Origenes
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind ihresgleichen gegenüber klüger als die Söhne des Lichtes. 9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit man euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnimmt. 10 Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu wart, wer wird euch dann das euere geben? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(in Prov. 1:1.) Weil aber die Heiden sagen, dass Weisheit eine Tugend sei, und sie definieren als die Erfahrung dessen, was gut, böse und gleichgültig ist, oder als die Kenntnis dessen, was zu tun und was nicht zu tun ist, müssen wir erwägen, ob dieses Wort viele Dinge oder eines bezeichnet. Denn es heißt, dass Gott durch Weisheit die Himmel bereitet hat. (Prov. 3:19.) Nun ist es klar, dass Weisheit gut ist, weil der Herr durch Weisheit die Himmel bereitet hat. Es heißt auch in Genesis, nach der LXX, dass die Schlange das weiseste Tier war, worin Er die Weisheit nicht als Tugend, sondern als bösartige List darstellt. Und in diesem Sinne lobte der Herr den Verwalter, dass er klug gehandelt hatte, das heißt listig und böse. Und vielleicht wurde das Wort „lobte“ nicht im Sinne wirklichen Lobes gesprochen, sondern in einem geringeren Sinne; wie wenn wir sagen, dass ein Mensch in leichten und gleichgültigen Dingen gelobt wird, und in gewissem Maße Bewunderung für Schlagfertigkeit und Scharfsinn besteht, wodurch die Kraft des Geistes herausgefordert wird.