
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
29 Als sie Jericho verließen, folgte ihm eine große Volksschar. 30 Zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberkam, riefen sie: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 31 Die Leute fuhren sie an, sie sollten schweigen. Sie aber schrien noch lauter: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 32 Da blieb Jesus stehen, rief sie herbei und sagte: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 33 Sie antworteten ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden. 34 Da berührte Jesus, von Mitleid ergriffen, ihre Augen. Sogleich sahen sie wieder und folgten ihm.
(de Cons. Ev. ii. 65.) Markus berichtet dieses Wunder, spricht aber nur von einem Blinden. Diese Schwierigkeit wird so erklärt: Von den zwei Blinden, die Matthäus einführt, war einer in jener Stadt wohlbekannt, wie daraus hervorgeht, dass Markus sowohl seinen Namen als auch den seines Vaters erwähnt. (Markus 10:46.) Bartimäus, der Sohn des Timäus, war wohlbekannt dafür, dass er aus großem Wohlstand gesunken war und nun nicht nur blind, sondern auch ein Bettler war. Aus diesem Grund also wählte Markus, ihn allein zu erwähnen, weil die Wiederherstellung seines Augenlichts dem Wunder Ruhm verschaffte, im Verhältnis zur Bekanntheit der Tatsache seiner Blindheit. Obwohl das, was Lukas berichtet, auf dieselbe Weise geschah, ist sein Bericht doch von einem anderen, wenn auch ähnlichen Wunder zu verstehen. (Lukas 18:35.) Das, was er gibt, geschah, als sie sich Jericho näherten; dieses in den anderen zwei, als sie aus Jericho herauskamen. Und die Volksmenge wies sie zurecht, dass sie schweigen sollten.