
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast. Denn dein Eigentum sind sie und 10 alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt; aber sie sind in der Welt und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast, und habe sie behütet. Keiner von ihnen ist verloren gegangen, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. 13 Jetzt aber komme ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
(iv. de Trin. c. ix) Er sagt nicht: Dass Ich und sie eins seien, obwohl Er es in dem Sinne hätte sagen können, dass Er das Haupt der Kirche und die Kirche Sein Leib ist; nicht eine Sache, sondern eine Person: das Haupt und der Leib sind ein Christus. Doch Er zeigt etwas anderes, nämlich dass Seine Gottheit mit dem Vater wesensgleich ist, und bittet, dass Sein Volk in gleicher Weise eins sei; aber eins in Christus, nicht nur durch dieselbe Natur, in der der sterbliche Mensch den Engeln gleich gemacht wird, sondern auch durch denselben Willen, der ganz und gar in demselben Sinn übereinstimmt und durch das Feuer der Liebe in einen Geist verschmilzt. Das ist die Bedeutung von: Dass sie eins seien, wie Wir eins sind: nämlich dass, wie der Vater und der Sohn eins sind nicht nur durch Gleichheit der Substanz, sondern auch im Willen, so auch sie, zwischen denen und Gott der Sohn Mittler ist, eins seien nicht nur durch die Einheit der Natur, sondern durch die Einheit der Liebe.