
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir sind, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast. 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn weiterhin kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und auch ich in ihnen.
(Tr. cxi) Aber was die Gestalt Gottes betrifft, in der Er dem Vater gleich ist, wenn wir diese Worte verstehen: dass sie bei Mir seien, wo Ich bin, mit Bezug darauf, dann fort mit allen körperlichen Vorstellungen, und frage nicht, wo der Sohn, der dem Vater gleich ist, ist: denn niemand hat entdeckt, wo Er nicht ist. Daher genügte es Ihm nicht zu sagen: Ich will, dass sie seien, wo Ich bin, sondern Er fügt hinzu: bei Mir. Denn bei Ihm zu sein ist das große Gut: sogar die Elenden können sein, wo Er ist, aber nur die Glücklichen können bei Ihm sein. Und wie bei den sichtbaren Dingen, obwohl sehr verschieden, welches Beispiel wir auch nehmen, ein Blinder als eines dienen kann, da ein Blinder, obwohl er dort ist, wo das Licht ist, doch nicht selbst beim Licht ist, sondern in dessen Gegenwart von ihm abwesend ist, so sind nicht nur die Ungläubigen, sondern auch die Gläubigen, obwohl sie nicht dort sein können, wo Christus nicht ist, doch nicht selbst durch Anschauung bei Christus: durch den Glauben können wir nicht zweifeln, dass ein Gläubiger bei Christus ist. Aber hier spricht Er von jener Anschauung, in der wir Ihn sehen werden, wie Er ist; wie Er hinzufügt: Dass sie Meine Herrlichkeit schauen, die Du Mir gegeben hast. Dass sie schauen, sagt Er, nicht, dass sie glauben. Es ist der Lohn des Glaubens, von dem Er spricht, nicht der Glaube selbst.