
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
1 Er aber sagte zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm beschuldigt, dass er seinen Besitz verschleudere. 2 Da ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht länger Verwalter sein. 3 Da sagte sich der Verwalter: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. 4 Doch ich weiß, was ich tue, damit sie mich, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin, in ihre Häuser aufnehmen. 5 Und er ließ jeden Schuldner seines Herrn einzeln zu sich rufen und fragte den Ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn? 6 Er antwortete: Hundert Bat Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreib schnell fünfzig. 7 Dann sagte er zu einem anderen: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Kor Weizen. Er sagte zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.
(de Qu. Ev. l. ii. qu. 34.) Oder weil er von den hundert Maß Öl fünfzig durch die Schuldner abschreiben ließ und von den hundert Maß Weizen achtzig, so ist die Bedeutung dessen diese, dass jene Dinge, die jeder Jude den Priestern und Leviten leistet, in der Kirche Christi reichlicher sein sollen, so dass, während jene den Zehnten geben, Christen die Hälfte geben sollen, wie Zachäus von seinen Gütern gab, (Lk 19:8.) oder wenigstens durch Geben von zwei Zehnteln, das heißt einem Fünftel, die Zahlungen der Juden übertreffen.