
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Sie sahen, dass die Jünger vor anderen geehrt wurden, und hatten gehört: Ihr werdet auf zwölf Thronen sitzen, (Mt 19,28.) woraufhin sie den Vorrang jenes Sitzes erstreben. Und dass andere bei Christus in größerer Ehre standen, wussten sie, und sie fürchteten, dass Petrus ihnen vorgezogen werde; deshalb (wie von einem anderen Evangelisten erwähnt wird), weil sie nun nahe bei Jerusalem waren, meinten sie, das Reich Gottes stehe vor der Tür, das heißt, es sei etwas sinnlich Wahrnehmbares. Daher ist klar, dass sie nichts Geistiges suchten und keine Vorstellung von einem Reich oben hatten.