
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 12
24 Betrachtet die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht; sie haben weder Speicher noch Scheune und Gott ernährt sie. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel! 25 Wer aber von euch kann mit seinen Sorgen seiner Lebenslänge auch nur eine Elle hinzufügen? 26 Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?
Aber es ist eine große Sache, diesem Beispiel im Glauben zu folgen. Denn den Vögeln des Himmels, die keine Mühe des Ackerbaus, keinen Ertrag aus der Fruchtbarkeit der Felder haben, gewährt die göttliche Vorsehung eine unfehlbare Nahrung. Es ist also wahr, dass die Ursache unserer Armut die Habsucht zu sein scheint. Denn sie haben aus diesem Grund einen mühelosen und reichlichen Gebrauch der Nahrung, weil sie nicht daran denken, sich durch ein besonderes Recht Früchte anzueignen, die zum gemeinsamen Gebrauch gegeben sind. Wir haben das, was gemeinsam war, verloren, indem wir es als unser eigen beanspruchten. Denn nichts ist eines Menschen eigen, wo nichts beständig ist, noch ist die Versorgung sicher, wenn das Ende ungewiss ist.