
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
1 Er aber sagte zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm beschuldigt, dass er seinen Besitz verschleudere. 2 Da ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht länger Verwalter sein. 3 Da sagte sich der Verwalter: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. 4 Doch ich weiß, was ich tue, damit sie mich, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin, in ihre Häuser aufnehmen. 5 Und er ließ jeden Schuldner seines Herrn einzeln zu sich rufen und fragte den Ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn? 6 Er antwortete: Hundert Bat Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreib schnell fünfzig. 7 Dann sagte er zu einem anderen: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Kor Weizen. Er sagte zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.
Daraus lernen wir also, dass wir nicht selbst die Herren sind, sondern vielmehr die Verwalter fremden Eigentums.