Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte, nichts vorbereitet oder nach seinem Willen getan hat, wird viele Schläge bekommen. 48 Der jedoch, der ihn nicht gekannt, aber getan hat, was Schläge verdient, wird wenig (Schläge) bekommen. Wem aber viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.
Dann fährt er fort zu zeigen, warum Lehrer und Gelehrte eine strengere Strafe verdienen, wie gesagt wird: Denn wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden. Den Lehrern ist zwar die Gnade verliehen, Wunder zu wirken, aber die Gnade des Wortes und der Lehre ist ihnen anvertraut. Doch nicht in dem, was gegeben ist, sagt Er, ist etwas weiteres zu suchen, sondern in dem, was anvertraut oder hinterlegt ist; denn die Gnade des Wortes bedarf der Vermehrung. Von einem Lehrer aber wird mehr gefordert, denn er soll nicht müßig liegen, sondern das Talent des Wortes vermehren.