Wer das tut, wird niemals reich, / und wer das Wenige gering schätzt, wird von allem entblößt.
Wein und Frauen verderben den Einsichtsvollen, / und wer sich an Dirnen hängt, wird frech.
Moder und Würmer nehmen ihn in Besitz, / und die freche Leidenschaft wird hinweggerafft werden.
Wer schnell vertraut, ist leichtsinnig, / und wer sündigt, verfehlt sich gegen sich selbst.
Wer sich über Böses freut, wird selbst verurteilt, /
wer aber den Klatsch hasst, entgeht dem Bösen.
Wiederhole niemals, was man dir sagte, / so wird man dir niemals schaden.
Sprich nicht über Freund noch Feind, / und wenn es dir nicht zur Schuld gereicht, so äußere nichts.
Denn wer dich hört, wird sich vor dir hüten / und zur gegebenen Zeit Hass gegen dich hegen.
Ist dir ein Wort zu Ohren gekommen, so sterbe es mit dir; / sei unbesorgt, es wird dich nicht zerreißen.
Um eines Wortes willen kommt der Tor in Wehen / wie eine Gebärende durch ihre Leibesfrucht.
Wie ein Pfeil, der im Schenkel steckt, / so ist ein Wort im Inneren des Toren.
Stelle den Freund zur Rede, ob er etwas getan hat, / und wenn er es getan hat -- damit er es nicht wieder tut.
Stelle den Nächsten zur Rede, ob er etwas gesagt hat, / und wenn er es gesagt hat -- damit er es nicht wiederholt.
Stelle den Freund zur Rede, denn oft geschieht Verleumdung; / deshalb trau nicht jedem Wort.
Mancher gleitet aus, doch nicht mit Absicht, / und wer hätte mit seiner Zunge noch nicht gesündigt?
Stelle deinen Nächsten zur Rede, ehe du Drohungen aussprichst, / und gib Raum dem Gesetz des Allerhöchsten.
[Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Vergebung, / Weisheit erlangt Liebe bei ihm.
Erkenntnis der Gebote des Herrn ist Lebenszucht; / die das tun, was ihm gefällt, ernten vom Baum der Unsterblichkeit.]
Alle Weisheit ist Furcht vor dem Herrn, / und in jeder Weisheit liegt die Erfüllung des Gesetzes / [und die Erkenntnis seiner Allmacht.
Der Knecht, der zu seinem Herrn spricht: Was dir gefällt, tue ich nicht -- / selbst wenn er es danach tut, erzürnt er den, der ihn ernährt.]
Die Kenntnis des Schlechten ist keine Weisheit, / und der Rat der Sünder ist keine Einsicht.
Es gibt eine Schlauheit und die ist ein Gräuel; / ohne Verstand ist der, dem die Weisheit fehlt.
Besser arm an Klugheit und gottesfürchtig / als reich an Einsicht und ein Gesetzesbrecher.
Es gibt eine listige Schläue und die ist schlecht, / und mancher will sich Recht schaffen durch Betrug.
Es gibt manchen, der gebeugt wie in Trauer einhergeht, / doch sein Inneres ist voll Hinterlist.
Er neigt den Kopf und stellt sich taub; / wo er sich aber nicht durchschaut sieht, tritt er gegen dich auf.
Und falls mangelnde Kraft ihn hemmt, Unrecht zu tun, / so wird er doch Böses tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.
An seinem Aussehen erkennt man einen Menschen, / am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise.
Die Kleidung eines Mannes, das Lachen seiner Zähne / und der Gang eines Menschen tun kund, was an ihm ist.