
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben (werden). 21 Alle sollen eins sein, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, damit auch sie in uns eins sind und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins sind, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir. So sollen sie zur vollendeten Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
(Tr. cx) Dann zeigt unser Erlöser, der sich durch das Gebet zum Vater als Mensch erwies, nun, dass Er, da Er Gott mit dem Vater ist, tut, worum Er bittet: Und die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben. Welche Herrlichkeit, wenn nicht die Unsterblichkeit, die die menschliche Natur in Ihm empfangen sollte? Denn das, was durch unwandelbare Vorherbestimmung geschehen sollte, obwohl zukünftig, drückt Er durch die Vergangenheitsform aus. Jene Herrlichkeit der Unsterblichkeit, von der Er sagt, dass sie Ihm vom Vater gegeben wurde, müssen wir verstehen, dass Er sie auch selbst gab. Denn wenn der Sohn von Seiner eigenen Mitwirkung am Werk des Vaters schweigt, zeigt Er Seine Demut; wenn Er vom Zusammenwirken des Vaters in Seinem Werk schweigt, zeigt Er Seine Gleichheit. So trennt Er sich hier weder vom Werk des Vaters, wenn Er sagt: Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, noch den Vater von Seinem Werk, wenn Er sagt: Ich habe ihnen gegeben. Aber wie es Ihm gefiel, durch das Gebet zum Vater zu erlangen, dass alle eins seien, so gefällt es Ihm nun, dasselbe durch Seine eigene Gabe zu bewirken; denn Er fährt fort: Dass sie alle eins seien, wie Wir eins sind.