
Basilius der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 16
8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind ihresgleichen gegenüber klüger als die Söhne des Lichtes. 9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit man euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnimmt. 10 Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu wart, wer wird euch dann das euere geben? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Hom. de Avar.) Oder wenn du ein Erbe angetreten hast, empfängst du, was durch Ungerechtigkeit angehäuft wurde; denn in einer Reihe von Vorfahren muss sich notwendig einer finden, der das Eigentum anderer ungerecht an sich gerissen hat. Aber angenommen, dein Vater hat sich nicht der Erpressung schuldig gemacht, woher hast du dann dein Geld? Wenn du antwortest: „Von mir selbst“, so kennst du Gott nicht, da du die Erkenntnis deines Schöpfers nicht hast; wenn aber: „Von Gott“, so sage mir den Grund, aus dem du es empfangen hast. Ist nicht die Erde und ihre Fülle des Herrn? (Ps. 24:1.) Wenn also alles, was unser ist, unserem gemeinsamen Herrn gehört, so wird es auch unserem Mitknecht gehören.