
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
1 Als Jesus das gesagt hatte, erhob er seine Augen zum Himmel und betete: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2 Denn du hast ihm Macht über alles Fleisch gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den wahren Gott, erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht, ich habe das Werk vollendet, das zu vollbringen du mir aufgetragen hast. 5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
(ix. de Trin. 31) Wenn Christus Gott ist, nicht gezeugt, sondern ungezeugt, dann mag dieses Empfangen als Schwäche angesehen werden. Aber nicht, wenn Sein Empfangen von Macht Seine Zeugung bedeutet, in der Er empfing, was Er ist. Diese Gabe kann nicht als Schwäche angerechnet werden. Denn der Vater ist so, daß Er gibt; der Sohn bleibt Gott, insofern Er die Macht empfangen hat, das ewige Leben zu geben.