
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir sind, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast. 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn weiterhin kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und auch ich in ihnen.
(Tr. cxi. 1) Das sind die, die Er vom Vater empfangen hat, die Er auch aus der Welt erwählt hat; wie Er am Anfang dieses Gebets sagt: Du hast Ihm Macht über alles Fleisch gegeben, d. h. über die ganze Menschheit, damit Er allen, die Du Ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe. Worin Er zeigt, dass Er Macht über alle Menschen empfangen hat, um zu erretten, wen Er will, und zu verdammen, wen Er will. Daher verheißt Er allen Seinen Gliedern diesen Lohn, dass sie dort seien, wo Er ist. Und das kann nicht ausbleiben, was der allmächtige Sohn sagt, dass Er dem allmächtigen Vater wünscht: denn der Vater und der Sohn haben einen Willen, den, wenn Schwachheit uns hindert, ihn zu begreifen, die Frömmigkeit glauben muss. Wo Ich bin: soweit es die Kreatur betrifft, wurde Er aus dem Samen Davids nach dem Fleisch gemacht: Er könnte sagen: Wo Ich bin, was bedeutet, wo Er bald sein würde, d. h. im Himmel. Im Himmel also, verheißt Er uns, werden wir sein. Denn dorthin wurde die Gestalt eines Knechtes erhoben, die Er von der Jungfrau angenommen hatte, und dort zur Rechten Gottes gesetzt.