was sagst Du, o Herr? Bist Du nicht gekommen, Frieden zu geben, der Du für uns zum Frieden gemacht bist? (Eph 2,14.) der Du durch Dein Kreuz Frieden gestiftet hast mit den Dingen auf Erden und den Dingen im Himmel; (Kol 1,20.) der Du gesagt hast: Meinen Frieden gebe Ich euch. (Joh 14,27.) Aber es ist klar, dass der Friede zwar ein Gut ist, aber manchmal schädlich und uns von der Liebe Gottes trennend, das heißt, wenn wir uns durch ihn mit denen verbinden, die sich von Gott fernhalten. Und aus diesem Grund lehren wir die Gläubigen, irdische Bindungen zu meiden. Daher folgt: Denn von nun an werden fünf in einem Haus geteilt sein, drei gegen zwei, usw.

Catena Aurea · Lk 12
Obwohl die Verbindung von sechs Personen zu handeln scheint – Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegermutter und Schwiegertochter –, sind es doch fünf, denn die Mutter und die Schwiegermutter können als dieselbe genommen werden, da die, welche die Mutter des Sohnes ist, die Schwiegermutter seiner Frau ist.

Catena Aurea · Lk 12
(non occ.) Hiermit verkündete Er nun ein zukünftiges Ereignis, denn es geschah so im selben Haus, dass es Gläubige gab, deren Väter sie zum Unglauben bringen wollten; aber die Kraft der Lehren Christi setzte sich so durch, dass Väter von Söhnen, Mütter von Töchtern und Kinder von Eltern verlassen wurden. Denn die Gläubigen in Christus waren nicht nur zufrieden, ihre Angehörigen zu verachten, sondern zugleich auch alles zu erleiden, solange sie nur nicht ohne die Verehrung ihres Glaubens waren. Wenn Er aber bloß ein Mensch wäre, wie wäre es Ihm in den Sinn gekommen, es für möglich zu halten, dass Er von Vätern mehr geliebt würde als ihre Kinder, von Kindern mehr als ihre Väter, von Ehemännern mehr als ihre Frauen, und dies nicht in einem Haus oder hundert, sondern in der ganzen Welt? Und nicht nur sagte Er dies voraus, sondern vollbrachte es auch in der Tat.

Catena Aurea · Lk 12
Im mystischen Sinn ist das eine Haus der eine Mensch, aber mit den zwei meinen wir oft die Seele und den Leib. Wenn aber zwei Dinge zusammentreffen, hat jedes seinen Teil; das eine gehorcht, das andere herrscht. Es gibt aber drei Zustände der Seele: der eine betrifft die Vernunft, der andere das Verlangen, der dritte den Zorn. Zwei also sind gegen drei geteilt und drei gegen zwei. Denn durch das Kommen Christi wurde der Mensch, der materiell war, vernünftig. Wir waren fleischlich und irdisch; Gott sandte Seinen Geist in unsere Herzen, und wir wurden geistliche Kinder. (Gal 4,6.) Wir können auch sagen, dass im Haus fünf andere sind, nämlich Geruch, Tastsinn, Geschmack, Gesicht und Gehör. Wenn wir also in Bezug auf das, was wir hören oder sehen, den Gesichts- und Gehörsinn absondern und die wertlosen Freuden des Leibes, die wir durch Geschmack, Tastsinn und Geruch aufnehmen, ausschließen, teilen wir zwei gegen drei, weil der Geist nicht von den Lockungen des Lasters fortgetragen wird. Oder wenn wir die fünf leiblichen Sinne verstehen, sind die Laster und Sünden des Leibes schon unter sich geteilt. Fleisch und Seele scheinen auch vom Geruch, Tastsinn und Geschmack der Lust getrennt zu sein, denn während das stärkere Geschlecht der Vernunft gleichsam zu männlichen Neigungen angetrieben wird, strebt das Fleisch danach, die Vernunft weibischer zu halten. Aus diesen entspringen dann die Regungen verschiedener Begierden, aber wenn die Seele zu sich selbst zurückkehrt, entsagt sie der entarteten Nachkommenschaft. Das Fleisch aber beklagt, dass es durch seine Begierden (die es sich selbst zugezogen hat) wie durch die Dornen der Welt festgehalten wird. Die Lust aber ist gleichsam eine Schwiegertochter des Leibes und der Seele und ist mit den Regungen schmutziger Begierde vermählt. Solange also im einen Haus die Laster mit einem Einverständnis zusammenwirkten, schien es keine Teilung zu geben; als aber Christus Feuer auf die Erde sandte, das die Vergehen des Herzens ausbrennen sollte, oder das Schwert, das die Geheimnisse des Herzens durchbohren sollte, da warfen Fleisch und Seele, erneuert durch die Geheimnisse der Wiedergeburt, das Band der Verbindung mit ihrer Nachkommenschaft ab. So dass Eltern gegen ihre Kinder geteilt sind, während der Unmäßige seine unmäßigen Begierden ablegt und die Seele keine Gemeinschaft mehr mit dem Verbrechen hat. Kinder sind auch gegen Eltern geteilt, wenn Menschen, wiedergeboren, ihren alten Lastern entsagen, und die jüngere Lust vor der Herrschaft der Frömmigkeit flieht, wie vor der Zucht eines strengen Hauses.
Catena Aurea · Lk 12
Oder auf andere Weise. Durch drei werden die bezeichnet, die an die Dreifaltigkeit glauben, durch zwei die Ungläubigen, die von der Einheit des Glaubens abfallen. Aber der Vater ist der Teufel, dessen Kinder wir waren, indem wir ihm folgten; als aber jenes himmlische Feuer herabkam, trennte es uns voneinander und zeigte uns einen anderen Vater, der im Himmel ist. Die Mutter ist die Synagoge, die Tochter die Urkirche, die die Verfolgung eben jener Synagoge ertragen musste, von der sie ihre Geburt herleitete und der sie selbst in der Wahrheit des Glaubens widersprach. Die Schwiegermutter ist die Synagoge, die Schwiegertochter die Heidenkirche; denn Christus, der Bräutigam der Kirche, ist dem Fleische nach der Sohn der Synagoge. Die Synagoge nun war gespalten sowohl gegen ihre Schwiegertochter als auch gegen ihre Tochter, indem sie die Gläubigen beider Völker verfolgte. Aber auch sie waren gespalten gegen ihre Schwiegermutter und Mutter, weil sie die Beschneidung des Fleisches abschaffen wollten.
54 Außerdem sagte er zu den Volksscharen: Seht ihr im Westen eine Wolke aufsteigen, so sagt ihr gleich: Es kommt Regen!, und so kommt es. 55 Und wenn ihr den Südwind wehen seht, sagt ihr: Es wird heiß!, und so kommt es. 56 Ihr Heuchler! Das Aussehen von Erde und Himmel wisst ihr zu deuten. Warum aber könnt ihr nicht diese Zeit deuten? 57 Warum beurteilt ihr nicht auch von selbst, was recht ist?
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Als er über die Predigt sprach und sie ein Schwert nannte, mögen seine Zuhörer beunruhigt gewesen sein, da sie nicht wussten, was er meinte. Und deshalb fügt unser Herr hinzu, dass, so wie die Menschen den Zustand des Wetters durch bestimmte Zeichen bestimmen, sie so auch sein Kommen erkennen sollten. Und das ist es, was er meint, wenn er sagt: Wenn ihr eine Wolke aus dem Westen aufsteigen seht, sagt ihr sogleich: Es kommt ein Regenschauer. Und wenn ihr den Südwind wehen seht, sagt ihr: Es wird Hitze geben, usw. Als ob er sagt: Eure Worte und Werke zeigen mir, dass ich euch entgegengesetzt bin. Ihr könnt also annehmen, dass ich nicht gekommen bin, um Frieden zu geben, sondern Sturm und Wirbelwind. Denn ich bin eine Wolke, und ich komme aus dem Westen, das heißt aus der menschlichen Natur, die seit langem mit der dichten Finsternis der Sünde bekleidet ist. Ich bin auch gekommen, um Feuer zu senden, das heißt, um Hitze zu erregen. Denn ich bin der starke Südwind, entgegengesetzt der nördlichen Kälte.
Catena Aurea · Lk 12
Oder: Diejenigen, die aus der Veränderung der Elemente leicht, wenn sie wollen, den Zustand des Wetters im Voraus bestimmen können, könnten, wenn sie wollten, auch die Zeit des Kommens unseres Herrn aus den Worten der Propheten verstehen.

Catena Aurea · Lk 12
Denn die Propheten haben auf vielfältige Weise das Geheimnis Christi vorhergesagt; es ziemte sich daher für sie, wenn sie weise waren, ihren Blick in die Zukunft zu erstrecken, und die Unkenntnis der kommenden Zeit wird ihnen nach dem gegenwärtigen Leben nicht nützen. Denn es wird Wind und Regen geben und eine künftige Strafe durch Feuer; und dies wird bezeichnet, wenn gesagt wird: Ein Regenschauer kommt. Es ziemte sich auch für sie, nicht unwissend zu sein über die Zeit des Heils, das heißt über das Kommen des Erlösers, durch den die vollkommene Frömmigkeit in die Welt eintrat. Und dies ist gemeint, wenn gesagt wird: Ihr sagt, dass es Hitze geben wird. Daher folgt zur Zurechtweisung: Ihr Heuchler, ihr könnt das Aussehen des Himmels und der Erde unterscheiden, wie kommt es, dass ihr diese Zeit nicht unterscheidet?

Catena Aurea · Lk 12
(in Hexam. Hom. 6, 4.) Nun müssen wir beachten, dass Vermutungen über die Sterne für das Leben des Menschen notwendig sind, solange wir unsere Forschungen nach ihren Zeichen nicht über die gebührenden Grenzen hinaus treiben. Denn es ist möglich, einige Dinge in Bezug auf kommenden Regen zu entdecken, noch mehr in Bezug auf Hitze und die Kraft der Winde, ob sie teilweise oder allgemein, stürmisch oder sanft sind. Aber der große Nutzen, der dem Leben durch diese Vermutungen zuteil wird, ist jedem bekannt. Denn es ist wichtig für den Seemann, die Gefahren von Stürmen vorherzusagen, für den Reisenden die Wetterwechsel, für den Landwirt die reiche Versorgung mit Früchten.
Catena Aurea · Lk 12
Aber damit nicht etwa jemand aus dem Volk seine Unkenntnis der prophetischen Bücher als Grund dafür anführe, dass er die Läufe der Zeiten nicht erkennen könne, fügt er sorgfältig hinzu: Und warum urteilt ihr nicht von euch selbst, was recht ist? Er zeigt ihnen damit, dass sie, obwohl ungelehrt, dennoch durch ihre natürliche Fähigkeit erkennen könnten, dass der, der Werke tat, wie kein anderer Mensch sie tat, über dem Menschen steht und Gott ist, und dass daher nach der Ungerechtigkeit dieser Welt das gerechte Gericht der Schöpfung kommen würde.
Catena Aurea · Lk 12
Aber wäre es nicht in unsere Natur eingepflanzt, zu urteilen, was recht ist, hätte unser Herr dies nie gesagt.
58 Wenn du noch mit deinem Widersacher zur Obrigkeit unterwegs bist, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen, damit er dich nicht vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich in den Kerker wirft. 59 Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch das letzte Lepton bezahlt hast.
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Nachdem unser Herr einen rechtmäßigen Unterschied beschrieben hat, lehrt er uns als Nächstes eine rechtmäßige Versöhnung, indem er sagt: Wenn du mit deinem Widersacher zum Richter gehst, so gib dir Mühe, während du auf dem Wege bist, dass du von ihm befreit werdest, usw. Als ob er sagt: Wenn dein Widersacher dich vor Gericht bringt, gib dir Mühe, das heißt, versuche jede Methode, um von ihm loszukommen. Oder gib dir Mühe, das heißt, obwohl du nichts hast, leihe, damit du von ihm befreit werdest, damit er dich nicht vor den Richter schleppe, wie es folgt: Damit er dich nicht vor den Richter schleppe und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis werfe.

Catena Aurea · Lk 12
Wo du Mangel leiden wirst, bis du den letzten Heller bezahlst; und das ist es, was er hinzufügt: Ich sage dir, du wirst nicht von dort wegkommen.

Catena Aurea · Lk 12
(Hom. 16. in Matt.) Mir scheint, dass er von den gegenwärtigen Richtern spricht und von dem Weg zum gegenwärtigen Gericht und vom Gefängnis dieser Welt. Denn durch diese sichtbaren und nahen Dinge pflegen unwissende Menschen Besserung zu erlangen. Denn oft gibt er eine Lehre, nicht nur vom künftigen Guten und Bösen, sondern auch vom gegenwärtigen, um seiner gröberen Zuhörer willen.

Catena Aurea · Lk 12
Oder unser Widersacher ist der Teufel, der seine Köder für die Sünde auslegt, damit er diejenigen, die seine Mitschuldigen am Verbrechen waren, als seine Partner in der Strafe habe; unser Widersacher ist auch jede lasterhafte Praxis. Schließlich ist unser Widersacher ein böses Gewissen, das uns sowohl in dieser Welt bedrängt als auch in der nächsten anklagen und verraten wird. Lasst uns also darauf achten, während wir auf dem Weg dieses Lebens sind, dass wir von jeder bösen Tat wie von einem bösen Feind befreit werden. Ja, während wir mit unserem Widersacher zum Richter gehen, während wir auf dem Wege sind, sollten wir unseren Fehler verurteilen. Aber wer ist der Richter, wenn nicht der, in dessen Händen alle Macht ist? Aber der Richter übergibt den Schuldigen dem Richter, das heißt dem, dem er die Macht über die Lebenden und die Toten gibt, nämlich Jesus Christus, durch den die Geheimnisse offenbar gemacht werden und die Strafe für böse Werke verhängt wird. Er übergibt ihn dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener wirft ihn ins Gefängnis, denn er sagt: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die äußere Finsternis. (Mt 22,12.) Und er zeigt, dass seine Diener die Engel sind, von denen er sagt: Die Engel werden hervorgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und sie in den Feuerofen werfen; (Mt 13,49.) aber es wird hinzugefügt: Ich sage dir, du wirst nicht von dort wegkommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast. Denn wie diejenigen, die Geld auf Zinsen zahlen, die Zinsschuld nicht loswerden, bevor die gesamte Hauptsumme bis zum kleinsten Betrag in jeder Art von Zahlung beglichen ist, so wird durch die Vergeltung der Liebe und der anderen Werke oder durch jede einzelne Art der Genugtuung die Strafe der Sünde aufgehoben.
Catena Aurea · Lk 12
Oder aber er führt hier vier Personen ein: den Widersacher, den Richter, den Gerichtsdiener und den Richter. Bei Matthäus aber fehlt die Person des Richters, und statt des Gerichtsdieners wird ein Diener eingeführt. Sie unterscheiden sich auch darin, dass der eine einen Heller geschrieben hat, der andere einen Scherf, aber jeder hat ihn den letzten genannt. Nun sagen wir, dass alle Menschen zwei Engel bei sich haben, einen bösen, der sie zu bösen Taten ermutigt, einen guten, der alles Beste überredet. Der erstere, unser Widersacher, freut sich, wann immer wir sündigen, da er weiß, dass er einen Anlass zum Jubeln und Prahlen mit dem Fürsten der Welt hat, der ihn gesandt hat. Aber im Griechischen wird „der Widersacher“ mit dem Artikel geschrieben, um anzuzeigen, dass er einer von vielen ist, da jeder Einzelne unter dem Herrscher seines Volkes steht. Gib dir also Mühe, dass du von deinem Widersacher befreit werdest, oder von dem Herrscher, zu dem der Widersacher dich schleppt, indem du Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung hast. Aber wenn du dich bemüht hast, so sei es in dem, der sagt: Ich bin das Leben, (Joh 14,6.) sonst wird der Widersacher dich zum Richter schleppen. Nun sagt er „schleppen“, um darauf hinzuweisen, dass sie unfreiwillig zur Verdammnis gezwungen werden. Aber ich kenne keinen anderen Richter als unseren Herrn Jesus Christus, der dem Gerichtsdiener übergibt. Jeder von uns hat seine eigenen Gerichtsdiener; die Gerichtsdiener üben die Herrschaft über uns aus, wenn wir etwas schulden. Wenn ich jedem Menschen alles bezahlt habe, komme ich zu den Gerichtsdienern und antworte mit furchtlosem Herzen: „Ich schulde ihnen nichts.“ Aber wenn ich ein Schuldner bin, wird der Gerichtsdiener mich ins Gefängnis werfen und mich nicht von dort weggehen lassen, bis ich jede Schuld bezahlt habe. Denn der Gerichtsdiener hat keine Macht, mir auch nur einen Heller zu erlassen. Der, der einem Schuldner fünfhundert Denare und einem anderen fünfzig erließ, (Lk 7,41.) war der Herr, aber der Eintreiber ist nicht der Herr, sondern einer, der vom Herrn eingesetzt ist, um die Schulden einzufordern. Den letzten Scherf aber nennt er leicht und klein, denn unsere Sünden sind entweder schwer oder leicht. Glücklich also, wer nicht sündigt, und an zweiter Stelle glücklich, wer leicht gesündigt hat. Auch unter den leichten Sünden gibt es Unterschiede, sonst würde er nicht sagen: bis er den letzten Scherf bezahlt hat. Denn wenn er wenig schuldet, wird er nicht herauskommen, bis er den letzten Scherf bezahlt. Wer aber eine große Schuld auf sich geladen hat, wird endlose Zeiten für seine Zahlung haben.
Catena Aurea · Lk 12
Oder aber unser Widersacher auf dem Wege ist das Wort Gottes, das unseren fleischlichen Begierden in diesem Leben entgegensteht; von dem wird der befreit, der seinen Geboten unterworfen ist. Sonst wird er dem Richter übergeben werden, denn wegen der Verachtung des Wortes Gottes wird der Sünder im Gericht des Richters für schuldig befunden werden. Der Richter wird ihn dem Gerichtsdiener übergeben, das heißt dem bösen Geist zur Bestrafung. Er wird dann ins Gefängnis geworfen werden, das heißt in die Hölle, wo er, weil er immer die Strafe durch Leiden zahlen muss, aber niemals durch Zahlung Vergebung erlangen wird, niemals von dort herauskommen wird, sondern mit jener schrecklichsten Schlange, dem Teufel, ewige Strafe büßen wird.