
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind ihresgleichen gegenüber klüger als die Söhne des Lichtes. 9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit man euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnimmt. 10 Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu wart, wer wird euch dann das euere geben? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(de Qu. Ev. lib. ii. q. 36.) Aber diese Dinge wurden nicht beiläufig oder aufs Geratewohl gesagt. Denn niemand antwortet, wenn er gefragt wird, ob er den Teufel liebe, dass er ihn liebe, sondern vielmehr, dass er ihn hasse; alle aber bekennen im Allgemeinen, dass sie Gott lieben. Daher wird er entweder den einen hassen (das heißt den Teufel) und den anderen lieben (das heißt Gott); oder er wird dem einen anhängen (das heißt dem Teufel, wenn er gleichsam zeitlichen Bedürfnissen nachjagt) und den anderen verachten (das heißt Gott), wie wenn Menschen häufig Seine Drohungen um ihrer Begierden willen vernachlässigen, die sich wegen Seiner Güte schmeicheln, sie würden straflos bleiben.