
Basilius der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
16 Er erzählte ihnen ein Gleichnis: Das Land eines reichen Mannes hatte gut getragen. 17 Da überlegte er: Was soll ich tun, da ich nicht genug Raum habe, meine Ernte unterzubringen? 18 Schließlich sagte er: So will ich es machen; ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen und dort mein ganzes Getreide und alle meine Güter unterbringen. 19 Dann kann ich zu mir sagen: Du hast großen Vorrat für viele Jahre; ruh dich aus, iss, trink und lass dir wohl sein! 20 Da sagte Gott zu ihm: Du Tor, diese Nacht noch wird man dein Leben von dir fordern! Wem aber wird gehören, was du angesammelt hast? 21 So geht es dem, der für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.
(ubi sup.) Du bist so sorglos in Bezug auf die Güter der Seele, dass du die Speisen des Leibes der Seele zuschreibst. Wenn sie nämlich Tugend hat, wenn sie fruchtbar ist in guten Werken, wenn sie an Gott festhält, besitzt sie viele Güter und freut sich mit würdiger Freude. Aber weil du ganz fleischlich und den Leidenschaften unterworfen bist, sprichst du aus deinem Bauch, nicht aus deiner Seele.