
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
1 Als Jesus das gesagt hatte, erhob er seine Augen zum Himmel und betete: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2 Denn du hast ihm Macht über alles Fleisch gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den wahren Gott, erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht, ich habe das Werk vollendet, das zu vollbringen du mir aufgetragen hast. 5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
(iii. de. Trin) Aber vielleicht beweist dies Schwäche im Sohn; Sein Warten, von einem Höheren als Er selbst verherrlicht zu werden. Und wer bekennt nicht, daß der Vater höher ist, da Er selbst sagt: Der Vater ist größer als Ich? Aber hüte dich, daß die Ehre des Vaters die Herrlichkeit des Sohnes beeinträchtigt. Es folgt: Damit auch Dein Sohn Dich verherrliche. So ist der Sohn nicht schwach, da Er seinerseits Herrlichkeit für die Herrlichkeit zurückgibt, die Er empfängt. Diese Bitte um zu gebende und zu vergeltende Herrlichkeit zeigt dieselbe Gottheit in beiden.