
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind ihresgleichen gegenüber klüger als die Söhne des Lichtes. 9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit man euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnimmt. 10 Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu wart, wer wird euch dann das euere geben? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
So lehrte Christus also jene, die im Reichtum überfließen, die Freundschaft der Armen eifrig zu lieben und Schätze im Himmel zu haben. Aber Er kannte die Trägheit des menschlichen Geistes, wie jene, die dem Reichtum nachjagen, den Bedürftigen kein Werk der Barmherzigkeit erweisen. Dass solchen Menschen kein Nutzen aus geistlichen Gaben erwächst, zeigt Er durch offensichtliche Beispiele und fügt hinzu: Wer im Geringsten treu ist, ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch im Großen ungerecht. Nun öffnet unser Herr uns das Auge des Herzens und erklärt, was Er gesagt hatte, indem Er hinzufügt: Wenn ihr also im ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? Das Geringste ist also der Mammon der Ungerechtigkeit, das heißt die irdischen Reichtümer, die denen, die himmlisch gesinnt sind, als nichts erscheinen. Ich denke also, dass ein Mensch im Kleinen treu ist, wenn er denen Hilfe zuteilwerden lässt, die von Kummer gebeugt sind. Wenn wir also im Kleinen untreu gewesen sind, wie sollen wir von daher das wahre Gut erlangen, das heißt die fruchtbare Gabe der göttlichen Gnade, die der menschlichen Seele das Bild Gottes einprägt? Dass aber die Worte unseres Herrn auf diese Bedeutung zielen, ist aus dem Folgenden klar; denn Er sagt: Und wenn ihr im Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben?