Jeder Freund sagt: Ich bin dir gut.Aber mancher ist nur dem Namen nach Freund.
Ist es nicht ein Kummer, der dem Tod gleichkommt,wenn ein Kamerad oder ein Freund zum Feind wird?
Böse Menschennatur, wozu bist du erschaffen?Um die ganze Erde mit Falschheit zu erfüllen?
Ein schlechter Freund nützt den Freund aus im Glück,zur Zeit der Not aber tritt er als Gegner gegen ihn auf.
Ein schlechter Freund zeigt Mitleid mit dem Freund aus Eigennutz,zur Zeit des Kampfes aber ergreift er den Schild.
Vergiss den treuen Freund nicht im Kampf,und vergiss ihn nicht inmitten deines Reichtums.
Jeder Ratgeber erteilt Rat,aber es gibt auch Ratgeber, die an den eigenen Vorteil denken.
Sei also vor dem Ratgeber auf der Hut,erkenne zuvor, was er nötig hat --denn auch er denkt an sich selbst --,damit er nicht sein begieriges Auge auf dich wirft.
Er sagt zu dir: Du bist auf dem rechten Weg.Dann aber bleibt er von fern stehen, zu sehen, was dir geschieht.
Berate dich nicht mit deinem Neider,und mit dem Eifersüchtigen sprich nicht über deine Pläne.
(Berate dich) nicht mit einer Frau über ihre Rivalin,nicht mit einem Feigling über den Kampf,nicht mit einem Händler über den Verkauf,nicht mit einem Käufer über die Ware,nicht mit einem Geizhals über Erweis von Wohltaten,nicht mit einem Hartherzigen über Barmherzigkeit,nicht mit einem Faulenzer über eine Arbeit,nicht mit einem Arbeiter über die Vollendung einer Aufgabe,Nicht mit einem faulen Sklaven über Arbeitslast.Nicht auf solche verlasse dich, wenn du Rat suchst.
Wohl aber berate dich stets mit einem gottesfürchtigen Mann,von dem du weißt, dass er die Gebote hält, der in seinem Herzen nach deinem Herzen istund, wenn du strauchelst, sich um dich bemüht.
Doch auch den Rat des Gewissens beachte,denn wer ist zuverlässiger als dieses?
Das Gewissen des Menschen gibt bessere Auskunftals sieben Wächter auf der Warte.
Und bei allem bete zum Höchsten,dass er deine Schritte in Treue lenke.
Der Anfang einer jeden Tat ist der Verstand,der Anfang eines jeden Werkes ist die Überlegung.
Die Wurzel der Pläne ist das Herz.Vier Zweige sprossen aus ihm hervor:
Gutes und Böses, Leben und Tod;doch herrscht über sie alle die Zunge.
Es gibt Weise, die sind für viele weise,für sich aber sind sie einfältig.
Es gibt Weise, die mit ihrer Redekunst abgelehnt werden;ihnen wird jeder Lebensunterhalt fehlen.
Denn der Herr gewährt ihm nicht seine Huld;er ist aller Weisheit bar.
Es gibt Weise, die für sich selber weise sind,und die Früchte ihres Wissens sind nur in seinem Mund wahr.
Es gibt Weise, die für ihr Volk weise sind,und der Ertrag ihres Wissens ist von Dauer.
Der Weise wird mit Segen gesättigt,und es preisen ihn alle glücklich, die ihn sehen.
[Das Leben des Menschen ist in seinen Tagen gezählt,aber Israels Tage sind ohne Zahl.]
Wer für das Volk weise ist, erlangt Vertrauen,und sein Name bleibt immer lebendig.
Mein Sohn, prüfe dich in deiner Lebensweise,beobachte, was dir schlecht bekommt, und erlaub es dir nicht.
Denn nicht alles ist für alle gut,und nicht für jeden ist jede Speise zuträglich.
Giere nicht nach jedem Genuss,und stürze dich nicht auf jeden Leckerbissen.
Denn im Übermaß von Speisen steckt die Krankheit,und beim Unmäßigen kommt es zu heftigem Erbrechen.
Durch Unmäßigkeit sind schon viele zu Tod gekommen,wer sich aber in Acht nimmt, verlängert das Leben.