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Widerlegung der Einwürfe der Griechen.
Aber es ist notwendig, ihre Einwürfe zu widerlegen. Der erste lautet: die dritte allgemeine Synode verbot jede Änderung an dem Symbol, denn es steht am Ende des Conciliums: „Die hl. Synode setzte fest, dass es niemanden erlaubt sei, einen anderen Glauben vorzutragen oder schriftlich zu verfassen, außer demjenigen, welcher von den heiligen, bei der Stadt Nicäa im heiligen Geiste versammelten Vätern festgesetzt worden. Diejenigen, welche es wagen, einen anderen Glauben zu ersinnen oder zu verbreiten oder denen vorzutragen, welche sich zur Erkenntnis der Wahrheit vom Heiden- oder Judentume oder auch von irgendeiner Ketzerei bekehren wollen, haben, wenn sie die Bischofs- oder Priesterwürde besitzen, diese Würde verwirkt, wenn sie aber Laien sind, den Bann auf sich geladen.“
Die Unseren antworten, durch diesen Beschluss wurde Erklärung und Änderung des Symbols, was die Worte anlange, nicht verboten, sondern die Verfälschung durch Zusätze und Verstümmelungen, welche den Sinn ändern. Dies erweisen sie auf viererlei Art. Erstens lassen sich auf diese Weise die Worte des Paulus (Gal 1, 8 f.) fassen, wo er diejenigen verflucht, welche etwas lehren außer dem, was er lehrte. Denn er selbst lehrte nachher noch vieles andere und Johannes schrieb noch das ganze Evangelium, wo vieles ist, was sich in Paulus nicht findet. Paulus verbietet also nicht den Zusatz einer Lehre, sondern den Zusatz von etwas dem Früheren Entgegengesetzten.
Zweitens wäre das konstantinopolitanischen Symbol bereits außer Geltung, wenn das ephesische Concilium von jeder beliebigen Änderung spräche. Denn das konstantinopolitanische Symbol fügte zum nicänischen unter anderem auch den Teil „Der vom Vater ausgeht“ bei. Und gleichwohl bedienten sich die Griechen immer des konstantinopolitanischen und nicht des nicänischen Symbols.
Drittens riefen auf dem Concilium zu Chalcedon, wo viele von denjenigen Bischöfen gewesen zu sein scheinen, welche auf dem Concilium zu Ephesus waren, die Bischöfe (act. 5.), als es darauf ankam, den Glauben schriftlich abzufassen, man solle zum Symbol fügen: „Die heilige Maria sei Gottesgebärerin.“ Und bei dieser Verhandlung wurde wirklich ein neues Symbol abgefasst, mit vielen Änderungen, Zusätzen und Wegnahmen an den Teilen des nicänischen und konstantinopolitanischen Symbols. Und am Schlusse wurde jenes Verbot beigefügt: „Die hl. Synode setzte fest, dass niemand“, etc., wie im ephesischen Concilium. Daraus ergibt sich die Erklärung des Beschlusses deutlich. Wir müssten nur sagen, das 4. Concilium streite mit dem und alle Bischöfe des 4. Conciliums seien verdammt, was bisher noch niemand gesagt hat.
Zudem war den Griechen einst diese Ansicht der Lateiner nicht unbekannt. Hormisda schrieb nämlich in einem Briefe an den Kaiser Justinianus deutlich, dass der Geist vom Vater und vom Sohne ausgehe. Sie wussten vom Zusatze und schwiegen gleichwohl ungefähr 300 Jahre und veranlassten keine Trennung, wie aus dem Umstande erhellt, dass der Zusatz um das Jahr 600 gemacht und unter gemeinsamer Übereinstimmung der Griechen und Lateiner drei allgemeine Concilien, das 6., 7. und 8. gefeiert worden. Nachher kam es ihnen endlich in den Sinn, uns den ephesischen Beschluss entgegenzuhalten. Warum machten sie den Einwurf nicht vorher, außer weil sie ihre Schwäche einsahen? Die Griechen antworten, das ephesische Concilium habe jede Änderung am Symbol verboten, sowohl in Betreff der Sache als der Worte.
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