
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
27 Da sagte er: Dann bitte ich dich, Vater, ihn in das Haus meines Vaters zu schicken 28 -- ich habe nämlich fünf Brüder --, um sie zu warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er entgegnete: Nein, Vater Abraham! Erst wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Doch Abraham sagte zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.
(ut sup.) Dass es aber wahr ist, dass der, welcher die Schriften nicht hört, keine Beachtung den Toten schenkt, die wieder auferstehen, haben die Juden bezeugt, die zwar einmal Lazarus töten wollten, ein andermal aber Hand an die Apostel legten, obwohl einige zur Stunde des Kreuzes von den Toten auferstanden waren. Beachte auch dies, dass jeder tote Mensch ein Diener ist, aber was auch immer die Schriften sagen, der Herr sagt es. Daher mag es sein, dass Tote wieder auferstehen und ein Engel vom Himmel herabsteigt, die Schriften sind glaubwürdiger als alles. Denn der Herr der Engel, der Herr sowohl der Lebenden als auch der Toten, ist ihr Urheber. Wenn aber Gott wüsste, dass die Auferstehung der Toten den Lebenden nützt, hätte er sie nicht unterlassen, da er doch alles zu unserem Vorteil anordnet. Wenn ferner die Toten oft wieder auferstehen würden, würde auch dies mit der Zeit missachtet werden. Und der Teufel würde auch leicht verkehrte Lehren einschleusen, indem er auch durch seine eigenen Werkzeuge eine Auferstehung ersinnt, nicht indem er wirklich die Verstorbenen auferweckt, sondern indem er durch bestimmte Täuschungen den Blick der Zuschauer täuscht oder indem er bewirkt, das heißt, einige dazu bringt, den Tod vorzutäuschen.