
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Der Herr lobt daher ihren Glauben, indem Er sagt, dass sie fähig sind, zusammen mit Ihm das Martyrium zu erleiden; aber: Zu sitzen auf meiner Rechten und auf meiner Linken ist nicht meine Sache zu geben, sondern für die, denen es von meinem Vater bereitet ist. Obwohl freilich, soweit wir urteilen können, jene Ehre so für andere bestimmt ist, dass die Apostel ihr nicht fremd sein werden, die auf dem Thron der zwölf Patriarchen sitzen werden, um Israel zu richten; auch, wie aus den Evangelien selbst entnommen werden kann, werden Mose und Elia mit ihnen im Himmelreich sitzen, da Er doch in ihrer Gesellschaft auf dem Berg in Seinem Gewand des Glanzes erschien.