Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
14 Die geldgierigen Pharisäer hörten das alles und verhöhnten ihn. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr seid es, die sich vor den Menschen als gerecht hinstellen, Gott aber kennt euere Herzen; denn was als hoch gilt bei den Menschen, ist ein Gräuel vor Gott. 16 Das Gesetz und die Propheten galten bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündet und jeder drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Leichter ist es, dass Himmel und Erde vergehen, als dass vom Gesetz auch nur ein einziges Häkchen wegfällt. 18 Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Denn dass das Gesetz zu den Unvollkommenen unvollkommen sprach, ist klar aus dem, was er zu den harten Herzen der Juden sagt: „Wenn ein Mann seine Frau hasst, soll er sie entlassen“ (Dtn 24,1.), weil sie, da sie Mörder waren und sich am Blut freuten, nicht einmal mit denen Mitleid hatten, die ihnen verbunden waren, so dass sie ihre Söhne und Töchter für Dämonen töteten. Jetzt aber ist eine vollkommenere Lehre nötig. Deshalb sage ich: Wenn ein Mann seine Frau entlässt, ohne dass ein Grund der Unzucht vorliegt, begeht er Ehebruch, und wer eine andere heiratet, begeht Ehebruch.