Manche Zurechtweisung erfolgt nicht rechtzeitig, / und mancher schweigt und der ist klug.
Wie ist es doch besser, zur Rede zu stellen, als zu grollen! /
Und wer bekennt, bleibt vor Schaden bewahrt.
Wie ein Entmannter, der mit einem Mädchen schlafen will, / so ist, wer mit Gewalt Recht durchzusetzen sucht.
Manch einer schweigt und wird für weise gehalten, / und mancher macht sich verhasst wegen seines vielen Redens.
Mancher schweigt, weil er keine Antwort weiß, / und mancher schweigt, weil er auf die rechte Zeit sieht.
Der Weise schweigt bis zur rechten Zeit, / doch der Tor achtet nicht auf die Zeit.
Wer viele Worte macht, den verabscheut man, / und der Anmaßende ist verhasst.
Mancher Erfolg führt zum Unheil, / und mancher Gewinn zum Verlust.
Es gibt Geschenke, die kein Gewinn sind, / und es gibt Geschenke, die man doppelt vergütet.
Es gibt eine Demütigung um des Ruhmes willen, / und manch einer erhob das Haupt aus der Erniedrigung.
Manch einer kauft viel für wenig Geld / und bezahlt es doch siebenfach.
Wenn der Weise redet, so macht er sich beliebt, / die Liebenswürdigkeit der Toren aber ist vergebens.
Das Geschenk des Toren nützt dir nichts, / denn er hat statt eines viele Augen.
Er gibt wenig und schimpft viel / und reißt seinen Mund auf wie ein Ausrufer. Heute borgt er und morgen fordert er zurück; / widerwärtig ist solch ein Mensch.
Der Tor sagt: Mir ist niemand Freund, / und es gibt keinen Dank für meine Wohltaten.
Die mein Brot essen, haben böse Zungen. / Wie haben ihn viele und oft verlacht!
Lieber durch den Erdboden als durch die Zunge zu Fall kommen; / ebenso wird der Sturz der Bösen schnell erfolgen.
Ein unangenehmer Mensch -- ein unzeitiges Wort, / im Mund des Ungebildeten findet es sich jederzeit.
Ein Spruch aus dem Mund des Toren wird verachtet, / denn er spricht ihn nicht zur rechten Zeit.
Mancher wird durch Armut verhindert, Unrecht zu tun, / und in seiner Ruhe wird er nicht gestört.
Mancher richtet sich aus Scham zugrunde, / und weil er seine Miene verdeckt, geht er unter.
Mancher macht dem Freund Versprechungen aus Scham / und macht ihn sich ohne Grund zum Feind.
Ein böser Schandfleck am Menschen ist die Lüge, / und im Mund des Ungebildeten findet sie sich jederzeit.
Besser ein Dieb als einer, der allzeit lügt; / doch beider Anteil ist der Untergang.
Das Betragen eines lügenhaften Menschen ist ein Gräuel, / seine Schande haftet allezeit an ihm.
Wer weise ist in der Rede, bringt sich voran, / und ein kluger Mensch gefällt den Machthabern.
Wer sein Land bebaut, wird seine Garben hoch aufhäufen, / und wer den Großen gefällt, kann Unrecht gutmachen.
Geschenke und Gaben blenden die Augen der Weisen, / wie ein Zaumzeug im Maul lenken sie Vorwürfe ab.
Verdeckte Weisheit und verborgener Schatz, / welchen Nutzen bringen sie beide?
Besser, es versteckt einer seine Torheit, / als dass ein Mensch seine Weisheit verbirgt.