Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
24 Als die Zehn das hörten, entrüsteten sie sich über die beiden Brüder. 25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterjochen und die Großen Gewalt an ihnen verüben. 26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch der Größte sein will, soll euer Diener sein, 27 und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein. 28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Denn obwohl die Engel und Martha ihm dienten (Mat. 4:11), kam Er doch nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Johannes 12:2); ja, sein Dienst erstreckte sich so weit, dass Er sogar das erfüllte, was folgt: Und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben, nämlich für die, die an Ihn glaubten; und Er gab es, d. h. in den Tod. Aber da Er allein frei war unter den Toten und mächtiger als die Macht des Todes, hat Er alle, die bereit waren, Ihm zu folgen, vom Tod befreit. Die Häupter der Kirche sollen daher Christus nachahmen, indem sie leutselig sind, sich den Frauen anpassen, den Kindern die Hände auflegen und ihren Jüngern die Füße waschen, damit auch sie dasselbe ihren Brüdern tun. Aber wir sind so, dass wir sogar den Stolz der Großen dieser Welt zu übertreffen scheinen; was das Gebot Christi betrifft, verstehen wir es entweder nicht oder verachten es. Wie Fürsten suchen wir Scharen, die vor uns hergehen, wir machen uns furchteinflößend und schwer zugänglich, besonders für die Armen, indem wir uns ihnen weder nähern noch zulassen, dass sie sich uns nähern.