Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
24 Als die Zehn das hörten, entrüsteten sie sich über die beiden Brüder. 25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterjochen und die Großen Gewalt an ihnen verüben. 26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch der Größte sein will, soll euer Diener sein, 27 und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein. 28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
In der Tat, ein gutes Werk zu begehren ist gut, denn es liegt in unserem Willen, und unser ist der Lohn; aber einen Vorrang an Ehre zu begehren ist Eitelkeit. Denn wenn wir dies erreichen, werden wir von Gott gerichtet, weil wir nicht wissen, ob wir in unserem Vorrang an Ehre den Lohn der Gerechtigkeit verdienen. Denn nicht einmal ein Apostel wird bei Gott Lob erhalten, weil er ein Apostel ist, sondern wenn er die Pflichten seines Apostelamtes gut erfüllt hat; noch wurde ein Apostel als Apostel zur Ehre eingesetzt wegen irgendeines früheren Verdienstes von ihm; sondern er wurde für würdig befunden für diesen Dienst wegen der Verfassung seines Geistes. Denn der hohe Platz sucht den auf, der vor ihm flieht, und meidet den, der ihn sucht. Ein besseres Leben also, und nicht ein würdigerer Rang, sollte unser Ziel sein. Der Herr also, der den Ehrgeiz der zwei Söhne des Zebedäus und die Entrüstung der anderen zügeln will, weist diesen Unterschied auf zwischen den Großen der Welt und denen der Kirche, und zeigt, dass der Vorrang in Christus weder von dem erstrebt werden darf, der ihn nicht hat, noch von dem beneidet werden darf, der ihn hat. Denn Menschen werden Herren in dieser Welt, damit sie über ihre Untergebenen herrschen, sie zu Sklaven machen, sie berauben und sie sogar bis zum Tod für ihren eigenen Nutzen und Ruhm einsetzen. Aber Menschen werden Vorsteher in der Kirche, damit sie denen dienen, die unter ihnen sind, und ihnen alles mitteilen, was sie von Christus empfangen haben, damit sie ihre eigene Bequemlichkeit hintanstellen und auf die der anderen bedacht sind und nicht einmal sich weigern, für die unter ihnen zu sterben. Daher ist es weder gerecht noch nützlich, in der Kirche ein Amt zu suchen. Kein kluger Mensch wird sich freiwillig der Knechtschaft unterwerfen oder in solche Gefahr begeben, in der er für die ganze Kirche Rechenschaft ablegen muss; es sei denn einer, der vielleicht das Gericht Gottes nicht fürchtet, der seinen kirchlichen Vorrang zu einem weltlichen Zweck missbraucht, sodass er ihn in einen weltlichen Vorrang verwandelt.