
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
58 Wenn du noch mit deinem Widersacher zur Obrigkeit unterwegs bist, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen, damit er dich nicht vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich in den Kerker wirft. 59 Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch das letzte Lepton bezahlt hast.
Oder unser Widersacher ist der Teufel, der seine Köder für die Sünde auslegt, damit er diejenigen, die seine Mitschuldigen am Verbrechen waren, als seine Partner in der Strafe habe; unser Widersacher ist auch jede lasterhafte Praxis. Schließlich ist unser Widersacher ein böses Gewissen, das uns sowohl in dieser Welt bedrängt als auch in der nächsten anklagen und verraten wird. Lasst uns also darauf achten, während wir auf dem Weg dieses Lebens sind, dass wir von jeder bösen Tat wie von einem bösen Feind befreit werden. Ja, während wir mit unserem Widersacher zum Richter gehen, während wir auf dem Wege sind, sollten wir unseren Fehler verurteilen. Aber wer ist der Richter, wenn nicht der, in dessen Händen alle Macht ist? Aber der Richter übergibt den Schuldigen dem Richter, das heißt dem, dem er die Macht über die Lebenden und die Toten gibt, nämlich Jesus Christus, durch den die Geheimnisse offenbar gemacht werden und die Strafe für böse Werke verhängt wird. Er übergibt ihn dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener wirft ihn ins Gefängnis, denn er sagt: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die äußere Finsternis. (Mt 22,12.) Und er zeigt, dass seine Diener die Engel sind, von denen er sagt: Die Engel werden hervorgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und sie in den Feuerofen werfen; (Mt 13,49.) aber es wird hinzugefügt: Ich sage dir, du wirst nicht von dort wegkommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast. Denn wie diejenigen, die Geld auf Zinsen zahlen, die Zinsschuld nicht loswerden, bevor die gesamte Hauptsumme bis zum kleinsten Betrag in jeder Art von Zahlung beglichen ist, so wird durch die Vergeltung der Liebe und der anderen Werke oder durch jede einzelne Art der Genugtuung die Strafe der Sünde aufgehoben.