Glücklich der Mann, der nicht sündigt in Wortenund der nicht gequält wird vom Schmerz über die Sünde.
Glücklich der Mann, dessen Herz ihn nicht anklagtund dessen Hoffnung nicht am Schwinden ist.
Einem kleinlichen Mann steht der Reichtum nicht an,einem gierigen Mann -- was nützen ihm Schätze?
Wer gegen sich selber geizt, sammelt für einen anderen,und ein Fremder wird in seinen Gütern schwelgen.
Wer sich selbst nichts gönnt, wem wird er etwas Gutes tun?Er freut sich nicht einmal seiner eigenen Güter.
Keiner ist schlimmer daran als einer, der sich selbst nichts gönnt,und das ist der Lohn seiner Schlechtigkeit.
Tut er mal etwas Gutes, tut er es aus Versehen,und zum Schluss zeigt er doch noch seine Bosheit.
Schlimm ist, wer ein missgünstiges Auge hat,wer sein Gesicht abkehrt und das Leben des anderen verachtet.
Der Habsüchtige ist nicht zufrieden mit dem, was er hat,die Begehrlichkeit trocknet die Seele aus.
Der Geizige knausert mit Brot,und Mangel herrscht an seinem Tisch.
Mein Sohn, wenn du es hast, so gönne dir etwas Gutes,und bring dem Herrn die Gaben, die er fordert.
Denke daran, dass der Tod nicht wartetund das Bündnis mit der Unterwelt dir nicht bekannt ist.
Bevor du stirbst, tu Gutes dem Freund,und so viel du vermagst, beschenk ihn.
Versage dir nicht das Glück von heute,und an deinem Anteil an Lust geh nicht vorüber.
Wirst du nicht einem anderen dein Gut überlassen müssenund dein mühsam Erworbenes denen, die das Los werfen?
Gib und nimm und gönn dir etwas,denn in der Unterwelt ist es vorbei, nach Genuss zu suchen.
Jeder Leib altert wie ein Kleid,und das uralte Gesetz heißt: Du musst sterben!
Wie das Gespross der Blätter am grünen Baum,wo das eine welkt und das andere wächst, so sind die Geschlechter aus Fleisch und Blut,das eine stirbt, das andere wird geboren.
Alle ihre Werke vermodern ganz und gar,und der sie vollbringt, folgt ihnen nach.
Glücklich der Mann, der über die Weisheit nachsinntund mit seiner Einsicht überlegt,
der seinen Sinn richtet auf die Wege zu ihrund auf ihre Geheimnisse achtet,
der ihr nachgeht wie ein Späherund die Zugänge zu ihr belauert,
der durch ihre Fenster schautund an ihren Türen lauscht,
der in ihres Hauses Umkreis sich niederlässtund an ihrer Mauer sein Zeltseil befestigt,
der sein Zelt an ihrer Seite aufschlägtund so ein angenehmes Heim bewohnt,
der seine Kinder in ihre Hut gibtund ausruht unter ihren Zweigen,
der in ihrem Schatten sich vor der Hitze verbirgtund in ihrer Herrlichkeit wohnt.