Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Diese Mutter der Söhne des Zebedäus ist Salome, wie ihr Name von einem anderen Evangelisten angegeben wird (Mk 15,40; 16,1.), selbst wahrhaft friedvoll und die Mutter von Söhnen des Friedens. Von dieser Stelle lernen wir das hervorragende Verdienst dieser Frau; nicht nur ihre Söhne hatten ihren Vater verlassen, sondern auch sie hatte ihren Mann verlassen und war Christus nachgefolgt; denn er konnte ohne sie leben, sie aber konnte ohne Christus nicht gerettet werden. Es sei denn, jemand will sagen, dass zwischen der Berufung der Apostel und dem Leiden Christi Zebedäus gestorben war und dass sie so, hilflos wegen ihres Geschlechts, vorgerückt an Jahren, den Spuren Christi folgte; denn der Glaube altert nie, und die Religion wird nie müde. Ihre mütterliche Zuneigung machte sie kühn zu fragen, daher heißt es: Sie betete ihn an und bat ihn um etwas Bestimmtes; das heißt, sie erwies ihm Ehrfurcht und bat, dass ihr gewährt werde, worum sie bitten würde. Es folgt: Er sprach zu ihr: Was willst du? Er fragt nicht, weil er es nicht weiß, sondern damit durch die bloße Darlegung die Unvernünftigkeit ihrer Bitte aufgezeigt werde. Sie sagte zu ihm: Gewähre, dass diese meine beiden Söhne sitzen.