
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
8 Ich sage euch: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. 10 Und wer immer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. 11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen, vor die Behörden und Obrigkeiten führen, so macht euch keine Sorgen, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. 12 Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
(Serm. 71.) Oder wenn hier gesagt würde: „Wer irgendeine Lästerung gegen den Heiligen Geist ausspricht“, müssten wir darunter „jede Lästerung“ verstehen; weil aber gesagt wurde: wer gegen den Heiligen Geist lästert, soll es von dem verstanden werden, der nicht in irgendeiner Weise lästert, sondern in einer solchen, dass sie ihm niemals vergeben werden kann. Denn so wird, wenn gesagt wird: Der Herr versucht niemanden, (Jak. 1,13.) das nicht von jeder, sondern nur von einer bestimmten Art von Versuchung gesagt. Was nun jene Art der Lästerung gegen den Heiligen Geist ist, wollen wir sehen. Der erste Segen der Gläubigen ist die Vergebung der Sünden im Heiligen Geist. Gegen diese freie Gabe spricht das unbußfertige Herz. Die Unbußfertigkeit selbst also ist die Lästerung gegen den Geist, die weder in dieser Welt noch in der zukünftigen vergeben wird; denn die Reue erlangt jene Vergebung in dieser Welt, die in der zukünftigen Welt wirksam sein wird.