
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie und mir hast du sie gegeben; und sie haben an deinem Wort festgehalten. 7 Jetzt wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin. Sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
(Tr. cvi. c. 6) d. h. sie haben sie verstanden und behalten. Denn dann wird ein Wort angenommen, wenn der Geist es erfasst; wie folgt: Und sie haben sicher erkannt, dass Ich von Dir ausgegangen bin. Und damit niemand meine, dass jenes Wissen eines des Sehens, nicht des Glaubens sei, fügt Er hinzu: Und sie haben geglaubt (sicher, ist zu verstehen), dass Du Mich gesandt hast. Was sie sicher glaubten, war das, was sie sicher wussten; denn: Ich bin von Dir ausgegangen, ist dasselbe wie: Du hast Mich gesandt. Sie glaubten sicher, d. h. nicht wie Er oben sagte, dass sie glaubten, sondern sicher, d. h. wie sie im Begriff waren, fest, beständig, unerschütterlich zu glauben: nie mehr zu ihrem Eigenen zerstreut zu werden und Christus zu verlassen. Die Jünger waren noch nicht so, wie Er sie in der Vergangenheitsform beschreibt, das heißt, wie sie sein sollten, wenn sie den Heiligen Geist empfangen hätten. Die Frage, wie der Vater dem Sohn jene Worte gab, ist leichter zu lösen, wenn wir annehmen, dass Er sie als Menschensohn vom Vater empfangen hat. Wenn wir es aber als der vom Vater Gezeugte verstehen, soll keine Zeit vorausgesetzt werden, bevor Er sie hatte, als hätte Er einmal ohne sie existiert; denn was Gott der Vater Gott dem Sohn gab, gab Er im Zeugen.