Der da lebt in Ewigkeit, schuf alles insgesamt,
der Herr allein erweist sich als gerecht.[Keinen anderen gibt es außer ihm.
Er fasst die Welt mit der Spanne seiner Hand,und alles gehorcht seinem Willen; denn er ist König über alle Dinge, die in seiner Macht stehen.Er sondert darin das Heilige vom Profanen.]
Keiner ist imstande, seine Werke zu verkünden,und wer ergründet seine Großtaten?
Seine gewaltige Größe, wer kann sie beschreiben,und wer kommt ans Ende beim Aufzählen seiner Hulderweise?
Man kann nichts wegnehmen und nichts hinzufügen,unmöglich ist es, den Herrn zu durchschauen.
Wenn jemand am Ende angelangt ist, dann steht er erst am Anfang,und wenn er aufhört, dann ist er ratlos.
Was ist der Mensch und wozu nützt er?Was ist das Gute an ihm und was das Schlechte?
Die Zahl der Tage des Menschen --wenn es viele sind, dann hundert Jahre.
Wie ein Wassertropfen aus dem Meer und ein Sandkorn,so wenig bedeuten die Jahre in der Zeit der Ewigkeit.
Darum ist der Herr langmütig mit ihnenund gießt über sie sein Erbarmen aus.
Er sieht voraus und weiß, dass ihr Ende schlimm ist,darum zeigt er eine so große Versöhnlichkeit.
Das Erbarmen des Menschen gilt nur dem Nächsten,das Erbarmen des Herrn aber allem Fleisch. Er weist zurecht, züchtigt und belehrtund führt wie ein Hirt seine Herde wieder heim.
Er hat Mitleid mit denen, die die Lehre annehmenund die mit Eifer seine Satzungen suchen.
Mein Sohn, gib zu einer Wohltat nicht Tadelworte hinzuund zu keiner Gabe kränkende Reden.
Lässt nicht der Tau die Hitze schwinden?So ist ein Wort besser als die Gabe.
Geht nicht ein Wort über eine gute Gabe?Beides aber ist Sache eines wohltätigen Mannes.
Der Tor macht auf lieblose Weise Vorwürfe,und die Gabe eines neidischen Menschen lässt die Augen brennen.
Bevor du zu reden hast, bereite dich vor,und ehe du krank wirst, sorge vor.
Vor dem Urteilsspruch erforsche dich selbst,und du wirst in der Stunde der Prüfung Nachsicht finden.
Ehe du niedergebeugt wirst, demütige dich,und in den Zeiten der Sündhaftigkeit lass Umkehr erkennen.
Lass dich nicht aufhalten, ein Gelübde rechtzeitig einzulösen,und warte nicht bis zum Tod, ehe du deine Schuldigkeit tust.
Bevor du ein Gelübde machst, bereite dich dazu,und sei nicht wie ein Mensch, der den Herrn versucht.
Sei eingedenk des Zornes in den Tagen des Endesund der Zeit der Vergeltung, wenn er sein Angesicht abwendet.
Sei eingedenk der Zeit des Hungers zur Zeit des Überflusses,der Armut und Not in den Tagen des Reichtums.
Vom Morgen bis zum Abend verrinnt die Zeit,und alles eilt dahin vor dem Herrn.
Ein weiser Mensch übt in allem Bedachtsamkeit,und in Zeiten der Sünde hütet er sich vor Verfehlung.
Jeder Verständige hat die Weisheit erkannt,und jeder, der sie fand, soll ihr Lob verkünden.
Wer sich auf Sprüche versteht, ist selbst Lehrer der Weisheitund sprudelt über von trefflichen Gleichnissen.
Deinen Begierden gehe nicht nach,und von deinen Gelüsten halte dich fern.
Wenn du erfüllst, was deine Seele begehrt,wird sie dich zum Gespött deiner Feinde machen.
Freu dich nicht über ein Leben voll Lust,schließ dich solcher Gesellschaft nicht an.
Mach dich nicht arm durch Gelage mit geliehenem Geld,während du nichts im Beutel hast.