Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
41 Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis uns oder auch alle anderen? 42 Der Herr antwortete: Wer ist wohl der kluge und treue Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit ihr Maß Nahrung zuteilt? 43 Wohl jenem Knecht, den der Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun findet! 44 Wahrhaftig, ich sage euch: er wird ihn über sein ganzes Vermögen setzen. 45 Wenn aber jener Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, 46 dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und er wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Ungläubigen geben.
In diesem Diener wird die Verurteilung aller bösen Herrscher erklärt, die, die Furcht des Herrn verlassend, sich nicht nur Vergnügungen hingeben, sondern auch die ihnen Untergebenen durch Ungerechtigkeiten reizen. Obwohl diese Worte auch im übertragenen Sinne verstanden werden können, nämlich die Herzen der Schwachen durch ein böses Beispiel zu verderben; und zu essen, zu trinken und sich zu betrinken, in die Laster und Verlockungen der Welt versunken zu sein, die den Geist des Menschen umstürzen. Aber hinsichtlich seiner Strafe wird hinzugefügt: Der Herr jenes Dieners wird an einem Tag kommen, an dem er nicht damit rechnet, das heißt am Tag seines Gerichts oder Todes, und wird ihn entzweischneiden.