
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast. Denn dein Eigentum sind sie und 10 alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt; aber sie sind in der Welt und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast, und habe sie behütet. Keiner von ihnen ist verloren gegangen, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. 13 Jetzt aber komme ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
(Tr. cvi. 6) Daraus ist hinreichend ersichtlich, dass alles, was der Vater hat, der eingeborene Sohn hat; Er hat es, insofern Er Gott ist, vom Vater geboren und dem Vater gleich; nicht in dem Sinne, in dem zum älteren Sohn gesagt wird: Alles, was Ich habe, ist dein. (Lk 15:31) Denn dort bedeutet alles alle Geschöpfe unterhalb der heiligen vernünftigen Kreatur, hier aber bedeutet es die vernünftige Kreatur selbst, die allein Gott unterworfen ist. Da diese dem Vater gehört, könnte sie nicht zugleich dem Sohn gehören, wenn der Sohn nicht dem Vater gleich wäre. Denn es ist unmöglich, dass die Heiligen, von denen dies gesagt wird, Eigentum eines anderen wären als dessen, der sie erschaffen und geheiligt hat. Wenn Er oben in Bezug auf den Heiligen Geist sagt: Alles, was der Vater hat, ist Mein, (c. 16:15) meint Er alles, was zur Gottheit des Vaters gehört; denn Er fügt hinzu: Er (der Heilige Geist) wird von dem Meinen empfangen; und der Heilige Geist würde nicht von einem Geschöpf empfangen, das dem Vater und dem Sohn unterworfen wäre.