
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 17
9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast. Denn dein Eigentum sind sie und 10 alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt; aber sie sind in der Welt und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast, und habe sie behütet. Keiner von ihnen ist verloren gegangen, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. 13 Jetzt aber komme ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
(Tr. cvii. 6) Der Sohn bewahrte als Mensch Seine Jünger im Namen des Vaters, da Er in menschlicher Gestalt unter ihnen weilte; der Vater wiederum bewahrte sie im Namen des Sohnes, indem Er die erhörte, die im Namen des Sohnes baten. Doch dürfen wir dies nicht fleischlich verstehen, als ob der Vater und der Sohn uns abwechselnd bewahrten; denn der Vater, der Sohn und der Heilige Geist behüten uns zugleich. Aber die Schrift erhebt uns nicht, es sei denn, sie neigt sich zu uns herab. So lasst uns verstehen, dass unser Herr, wenn Er dies sagt, die Personen unterscheidet, nicht die Natur teilt, sodass, als der Sohn Seine Jünger durch Seine leibliche Gegenwart bewahrte, der Vater darauf wartete, nach Seinem Weggang an Seine Stelle zu treten; doch beide bewahrten sie durch geistliche Kraft, und als der Sohn Seine leibliche Gegenwart zurückzog, hielt Er dennoch mit dem Vater die geistliche Bewahrung aufrecht. Denn als der Sohn als Mensch sie in Seine Obhut nahm, entzog Er sie nicht der Obhut des Vaters, und als der Vater sie in die Obhut des Sohnes gab, geschah dies an den Sohn als Menschen, der zugleich Gott war. Die Du Mir gegeben hast, habe Ich bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens; das heißt, dem Verräter Christi, der zum Verderben vorherbestimmt war; damit die Schrift erfüllt würde, besonders die Prophezeiung in Psalm 108.