
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
8 Ich sage euch: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. 10 Und wer immer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. 11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen, vor die Behörden und Obrigkeiten führen, so macht euch keine Sorgen, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. 12 Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Es gibt auch andere Arten des Verleugnens, die der heilige Paulus beschreibt, wenn er sagt: Sie bekennen, dass sie Gott kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn. (Tit. 1,16.) Und wiederum: Wenn jemand für die Seinen, besonders für die Hausgenossen, nicht sorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. (1 Tim. 5,8.) Auch: Flieht die Habsucht, die Götzendienst ist. (Kol. 3,5.) Da es also so viele Arten des Verleugnens gibt, ist es klar, dass es auch viele Arten des Bekennens gibt; wer immer sie geübt hat, wird jene hochselige Stimme hören, mit der Christus alle begrüßt, die ihn bekannt haben. Doch beachte die Vorsicht der Worte. Denn im Griechischen heißt es: Wer in mir bekennt, was zeigt, dass der Mensch Christus nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe der Gnade von oben bekennt. Von dem aber, der verleugnet, sagte er nicht „in mir“, sondern mich. Denn obwohl er ohne Gnade verleugnet, wird er dennoch verdammt, weil die Entbehrung dem zuzuschreiben ist, der verlassen ist, oder er wird wegen eigener Schuld verlassen.