
Basilius der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
41 Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis uns oder auch alle anderen? 42 Der Herr antwortete: Wer ist wohl der kluge und treue Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit ihr Maß Nahrung zuteilt? 43 Wohl jenem Knecht, den der Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun findet! 44 Wahrhaftig, ich sage euch: er wird ihn über sein ganzes Vermögen setzen. 45 Wenn aber jener Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, 46 dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und er wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Ungläubigen geben.
(in lib. de Sp. San. c. 16.) Der Leib wird freilich nicht geteilt, so dass ein Teil den Qualen ausgesetzt würde, der andere entkäme. Denn das ist eine Fabel, und es ist nicht Teil gerechten Urteils, dass, wenn das Ganze gesündigt hat, nur die Hälfte bestraft werde; auch wird die Seele nicht entzweigeschnitten, da sie ja ein schuldbewusstes Bewusstsein besitzt und mit dem Leib zur Vollbringung des Bösen zusammenwirkt; sondern ihre Teilung ist die ewige Trennung der Seele vom Geist. Denn jetzt, obwohl die Gnade des Geistes nicht in den Unwürdigen ist, scheint sie doch stets nahe zu sein und ihre Bekehrung zum Heil zu erwarten, aber zu jener Zeit wird sie gänzlich von der Seele abgeschnitten werden. Der Heilige Geist also ist der Preis der Gerechten und die Hauptverdammnis der Sünder, da die Unwürdigen Ihn verlieren werden.