Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
29 Als sie Jericho verließen, folgte ihm eine große Volksschar. 30 Zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberkam, riefen sie: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 31 Die Leute fuhren sie an, sie sollten schweigen. Sie aber schrien noch lauter: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 32 Da blieb Jesus stehen, rief sie herbei und sagte: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 33 Sie antworteten ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden. 34 Da berührte Jesus, von Mitleid ergriffen, ihre Augen. Sogleich sahen sie wieder und folgten ihm.
Oder: Er fragt sie wegen ihres Glaubens, damit die, welche blind waren, Christus als den Sohn Gottes bekennen, und die, welche ihr Augenlicht hatten, beschämt würden, weil sie Ihn nur für einen Menschen hielten. Sie hatten zwar Christus Herr genannt und die Wahrheit gesprochen; aber indem sie Ihn den Sohn Davids nannten, verwischten sie dieses ihr gutes Bekenntnis. Denn durch einen Missbrauch der Worte werden Menschen Herren genannt, aber niemand ist wahrhaft Herr außer Gott allein. Wenn sie also sagen: O Herr, du Sohn Davids, so wenden sie den Ausdruck auf Christus falsch an, indem sie Ihn für einen Menschen halten; hätten sie Ihn nur Herr genannt, so hätten sie Seine Gottheit bekannt. Als Er sie dann fragt: Was wollt ihr? nennen sie Ihn nicht mehr Sohn Davids, sondern nur Herr; Sie sagen zu Ihm: Herr, dass unsere Augen geöffnet werden. Denn der Sohn Davids kann die Augen der Blinden nicht öffnen, aber der Sohn Gottes kann es. Solange sie also riefen: O Herr, du Sohn Davids, wurde ihre Heilung verzögert; sobald sie nur Herr sagten, wurde Heilung auf sie ausgegossen; denn es folgt: Und Jesus hatte Mitleid mit ihnen und berührte ihre Augen, und sogleich sahen sie. Er berührte sie leiblich als Mensch, Er heilte sie als Gott.