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Catena Aurea · Evangelium secundum Ioannem
86 Kommentare der Kirchenväter · 6 Versabschnitte
Johannesevangelium 17 in der Bibel lesen1 Als Jesus das gesagt hatte, erhob er seine Augen zum Himmel und betete: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2 Denn du hast ihm Macht über alles Fleisch gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den wahren Gott, erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht, ich habe das Werk vollendet, das zu vollbringen du mir aufgetragen hast. 5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
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Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxx) Nachdem Er gesagt hat: In der Welt werdet ihr Trübsal haben, wendet sich unser Herr von der Ermahnung zum Gebet; so lehrt Er uns, in unseren Trübsalen alles andere zu verlassen und zu Gott zu fliehen.
Catena Aurea · Joh 17
Dieses sprach Jesus, jenes, was Er beim Abendmahl gesagt hatte, teils sitzend bis zu den Worten: Steht auf, laßt uns von hier gehen; (c. 14:31.) und von da an stehend, bis zum Ende des Hymnus, der nun beginnt: Und erhob Seine Augen und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche Deinen Sohn.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxx. 1) Er erhob Seine Augen zum Himmel, um uns die Andacht im Gebet zu lehren: daß wir mit erhobenen Augen stehen sollen, nicht nur des Leibes, sondern des Geistes.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. civ) Unser Herr hätte in der Gestalt eines Knechtes schweigend beten können, wenn es Ihm gefallen hätte; aber Er bedachte, daß Er nicht nur zu beten, sondern auch zu lehren hatte. Denn nicht nur Seine Rede, sondern auch Sein Gebet war zur Erbauung Seiner Jünger, ja auch der Unseren, die wir dasselbe lesen. Vater, die Stunde ist gekommen, zeigt, daß alle Zeit und alles, was Er tat oder geschehen ließ, in Seiner Verfügung stand, Der nicht der Zeit unterworfen ist. Nicht daß wir annehmen müßten, diese Stunde sei durch eine fatale Notwendigkeit gekommen, sondern vielmehr durch Gottes Anordnung. Fort mit der Vorstellung, daß die Sterne den Schöpfer der Sterne zum Tode verurteilen könnten.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. Tr. c. 10) Er sagt nicht, daß der Tag oder die Zeit, sondern daß die Stunde gekommen ist. Eine Stunde enthält einen Teil eines Tages. Was war diese Stunde? Er sollte nun angespien, gegeißelt, gekreuzigt werden. Aber der Vater verherrlicht den Sohn. Die Sonne versagte in ihrem Lauf, und mit ihr fühlten alle anderen Elemente den Tod. Die Erde bebte unter dem Gewicht unseres am Kreuz hängenden Herrn und bezeugte, daß sie nicht die Macht hatte, Den in sich zu halten, Der da starb. Der Hauptmann rief aus: Wahrlich, dieser war der Sohn Gottes. (Mt 27,54) Das Ereignis entsprach der Vorhersage. Unser Herr hatte gesagt: Verherrliche Deinen Sohn, und bezeugte damit, daß Er nicht dem Namen nach Sohn war, sondern eigentlich der Sohn. Deinen Sohn, sagt Er. Viele von uns sind Söhne Gottes; aber nicht so ist der Sohn. Denn Er ist der eigentliche, wahre Sohn von Natur, nicht durch Adoption, in Wahrheit, nicht dem Namen nach, durch Geburt, nicht durch Erschaffung. Daher folgte nach Seiner Verherrlichung auf die Offenbarung der Wahrheit das Bekenntnis. Der Hauptmann bekennt Ihn als den wahren Sohn Gottes, damit keiner Seiner Gläubigen bezweifle, was einer Seiner Verfolger nicht leugnen konnte.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. civ) Aber wenn Er durch Sein Leiden verherrlicht wurde, wieviel mehr durch Seine Auferstehung? Denn Sein Leiden zeigte eher Seine Demut als Seine Herrlichkeit. So müssen wir verstehen: Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche Deinen Sohn, als: Die Stunde ist gekommen, den Samen zu säen, die Demut; zögere nicht mit der Frucht, der Herrlichkeit.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. de. Trin) Aber vielleicht beweist dies Schwäche im Sohn; Sein Warten, von einem Höheren als Er selbst verherrlicht zu werden. Und wer bekennt nicht, daß der Vater höher ist, da Er selbst sagt: Der Vater ist größer als Ich? Aber hüte dich, daß die Ehre des Vaters die Herrlichkeit des Sohnes beeinträchtigt. Es folgt: Damit auch Dein Sohn Dich verherrliche. So ist der Sohn nicht schwach, da Er seinerseits Herrlichkeit für die Herrlichkeit zurückgibt, die Er empfängt. Diese Bitte um zu gebende und zu vergeltende Herrlichkeit zeigt dieselbe Gottheit in beiden.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cv) Aber es wird mit Recht gefragt, wie der Sohn den Vater verherrlichen kann, da die ewige Herrlichkeit des Vaters niemals eine Erniedrigung in der Gestalt des Menschen erfuhr und hinsichtlich ihrer eigenen göttlichen Vollkommenheit keine Hinzufügung zuläßt. Aber unter den Menschen war diese Herrlichkeit geringer, als Gott nur in Judäa bekannt war; und daher verherrlichte der Sohn den Vater, als das Evangelium Christi die Kenntnis des Vaters unter den Heiden verbreitete. Verherrliche Deinen Sohn, damit auch Dein Sohn Dich verherrliche; d. h. Erwecke Mich von den Toten, damit durch Mich Du der ganzen Welt bekannt werdest. Dann legt Er weiter dar, auf welche Weise der Sohn den Vater verherrlicht: Wie Du Ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast, damit Er allen, die Du Ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe. Alles Fleisch bedeutet die ganze Menschheit, wobei der Teil für das Ganze steht. Und diese Macht, die Christus vom Vater über alles Fleisch gegeben ist, muß mit Bezug auf Seine menschliche Natur verstanden werden.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. de Trin) Denn da Er selbst Fleisch geworden war, sollte Er dem gebrechlichen, leiblichen und sterblichen Menschen das ewige Leben wiedergeben.

Catena Aurea · Joh 17
(ix. de Trin. 31) Wenn Christus Gott ist, nicht gezeugt, sondern ungezeugt, dann mag dieses Empfangen als Schwäche angesehen werden. Aber nicht, wenn Sein Empfangen von Macht Seine Zeugung bedeutet, in der Er empfing, was Er ist. Diese Gabe kann nicht als Schwäche angerechnet werden. Denn der Vater ist so, daß Er gibt; der Sohn bleibt Gott, insofern Er die Macht empfangen hat, das ewige Leben zu geben.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxx) Er sagt: Du hast Ihm Macht über alles Fleisch gegeben, um zu zeigen, daß Seine Verkündigung sich nicht nur auf die Juden, sondern auf die ganze Welt erstreckte. Aber was ist alles Fleisch? Denn nicht alle glaubten? Soweit es an Ihm lag, alle. Wenn sie auf Seine Worte nicht achteten, war es nicht Seine Schuld, Der sprach, sondern die derer, die nicht annahmen.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cv. 2) Er sagt: Wie Du Ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast, so möge der Sohn Dich verherrlichen, d. h. Dich allem Fleisch bekannt machen, das Du Ihm gegeben hast; denn Du hast es Ihm so gegeben, daß Er allen, die Du Ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. de Tr. c. 14) Und worin das ewige Leben besteht, zeigt Er dann: Und dies ist das ewige Leben, daß sie Dich, den allein wahren Gott, erkennen. Den allein wahren Gott erkennen ist Leben, aber dies allein macht noch nicht das Leben aus. Was wird dann noch hinzugefügt? Und Jesus Christus, den Du gesandt hast.

Catena Aurea · Joh 17
(iv. de Tr. c. 9) Die Arianer behaupten, daß, wie der Vater der allein wahre, allein gerechte, allein weise Gott ist, der Sohn keine Gemeinschaft an diesen Eigenschaften habe; denn was einem eigen ist, kann nicht von einem anderen geteilt werden. Und da diese, wie sie meinen, allein im Vater und nicht im Sohn sind, betrachten sie den Sohn notwendigerweise als einen falschen und nichtigen Gott.

Catena Aurea · Joh 17
(v. de Tr. 3) Aber es muß jedem klar sein, daß die Wirklichkeit einer Sache durch ihre Kraft erwiesen wird. Denn das ist wahrer Weizen, der, wenn er mit Korn aufgeht und mit Ähren umzäunt, von der Worfelmaschine geschüttelt, zu Korn gemahlen, zu Brot gebacken und als Nahrung genommen wird, die Natur und Funktion des Brotes erfüllt. Ich frage also, worin dem Sohn die Wahrheit der Gottheit fehlt, Der die Natur und Tugend der Gottheit hat. Denn Er gebrauchte die Tugend Seiner Natur so, daß Er bewirkte, daß Dinge wurden, die nicht waren, und alles tat, was Ihm gut schien.

Catena Aurea · Joh 17
(ix. de Trin) Weil Er sagt: Dich, den allein, trennt Er Sich da von Gemeinschaft und Einheit mit Gott? Er trennt Sich, aber Er fügt sogleich hinzu: Und Jesus Christus, den Du gesandt hast. Denn der katholische Glaube bekennt Christus als wahren Gott, indem er den Vater als den allein wahren Gott bekennt; denn die natürliche Geburt führte keine Veränderung der Natur in den eingeborenen Gott ein.

Catena Aurea · Joh 17
(vi. de Tr. c. 9) Die Arianer beiseite lassend, laßt uns sehen, ob wir gezwungen sind zu bekennen, daß Er mit den Worten: Daß sie Dich als den allein wahren Gott erkennen, uns zu verstehen gibt, daß nur der Vater der wahre Gott ist, in dem Sinne, daß nur die drei zusammen, Vater, Sohn und Heiliger Geist, Gott genannt werden sollen? Berechtigt uns das Zeugnis unseres Herrn zu sagen, daß der Vater der allein wahre Gott ist, der Sohn der allein wahre Gott, und der Heilige Geist der allein wahre Gott, und zugleich, daß der Vater, Sohn und Heiliger Geist zusammen, d. h. die Dreifaltigkeit, nicht drei Götter sind, sondern ein wahrer Gott?

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. c. 5) Oder ist nicht die Reihenfolge der Worte: Daß sie Dich und Jesus Christus, den Du gesandt hast, als den allein wahren Gott erkennen? wobei der Heilige Geist notwendigerweise mitverstanden wird, weil der Geist nur die Liebe des Vaters und des Sohnes ist, wesensgleich mit beiden. Wenn also der Sohn Dich so verherrlicht, wie Du Ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast, und Du Ihm die Macht gegeben hast, daß Er allen, die Du Ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe, und dies ist das ewige Leben, Dich zu erkennen, so folgt, daß Er Dich verherrlicht, indem Er Dich allen bekannt macht, die Du Ihm gegeben hast. Wenn ferner die Erkenntnis Gottes das ewige Leben ist, so machen wir, je mehr wir in dieser Erkenntnis fortschreiten, desto mehr Fortschritte im ewigen Leben. Aber im ewigen Leben werden wir niemals sterben. Wo also kein Tod ist, dort wird dann vollkommene Erkenntnis Gottes sein; dort wird Gott am meisten verherrlicht werden, weil Seine Herrlichkeit am größten sein wird. Herrlichkeit wurde bei den Alten definiert als Ruhm, begleitet von Lob. Aber wenn der Mensch gelobt wird in Abhängigkeit von dem, was über ihn gesagt wird, wie wird Gott gelobt werden, wenn Er geschaut wird? wie im Psalm: Selig, die in Deinem Hause wohnen: sie werden Dich immerdar loben. (Ps. 83,4) Dort wird endloses Lob Gottes sein, wo vollkommene Erkenntnis Gottes sein wird. Dort also wird das ewige Lob Gottes gehört werden, denn dort wird vollkommene Erkenntnis Gottes sein, und daher vollkommene Verherrlichung Seiner.

Catena Aurea · Joh 17
(i. de Trin. c. viii) Was Er zu Seinem Knecht Moses sagte: Ich bin, der Ich bin; (Exod. 3) das werden wir im ewigen Leben schauen.

Catena Aurea · Joh 17
(iv. de Trin. c. xviii) Denn wenn der Anblick unseren Glauben zur Wahrheit gemacht hat, dann wird die Ewigkeit unsere Sterblichkeit in Besitz nehmen und verdrängen.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cv) Aber Gott wird hier zuerst verherrlicht, wenn Er verkündet, den Menschen bekannt gemacht und von ihnen geglaubt wird: Ich habe Dich auf Erden verherrlicht.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. de Trin) Diese neue Herrlichkeit, mit der unser Herr den Vater verherrlicht hatte, bedeutet keinen Fortschritt in der Gottheit, sondern bezieht sich auf die Ehre, die von denen empfangen wird, die von der Unwissenheit zur Erkenntnis bekehrt werden.

Catena Aurea · Joh 17
Er sagt: auf Erden; denn Er war im Himmel verherrlicht worden, sowohl hinsichtlich der Herrlichkeit Seiner eigenen Natur als auch der Anbetung der Engel. Die hier erwähnte Herrlichkeit ist also nicht die, welche zu Seiner Substanz gehört, sondern die, welche zur Verehrung des Menschen gehört; daher folgt: Ich habe das Werk vollendet, das Du Mir gegeben hast, damit Ich es tue.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cv) Nicht: Du befiehlst Mir, sondern: Du hast Mir gegeben, was offensichtlich die Gnade andeutet. Denn was hat die menschliche Natur, auch im Eingeborenen, was sie nicht empfangen hätte? Aber wie hatte Er das Werk vollendet, das Ihm zu tun gegeben war, wenn doch noch Sein Leiden bevorstand? Er sagt, Er habe es vollendet, d. h. Er weiß mit Sicherheit, dass Er es tun wird.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxx) Oder: Ich habe vollendet, d. h. Er hatte alles Seinige getan oder das Wesentliche davon, das für das Ganze steht; (denn die Wurzel des Guten war gepflanzt;) oder Er verbindet sich mit der Zukunft, als wäre sie bereits gegenwärtig.

Catena Aurea · Joh 17
(ix. de Trin) Danach, damit wir den Lohn Seines Gehorsams und das Geheimnis der ganzen Heilsordnung verstehen, fügt Er hinzu: Und nun verherrliche Mich mit der Herrlichkeit bei Dir selbst, mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cv. 5) Er hatte oben gesagt: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche Deinen Sohn, damit Dein Sohn Dich verherrliche: Die Reihenfolge dieser Worte zeigt, dass der Sohn zuerst vom Vater verherrlicht werden sollte, damit der Vater vom Sohn verherrlicht werde. Jetzt aber sagt Er: Ich habe Dich verherrlicht; und nun verherrliche Mich; als hätte Er zuerst den Vater verherrlicht und dann darum gebeten, von Ihm verherrlicht zu werden. Wir müssen verstehen, dass das Erste die Reihenfolge ist, in der eines auf das andere folgen sollte, dass Er aber später eine Vergangenheitsform verwendet, um etwas Zukünftiges auszudrücken; der Sinn ist: Ich werde Dich auf Erden verherrlichen, indem Ich das Werk vollende, das Du Mir gegeben hast; und nun, Vater, verherrliche Mich, was ganz dasselbe ist wie der erste Satz, außer dass Er hier die Weise hinzufügt, in der Er verherrlicht werden soll: mit der Herrlichkeit, die Ich hatte, ehe die Welt war, bei Dir. Die Reihenfolge der Worte ist: Die Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war. Dies wurde von einigen so verstanden, dass die menschliche Natur, die vom Wort angenommen wurde, in das Wort verwandelt würde, dass der Mensch in Gott verwandelt oder, genauer gesagt, in Gott aufgehen würde. Denn niemand würde sagen, dass das Wort Gottes durch diese Veränderung verdoppelt oder auch nur irgendwie größer gemacht würde. Aber wir vermeiden diesen Irrtum, wenn wir die Herrlichkeit, die Er beim Vater hatte, ehe die Welt war, als die Herrlichkeit verstehen, die Er für Ihn auf Erden vorherbestimmt hatte: (denn wenn wir Ihn als den Menschensohn glauben, brauchen wir nicht zu fürchten zu sagen, dass Er vorherbestimmt war.) Diese vorherbestimmte Zeit Seiner Verherrlichung sah Er nun gekommen, dass Er jetzt empfangen sollte, was zuvor vorherbestimmt war, und so betete Er: Und nun, Vater, verherrliche Mich, usw., d. h. jene Herrlichkeit, die Ich bei Dir durch Deine Vorherbestimmung hatte, ist es nun Zeit, dass Ich sie zu Deiner Rechten habe.

Catena Aurea · Joh 17
(iii. de Trin) Oder Er betete, dass das Sterbliche die unsterbliche Herrlichkeit empfangen möge, dass die Verderbnis des Fleisches verwandelt und in die Unverderblichkeit des Geistes aufgenommen werde.
6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie und mir hast du sie gegeben; und sie haben an deinem Wort festgehalten. 7 Jetzt wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin. Sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
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Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Nachdem Er gesagt hat: Ich habe Mein Werk vollendet, zeigt Er, welcher Art das Werk war, nämlich dass Er den Namen Gottes bekannt machen sollte: Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die Du Mir aus der Welt gegeben hast.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi) Wenn Er nur von den Jüngern spricht, mit denen Er das Abendmahl hielt, hat dies nichts mit jener Verherrlichung zu tun, von der Er oben sprach, mit der der Sohn den Vater verherrlichte; denn welche Herrlichkeit ist es, zwölf oder elf Männern bekannt zu sein? Wenn Er aber mit den Menschen, die Ihm aus der Welt gegeben wurden, alle meint, die später an Ihn glauben sollten, so ist dies ohne Zweifel die Herrlichkeit, mit der der Sohn den Vater verherrlicht; und: Ich habe Deinen Namen offenbart, ist dasselbe wie das, was Er zuvor sagte: Ich habe Dich verherrlicht; die Vergangenheit steht sowohl dort als auch hier für die Zukunft. Was aber folgt, zeigt, dass Er hier von denen spricht, die bereits Seine Jünger waren, nicht von allen, die später an Ihn glauben sollten. Am Anfang Seines Gebets spricht unser Herr also von allen Gläubigen, allen, denen Er den Vater offenbaren sollte und dadurch Ihn verherrlichen würde: denn nachdem Er gesagt hat: damit Dein Sohn Dich verherrliche, und gezeigt hat, wie das geschehen sollte, sagt Er: Wie Du Ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast. Nun lasst uns hören, was Er zu den Jüngern sagt: Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die Du Mir aus der Welt gegeben hast. Kannten sie damals den Namen Gottes nicht, als sie Juden waren? Wir lesen in den Psalmen: In Juda ist Gott bekannt; Sein Name ist groß in Israel. (Ps. 76:1) Ich habe Deinen Namen offenbart, muss also nicht vom Namen Gottes verstanden werden, sondern vom Namen des Vaters, der ohne die Offenbarung des Sohnes nicht offenbart werden konnte. Denn Gottes Name als der Gott der ganzen Schöpfung konnte keiner Nation völlig unbekannt sein. Als Schöpfer der Welt war Er unter allen Nationen bekannt, sogar vor der Ausbreitung des Evangeliums. In Juda war Er bekannt als ein Gott, der nicht mit den falschen Göttern angebetet werden sollte; aber als der Vater jenes Christus, durch den Er die Sünden der Welt hinwegnahm, war Sein Name unbekannt; diesen Namen offenbart Christus nun denen, die der Vater Ihm aus der Welt gegeben hatte. Aber wie offenbarte Er ihn, als die Stunde noch nicht gekommen war, von der Er oben sagte: Die Stunde kommt, da Ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden werde. Wir müssen verstehen, dass die Vergangenheit für die Zukunft steht.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Dass Er der Sohn des Vaters war, hatte Christus ihnen bereits durch Worte und Taten offenbart.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi) Die Du Mir aus der Welt gegeben hast: d. h. die nicht von der Welt waren. Aber das waren sie durch Wiedergeburt, nicht von Natur aus. Was bedeutet: Dein waren sie, und Du hast sie Mir gegeben? Hatte der Vater jemals etwas ohne den Sohn? Gott bewahre. Aber der Sohn Gottes hatte manchmal das, was Er nicht als Menschensohn hatte; denn Er hatte das Universum mit Seinem Vater, während Er noch im Mutterschoß war. Indem Er also sagt: Dein waren sie, trennt der Sohn Gottes Sich nicht vom Vater; sondern schreibt Ihm alle Seine Macht zu, von dem Er ist und dasselbe hat. Und: Du hast sie Mir gegeben, bedeutet dann, dass Er als Mensch die Macht empfangen hatte, sie zu haben; ja, dass Er Selbst sie Sich gegeben hatte, d. h. Christus als Gott mit dem Vater, Christus als Mensch nicht mit dem Vater. Sein Ziel hier ist, Seine Eintracht mit dem Vater zu zeigen und dass es der Wille des Vaters war, dass sie an Ihn glauben sollten.
Catena Aurea · Joh 17
Und sie haben Dein Wort bewahrt. Er nennt Sich Selbst das Wort des Vaters, weil der Vater durch Ihn alle Dinge erschaffen hat und weil Er alle Worte in Sich enthält: als wollte Er sagen: Sie haben Mich so gut im Gedächtnis behalten, dass sie Mich niemals vergessen werden. Oder: Sie haben Dein Wort bewahrt, d. h. indem sie an Mich geglaubt haben; wie folgt: Nun haben sie erkannt, dass alles, was Du Mir gegeben hast, von Dir ist. Einige lesen: Nun habe Ich erkannt, usw. Aber das kann nicht richtig sein. Denn wie könnte der Sohn unwissend sein über das, was des Vaters war? Er spricht von den Jüngern; als wollte Er sagen: Sie haben gelernt, dass nichts in Mir von Dir verschieden ist und dass alles, was Ich lehre, von Dir kommt.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi) Der Vater gab Ihm alle Dinge, als Er Ihn, der alle Dinge hatte, zeugte.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Und woher haben sie es gelernt? Aus Meinen Worten, in denen Ich sie lehrte, dass Ich von Dir ausgegangen bin. Denn das war es, was Er im ganzen Evangelium zu zeigen bemüht war: Denn Ich habe ihnen die Worte gegeben, die Du Mir gegeben hast, und sie haben sie angenommen.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi. c. 6) d. h. sie haben sie verstanden und behalten. Denn dann wird ein Wort angenommen, wenn der Geist es erfasst; wie folgt: Und sie haben sicher erkannt, dass Ich von Dir ausgegangen bin. Und damit niemand meine, dass jenes Wissen eines des Sehens, nicht des Glaubens sei, fügt Er hinzu: Und sie haben geglaubt (sicher, ist zu verstehen), dass Du Mich gesandt hast. Was sie sicher glaubten, war das, was sie sicher wussten; denn: Ich bin von Dir ausgegangen, ist dasselbe wie: Du hast Mich gesandt. Sie glaubten sicher, d. h. nicht wie Er oben sagte, dass sie glaubten, sondern sicher, d. h. wie sie im Begriff waren, fest, beständig, unerschütterlich zu glauben: nie mehr zu ihrem Eigenen zerstreut zu werden und Christus zu verlassen. Die Jünger waren noch nicht so, wie Er sie in der Vergangenheitsform beschreibt, das heißt, wie sie sein sollten, wenn sie den Heiligen Geist empfangen hätten. Die Frage, wie der Vater dem Sohn jene Worte gab, ist leichter zu lösen, wenn wir annehmen, dass Er sie als Menschensohn vom Vater empfangen hat. Wenn wir es aber als der vom Vater Gezeugte verstehen, soll keine Zeit vorausgesetzt werden, bevor Er sie hatte, als hätte Er einmal ohne sie existiert; denn was Gott der Vater Gott dem Sohn gab, gab Er im Zeugen.
9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast. Denn dein Eigentum sind sie und 10 alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt; aber sie sind in der Welt und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast, und habe sie behütet. Keiner von ihnen ist verloren gegangen, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. 13 Jetzt aber komme ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
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Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Da die Jünger trotz aller Tröstungen unseres Herrn noch traurig waren, wendet Er Sich von nun an an den Vater, um die Liebe zu zeigen, die Er für sie hatte: Ich bitte für sie; Er gibt ihnen nicht nur, was Er von Seinem Eigenen hat, sondern bittet einen anderen für sie, als weiteren Beweis Seiner Liebe.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi) Wenn Er hinzufügt: Ich bitte nicht für die Welt, meint Er mit der Welt diejenigen, die nach der Lust der Welt leben und nicht das Los haben, durch die Gnade aus der Welt erwählt zu sein, wie jene, für die Er betete: sondern für die, die Du Mir gegeben hast. Weil der Vater sie Ihm gegeben hatte, gehörten sie nicht zur Welt. Doch der Vater hatte, indem Er sie dem Sohn gab, nicht verloren, was Er gegeben hatte: Denn sie sind Dein.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi. 1) Er wiederholt oft: Du hast Mir gegeben, um ihnen einzuprägen, dass alles nach dem Willen des Vaters geschah und dass Er nicht kam, einem anderen zu rauben, sondern das Seine zu Sich zu nehmen. Dann, um ihnen zu zeigen, dass diese Macht nicht erst kürzlich vom Vater empfangen worden war, fügt Er hinzu: Und alles, was Mein ist, ist Dein, und was Dein ist, ist Mein: als wollte Er sagen: Niemand, der Mich sagen hört: Die Du Mir gegeben hast, soll meinen, dass sie vom Vater getrennt sind; denn Mein ist Sein: noch soll jemand, weil Ich sagte: Sie sind Dein, meinen, dass sie von Mir getrennt sind; denn was Sein ist, ist Mein.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvi. 6) Daraus ist hinreichend ersichtlich, dass alles, was der Vater hat, der eingeborene Sohn hat; Er hat es, insofern Er Gott ist, vom Vater geboren und dem Vater gleich; nicht in dem Sinne, in dem zum älteren Sohn gesagt wird: Alles, was Ich habe, ist dein. (Lk 15:31) Denn dort bedeutet alles alle Geschöpfe unterhalb der heiligen vernünftigen Kreatur, hier aber bedeutet es die vernünftige Kreatur selbst, die allein Gott unterworfen ist. Da diese dem Vater gehört, könnte sie nicht zugleich dem Sohn gehören, wenn der Sohn nicht dem Vater gleich wäre. Denn es ist unmöglich, dass die Heiligen, von denen dies gesagt wird, Eigentum eines anderen wären als dessen, der sie erschaffen und geheiligt hat. Wenn Er oben in Bezug auf den Heiligen Geist sagt: Alles, was der Vater hat, ist Mein, (c. 16:15) meint Er alles, was zur Gottheit des Vaters gehört; denn Er fügt hinzu: Er (der Heilige Geist) wird von dem Meinen empfangen; und der Heilige Geist würde nicht von einem Geschöpf empfangen, das dem Vater und dem Sohn unterworfen wäre.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Dann gibt Er den Beweis dafür: Ich bin in ihnen verherrlicht. Wenn sie Mich verherrlichen, indem sie an Mich und an Dich glauben, so ist es gewiss, dass Ich Macht über sie habe; denn niemand wird von denen verherrlicht, über die er keine Macht hat.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvii. 3) Er spricht davon als von etwas bereits Geschehenem, was bedeutet, dass es vorherbestimmt und sicher eintreten würde. Aber ist dies die Verherrlichung, von der Er oben spricht: Und nun, Vater, verherrliche Du Mich bei Dir selbst? Wenn also bei Dir selbst, was bedeutet hier: in ihnen? Vielleicht, dass eben dies, nämlich Seine Herrlichkeit beim Vater, ihnen kundgetan wurde und durch sie allen, die glauben.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Und nun bin Ich nicht mehr in der Welt: das heißt, obwohl Ich nicht mehr im Fleische erscheine, werde Ich von denen verherrlicht, die für Mich sterben wie für den Vater und Mich als den Vater verkünden.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvii. 4) Zur Zeit, als Er dies sprach, waren beide noch in der Welt. Doch dürfen wir „Ich bin nicht mehr in der Welt“ nicht metaphorisch auf das Herz und das Leben beziehen; denn hätte es je eine Zeit geben können, in der Er die Dinge der Welt liebte? Es bleibt also, dass Er meint, Er sei nicht in der Welt, wie Er es zuvor war; das heißt, dass Er bald fortgehen würde. Sagen wir nicht jeden Tag, wenn jemand uns verlassen will oder im Begriff ist zu sterben, ein solcher sei gegangen? Dass dies der Sinn ist, zeigt das Folgende; denn Er fügt hinzu: Und nun komme Ich zu Dir. Und dann empfiehlt Er dem Vater die, die Er verlassen wollte: Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, die Du Mir gegeben hast. Als Mensch bittet Er Gott für Seine Jünger, die Er von Gott empfangen hat. Doch beachte, was folgt: Dass sie eins seien, wie Wir eins sind: Er sagt nicht: Dass sie eins seien mit Uns, wie Wir eins sind; sondern: dass sie eins seien: dass sie eins seien in ihrer Natur, wie Wir eins sind in der Unseren. Denn da Er Gott und Mensch in einer Person war, betete Er als Mensch, und als Gott war Er eins mit Dem, zu Dem Er betete.

Catena Aurea · Joh 17
(iv. de Trin. c. ix) Er sagt nicht: Dass Ich und sie eins seien, obwohl Er es in dem Sinne hätte sagen können, dass Er das Haupt der Kirche und die Kirche Sein Leib ist; nicht eine Sache, sondern eine Person: das Haupt und der Leib sind ein Christus. Doch Er zeigt etwas anderes, nämlich dass Seine Gottheit mit dem Vater wesensgleich ist, und bittet, dass Sein Volk in gleicher Weise eins sei; aber eins in Christus, nicht nur durch dieselbe Natur, in der der sterbliche Mensch den Engeln gleich gemacht wird, sondern auch durch denselben Willen, der ganz und gar in demselben Sinn übereinstimmt und durch das Feuer der Liebe in einen Geist verschmilzt. Das ist die Bedeutung von: Dass sie eins seien, wie Wir eins sind: nämlich dass, wie der Vater und der Sohn eins sind nicht nur durch Gleichheit der Substanz, sondern auch im Willen, so auch sie, zwischen denen und Gott der Sohn Mittler ist, eins seien nicht nur durch die Einheit der Natur, sondern durch die Einheit der Liebe.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Wiederum spricht Er als Mensch: Solange Ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte Ich sie in Deinem Namen; das heißt, durch Deine Hilfe. Er spricht in Herablassung zu den Gedanken Seiner Jünger, die glaubten, in Seiner Gegenwart sicherer zu sein.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvii. 6) Der Sohn bewahrte als Mensch Seine Jünger im Namen des Vaters, da Er in menschlicher Gestalt unter ihnen weilte; der Vater wiederum bewahrte sie im Namen des Sohnes, indem Er die erhörte, die im Namen des Sohnes baten. Doch dürfen wir dies nicht fleischlich verstehen, als ob der Vater und der Sohn uns abwechselnd bewahrten; denn der Vater, der Sohn und der Heilige Geist behüten uns zugleich. Aber die Schrift erhebt uns nicht, es sei denn, sie neigt sich zu uns herab. So lasst uns verstehen, dass unser Herr, wenn Er dies sagt, die Personen unterscheidet, nicht die Natur teilt, sodass, als der Sohn Seine Jünger durch Seine leibliche Gegenwart bewahrte, der Vater darauf wartete, nach Seinem Weggang an Seine Stelle zu treten; doch beide bewahrten sie durch geistliche Kraft, und als der Sohn Seine leibliche Gegenwart zurückzog, hielt Er dennoch mit dem Vater die geistliche Bewahrung aufrecht. Denn als der Sohn als Mensch sie in Seine Obhut nahm, entzog Er sie nicht der Obhut des Vaters, und als der Vater sie in die Obhut des Sohnes gab, geschah dies an den Sohn als Menschen, der zugleich Gott war. Die Du Mir gegeben hast, habe Ich bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens; das heißt, dem Verräter Christi, der zum Verderben vorherbestimmt war; damit die Schrift erfüllt würde, besonders die Prophezeiung in Psalm 108.

Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxi) Er war zwar der einzige, der damals verloren ging, aber es gab viele danach. Keiner von ihnen ist verloren, das heißt, soweit es Mich betrifft; wie Er oben deutlicher sagt: Ich werde ihn keinesfalls hinauswerfen. Doch wenn sie sich selbst hinauswerfen, werde Ich sie nicht mit Gewalt zu Mir ziehen. Es folgt: Und nun komme Ich zu Dir. Aber jemand könnte fragen: Kannst Du sie nicht bewahren? Ich kann. Warum sagst Du dann dies? Damit sie Meine Freude in sich erfüllt haben, das heißt, damit sie in ihrem noch unvollkommenen Zustand nicht erschrecken.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cvii) Oder so: Damit sie die oben erwähnte Freude hätten: Dass sie eins seien, wie Wir eins sind. Diese Seine Freude, das heißt die von Ihm verliehene, sagt Er, soll in ihnen erfüllt werden; deshalb sprach Er so in der Welt. Diese Freude ist der Friede und das Glück des zukünftigen Lebens. Er sagt, Er habe in der Welt gesprochen, obwohl Er gerade eben gesagt hatte: Ich bin nicht mehr in der Welt. Denn insofern Er noch nicht fortgegangen war, war Er noch hier; und insofern Er im Begriff war fortzugehen, war Er in gewissem Sinne nicht hier.
14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, dass du sie von der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. 16 Sie sind nicht von der Welt, so wie ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. 19 Für sie heilige ich mich, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
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Catena Aurea · Joh 17
(Hom. lxxxii) Wiederum gibt unser Herr einen Grund an, warum die Jünger würdig sind, solche Gunst vom Vater zu erlangen: Ich habe ihnen Dein Wort gegeben; und die Welt hat sie gehasst; das heißt, sie werden um Deinetwillen und wegen Deines Wortes gehasst.

Catena Aurea · Joh 17
(Tr. cviii) Sie hatten diese Leiden, die sie später erlitten, noch nicht erfahren; aber nach Seiner Gewohnheit setzt Er die Zukunft in die Vergangenheit. Dann gibt Er den Grund an, warum die Welt sie hasste; nämlich weil sie nicht von der Welt sind. Dies wurde ihnen durch die Wiedergeburt verliehen; denn von Natur aus waren sie von der Welt. Es wurde ihnen gegeben, dass sie nicht von der Welt sein sollten, so wie Er nicht von der Welt war; wie es folgt: So wie Ich nicht von der Welt bin. Er war niemals von der Welt; denn sogar Seine Geburt in der Knechtsgestalt empfing Er vom Heiligen Geist, aus dem sie wiedergeboren wurden. Doch obwohl sie nicht mehr von der Welt waren, war es dennoch notwendig, dass sie in der Welt blieben: Ich bitte nicht, dass Du sie aus der Welt nimmst.
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Als wollte Er sagen: Die Zeit ist nun nahe, da Ich aus der Welt genommen werde; und deshalb ist es notwendig, dass sie noch in der Welt bleiben, um Mich und Dich der Welt zu verkünden. Sondern dass Du sie vor dem Bösen bewahrst; vor jedem Bösen, besonders aber vor dem Bösen der Spaltung.

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(Tr. cviii) Er wiederholt dasselbe noch einmal: Sie sind nicht von der Welt, so wie Ich nicht von der Welt bin.

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(Hom. lxxxii. 1) Oben, als Er sagte: Die Du Mir aus der Welt gegeben hast, meinte Er ihre Natur; hier meint Er ihre Taten. Sie sind nicht von der Welt; weil sie nichts mit der Erde gemein haben, sind sie zu Bürgern des Himmels gemacht. Darin zeigt Er Seine Liebe zu ihnen, indem Er sie so vor dem Vater lobt. Das Wort „wie“, wenn es auf Ihn und den Vater bezogen wird, drückt Ähnlichkeit der Natur aus; aber zwischen uns und Christus besteht ein unermesslicher Abstand. Bewahre sie vor dem Bösen, das heißt nicht nur vor Gefahren, sondern vor dem Abfall vom Glauben.

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(Tr. cviii) Heilige sie in Deiner Wahrheit: denn so sollten sie vor dem Bösen bewahrt werden. Aber es könnte gefragt werden, wie es kam, dass sie nicht von der Welt waren, als sie noch nicht in der Wahrheit geheiligt waren? Weil die Geheiligten noch in Heiligkeit wachsen müssen, und dies mit Hilfe der Gnade Gottes. Die Erben des Neuen Testaments sind geheiligt in jener Wahrheit, deren Schatten die Heiligung des Alten Testaments war; sie sind geheiligt in Christus, der oben sagte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (c. 14:6) Es folgt: Dein Wort ist Wahrheit. Das Griechische ist λόγος, das heißt Wort. Der Vater also heiligte sie in der Wahrheit, das heißt in Seinem eingeborenen Wort, sie, das heißt die Erben Gottes und Miterben Christi.

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(Hom. lxxxii) Oder so: Heilige sie in Deiner Wahrheit; das heißt: Mache sie heilig durch die Gabe des Heiligen Geistes und durch gesunde Lehren; denn gesunde Lehren geben die Erkenntnis Gottes und heiligen die Seele. Und da Er von Lehren spricht, fügt Er hinzu: Dein Wort ist Wahrheit, das heißt, es ist keine Lüge darin, noch etwas Typisches oder Leibliches. Wiederum kann „Heilige sie in Deiner Wahrheit“ bedeuten: Sondere sie aus für den Dienst des Wortes und die Verkündigung.
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Wie Du Mich in die Welt gesandt hast, so habe auch Ich sie in die Welt gesandt. Denn zu welchem Zweck Christus in die Welt gesandt wurde, zu demselben Zweck wurden auch sie gesandt; wie Paulus sagt: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit Sich selbst; und hat uns das Wort der Versöhnung gegeben. (2 Kor. 5:19) „Wie“ drückt nicht vollkommene Gleichheit zwischen unserem Herrn und Seinen Aposteln aus, sondern nur so viel, wie unter Menschen möglich war. „Habe sie gesandt“, sagt Er, nach Seiner Gewohnheit, die Vergangenheit für die Zukunft zu setzen.

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(Tr. cviii) Daraus ist ersichtlich, dass Er noch von den Aposteln spricht; denn das Wort Apostel bedeutet im Griechischen „Gesandter“. Da sie aber Seine Glieder sind, insofern Er das Haupt der Kirche ist, sagt Er: Und für sie heilige Ich Mich selbst; das heißt, Ich in Mir heilige sie, da sie Ich selbst sind. Und um klarer zu machen, dass dies Seine Meinung war, fügt Er hinzu: Damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien, das heißt in Mir; insofern das Wort die Wahrheit ist, in der der Menschensohn geheiligt wurde von der Zeit an, da das Wort Fleisch wurde. Denn damals heiligte Er Sich selbst in Sich selbst, das heißt Sich als Mensch in Sich als dem Wort: das Wort und der Mensch sind ein Christus. Von Seinen Gliedern aber sagt Er: Und für sie heilige Ich Mich selbst, das heißt sie in Mir, da in Mir sowohl sie als auch Ich sind. Damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien: auch sie, das heißt ebenso wie Ich selbst; und in der Wahrheit, das heißt in Mir selbst.

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(Hom. lxxxii) Oder so: Für sie heilige Ich Mich selbst, das heißt, Ich opfere Mich Dir als Opfer dar; denn alle Opfer und Dinge, die Gott dargebracht werden, werden heilig genannt. Und da diese Heiligung einst im Vorbild geschah (ein Schaf war das Opfer), jetzt aber in Wahrheit, fügt Er hinzu: Damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien; das heißt: Denn auch sie mache Ich Dir zum Opfer; sei es, dass Er meint, dass der, der dargebracht wurde, ihr Haupt war, oder dass auch sie dargebracht werden sollten: wie der Apostel sagt: Bringt eure Leiber dar als ein lebendiges, heiliges Opfer. (Röm. 12:1)
20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben (werden). 21 Alle sollen eins sein, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, damit auch sie in uns eins sind und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins sind, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir. So sollen sie zur vollendeten Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
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(Tr. cix) Nachdem unser Herr für Seine Jünger gebetet hatte, die Er auch Apostel nannte, fügte Er ein Gebet für alle anderen hinzu, die an Ihn glauben würden: Ich bete nicht nur für diese allein, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an Mich glauben werden.

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(Hom. lxxxii) Ein weiterer Grund des Trostes für sie, dass sie die Ursache der Errettung anderer sein sollten.

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(Tr. cix) Alle, d. h. nicht nur die, welche damals lebten, sondern auch die, welche geboren werden sollten; nicht nur die, welche die Apostel selbst hörten, sondern auch wir, die lange nach ihrem Tod geboren wurden. Wir alle haben an Christus durch ihr Wort geglaubt: denn sie hörten dieses Wort zuerst von Christus, und dann predigten sie es anderen, und so ist es überliefert worden und wird auf alle Nachwelt übergehen. Wir können sehen, dass in diesem Gebet einige Jünger sind, für die Er nicht betet; für die nämlich, die weder damals bei Ihm waren, noch später durch das Wort der Apostel an Ihn glauben sollten, sondern bereits glaubten. War Nathanael damals bei Ihm, oder Josef von Arimathäa, und viele andere, von denen Johannes sagt, dass sie an Ihn glaubten? Ich erwähne nicht den alten Simeon, oder Anna die Prophetin, Zacharias, Elisabeth, oder Johannes den Täufer; denn es könnte geantwortet werden, dass es nicht nötig war, für Tote zu beten, wie diese, die mit so reichen Verdiensten dahingingen. In Bezug auf die Ersteren müssen wir also verstehen, dass sie noch nicht so an Ihn glaubten, wie Er es wünschte, sondern dass sie nach Seiner Auferstehung, als die Apostel durch den Heiligen Geist gelehrt und gestärkt wurden, zu einem rechten Glauben gelangten. Der Fall des Paulus jedoch bleibt bestehen, ein Apostel nicht von Menschen, noch durch Menschen; (Gal. 1,1) und der des Räubers, der glaubte, als sogar die Lehrer des Glaubens selbst abfielen. Wir müssen also verstehen, dass ihr Wort das Wort des Glaubens selbst bedeutet, das sie der Welt predigten; es wird ihr Wort genannt, weil es zuerst und hauptsächlich von ihnen gepredigt wurde; denn es wurde von ihnen gepredigt, als Paulus es durch Offenbarung von Jesus Christus selbst empfing. Und in diesem Sinne glaubte auch der Räuber ihrem Wort. Daher betet der Erlöser in diesem Gebet für alle, die Er erlöst hat, sowohl gegenwärtige als zukünftige. Und dann folgt die Sache selbst, für die Er betet: Dass sie alle eins seien. Er bittet das für alle, was Er oben für die Jünger erbat; dass alle, sowohl wir als auch sie, eins seien.

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(Hom. lxxxii) Und mit diesem Gebet um Einmütigkeit beschließt Er Sein Gebet; und dann beginnt Er eine Rede über dasselbe Thema: Ein neues Gebot gebe Ich euch, dass ihr einander liebet.

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(vii de Trin) Und diese Einheit wird durch das große Beispiel der Einheit empfohlen: Wie Du, Vater, in Mir bist und Ich in Dir, dass auch sie eins in Uns seien, d. h. dass, wie der Vater im Sohn ist und der Sohn im Vater, so nach dem Gleichnis dieser Einheit alle eins seien im Vater und im Sohn.

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(Hom. lxxxii) Dies drückt wiederum nicht vollkommene Gleichheit aus, sondern nur Ähnlichkeit, soweit sie in Menschen möglich war; wie wenn Er sagt: Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist. (Lk 6,36)

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(Tr. cx) Wir müssen hier besonders beachten, dass unser Herr nicht sagte: dass wir alle eins seien, sondern dass sie alle eins seien, wie Du, Vater, in Mir und Ich in Dir eins bist, verstanden. Denn der Vater ist so im Sohn, dass Sie eins sind, weil Sie von einer Substanz sind; wir aber können eins in Ihnen sein, aber nicht mit Ihnen; weil wir und Sie nicht von einer Substanz sind. Sie sind in uns und wir in Ihnen, so dass Sie eins sind in Ihrer Natur, wir eins in unserer. Sie sind in uns, wie Gott im Tempel ist; wir in Ihnen, wie die Kreatur in ihrem Schöpfer. Daher fügt Er hinzu: in Uns, um zu zeigen, dass unser Einswerden durch die Liebe der Gnade Gottes zuzuschreiben ist, nicht uns selbst.

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(iv. de. Trin. c. ix) Oder dass wir in uns selbst nicht eins sein können, getrennt voneinander durch verschiedene Vergnügungen und Begierden und die Befleckung der Sünde, von der wir durch einen Mittler gereinigt werden müssen, um eins in Ihm zu sein.

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(viii. de Trin) Häretiker, die versuchen, die Worte „Ich und der Vater sind eins“ als Beweis für die Einheit der Natur zu umgehen und sie auf eine bloße Einheit der natürlichen Liebe und Übereinstimmung des Willens zu reduzieren, führen diese Worte unseres Herrn als Beispiel für diese Art von Einheit an: Dass sie alle eins seien, wie Du, Vater, in Mir und Ich in Dir. Aber obwohl die Gottlosigkeit ihren eigenen Verstand täuschen kann, kann sie nicht die Bedeutung der Worte selbst ändern. Denn die, welche aus einer Natur wiedergeboren sind, die Einheit im ewigen Leben verleiht, hören auf, nur im Willen eins zu sein, indem sie durch ihre Wiedergeburt dieselbe Natur erlangen; aber der Vater und der Sohn allein sind eigentlich eins, weil Gott, der Eingeborene Gottes, nur in jener Natur existieren kann, von der Er abstammt.

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(Tr. cx) Aber warum sagt Er: Dass die Welt glaube, dass Du Mich gesandt hast? Wird die Welt glauben, wenn wir alle eins sein werden im Vater und im Sohn? Ist diese Einheit nicht jener ewige Friede, der Lohn des Glaubens ist, rather than faith itself? Denn obwohl in diesem Leben alle, die wir denselben gemeinsamen Glauben halten, eins sind, ist doch auch diese Einheit kein Mittel zum Glauben, sondern dessen Folge. Was bedeutet also: Dass alle eins seien, damit die Welt glaube? Er betet für die Welt, wenn Er sagt: Ich bete nicht allein für diese, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an Mich glauben werden. Woraus hervorgeht, dass Er diese Einheit nicht zur Ursache des Glaubens der Welt macht, sondern bittet, dass die Welt glaube, wie Er bittet, dass sie alle eins seien. Die Bedeutung wird klarer, wenn wir immer das Wort „bitte“ einsetzen: Ich bitte, dass sie alle eins seien; ich bitte, dass sie eins in Uns seien; ich bitte, dass die Welt glaube, dass Du Mich gesandt hast.

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(viii. de Trin) Oder: Die Welt wird glauben, dass der Sohn vom Vater gesandt ist, aus dem Grunde, nämlich weil alle, die an Ihn glauben, eins sind im Vater und im Sohn.

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(Hom. lxxxii) Denn es gibt kein so großes Ärgernis wie die Spaltung, während die Einheit unter den Gläubigen ein großes Argument für den Glauben ist; wie Er am Anfang Seiner Rede sagte: Daran wird jedermann erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe zueinander habt. Denn wenn sie streiten, werden sie nicht als Jünger eines friedenstiftenden Meisters angesehen werden. Und Ich, sagt Er, da Ich kein Friedensstifter bin, werden sie Mich nicht als von Gott gesandt anerkennen.

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(Tr. cx) Dann zeigt unser Erlöser, der sich durch das Gebet zum Vater als Mensch erwies, nun, dass Er, da Er Gott mit dem Vater ist, tut, worum Er bittet: Und die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben. Welche Herrlichkeit, wenn nicht die Unsterblichkeit, die die menschliche Natur in Ihm empfangen sollte? Denn das, was durch unwandelbare Vorherbestimmung geschehen sollte, obwohl zukünftig, drückt Er durch die Vergangenheitsform aus. Jene Herrlichkeit der Unsterblichkeit, von der Er sagt, dass sie Ihm vom Vater gegeben wurde, müssen wir verstehen, dass Er sie auch selbst gab. Denn wenn der Sohn von Seiner eigenen Mitwirkung am Werk des Vaters schweigt, zeigt Er Seine Demut; wenn Er vom Zusammenwirken des Vaters in Seinem Werk schweigt, zeigt Er Seine Gleichheit. So trennt Er sich hier weder vom Werk des Vaters, wenn Er sagt: Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, noch den Vater von Seinem Werk, wenn Er sagt: Ich habe ihnen gegeben. Aber wie es Ihm gefiel, durch das Gebet zum Vater zu erlangen, dass alle eins seien, so gefällt es Ihm nun, dasselbe durch Seine eigene Gabe zu bewirken; denn Er fährt fort: Dass sie alle eins seien, wie Wir eins sind.

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(Hom. lxxxii. 2) Mit Herrlichkeit meint Er Wunder, Lehren und Einheit; welche letztere die größere Herrlichkeit ist. Denn alle, die durch die Apostel glaubten, sind eins. Wenn sich jemand trennte, so geschah das durch die Nachlässigkeit der Menschen selbst; nicht dass unser Herr nicht vorhersah, dass dies geschehen würde.

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(viii. de Trin) Durch dieses Geben und Empfangen von Ehre sind also alle eins. Aber ich begreife noch nicht, inwiefern dies alle eins macht. Unser Herr jedoch erklärt die Stufenfolge und Ordnung in der Vollendung dieser Einheit, wenn Er hinzufügt: Ich in ihnen und Du in Mir; so dass, insofern Er im Vater durch Seine göttliche Natur war, wir in Ihm durch Seine Menschwerdung, und Er wiederum in uns durch das Geheimnis des Sakraments, eine vollkommene Einheit durch einen Mittler hergestellt wurde.

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(Hom. lxxxii) An anderer Stelle sagt Er von Sich und dem Vater: Wir werden kommen und Wohnung bei ihm machen; durch die Erwähnung von zwei Personen stopft Er den Sabellianern den Mund. Hier, indem Er sagt, dass der Vater durch Ihn zu den Jüngern kommt, widerlegt Er die Auffassung der Arianer.

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(Tr. cx. 4) Dies ist jedoch nicht so gesagt, als ob der Vater nicht in uns wäre oder wir nicht im Vater. Er will nur sagen, dass Er der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Und was Er hinzufügt: Dass sie vollkommen seien in eins, zeigt, dass die durch diesen Mittler bewirkte Versöhnung sogar bis zum Genuss der ewigen Seligkeit fortgeführt wurde. Was also folgt: Dass die Welt erkenne, dass Du Mich gesandt hast, darf nicht dasselbe bedeuten wie die Worte kurz zuvor: Dass die Welt glaube. Denn solange wir glauben, was wir nicht sehen, sind wir noch nicht vollkommen, wie wir es sein werden, wenn wir verdient haben zu sehen, was wir glauben. Wenn Er also von ihrem Vollkommenwerden spricht, müssen wir eine Erkenntnis verstehen, die durch Anschauung geschieht, nicht eine, die durch Glauben ist. Diese, die glauben, sind die Welt, nicht ein bleibender Feind, sondern verwandelt von einem Feind zu einem Freund; wie folgt: Und hast sie geliebt, wie Du Mich geliebt hast. Der Vater liebt uns im Sohn, weil Er uns in Ihm erwählt hat. Diese Worte beweisen nicht, dass wir dem eingeborenen Sohn gleich sind; denn diese Ausdrucksweise, wie das eine so das andere, bedeutet nicht immer Gleichheit. Manchmal bedeutet sie nur: weil das eine, daher das andere. Und das ist hier die Bedeutung: Du hast sie geliebt, wie Du Mich geliebt hast, d. h. Du hast sie geliebt, weil Du Mich geliebt hast. Es gibt keinen Grund für Gott, Seine Glieder zu lieben, außer dass Er Ihn liebt. Aber da Er nichts hasst von dem, was Er gemacht hat, wer kann angemessen ausdrücken, wie sehr Er die Glieder Seines eingeborenen Sohnes liebt, und noch mehr den eingeborenen Sohn selbst.
24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir sind, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast. 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn weiterhin kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und auch ich in ihnen.
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(Hom. lxxxii. 2) Nachdem Er gesagt hat, dass viele durch sie an Ihn glauben werden und dass sie große Herrlichkeit erlangen werden, spricht Er dann von den Kronen, die für sie bereitliegen: Vater, Ich will, dass auch die, die Du Mir gegeben hast, bei Mir seien, wo Ich bin.

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(Tr. cxi. 1) Das sind die, die Er vom Vater empfangen hat, die Er auch aus der Welt erwählt hat; wie Er am Anfang dieses Gebets sagt: Du hast Ihm Macht über alles Fleisch gegeben, d. h. über die ganze Menschheit, damit Er allen, die Du Ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe. Worin Er zeigt, dass Er Macht über alle Menschen empfangen hat, um zu erretten, wen Er will, und zu verdammen, wen Er will. Daher verheißt Er allen Seinen Gliedern diesen Lohn, dass sie dort seien, wo Er ist. Und das kann nicht ausbleiben, was der allmächtige Sohn sagt, dass Er dem allmächtigen Vater wünscht: denn der Vater und der Sohn haben einen Willen, den, wenn Schwachheit uns hindert, ihn zu begreifen, die Frömmigkeit glauben muss. Wo Ich bin: soweit es die Kreatur betrifft, wurde Er aus dem Samen Davids nach dem Fleisch gemacht: Er könnte sagen: Wo Ich bin, was bedeutet, wo Er bald sein würde, d. h. im Himmel. Im Himmel also, verheißt Er uns, werden wir sein. Denn dorthin wurde die Gestalt eines Knechtes erhoben, die Er von der Jungfrau angenommen hatte, und dort zur Rechten Gottes gesetzt.

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(Moral.) Was bedeutet dann, was die Wahrheit oben sagt: Niemand ist in den Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn, der im Himmel ist. (Joh 3,13) Doch hier ist kein Widerspruch, denn unser Herr, das Haupt Seiner Glieder, die Verworfenen ausgenommen, ist allein mit uns. Und daher, da wir eins mit Ihm sind, kehrt Er, von wo Er allein in Sich selbst kam, dorthin allein in uns zurück.

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(Tr. cxi) Aber was die Gestalt Gottes betrifft, in der Er dem Vater gleich ist, wenn wir diese Worte verstehen: dass sie bei Mir seien, wo Ich bin, mit Bezug darauf, dann fort mit allen körperlichen Vorstellungen, und frage nicht, wo der Sohn, der dem Vater gleich ist, ist: denn niemand hat entdeckt, wo Er nicht ist. Daher genügte es Ihm nicht zu sagen: Ich will, dass sie seien, wo Ich bin, sondern Er fügt hinzu: bei Mir. Denn bei Ihm zu sein ist das große Gut: sogar die Elenden können sein, wo Er ist, aber nur die Glücklichen können bei Ihm sein. Und wie bei den sichtbaren Dingen, obwohl sehr verschieden, welches Beispiel wir auch nehmen, ein Blinder als eines dienen kann, da ein Blinder, obwohl er dort ist, wo das Licht ist, doch nicht selbst beim Licht ist, sondern in dessen Gegenwart von ihm abwesend ist, so sind nicht nur die Ungläubigen, sondern auch die Gläubigen, obwohl sie nicht dort sein können, wo Christus nicht ist, doch nicht selbst durch Anschauung bei Christus: durch den Glauben können wir nicht zweifeln, dass ein Gläubiger bei Christus ist. Aber hier spricht Er von jener Anschauung, in der wir Ihn sehen werden, wie Er ist; wie Er hinzufügt: Dass sie Meine Herrlichkeit schauen, die Du Mir gegeben hast. Dass sie schauen, sagt Er, nicht, dass sie glauben. Es ist der Lohn des Glaubens, von dem Er spricht, nicht der Glaube selbst.

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(Hom. lxxxii) Er sagt nicht, dass sie an Meiner Herrlichkeit teilhaben sollen, sondern dass sie schauen sollen, womit Er andeutet, dass die dortige Ruhe darin besteht, den Sohn Gottes zu sehen. Der Vater gab Ihm Herrlichkeit, als Er Ihn zeugte.

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(Tr. cxi. 3) Wenn wir also die Herrlichkeit geschaut haben werden, die der Vater dem Sohn gegeben hat, obwohl wir unter dieser Herrlichkeit hier nicht jene verstehen, die Er dem gleichen Sohn bei Seiner Zeugung gab, sondern jene, die Er dem Menschensohn nach Seiner Kreuzigung gab; dann wird das Gericht sein, dann wird der Gottlose weggenommen werden, damit er die Herrlichkeit des Herrn nicht sehe: welche Herrlichkeit, wenn nicht jene, durch die Er Gott ist? Wenn wir also annehmen, dass ihre Worte „dass sie bei Mir seien, wo Ich bin“ von Ihm als dem Sohn Gottes gesprochen wurden, dann müssen sie einen höheren Sinn haben, nämlich dass wir mit Christus im Vater sein werden. Wie Er sogleich hinzufügt: „dass sie Meine Herrlichkeit schauen, die Du Mir gegeben hast“; und dann: „die Du Mir gegeben hast vor Grundlegung der Welt“. Denn in Ihm liebte Er uns vor Grundlegung der Welt und bestimmte dann vorher, was Er am Ende der Welt tun sollte.
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Was Er also Herrlichkeit nennt, ist die Liebe, mit der Er mit dem Vater vor Grundlegung der Welt geliebt wurde. Und in dieser Herrlichkeit liebte Er auch uns vor Grundlegung der Welt.
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Nachdem Er also für die Gläubigen gebetet und ihnen so viele gute Dinge verheißen hatte, folgt ein weiteres Gebet, das Seiner Barmherzigkeit und Güte würdig ist: „Gerechter Vater, die Welt hat Dich nicht erkannt“; als wollte Er sagen: Ich wünschte, dass alle Menschen diese guten Dinge erlangten, um die Ich für die Gläubigen gebeten habe. Da sie Dich aber nicht erkannt haben, werden sie die Herrlichkeit und die Krone nicht erlangen.

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(Hom. lxxxii) Er sagt dies, als wäre Er beim Gedanken daran betrübt, dass sie einen so gerechten und guten Gott nicht erkennen wollen. Und während die Juden gesagt hatten, sie kannten Gott, und Er kenne Ihn nicht: Er sagt im Gegenteil: „Aber Ich habe Dich erkannt, und diese haben erkannt, dass Du Mich gesandt hast, und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun“, indem Er ihnen durch den Heiligen Geist vollkommene Erkenntnis gibt. Wenn sie gelernt haben, wer Du bist, werden sie erkennen, dass Ich nicht von Dir getrennt bin, sondern Dein eigener, vielgeliebter Sohn, mit Dir verbunden. Dies habe Ich ihnen gesagt, damit Ich sie aufnehme, und damit die, die dies recht glauben, ihren Glauben und ihre Liebe zu Mir unversehrt bewahren; und Ich werde in ihnen bleiben: „damit die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen sei und Ich in ihnen.“

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(Tr. cxi. 5) Oder so: Was heißt Ihn erkennen, wenn nicht ewiges Leben, das Er nicht einer verdammten, sondern einer versöhnten Welt gab? Aus diesem Grund hat die Welt Dich nicht erkannt; weil Du gerecht bist und sie mit dieser Unkenntnis Deiner als Lohn für ihre Missetaten bestraft hast. Und aus diesem Grund kennt die versöhnte Welt Dich, weil Du barmherzig bist und diese Erkenntnis gewährt hast, nicht aufgrund ihrer Verdienste, sondern aus Deiner Gnade. Es folgt: „Aber Ich habe Dich erkannt.“ Er ist Gott, die Quelle der Gnade von Natur aus, Mensch durch den Heiligen Geist und die Jungfrau aus unaussprechlicher Gnade. Dann, weil die Gnade Gottes durch Jesus Christus ist, sagt Er: „Und sie haben erkannt, dass Du Mich gesandt hast.“ Und Ich habe ihnen Deinen Namen durch den Glauben kundgetan und werde ihn durch die Anschauung kundtun: „damit die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen sei.“ (2 Tim. 4,7) Der Apostel verwendet eine ähnliche Wendung: „Ich habe den guten Kampf gekämpft“, wobei „guten Kampf“ die gebräuchlichere Form ist. Die Liebe, mit der der Vater den Sohn in uns liebt, kann nur in uns sein, weil wir Seine Glieder sind, und wir werden in Ihm geliebt, wenn Er ganz geliebt wird, d. h. sowohl Haupt als auch Leib. Und deshalb fügt Er hinzu: „Und Ich in ihnen“; Er ist in uns wie in Seinem Tempel, wir in Ihm wie in unserem Haupt.