
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Oder anders. Jener Sitz scheint für alle unzugänglich zu sein, nicht nur für Menschen, sondern auch für Engel; denn so schreibt Paulus ihn dem Eingeborenen allein zu, indem er sagt: Zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten? (Hebr 1,13.) Der Herr antwortet daher nicht, als ob es in Wahrheit jemanden gäbe, der dort sitzen würde, sondern indem Er sich den Auffassungen der Bittsteller anpasst. Sie erbaten nur diese eine Gunst, vor den anderen nahe bei Ihm zu sein; aber der Herr antwortet: Ihr werdet für Mich sterben, doch das genügt nicht, um euch den ersten Rang zu verschaffen. Denn wenn ein anderer mit dem Martyrium kommt und eine größere Tugend hat als ihr, werde Ich ihn nicht, weil Ich euch liebe, hinauswerfen und euch den Vorrang geben. Damit sie aber nicht annähmen, es fehle Ihm die Macht, sagte Er nicht absolut: Es ist nicht meine Sache zu geben, sondern: Es ist nicht meine Sache, es euch zu geben, sondern denen, für die es bereitet ist; das heißt, denen, die durch ihre Taten berühmt gemacht werden.