
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Es wird die Frage gestellt, wie die Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes, den Kelch des Martyriums tranken, da die Schrift berichtet, dass nur Jakobus von Herodes enthauptet wurde, (Apg 12,2.) während Johannes sein Leben durch einen friedlichen Tod beendete. Aber wenn wir in der Kirchengeschichte lesen, dass Johannes selbst mit der Absicht, ihn zu martyrisieren, in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen wurde und dass er auf die Insel Patmos verbannt wurde, werden wir sehen, dass ihm der Wille zum Martyrium nicht fehlte und dass Johannes den Kelch des Bekenntnisses getrunken hatte, den auch die drei Jünglinge im Feuerofen tranken, obwohl der Verfolger ihr Blut nicht vergoss.