Zuvörderst nehmen Mose, die Propheten, Christus, Johannes, die Apostel entweder selbst aus der Schrift die göttlichen Lehren oder ermahnen doch wenigstens andere zur Lesung der Schrift und verweisen niemals irgendjemand, mit Vernachlässigung der Schrift, auf das Urteil des inneren Geistes. Ihre Zeugnisse führen wir nicht aus dem Glauben an, die Gegner würden viel Gewicht darauf legen, sondern damit nicht die Schrift, deren Ansehen sie bisweilen gegen uns missbrauchen, die wir dieselbe mit Recht verehren, für die Meinung der Gegner zu sprechen scheine. Mose sagt (Dtn 17, 8–10) nun: „Wenn ein Urteil dir schwer und zweifelhaft scheint [...] Und du sollst tun was die Vorsteher an jenem Orte sagen, den der Herr erwählen wird und sie werden dich lehren nach seinem Gesetz.“ Hier lehrt Mose offenbar, man müsse Streitigkeiten, welche im Volke gegen den Herrn entstehen, nach dem Gesetze des Herrn entscheiden. Auf ähnliche Art ruft auch Jesaja (8, 20): „Vielmehr hin zum Gesetz und Zeugnis!“ Und Maleachi (2, 7): „Denn die Lippen des Priesters sollen die Wissenschaft bewahren und das Gesetz soll man holen aus seinem Munde, weil er ein Bote des Herrn der Heerscharen ist.“ Auch David (Ps 118, 2): „Glückselig, die da forschen in seinen Zeugnissen!“ Christus aber (Lk 4, 18; vgl. Jes 61, 1) bezeugt vor allem seine Sendung mit den Worten der Schrift, indem er sagt: „Der Geist des Herrn ist über mir, darum hat er mich gesalbt.“ Dann weist er (Mk 12, 24–26; Ex 3, 6) die Sadduzäer mit der heiligen Schrift zurück in den Worten: „Irret ihr nicht darin, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes verstehet? [...] Was aber die Toten betrifft, dass sie auferstehen, habet ihr nicht im Buche Mose gelesen usw.“ Und brachte er (Mt 22, 41–46; Ps 109) weiter die Pharisäer nicht mit einem Schluss aus Davids Worten zum Schweigen? Und dieselben Pharisäer weist er ferner nicht auf einen inneren Geist, sondern auf die göttliche Schrift zurück, indem er (Joh 5, 39) spricht: „Ihr forschet in der Schrift, weil ihr glaubet, das ewige Leben darin zu finden; und sie ist es, die von mir Zeugnis gibt.“ Auch Johannes der Täufer berief sich für seine Sendung nicht auf das Urteil des inneren Geistes, sondern auf den Propheten Jesaja. Denn als er gefragt wurde, wer er sei, antwortete er (Joh 1, 23): „Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaja gesagt!“ Von den Juden in Beroä wird nicht ohne Lob in der Apostelgeschichte (Apg 17, 11) erwähnt, dass sie nach Anhörung des Apostels Paulus täglich in der Schrift forschten, ob sich die Sache also verhalte. Die Apostel selbst aber, Petrus, Paulus, Johannes, Jacobus, Judas, wenden nicht nur in den einzelnen Briefen häufig die Zeugnisse des Gesetzes und der Propheten an, welche wir ohne zu große Weitläufigkeit hier nicht durchgehen können, sondern heben auch bisweilen das Ansehen der Schrift im Allgemeinen hervor. „Wir haben“, sagt der heilige Petrus (2Petr 1, 19), „noch ein festeres, das prophetische Wort: und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet an einem dunkeln Orte.“ Und der heilige Paulus (2Tim 3, 15–17) sagt: „Von Kindheit an kennst du die heiligen Schriften, welche dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christum. Jede von Gott eingegebene Schrift ist nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit: damit der Mensch Gottes vollkommen werde, zu jedem guten Werke geschickt.“ Endlich spricht Gott selbst zu Josua (Jos 1, 8): „Es soll nicht wegkommen das Buch dieses Gesetzes von deinem Munde: sondern du sollst darin Tag und Nacht Betrachtungen anstellen.“ Es streiten also diejenigen, welche die heiligen Schriften und göttlichen Offenbarungen verachten, mit Mose, mit den Aposteln, mit Christus selbst, mit Gott Vater und dem Heiligen Geiste.
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Ferner muss die Regel des allgemeinen Glaubens gewiss und bekannt sein: denn wenn sie nicht bekannt ist, so kann sie für uns keine Regel bilden: wenn sie nicht gewiss ist, so kann sie gar keine Regel bilden. Nun kann die geheime Offenbarung des Geistes, gesetzt dass sie auch in sich gewiss sei, doch uns auf keine Weise bekannt sein, außer sie werde etwa durch göttliche Zeugnisse, nämlich durch wahrhafte Wunder, bestätigt, woran insbesondere die äußerst Mangel leiden, welche in unserer Zeit mit dem Geiste vorzugsweise prahlen, denn wer wird es mir glaublich machen, dass die Wiedertäufer nicht lügen, wenn sie sagen, dass sie vom Geiste erfüllt seien? Aber gesetzt, sie lügen nicht, auf welche Weise soll ich erkennen, dass jener Geist der Geist des Lichts und nicht der Geist der Finsternis sei? Und da in dieser Zeit so viele sich der Leitung und Belehrung des Heiligen Geistes rühmen und doch unter sich so zwieträchtige Seelen und Meinungen haben, dass einer den anderen für einen Ketzer hält, so ist es gewiss unmöglich, dass alle recht fühlen. Wenn demnach alle getäuscht werden oder, was unumgänglich notwendig ist, einige: wer will die Behauptung wagen, er sei nicht aus der Zahl derer, welche vom Geiste des Satans getäuscht werden? Dagegen gibt es nichts Bekannteres, nichts Gewisseres als die heiligen Schriften, welche aus den Werken der Propheten und Apostel bestehen, so dass nur der Blödesten die Glaubwürdigkeit derselben leugnen kann. Denn dass sie sehr bekannt seien, bezeugt die christliche Welt und die Übereinstimmung aller Völker, bei welchen sie schon viele Jahrhunderte fortwährend das höchste Ansehen behaupteten; dass sie aber sehr gewiss und wahrhaft seien und keine menschlichen Erfindungen, sondern göttliche Offenbarungen enthielten.
Bezeugt erstens die Wahrheit der Weissagungen, über welche der heilige Augustin (Civitat. l. 12. c. 9 et 10.) also redet: „Die Schrift hat nicht unverdient ein erstaunliches Ansehen auf dem Erdkreis und bei allen Völkern, von welchen sie unter anderem, aus wahrer göttlicher Eingebung, vorausgesagt hat, dass ihr dieselben glauben würden [...] Umso weniger ist jenen mit fabelhaftem, altem Zeug angefüllten Schriften, die man vorbringen wollte, gegen das Ansehen ganz neuer und göttlicher Bücher zu glauben, die vorausgesagt haben, dass ihnen der Erdkreis glauben werde und denen der ganze Erdkreis, nach ihrer Weissagung, glaubte, welche durch die pünktliche Erfüllung ihrer Vorhersagungen zeigten, dass sie auch vergangene Dinge erzählt hätten.“
Bezeugt zweitens eine unglaubliche und wahrhaft göttliche Übereinstimmung und Harmonie so vieler Männer, welche in verschiedenen Orten, Zeiten, Sprachen, Gelegenheiten die heiligen Bücher so schrieben, dass es nicht verschiedene Schriftsteller, sondern nur verschiedene Federn eines Schriftstellers gewesen zu sein scheinen. Deshalb glaubten Theodoretus (Praef. in Psalmos.) und der hl. Gregorius (Praef. in Job.) mit Recht, die Hände der heiligen Schriftsteller nur Griffel des heiligen Geistes nennen zu dürfen. Und der heilige Augustin (Civitat. l. 18. c. 41.) spricht über diese bewundernswerte Eintracht der Schriften also: „Unsere Verfasser, aus welchen der Kanon der heiligen Schriften gebildet und festgesetzt wird, stimmten vollkommen miteinander überein. Deshalb haben nicht einige geschwätzige Schulstreithähne, sondern Land- und Stadtbewohner, Gelehrte und Ungelehrte, so viele und so große Völker, nicht unbillig geglaubt, Gott habe bei der Abfassung jener Schriften durch die Verfasser gesprochen. Sie selbst mussten wenige sein, damit dasjenige, was durch den Glauben hervleuchten sollte, nicht durch die Menge verliere, jedoch nicht so wenige, dass das Wunder der Übereinstimmung nicht einträte. Denn in der Menge der Philosophen, welche schriftliche Denkmale ihrer Lehren hinterließen, wird man diejenigen nicht leicht finden, welche in ihren Meinungen gänzlich übereinstimmten.“
Bezeugt drittens Gott selbst, welcher einst diese seine Schrift gegen menschliche Enteihlung mit himmlischer Ahnung schützte. Da nämlich der König Ptolemäus sich wunderte, warum kein Geschichtsschreiber und kein Dichter der Alten die heiligen Bücher anführe, so antwortete Demetrius Phalereus (Joseph. Antiquit. l. 12. c. 2. Euseb. Praeparat. Evangel. l. 8. c. 1.), diese Schrift sei göttlich und von Gott selbst gegeben und deshalb seien Uneingeweihte, wenn sie dieselben hätten berühren wollen, von Gott getroffen sogleich zurückgeprallt: ein gewisser Theopompos sei plötzlich mit einer Seelenruhe heimgesucht, heftig verwirrt und gezwungen worden, sein Werk aufzugeben, als er etwas von den göttlichen Büchern ins Griechische habe übersetzen wollen; der Tragödienschreiber Theodorus aber sei erblindet, als er, ich weiß nicht was, aus der heiligen Schrift zu einem Stoffe habe brauchen wollen: so sei mit plötzlichem Unglück die besondere Verwegenheit alsogleich unterdrückt worden.
Bezeugt viertens die Schrift selbst. Denn wenn ihre Weissagungen künftiger Dinge wahr waren, wie der Erfolg nachher zeigte, so müssen auch ihre Zeugnisse über gegenwärtige Dinge wahr sein. Wahr ist also, was David (2Sam 23, 2) sagt: „Der Geist des Herrn hat durch mich gesprochen und sein Wort durch meine Zunge.“ Wahr, was Zacharias (Lk 1, 68–70) sagt: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels [...] wie er durch den Mund seiner heiligen Propheten zu allen Zeiten verheißen hat.“ Wahr, was Petrus (2Petr 1, 21) sagt: „Heilige Menschen Gottes haben, getrieben vom heiligen Geiste, geredet.“ Und Paulus (2Tim 3): „Jede von Gott eingegebene Schrift.“ Wahr endlich dasjenige, was die Propheten zu wiederholten Malen alle sagen: „So spricht der Herr.“
Bezeugt zuletzt eine beinahe unendliche Zahl göttlicher Wunder, welche in allen Jahrhunderten zur Bestätigung der in diesen Schriften enthaltenen Lehren geschehen sind.
Da also die heilige Schrift die sichere und gewisseste Glaubensregel ist, so kann in der Tat der nicht bei Trost sein, welcher sie verschmäht und sich dem Urteil des oft trügerischen und immer ungewissen inneren Geistes überlässt. Und richtig ermahnt der heilige Augustin (De doctrina christiana. Prolog.) die Christen mit diesen Worten: „Hüten wir uns vor solchen übermäßig stolzen und gefährlichen Versuchungen und denken wir vielmehr, dass selbst der Apostel Paulus, obgleich er durch eine göttliche und himmlische Stimme zu Boden gestreckt wurde, doch zu einem Menschen geschickt worden sei, um die Sakramente zu empfangen und der Kirche einverleibt zu werden, und dass auch der Hauptmann Cornelius, obgleich ihm ein Engel die Erhörung seines Gebetes und die Würdigung seiner guten Werke verkündigte, doch dem Petrus zur Taufe, zum Empfang der Sakramente, zum Unterricht im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe übergeben worden.“ Hierzu kommt, dass die Vorsehung Gottes jegliches Ding so lenkt und leitet, wie es dessen Natur erfordert: Die Natur des Menschen aber fordert, dass wie durch sinnlich wahrnehmbare Gegenstände, wie durch Stufen, zu den geistlichen und himmlischen geführt werden, weil wir mit einer Seele und einem Körper begabt sind und das Körperliche leichter als das Geistige fassen. Gott lehrt also seinen Willen, was man von ihm glauben und was die Seinigen tun sollten, nicht alle insgemein durch innere Begeisterung, sondern durch körperliche Schriften, welche wir sehen und lesen könnten. „Aus jenem Lande, woraus wir unsre Pilgerschaft antraten“, sagt Augustinus (Conc. 2. in Psal. 90.), „kamen für uns diese Schriften. Die Schrift selbst ermahnt uns, gut zu leben.“ Und wenn auch David, Mose, Jesaja, Petrus, Paulus, Johannes und einige wenige andere auf gewisse Art zur englischen Versammlung gelassen wurden, aus der Quelle der Wahrheit selbst die Weisheit unmittelbar schöpften, so werden nicht gleich auch die anderen Menschen göttliche Schriften und alle Lehrer entbehren können. Anders muss das Verhältnis sein beim Grundbau, anders bei den Wänden, anders bei den Bergen, anders bei den Hügeln. Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Grundlagen, alle Berge? Und wenn alles Berg, wenn alles Grundbau, wenn alle Apostel und Propheten sind, wo sind dann die Hügel, das Haus, die Versammlung der Völker, von welcher geschrieben steht: (Ps 7, 8) „Und die Versammlung der Völker wird dich umgeben“? „Wir bauen also“ (Eph 2, 20) „auf die Grundfeste der Apostel und Propheten, durch deren Verkündigung und Schriften wir unterrichtet werden: Jene aber, welche selbst sahen und Diener des Wortes waren, werden gestützt und aufrechterhalten von Jesus Christus selbst, dem Haupteckstein. Wenn die Sonne aufgeht, werden die Spitzspitzen der Berge durchleuchtet; dann aber gelangen die Strahlen des Lichtes zu den Hügeln und endlich bis zu den tiefsten Tälern. So empfangen (Ps 71, 8) die Berge Frieden für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.“ „Die Berge“, sagt der heilige Augustin (Tract. 1. in Joan.), „sind erhabene Seelen und die Hügel kleine Seelen. Aber deshalb empfangen die Berge den Frieden, dass die Hügel die Gerechtigkeit empfangen können. Was für eine Gerechtigkeit ist es, welche die Hügel empfangen? Der Glaube; weil der Gerechte aus dem Glauben lebt. Es empfingen aber die geringeren Seelen den Glauben nicht, wenn nicht die größeren Seelen, welche Berge genannt sind, von der Weisheit selbst erleuchtet würden, auf dass sie den Kleinen hinüberwerfen könnten, was für die Fassungskraft der Kleinen passt [...] Wenn wir unsere Augen zur Schrift erheben, weil durch Menschen die Schrift dargeeicht worden, erheben wir unsere Augen zu den Bergen; wofür uns die Hilfe kommen soll.“
Wenn endlich in irgendeinem menschlichen Staat die Gesetze und Einrichtungen der Vorfahren aufgehoben würden und jeglichem erlaubt wäre, was er nach seiner natürlichen Klugheit für billig und recht hielte, was käme da für eine Verwirrung aller Angelegenheiten und Unordnung heraus, wie schnell ginge der ganze Staat zugrunde? Und doch gibt es keinen Menschen, der in menschlichen Dingen nicht etwas verstünde und gänzlich alles Urteils ermangelte. Was würde also geschehen, wenn in dem Gemeinwesen, welches vielmehr göttlicher als menschlicher Art ist und in welchem notwendig vieles über natürliche Vernunft geglaubt, vieles über die menschlichen Kräfte getan werden muss, die heiligen, von der Gottheit eingegebenen Aussprüche dem Volke hinweggenommen würden und allein die innere Offenbarung zu erwarten und zu befolgen wäre? Und da der größte Teil der Menschen roh und unerfahren ist und nicht einmal im Traum jemals eine göttliche Anzeige gespürt hat, wie steht es mit diesem? Soll er immer erwarten, unterdessen nichts glauben, in alle Ewigkeit zugrunde gehen, oder erlangt er die Gerechtigkeit ohne Glauben oder die Glückseligkeit ohne Gerechtigkeit? Aber es haben die Schwenkfeldianer und Libertiner Beweise zur Bestätigung und zum Schutze ihrer Meinung, so dass sie nicht ohne Vernunft unsinnig zu sein scheinen. Wir wollen also die Beschaffenheit jener Beweise betrachten.
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Zum Schlusse der ganzen Erörterung wollen wir ein göttliches Gericht oder Zeugnis beifügen. Denn Gott zeigte, nach Entstehung der Spaltung, auf vielfache Art, ob die Griechen irrten oder die Lateiner. Bis zur Zeit der Spaltung hatte Griechenland eine solche Blüte von gelehrten und heiligen…
Aber es ist notwendig, ihre Einwürfe zu widerlegen. Der erste lautet: die dritte allgemeine Synode verbot jede Änderung an dem Symbol, denn es steht am Ende des Conciliums: „Die hl. Synode setzte fest, dass es niemanden erlaubt sei, einen anderen Glauben vorzutragen oder schriftlich zu verfassen,…
Noch habe ich zu zeigen, dass die Lateiner durch die Hinzufügung jenes Teiles „Und vom Sohne“ das Symbol erklären konnten und mussten. Zuerst will ich nun zeigen, dass sie es tun mussten. Sodann, dass die Lateiner es ohne die Griechen konnten. Dass das Symbol erklärt werden müsse, erhellt nun…
Einwand 1: Es scheint, dass alle Dinge dem Schicksal unterworfen sind. Denn Boethius sagt (De Consol. 4): „Die Kette des Schicksals bewegt den Himmel und die Sterne, stimmt die Elemente aufeinander ab und formt sie durch eine wechselseitige Umwandlung. Durch das Schicksal werden alle Dinge, die in…
Einwand 1: Es scheint, dass das Schicksal nicht unveränderlich ist. Denn Boethius sagt (De Consol. 4): „Wie das Überlegen zum Intellekt, wie das Gewordene zu dem, was ist, wie die Zeit zur Ewigkeit, wie der Kreis zu seinem Mittelpunkt; so verhält sich die wandelbare Kette des Schicksals zur…
Einwand 1: Es scheint, dass das Schicksal nicht in den geschaffenen Dingen ist. Denn Augustinus sagt (De Civ. Dei 5, 1), dass der „göttliche Wille oder die Macht Schicksal genannt wird“. Aber der göttliche Wille oder die Macht ist nicht in den Geschöpfen, sondern in Gott. Also ist das Schicksal…