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Robert Bellarmin, einer der bedeutendsten Theologen der Gegenreformation, war Jesuit, Kardinal, Erzbischof, Kirchenlehrer und Heiliger der katholischen Kirche. Geboren am 4. Oktober 1542 in Montepulciano (Toskana), widmete er sein Leben der Verteidigung des katholischen Glaubens gegen protestantische Irrlehren und trug maßgeblich zur theologischen Klärung bei. Papst Pius XI. sprach ihn 1930 heilig und 1931 zum Kirchenlehrer aus.
Robert Bellarmin entstammte einer adeligen Familie. Sein Vater war Vincenzo Bellarmino, ein Anwalt, und seine Mutter Cinzia Cervini die Schwester von Papst Marcellus II. Schon früh zeigte er außergewöhnliche Intelligenz und Frömmigkeit. 1560 trat er dem Jesuitenorden bei und studierte Philosophie und Theologie in Rom, Modena und Padua. 1570 promovierte er in Padua zum Doktor der Theologie. Seine Ausbildung prägte ihn zu einem brillanten Scholastiker, der Aristoteles und Thomas von Aquin meisterhaft beherrschte.
Ab 1576 lehrte Bellarmin Theologie am Collegium Romanum in Rom und später in Löwen (1578–1586), wo er gegen calvinistische Einflüsse antrat. 1592 wurde er Rektor des römischen Kollegs und Berater von Papst Clemens VIII. Seine Vorlesungen zu Thomas von Aquin zogen Hunderte Zuhörer an. Als spiritueller Begleiter half er zahlreichen Seelen, darunter Heilige wie Franz von Sales.
Bellarmin ist vor allem für sein monumentales Werk Disputationes de Controversiis Christianae Fidei adversus huius temporis haereticos (1586–1593, drei Bände) bekannt. Darin widerlegt er systematisch protestantische Lehren zu Schrift, Tradition, Primat des Papstes, Sakramenten und Gnade. Dieses Opus wurde zur Grundlage des Konzils von Trient und gilt als Meisterwerk der Kontroverstheologie. Es beeinflusste Generationen und wurde in zahlreichen Auflagen gedruckt.
1599 ernannte Papst Clemens VIII. ihn zum Kardinaldiakon. 1602 wurde er Erzbischof von Capua, übte das Amt jedoch nur kurz aus, da er sich der Kurie widmete. In der Galileo-Affäre (1616) warnte Bellarmin den Astronomen vor der Vermischung von Wissenschaft und Theologie: Die kopernikanische Lehre dürfe nicht als bewiesen dargestellt werden, solange sie nicht war. Er handelte als Vermittler und Freund Galileis, betonte aber die Autorität der Bibel.
Trotz hoher Ämter blieb Bellarmin dem einfachen Leben treu: Er lebte asketisch, betete viel und schrieb geistliche Werke wie De arte bene moriendi (Kunst des guten Sterbens) und Katechismen für Volk und Klerus. 1621 erkrankte er schwer und starb am 17. September in Rom. Sein Leichnam ruht in der Jesuitenkirche Sant’Ignazio.
1930 sprach Papst Pius XI. ihn heilig, 1931 folgte die Ernennung zum Doktor der Kirche. Bellarmin symbolisiert die Synthese von Wissenschaft, Frömmigkeit und Verteidigung des Glaubens. Sein Festtag ist der 17. September. Er lehrt uns heute, den Glauben intellektuell zu vertiefen und in der Wahrheit zu verharren.
Zusammenfassung: Robert Bellarmin vereinte Genialität, Heiligkeit und Treue zur Kirche. Seine Werke stärken bis heute den katholischen Glauben gegen Irrtümer.
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Zum Schlusse der ganzen Erörterung wollen wir ein göttliches Gericht oder Zeugnis beifügen. Denn Gott zeigte, nach Entstehung der Spaltung, auf vielfache Art, ob die Griechen irrten oder die Lateiner. Bis zur Zeit der Spaltung hatte Griechenland eine solche Blüte von gelehrten und heiligen…
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Aber es ist notwendig, ihre Einwürfe zu widerlegen. Der erste lautet: die dritte allgemeine Synode verbot jede Änderung an dem Symbol, denn es steht am Ende des Conciliums: „Die hl. Synode setzte fest, dass es niemanden erlaubt sei, einen anderen Glauben vorzutragen oder schriftlich zu verfassen,…
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Noch habe ich zu zeigen, dass die Lateiner durch die Hinzufügung jenes Teiles „Und vom Sohne“ das Symbol erklären konnten und mussten. Zuerst will ich nun zeigen, dass sie es tun mussten. Sodann, dass die Lateiner es ohne die Griechen konnten. Dass das Symbol erklärt werden müsse, erhellt nun…
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Obgleich aber in der katholischen Kirche das Ansehen der aufgezählten Bücher, unter Übereinstimmung aller Rechtgläubigen, immer aufrecht stand, so fehlte es doch nicht an Ketzer, welche trachteten, denselben Büchern alles Ansehen geraden Weges zu entziehen. Weil aber Sixtus (Senensis) am Ende…
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Zuvörderst nehmen Mose, die Propheten, Christus, Johannes, die Apostel entweder selbst aus der Schrift die göttlichen Lehren oder ermahnen doch wenigstens andere zur Lesung der Schrift und verweisen niemals irgendjemand, mit Vernachlässigung der Schrift, auf das Urteil des inneren Geistes. Ihre…
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Beim Beginne des Streites über die heiligen Bücher drängt sich mir zuerst jene Frage auf, ob die Schriften der Propheten und Apostel als Gottes Wort anzunehmen seien oder ob man nur dasjenige für Gottes Wort halten dürfe, was der Heilige Geist einem jeden insbesondere im Herzen spricht. Diese…
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Obgleich dasjenige, was wir bisher über den Antichrist gesagt, hinreichen könnte, da wir schlagend bewiesen, dass keines der Merkmale, welche die göttliche Schrift dem Antichrist beilegt, auf den Papst passt, so will ich doch noch, um keinen Wunsch übrig zu lassen und die Unverschämtheit der…
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Zuvörderst bezeugen nun die Begräbnisse des hl. Petrus und des hl. Paulus, dass der hl. Petrus nicht bloß einmal nach Rom gekommen sei, sondern auch in Rom, zugleich mit Paulus, für die Ehre Christi das Leben gelassen habe. Denn wer hat die Körper des Petrus und Paulus nach Rom gebracht, wenn sie…
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In Betreff des fünften Punktes , der Zeugung des Antichrist, hat man offenbar falsche, wahrscheinliche und ausgemachte und zuverlässige Behauptungen aufgestellt. Zuvörderst gab es nun einst in Betreff des Antichrist mehrere irrtümliche Ansichten. Erstens , der Antichrist werde von einer Jungfrau…
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Über den Charakter, das Malzeichen des Antichrist, gibt es auch zwei oder drei Meinungen. Die erste findet sich bei den Ketzern dieser Zeit, welche lehren, der Charakter des Antichrist sei ein Zeichen des Gehorsams und der Verbindung mit dem römischen Papste. Sie erklären jedoch nicht auf dieselbe…
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Was nun den zweiten Punkt betrifft, so kommen wir mit den Gegnern in einem Stücke überein, im anderen nicht. Wir stimmen darin überein, dass gleich wie der Name Christ in doppeltem Sinne genommen wird – bisweilen eigentlich für eine hervorragende und besondere Persönlichkeit, welche Jesus von…
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Bisher haben wir bewiesen, dass der römische Papst dem Petrus im höchsten Prinzipat über die ganze Kirche nachfolge. Nun haben wir noch zu sehen, ob der römische Papst zu einer Zeit diesen Rang verloren habe. Die Gegner behaupten nämlich, was immer vorher gewesen, jetzt sei wenigstens zu Rom kein…
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Der dritte Zweifel betrifft die Person, an welche die Rede ergeht „Ich will dir die Schlüssel geben“. Obgleich nämlich den katholischen Kirchenlehrern der Sinn dieser Worte ganz klar scheint, so verdrehen doch die Gegner eben diese Worte so, dass sie alsbald ganz dunkel zu sein scheinen. Wer sagte…
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Der Apostel Paulus, sagen sie, unterscheidet mit deutlichen Worten den Buchstaben vom Geiste und weist jenen, den er auch den tötenden heißt, klar in das Alte Testament zurück, nennt aber diesen lebendig machend und stellt ihn als Eigentum des Neuen Testamentes hin. „Tüchtig", sagt er (2Kor 3, 6),…